Regionalliga Nordost
Regionalliga Nordost: Zusammenfassung 5. Spieltag
Halle marschiert, hinten brennt es lichterloh
An der Tabellenspitze bleibt der Hallesche FC das Maß der Dinge. Mit einem souveränen 3:1 über den FSV Luckenwalde behauptete die Schröder-Elf ihre makellose Bilanz – fünf Spiele, fünf Siege, 12:3 Tore. Weber, Baro und Kulke stellten früh die Weichen, einzig ein Eigentor von Löhmannsröben brachte die Gäste ins Spiel zurück. Halle untermauerte eindrucksvoll die Rolle des Topfavoriten.
Dahinter hält Lok Leipzig Anschluss. Der 2:1-Sieg im intensiven Traditionsduell gegen den Chemnitzer FC war hart erkämpft, Maderers Kopfballtreffer brachte die Entscheidung. Trotz Roter Karte in der Schlussphase verteidigten die Blau-Gelben leidenschaftlich und bleiben mit 13 Zählern erster Verfolger.
Rot-Weiß Erfurt rehabilitierte sich nach der Niederlage gegen Halle und siegte bei der VSG Altglienicke mit 3:1. Die Thüringer glänzten mit Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, während die Berliner trotz viel Ballbesitz kaum Durchschlagskraft entwickelten. Damit klettert RWE auf Platz drei (12 Punkte) und sitzt der Lok im Nacken. Der FC Carl Zeiss Jena hatte mit Aufsteiger Hertha 03 Zehlendorf keine Mühe, gewann 4:0 und zeigte, dass er im Titelrennen ein gewichtiges Wort mitreden will.
Spektakulär ging es in Magdeburg zu: Die Zweitvertretung des FCM und der BFC Dynamo lieferten ein 4:3-Festival. Marusic avancierte mit einem Doppelpack, darunter einem Elfmeter in der Nachspielzeit, zum Matchwinner. Dynamo glich zweimal einen Rückstand aus, stand am Ende aber mit leeren Händen da. Mit 9 Punkten reiht sich Magdeburg II auf Rang fünf ein, der BFC dagegen dümpelt mit vier Punkten im unteren Drittel.
Auch in Berlin-Lankwitz war Dramatik geboten: Aufsteiger BFC Preussen setzte sich mit 2:1 gegen die BSG Chemie Leipzig durch. Brandt traf per Traumtor, während Chemie nach Gelb-Rot gegen Weigel punktlos Tabellenletzter bleibt – fünf Spiele, null Punkte, 3:11 Tore.
ZFC Meuselwitz wartet weiter auf den ersten Saisonsieg. Gegen Eilenburg reichte es trotz früher Führung nur zu einem 1:1, weil Hansch einen Elfmeter vergab. Die Zipsendorfer hängen mit drei Zählern tief unten fest.
Hertha BSC II und der FSV Zwickau trennten sich 3:3. Beide Teams schenkten sich nichts, Joker Ünal rettete den Berlinern in letzter Minute einen Punkt. Für Zwickau, das bereits dreimal unentschieden spielte, bleibt es bei einem Stagnieren im Mittelfeld.
Babelsberg setzte seinen Aufwärtstrend fort und besiegte Greifswald mit 3:1. Nach torloser erster Hälfte entschieden Müller, Didoss und Schmidt binnen 15 Minuten die Partie. Der GFC konnte durch Atilgan nur noch verkürzen.
Fazit: Halle marschiert vorneweg, Lok und Erfurt bleiben in Lauerstellung, Jena lauert ebenfalls. Dahinter reihen sich Magdeburg II, Luckenwalde und Altglienicke ein. Unten stecken Dynamo, Meuselwitz und die punktlosen Schlusslichter Chemie und Hertha 03 fest. Ein Spieltag, der die Kräfteverhältnisse klarer gezeichnet hat – und zugleich zeigt, wie brutal Fehler in dieser Liga bestraft werden.
