Sportanlage der Zukunft - Jetzt!

Gut drei Jahre ist es her, dass Grün-Weiss Ahrensfelde (GWA) die Zusage über eine Förderung zum Sportstättenausbau aus dem Kommunalen Infrastrukturprogramm erhalten hat. Zusammen mit der großzügigen Unterstützung der Gemeinde Ahrensfelde konnte die Umsetzung der Baumaßnahme im Jahr 2019 endgültig abgesichert werden. Seitdem wurde kontinuierlich an einem qualitativ hochwertigen Planungsprozess für die Erweiterung der Sportanlage in der Ulmenallee gearbeitet.

Entstanden ist ein Pilotprojekt, das in Europa derzeit einzigartig ist und als Leitplanung für zukünftige Sportanlagen dienen soll.

Oberstes Ziel ist die Entwicklung einer Sportanlage, die Nachhaltigkeitsprinzipien und die Berücksichtigung von ökologischen, sozialen und ökonomischen Faktoren mit Anforderungen an Sportfunktionalität und Nutzungsintensität vereint. Nach Erstellung des Konzeptes wurden Planungs- und Ausschreibungsgrundlagen zusammen mit der Arbeitsgruppe Sportstättenbau des Nordostdeutschen Fußballverbandes erarbeitet, eine öffentliche Vergabe vorgenommen und mit den dadurch hinzugewonnenen Partnern ein Expertenkreis gebildet. Dazu zählen Ahner Landschaftsarchitektur, INSPO (Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung), Schmitt Intergreen GmbH, Polytan GmbH, Allround GmbH, SPI, Artec GmbH und Mitglieder der Internationalen Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen IAKS.

„Sport ist eines der wichtigsten Elemente unserer Gesellschaft. Wir wollen mit der neuen Sportanlage einen möglichst großen Nutzen für unsere Mitglieder schaffen. Gleichzeitig wollen wir aber auch an kommende Generationen denken und die Auswirkungen auf die uns umgebende Umwelt langfristig betrachten.“ erläutert Vereinsvorsitzender Uwe Lachmann die Idee zum neuen Konzept.

„Unsere Kinder sind die Zukunft. Wir tragen Verantwortung für unsere Jugend und wollen beweisen, dass es heutzutage möglich ist eine Sportanlage umweltbewusst, ressourcenschonend und energieeffizient zu errichten und zu betreiben. Gerade in der aktuellen Debatte um Granulat in Kunstrasenplätzen wollen wir eine Modellbauweise aus hochentwickelten Modulen für ein Kunstrasensystem anwenden, das für weitere Sportanlagen als Leitbild dienen soll.“ heißt es in einem Statement der AG Sportstättenbau des NOFV.

Schwerpunkt ist die ganzheitliche Betrachtung einer Sportanlage über den gesamten Lebenszyklus, um eine nachhaltige Entwicklung von Sportstätten zu gewährleisten. Dabei werden neben aktuellen gesetzlichen Bestimmungen und neusten Baustandards nach DIN auch Innovationen Anwendung finden, welche bisher nicht berücksichtigt wurden. Diese werden über die nachfolgende Auflistung in Grundzügen vorgestellt, wobei sämtliche Daten und Fakten sorgsam zusammengestellt wurden und belegt werden können:

  1. Baumaterialien Im Rahmen eines nachhaltigen und effizienten Umgangs mit den Ressourcen unseres Planeten planen wir einen maximal möglichen Einsatz von Materialien aus dem Hierzu werden alle Tragschichten und Sportbeläge aus ca. 50 % recyceltem Material bestehen, was den Materialeinsatz ökonomisch und ökologisch optimiert. Des Weiteren wird durch die Ausstattung mit modernster Technik eine signifikante Reduzierung sämtlicher Emissionswerte, wie z.B. Lärm, Licht, Wasser oder CO2 erreicht.
  2. Wasser Eine künstliche Bewässerung der Sportanlagen ist durch den Einsatz hochmoderner Beläge nicht notwendig, wodurch 390.000 Liter Wasser pro Jahr eingespart werden können. Außerdem wird eine Versiegelung der Flächen durch dauerhaft wasserdurchlässige Bauweisen weitestgehend verhindert und das anfallende Drainagewasser mit Hilfe einer mineralischen Filteranlage gereinigt und erst dann ins Grundwasser abgegeben.
  1. Natur Sportanlagen sind heutzutage funktional geprägt und auf das Wesentliche (den Sport) ausgerichtet. Dabei bleiben Bereiche zwischen den Sportstätten oder am Rand oftmals ungenutzt, welche dadurch einen hohen Pflegeaufwand benötigen. Wir haben das Potential dieser Bereiche als Ausgleichsflächen für Insekten und Wiesenblumen auf der eigenen Anlage Die Pflege reduziert sich auf 1-2 Mähgänge pro Jahr, die Gesamtanlage wird ökologisch aufgewertet und direkt am Übergang zwischen Stadt und Land werden Freiräume für Artenvielfalt geschaffen.
  2. Kunstrasen Wir planen den Einsatz eines Kunststoffrasens, welcher zu wesentlichen Anteilen aus Reststoffen der landwirtschaftlichen Produktion gewonnen Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe zur Herstellung eines hochwertigen Polyethylen- Fasermaterials führt zu einer reduzierten Verwendung künstlicher Materialien und leistet einen wichtigen Beitrag zur CO2-Bilanz unseres Projekts. Es entsteht eine Symbiose aus technischen und sportfunktionalen Aspekten, wie z.B. Witterungsunabhängigkeit, Ballrollverhalten oder Nutzungsintensität und ökologischen Kriterien, wie z.B. Ressourcenschonung, Wiederverwertung oder Reduktion von CO2-Emission.
  3. Laufbahnbelag Die Verwendung von recycelten Materialien wird unterstützt durch die Verwendung eines Bindemittels, welches bei seiner Produktion CO2 aus der Umwelt Unser Ziel ist der Einsatz eines Polyurethan-Laufbahnbelages, welcher zu 70 % aus Kunststoffmaterialien aus dem Wertstoffkreislauf besteht. Die Qualität und Langlebigkeit wird dabei nicht beeinträchtig und entspricht den höchsten Standards für Sportbeläge.
  4. Energie Um den Energieverbrauch zu vermindern, wird infolge von Effizienz- und Suffizienzmaßnahmen eine LED-Beleuchtungsanlge errichtet, welche im Vergleich zu klassischen Leuchtmitteln eine Einsparung von 20 % des benötigten Stroms bei gleicher Lichtmenge ermöglicht. Ein weiterer Vorteil ist die effizientere Nutzung, da LED-Anlagen direkt nach dem Einschalten mit voller Helligkeit leuchten und die Lebensdauer 60 bis 100 Jahre (bei 500 Stunden/Jahr) beträgt. Hinzu kommt die Möglichkeit, die Lichtanlage zu dimmen und einzeln anzusteuern, wodurch ein suffizienter Lichteinsatz gewährleistet wird.
  5. Industrie 0 Ein Begriff, welcher uns mittlerweile im alltäglichen Leben in sämtlichen Branchen und Bereichen begegnet, ist die Digitalisierung. Um dem Anspruch eines zukunftsorientierten und innovativen Vereins gerecht zu werden, wird ein hochmodernes Trainingssystem zur Leistungsdiagnostik in der Rundlaufbahn und dem Kunstrasen implementiert. Es basiert auf Magneten, die im Baugrund fest verankert sind und einem Sensor, den der Sportler am Körper trägt. Dies ermöglicht unseren Mitgliedern eine genaue Datenerfassung und eine regelmäßige Überprüfung der eigenen sportlichen Verfassung.
  6. Müllsystem Nicht zuletzt liegt uns die Müllvermeidung und die Mülltrennung am Gerade nach einem Heimspiel im Männerbereich wird uns oftmals vor Augen geführt, welche Mengen an Müll durch die Menschen auf der Anlage hinterlassen werden. Um den anfallenden Müll bestmöglich zu entsorgen, entwickeln wir mit unseren Partnern ein Mülltrennungssystem, welches für die Sportler und Besucher der Anlage ansprechend und praktisch gestaltet ist. Um den anfallenden Müll zu reduzieren, werden wir in Zukunft  vermehrt auf Mehrweggeschirr anstelle von Einweg-Plastikartikeln setzen und unsere Mitglieder für das Thema sensibilisieren.

 

Foto: Worbser

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