Hier die ausführlichen Spielberichte:
Maderers Kopfball sichert Lok-Sieg im Ostduell
1.FC Lok Leipzig – Chemnitzer FC 2:1 (1:0)
Im traditionsreichen Ostduell zwischen Lok Leipzig und dem Chemnitzer FC behielten die Gastgeber in einer intensiven Partie die Oberhand. Vor einer prächtigen Kulisse im Bruno-Plache-Stadion setzte sich die Mannschaft von Trainer Jochen Seitz mit 2:1 durch. Dabei bestimmten frühe Tore, ein sehenswerter Kopfballtreffer und eine späte Rote Karte das Geschehen in einer Begegnung, die einmal mehr zeigte, warum die Spiele beider Vereine regelmäßig als hochemotional gelten.
Lok erwischte einen Traumstart: Bereits in der 2. Minute nutzte Arcalean einen folgenschweren Stellungsfehler von Bochmann. Der Offensivmann lupfte den Ball über den herausstürzenden Adamczyk hinweg zum frühen 1:0. Ein Treffer, der den Spielverlauf der Anfangsphase spiegelte, denn Lok legte furios los und drückte den CFC tief in die eigene Hälfte. Adetula und Dombrowa setzten über die rechte Seite immer wieder Akzente, während Chemnitz zunächst kaum geordnet ins Spiel kam.
Die Gäste bemühten sich zwar um Struktur im Aufbau, doch zu viele Querpässe und ein insgesamt zu gemächlicher Rhythmus machten es der Lok-Defensive leicht, die Angriffe zu neutralisieren. Der CFC hatte durch Bozic und Ekui einzelne Gelegenheiten, doch Lok-Keeper Naumann war stets auf dem Posten. Bis zur Pause blieb Leipzig klar spielbestimmend, versäumte es jedoch, die Führung auszubauen.
Nach Wiederanpfiff folgte der Schockmoment für die Hausherren. Nur zwei Minuten waren gespielt, als Chemnitz-Kapitän Felix Müller nach einem Abpraller aus der Distanz abzog und sein Schuss unhaltbar abgefälscht zum 1:1 im Netz landete. Ein Treffer aus dem Nichts, der das Spiel plötzlich wieder öffnete. Doch Lok reagierte bemerkenswert. Angetrieben vom lauten Publikum drängten die Blau-Gelben auf die erneute Führung. Adetula prüfte Adamczyk mit einem Distanzschuss, den der CFC-Keeper stark parierte. Die folgende Ecke brachte die erneute Wende: Maderer stieg im Strafraum am höchsten und wuchtete den Ball per Kopf zum 2:1 ins Netz (52.). Für den Toptorjäger der Vorsaison war es das erste Saisontor – und ein psychologisch enorm wichtiger Treffer.
Chemnitz versuchte nun, den Druck zu erhöhen. Trainer Duda brachte frische Offensivkräfte, doch Lok verteidigte mit Leidenschaft und setzte über Konter immer wieder Nadelstiche. In einer zunehmend hektischen Schlussphase dann die spielentscheidende Szene: Abderrahmane stieg gegen Bozic mit offener Sohle ein, Schiedsrichter Riemer zögerte kurz, zückte dann aber die Rote Karte (80.). Lok musste die letzten Minuten in Unterzahl überstehen, zog sich tief zurück und überließ Chemnitz das Feld.
Der CFC drängte mit wütenden Angriffen, fand jedoch keine entscheidende Lücke. Naumann parierte zweimal stark gegen Distanzschüsse, während die Leipziger Hintermannschaft um Wilton und Stein kompromisslos klärte. Nach 94 intensiven Minuten war der Jubel im Plache-Stadion groß: Lok hatte den Chemnitzer FC in einem umkämpften Match niedergerungen und die Serie gegen den Rivalen fortgesetzt.
Hertha II und Zwickau liefern sich Spektakel
Hertha BSC II – FSV Zwickau 3:3 (1:1)
In einem turbulenten Duell zweier Tabellennachbarn trennten sich die U23 von Hertha BSC und der FSV Zwickau vor 914 Zuschauern im Stadion auf dem Wurfplatz leistungsgerecht mit 3:3. Beide Mannschaften hatten den Sieg mehrfach auf dem Fuß, ehe Joker Ünal in der 90. Minute für die Berliner traf und den „Schwänen“ den schon sicher geglaubten Dreier entriss.
Die Partie begann mit offenem Visier. Schon in der 3. Minute prüfte Ben-Hatira Zwickaus Schlussmann Hiemann, ehe die Hertha nur wenig später eiskalt zuschlug: Ogbaidze setzte sich über rechts durch, seine scharfe Hereingabe verwertete Ajvazi aus kurzer Distanz kompromisslos zum 1:0 (5.). Zwickau benötigte einige Minuten, um sich zu sortieren, antwortete aber prompt: Von Baer flankte in der 19. Minute mustergültig auf Eixler, der per Kopf für Möbius ablegte – der Angreifer blieb cool und schob aus kurzer Distanz zum 1:1 ein.
In der Folge entwickelte sich eine intensive Partie mit Vorteilen für die Gastgeber, die den Ball sicher laufen ließen und mehrfach über die Flügel gefährlich wurden. Bellomo, der den angeschlagenen Ben-Hatira ersetzte, fügte sich nahtlos ein, während Zwickau über Konter Nadelstiche setzte. Kurz vor der Pause hätte Rölke die Berliner erneut in Führung bringen können, doch sein Kopfball scheiterte an Hiemann. Auf der Gegenseite brannte es ebenfalls, doch auch Heide im Hertha-Tor war aufmerksam.
Nach dem Seitenwechsel übernahmen zunächst die Gastgeber die Initiative, ehe Zwickau mit einem klassischen Effektivitätsschlag zuschlug. Startsev nutzte einen unzureichend geklärten Ball am Strafraumrand und traf trocken ins Eck – 1:2 (61.). Für die Schmitt-Elf war es der Beweis, wie wichtig Standards und zweite Bälle in diesem Duell sein konnten. Doch die Freude währte nicht lange: Bruns spielte einen präzisen Chip in den Strafraum, Ogbaidze lief perfekt ein und bugsierte den Ball zum 2:2 über die Linie (74.).
Die Begegnung blieb bis in die Schlussphase offen. Zwickau schien schließlich das glücklichere Ende für sich zu haben: Nach einem langen Einwurf stand der eingewechselte Haubner goldrichtig und drückte das Leder zum 2:3 ins Netz (84.). Die Schwäne jubelten, Hertha wirkte geschockt – doch nur für kurze Zeit. Denn in der 90. Minute schlug auch Trainer Ciriaco Sforzas Joker zu: Ünal behauptete den Ball im Strafraum energisch und traf mit einem wuchtigen Abschluss zum 3:3-Endstand.
Die Nachspielzeit bot nochmals Chancen auf beiden Seiten, doch weder Breitenbüchers Kopfball für den FSV noch Herthas letzte Angriffe fanden ihr Ziel. Nach 94 Minuten war klar: Dieses Remis half keinem Team wirklich weiter, fühlte sich für die Gäste nach dem späten Ausgleich aber wie eine Niederlage an.
Marusic entscheidet Drama in Magdeburg
1.FC Magdeburg II – BFC Dynamo 4:3 (3:3)
Die Zweitvertretung des 1. FC Magdeburg hat im dritten Anlauf endlich den ersten Heimsieg eingefahren – und wie! In einem atemberaubenden Schlagabtausch setzte sich die Mannschaft vor 2.424 Zuschauern in der Avnet-Arena mit 4:3 gegen den BFC Dynamo durch. Matchwinner wurde Marusic, der mit seinem verwandelten Foulelfmeter in der vierten Minute der Nachspielzeit die Magdeburger Erlösung brachte.
Von Beginn an entwickelte sich ein Spiel, das beide Defensivreihen alt aussehen ließ. Der FCM II legte furios los: Nach einer unzureichend geklärten Ecke stand Marusic im Fünfer goldrichtig und spitzelte den Ball zum 1:0 ins Netz (11.). Doch nur drei Minuten später konterte der BFC: Über Rogero und Dadashov landete der Ball bei Putaro, der aus 14 Metern trocken ins kurze Eck zum 1:1 vollstreckte (14.).
Die Gastgeber ließen sich davon nicht beirren und nutzten die Berliner Unsicherheiten eiskalt. Mergner setzte sich nach einem Steilpass robust durch und traf zum 2:1 (19.), ehe Leipertz in der 29. Minute von einem kapitalen Fehler im Aufbau profitierte. Mattmüller verstolperte im Mittelfeld, Leipertz spritzte dazwischen und schob zum 3:1 ein. Doch der BFC hielt dagegen und verkürzte noch vor der Pause: Zunächst erzielte Reincke mit einem abgefälschten Distanzschuss das 2:3 (34.), in der Nachspielzeit der ersten Hälfte köpfte Rogero nach einer butterweichen Flanke von Reincke zum 3:3 ein (45.+3).
Mit diesem Spektakel ging es in die Kabinen – beide Abwehrreihen wirkten löchriger als ein Ackerweg, die Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten.
Nach dem Seitenwechsel beruhigte sich das Spiel zunächst, ohne an Intensität zu verlieren. Chancen blieben auf beiden Seiten nicht aus. Kruth im FCM-Tor rettete mehrfach stark gegen Shcherbakovski und Rogero, während auf der Gegenseite Pesch und Leipertz beste Möglichkeiten liegen ließen. In der 61. Minute verpasste Dadashov nach feiner Vorarbeit von Rogero sogar das sichere 3:4 – ein Sinnbild für die Abschlussschwäche des BFC an diesem Abend.
Die Schlussphase war geprägt von Müdigkeit, kleinen Fouls und dem Wissen, dass eine einzige Aktion die Partie entscheiden könnte. Zunächst rettete Gunte mit einem wuchtigen Kopfball vor Marusic (90.+1). Als sich beide Teams schon mit dem Remis abzufinden schienen, sorgte Joker Widmann für den entscheidenden Moment: Der Außenbahnspieler drang in den Strafraum ein, Windsheimer zog ungeschickt am Trikot – Elfmeter! Marusic trat an, blieb eiskalt und verwandelte halblinks zum 4:3-Endstand (90.+4).
Kurz darauf war Schluss, und die Magdeburger feierten ihren ersten Heimsieg der Saison ausgelassen. Der BFC Dynamo hingegen musste sich trotz großen Kampfes und mehrfacher Aufholjagd geschlagen geben – vor allem wegen eigener Fehler in der Defensive.
Elfmeter-Fehlschuss kostet ZFC den Sieg
ZFC Meuselwitz – FC Eilenburg 1:1 (1:1)
Im Duell zweier Teams aus dem unteren Tabellenmittelfeld der Regionalliga Nordost kam der ZFC Meuselwitz trotz klarer Chancen nicht über ein 1:1 hinaus. Vor 474 Zuschauern in der bluechip-Arena reichte es für die Gastgeber nicht zum ersten Saisonsieg, weil Hansch nach einer Stunde einen Foulelfmeter fahrlässig vergab und Eilenburg kurz vor der Pause eiskalt zuschlug.
Der Auftakt gehörte eindeutig den Zipsendorfern. Schon nach zwei Minuten köpfte Raithel eine Ecke an die Latte, kurz darauf prüfte Hansch den FCE-Keeper Pieles mit einem Distanzschuss. Meuselwitz agierte in dieser Phase druckvoll, attackierte früh und drängte die Gäste tief in deren Hälfte. Verdient fiel in der 24. Minute das 1:0: Nach einem weiten Ball an den langen Pfosten bugsierte Baldé das Leder aus kurzer Distanz über die Linie – ein Tor, das eher erkämpft als herausgespielt wirkte, aber den Spielverlauf widerspiegelte.
Doch statt nachzulegen, verlor der ZFC den Faden. Eilenburg kam über die rechte Seite besser ins Spiel, nutzte Ballverluste der Gastgeber konsequent und setzte erste offensive Akzente. Ein schlimmer Rückpass von Baldé leitete die beste Gelegenheit der Gäste ein, doch Mattmüller scheiterte knapp an Sedlak. Kurz vor der Pause belohnten sich die Muldestädter: Nach einer Standardsituation köpfte Kosak am langen Pfosten unbedrängt zum Ausgleich ein (45.+1). Ein Wirkungstreffer, denn die bis dahin anfällige FCE-Offensive hatte plötzlich Zugriff.
Nach dem Wechsel blieb das Geschehen zerfahren. Beide Seiten versuchten Nadelstiche zu setzen, ohne spielerisch zu überzeugen. Die Partie kippte endgültig, als Meuselwitz in der 66. Minute vom Punkt hätte nachlegen können: Stiller wurde im Strafraum zu Fall gebracht, der Unparteiische zeigte sofort auf den Punkt. Doch Hansch schoss den Elfmeter am rechten Pfosten vorbei – ein Sinnbild für die aktuelle Misere des ZFC im Abschluss.
Eilenburg witterte seine Chance und blieb über Konter gefährlich. Vor allem der eingewechselte Borck hatte in der Schlussphase die Führung auf dem Fuß, verzog aber knapp. Auf der Gegenseite fehlte den Meuselwitzern die Durchschlagskraft: Pauling scheiterte mit einem Schuss aus spitzem Winkel an Pieles, auch mehrere Standardsituationen verpufften. In der Nachspielzeit versuchte Kallenbach sein Glück aus der Distanz, doch auch dieser Schuss flog über das Tor.
So blieb es beim 1:1, das aus Sicht der Gäste durchaus als Erfolg verbucht werden kann. Meuselwitz dagegen hadert mit der verpassten Gelegenheit, den ersten Dreier der Saison einzufahren. Vor allem die schwache Chancenverwertung und der vergebene Strafstoß schmerzten. Für beide Teams bestätigt das Ergebnis den bisherigen Saisontrend: solide im Einsatz, aber ohne die nötige Effizienz im gegnerischen Strafraum.
Babelsberg legt nach: 3:1 gegen den GFC
SV Babelsberg 03 - Greifswalder FC 3:1 (0:0)
Der SV Babelsberg 03 hat seinen Aufwärtstrend in der Regionalliga Nordost bestätigt und nach dem Auswärtssieg bei Chemie Leipzig nun auch im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion nachgelegt. Vor 2.649 Zuschauern bezwang die Mannschaft von Trainer Markus Zschiesche seinen Ex-Klub Greifswalder FC mit 3:1.
Nach einer torlosen ersten Hälfte schalteten die Nulldreier direkt nach dem Seitenwechsel entscheidend auf. Müller eröffnete in der 48. Minute mit einem energischen Abschluss die Torejagd, nur elf Minuten später legte Didoss nach, als die Gästeabwehr völlig unsortiert agierte. Kapitän Schmidt erhöhte in der 62. Minute nach starker Vorarbeit von Schätzle gar auf 3:0.
Greifswald zeigte in der Folge Moral und kam durch Atilgan (65.) zum Anschlusstreffer, doch zu mehr reichte es nicht. Babelsberg verwaltete das Ergebnis souverän und feierte am Ende einen verdienten Heimsieg.
Bis zum Redaktionsschluss lagen keine weiteren Angaben zum Spielverlauf vor.
Eshele eröffnet, Burmeister schließt ab
FC Carl Zeiss Jena – Hertha 03 Zehlendorf 4:0 (2:0)
Mit einem souveränen 4:0-Erfolg gegen den überforderten Aufsteiger aus Berlin hat der FC Carl Zeiss Jena seine Ambitionen in der Regionalliga Nordost untermauert. Vor 5.905 Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld dominierten die Thüringer vom Anpfiff an und stellten früh die Weichen auf Sieg. Schon zur Pause war die Partie praktisch entschieden, nach dem Seitenwechsel spielte Jena die Begegnung kontrolliert zu Ende und feierte einen nie gefährdeten Heimsieg.
Der FCC erwischte einen Start nach Maß. Kaum vier Minuten waren gespielt, als Eshele über die linke Seite in den Strafraum durchstartete und den Ball am herauseilenden Dedidis vorbei ins Netz spitzelte. Zehlendorf hatte sich von diesem frühen Rückschlag noch nicht erholt, da rollten weitere Angriffswellen auf das Berliner Tor. Jena diktierte das Geschehen mit klarem Ballbesitzspiel, während die Gäste im Spielaufbau kaum eine saubere Aktion zustande brachten. Nach einer Serie von Standardsituationen fiel folgerichtig das 2:0: Eine Ecke landete nach kurzer Ausführung zunächst am Pfosten, ehe Hessel die Kugel wuchtig über die Linie beförderte (33.).
Von Hertha Zehlendorf war bis zur Pause nahezu nichts zu sehen. Wicht versuchte es einmal aus der Distanz, ansonsten blieben die Berliner harmlos. Selbst der sonst als Zielspieler eingeplante Hebisch fand keine Bindung, sodass die Jenaer Defensive einen ruhigen Arbeitstag erlebte.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Zwar wechselte Trainer Steffen Israel gleich dreimal, doch der gewünschte Effekt blieb aus. Stattdessen schlug der FCC eiskalt zu: Talabidi legte per Kopf ab, Fritz vollendete aus kurzer Distanz zum 3:0 (51.). Mit diesem Treffer war die Partie endgültig entschieden.
Fortan ließen es die Gastgeber ruhiger angehen, ohne jedoch die Kontrolle zu verlieren. Zehlendorf bemühte sich um Ehrentreffer, blieb aber in den Offensivaktionen viel zu ungenau. Ein Kopfball von Abe blieb die beste Möglichkeit der Gäste. Auf der Gegenseite nutzte Burmeister in der 76. Minute die entstehenden Räume, als die Zehlendorfer Defensive völlig ungeordnet agierte: Der eingewechselte Offensivmann blieb frei vor Dedidis eiskalt und lupfte die Kugel sehenswert zum 4:0-Endstand ins lange Eck.
Die Schlussphase geriet zur reinen Formsache. Jena wechselte durch, probierte noch einige Offensivaktionen, während die Gäste zumindest den Ehrgeiz bewahrten, ohne Erfolgserlebnis die Heimreise antreten zu müssen. Am Ende stand für den FCC ein auch in dieser Höhe verdienter Erfolg, der das Team in der Tabelle oben hält. Zehlendorf dagegen kassierte eine weitere empfindliche Niederlage und bleibt ohne Sieg tief im Tabellenkeller stecken.
Schröders Elf bleibt ohne Punktverlust
Hallescher FC – FSV 63 Luckenwalde 3:1 (2:0)
Im Spitzenspiel der Regionalliga Nordost hat Tabellenführer Hallescher FC seine weiße Weste gewahrt und dem bisherigen Überraschungsteam aus Luckenwalde die Grenzen aufgezeigt. Vor 6.300 Zuschauern im Leuna-Chemie-Stadion feierten die Gastgeber einen verdienten 3:1-Erfolg, der schon früh auf die Siegerstraße führte. Zwar kam der FSV nach einem Eigentor von Löhmannsröben noch einmal kurz ins Spiel zurück, doch letztlich war die Qualität und Effizienz der Saalestädter ausschlaggebend.
Von Beginn an übernahm Halle die Initiative und nutzte gleich die erste Gelegenheit. Nach einer flachen Hereingabe von rechts stand Weber am langen Pfosten goldrichtig und drückte den Ball in der 8. Minute zur Führung über die Linie. Es war sein erstes Tor im Startelfeinsatz für den HFC – und der Auftakt zu einer starken Vorstellung des Spitzenreiters.
Luckenwalde versuchte, über schnelle Umschaltaktionen in die Partie zu finden, doch die Defensive der Gastgeber stand sicher. Stattdessen erhöhte Halle nach einem Standard: Eine zunächst geklärte Ecke segelte erneut in den Strafraum, Baro stieg am höchsten und köpfte aus kurzer Distanz zum 2:0 ein (19.). Mit diesem Doppelschlag hatten die Schröder-Schützlinge das Spiel früh unter Kontrolle.
Der FSV, zuletzt dreimal in Serie siegreich, konnte sein Offensivspiel kaum entfalten. Maciejewski und Gollnack bemühten sich um Akzente, doch die letzte Präzision fehlte. Zudem verteidigten Halili und Schmedemann auf den Außenpositionen konsequent gegen die schnellen Flügel. Halle hätte noch vor der Pause nachlegen können, doch Akono und Baro vergaben vielversprechende Gelegenheiten.
Auch nach Wiederanpfiff änderte sich das Bild kaum. Während Luckenwalde gleich dreimal wechselte, kombinierte sich der HFC weiter mit spielerischer Leichtigkeit nach vorn. In der 50. Minute folgte der nächste Nadelstich: Baro setzte sich robust durch und legte auf Kulke quer, der frei vor Palmowski cool zum 3:0 einschob. Spätestens jetzt war die Begegnung entschieden.
Trainer Robert Schröder nutzte die komfortable Führung, um Kräfte zu schonen und rotierte durch. Doch genau in dieser Phase schlich sich Unachtsamkeit ein. Nach einer Ecke des FSV klärte Halle zu kurz, die Bogenlampe landete unglücklich über Müller im Tor – offiziell als Eigentor von Löhmannsröben gewertet (79.). Für einen Moment keimte bei den Gästen Hoffnung auf, zumal sie in der Schlussphase mutiger agierten und höher anliefen. Doch außer einer Schrecksekunde für HFC-Keeper Müller nach einem Einsteigen von Seidel sprang nichts Zählbares heraus.
Halle brachte den Vorsprung routiniert über die Zeit und bestätigte eindrucksvoll seine Rolle als Topfavorit. Der HFC bleibt damit das einzige Team der Liga ohne Punktverlust und reist mit viel Selbstvertrauen zum nächsten Auswärtsspiel nach Greifswald. Luckenwalde hingegen kassierte nach drei Siegen den ersten Rückschlag, präsentierte sich aber über weite Strecken zu harmlos, um den Tabellenführer ernsthaft zu gefährden.
Gerber-Elf rehabilitiert sich nach Halle-Pleite
VSG Altglienicke – FC Rot-Weiß Erfurt 1:3 (0:2)
Rot-Weiß Erfurt hat die richtige Antwort auf die bittere Niederlage gegen Spitzenreiter Halle gefunden und im Duell der Tabellennachbarn einen souveränen Auswärtssieg gefeiert. Vor 701 Zuschauern in Fürstenwalde nutzte die Mannschaft von Fabian Gerber ihre Chancen gnadenlos und setzte sich mit 3:1 bei der VSG Altglienicke durch. Während die Thüringer mit Effektivität glänzten, fehlte den Berlinern trotz klarer Ballbesitzvorteile die letzte Idee – und lange auch die Präzision im Abschluss.
Schon früh stellte Erfurt die Weichen auf Sieg. In der 7. Minute setzte sich Wolf nach einem schnellen Angriff durch, sein erster Schuss wurde noch pariert, doch im Nachsetzen drückte er den Ball per Kopf über die Linie. Altglienicke wirkte zwar nicht geschockt und versuchte, über die Flügel ins Spiel zu kommen, blieb aber im letzten Drittel zu ungenau. Ganz anders die Gäste: Nach einem hohen Ball in den Strafraum kombinierten sich Felßberg und Ugondu sehenswert durch, Fehler blieb frei vor Klatte eiskalt und schob zum 0:2 ein (24.). Für den Neuzugang war es der Premierentreffer im RWE-Trikot.
Die Gastgeber steckten nicht auf, erhöhten den Druck und kamen über Standards zu ersten Gelegenheiten. Doch weder Tezel noch Nietfeld konnten Kapital daraus schlagen, zudem erwies sich Erfurts Innenverteidiger Ikene mehrfach als Rettungsanker. Kurz vor der Pause hätte Caciel sogar noch erhöhen können, jagte den Ball aber aus aussichtsreicher Position in den Abendhimmel.
Direkt nach Wiederanpfiff folgte der nächste Nackenschlag für die VSG: Wagner verlor den Ball leichtfertig im Aufbau, Fehler setzte sofort nach und bediente Ugondu mustergültig, der flach ins lange Eck vollendete – 0:3 nach 48 Minuten. Ein Paradebeispiel für die kaltschnäuzige Effizienz der Gäste, die damit die Partie praktisch entschieden.
Altglienicke versuchte mit einem Dreifachwechsel frische Impulse zu setzen. Die Brüder Manske und Kardam brachten tatsächlich mehr Schwung, doch selbst beste Möglichkeiten blieben ungenutzt. Johannes Manske traf per Kopf nur die Latte, wenig später scheiterte Sylla mit einem Distanzschuss an Keeper Otto, der über die gesamte Partie hinweg souverän agierte.
So verstrich die Zeit, ohne dass echte Spannung aufkam. Erst in der 87. Minute gelang den Gastgebern der verdiente Ehrentreffer: Nach einer Flanke von Kapp stieg Sylla am höchsten und köpfte zum 1:3 ein. Zu spät, um den RWE-Sieg noch ernsthaft zu gefährden.
Für Erfurt war es ein Sieg des Willens und der Abgeklärtheit, der das Team in der Tabelle wieder an die Spitzengruppe heranrückt. Altglienicke dagegen blieb vieles schuldig, was den Anspruch eines Topteams rechtfertigen würde: viel Ballbesitz, wenig Ertrag. Ersan Parlatan muss Lösungen finden, um die Offensivschwäche gegen kompakt verteidigende Gegner zu beheben.
Preussen feiert Sieg gegen harmlose Chemiker
BFC Preussen – BSG Chemie Leipzig 2:1 (1:0)
Der Berliner Aufsteiger BFC Preussen hat im eigenen Stadion an der Malteserstraße seine Heimstärke eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit einem 2:1-Erfolg gegen die weiterhin sieglosen Gäste aus Leipzig-Leutzsch festigten die Lankwitzer ihre Position im Tabellenmittelfeld. Vor allem die Art und Weise des Auftritts dürfte die Verantwortlichen zufriedengestellt haben: kämpferisch präsent, spielerisch überlegen und in den entscheidenden Momenten hellwach. Chemie dagegen enttäuschte über weite Strecken, konnte trotz eines sehenswerten Ausgleichstreffers von Kapitän Mäder nie die erhoffte Wende erzwingen.
Von Beginn an übernahmen die Preussen das Kommando. Früh suchten sie den Weg in die Spitze und setzten die verunsicherten Gäste unter Druck. Schon in der 13. Minute zahlte sich die offensive Ausrichtung aus: Ramadan zog nach einem Umschaltmoment aus zentraler Position ab und versenkte den Ball mit einem präzisen Schuss neben dem Pfosten – 1:0. Chemie wirkte geschockt, fand im Spielaufbau kaum Lösungen und blieb im ersten Durchgang gänzlich ohne echten Abschluss. Die größte Möglichkeit auf eine Vorentscheidung verpasste der BFC in Minute 30, als Breitkreutz einen Foulelfmeter über das Tor setzte. Es blieb zur Pause bei der verdienten Führung der Gastgeber, während die Leutzscher von Glück sprechen konnten, nicht höher in Rückstand geraten zu sein.
Nach dem Seitenwechsel versuchte Chemie zwar, mehr Körperlichkeit ins Spiel zu bringen, doch zwingende Offensivaktionen blieben Mangelware. Umso überraschender fiel der Ausgleich: In der 58. Minute setzte sich Mäder halbrechts durch und jagte die Kugel aus 16 Metern in den linken Winkel – ein Treffer der Marke „Tor des Monats“, der aus heiterem Himmel kam und den Gästen kurzzeitig neue Hoffnung verlieh. Doch das Aufbäumen blieb Stückwerk.
Preussen reagierte sofort, ließ sich nicht beirren und drängte auf die erneute Führung. In der 77. Minute durften die Hausherren dann jubeln: Brandt fasste sich nach einem abgewehrten Ball ein Herz und traf mit einer fulminanten Direktabnahme unter die Latte – ein Traumtor, das Keeper Horenburg chancenlos ließ. Damit stellte der BFC den Spielverlauf wieder gerade.
Die Schlussphase war von Hektik geprägt. Chemie warf alles nach vorn, brachte mit Ratifo, Seidel und Bunge frische Kräfte, doch klare Chancen blieben die Ausnahme. Die größte Gelegenheit vergab Ratifo kurz vor Schluss per spektakulärem Fallrückzieher, den Westphal reaktionsschnell entschärfte. Zu allem Überfluss schwächte sich Chemie in der Nachspielzeit selbst: Innenverteidiger Weigel, bereits verwarnt, räumte Kireski rustikal ab und sah folgerichtig Gelb-Rot.
So blieb es beim 2:1-Heimsieg für die Berliner, die damit bereits ihren zweiten Dreier der Saison einfuhren. Preussen präsentierte sich als gereifte Einheit, die taktisch diszipliniert und individuell stark genug ist, um sich in der Regionalliga zu behaupten. Chemie hingegen steht nach fünf Niederlagen weiter mit leeren Händen da. Zwar deutete der Treffer von Mäder an, wozu das Team fähig sein kann, doch ohne mehr Mut im Aufbau und ohne Konsequenz im Abschluss droht ein langer Abstiegskampf.
Texte: Holger Elias (NOFV)
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