Regionalliga Nordost
Regionalliga Nordost: Zusammenfassung 4. Spieltag
Carl Zeiss Jena bleibt ungeschlagen: 1:0 gegen Chemnitz
Am Mittwochabend hat der FC Carl Zeiss Jena seine Tabellenführung am 4. Spieltag weiter stabilisiert: Gegen den Chemnitzer FC holten sich die Thüringer mit einem Minimalsieg drei weitere Punkte und halten den Spitzenplatz weiter verlustpunktfrei. Richter erzielte den einzigen Treffer in der 30. Minute. Ebenfalls 1:0 endete die Partie zwischen der BSG Chemie Leipzig und dem BFC Dynamo. Bereits in der 2. Minute konnte Stanley Ratifo den Erfolg der Leutzscher sicherstellen.
Dem 1. FC Lok Leipzig gelang beim FC Viktoria 1889 Berlin ein 1:0-Erfolg. Torschütze war Alexander Siebeck (22.). Mit 2:0 bezwang der FC Eilenburg den FSV Luckenwalde durch Treffer von Luis (24.) und Dos Santos (33.). Der Greifswalder FC gewann kurz vor ultimo beim SV Babelsberg 03 mit 2:1. Benyamina hatte in der 30. Minute die Gäste in Front gebracht, Wegener glich in der 55. Minute aus und Benyamina setzte in der 89. Spielminute den Schlusspunkt.
Zum Auftakt der Dienstag-Begegnungen des 4. Spieltags kam der ZFC Meuselwitz nicht über ein 2:2-Unentschieden gegen den F.C. Hertha 03 Zehlendorf hinaus. Die Berliner gingen bei den Thüringern jeweils durch einen Doppelpack von Polat in Führung. Dagegen gelang dem FSV Zwickau endlich der erste »Dreier« der Saison gegen den VFC Plauen. Torschützen im Sachsenduell waren der 22-jährige Felix Pilger (3.), der ein Jahr ältere Jahn Herrmann (75.) und Mark Zimmermann (91.).
Der FC Rot-Weiß Erfurt war kaum auf dem Platz von Hertha BSC, da schlugen die Berliner schon gnadenlos zu: Klemens (2.) und Ajvazi (10.) brachten die Hertha-Bubis auf die Siegerstraße. Ugondu schaffte eine Minute vor dem regulären Ende lediglich noch den 1:2-Anschlusstreffer, wurde aber in der Verlängerung wegen Foulspiels vom Platz gestellt.
Und Glück muss man haben: Fast lauerte ein torloses Unentschieden in Halle, doch in der allerletzten Minute der Begegnung erzielte Liga-Primus HFC durch Joscha Wosz gegen die VSG Altglienicke aber noch das entscheidende 1:0.
Hier sind alle Spielberichte:
Richter trifft, Jena bleibt makellos
FC Carl Zeiss Jena – Chemnitzer FC 1:0 (1:0)
In einer intensiven und umkämpften Partie setzte sich der FC Carl Zeiss Jena im Abbe-Sportfeld gegen den Chemnitzer FC mit 1:0 durch. Vor 7.361 Zuschauern erzielte Richter in der 31. Minute das einzige Tor des Abends, das den Thüringern den vierten Sieg im vierten Spiel bescherte. Chemnitz, das nach einem wechselhaften Saisonstart weiter auf der Suche nach Konstanz ist, konnte trotz ansprechender Leistung und vieler Chancen die starke Defensive der Gastgeber nicht überwinden.
Die Begegnung startete mit einem hohen Tempo, bei dem beide Mannschaften frühzeitig versuchten, die Kontrolle über das Mittelfeld zu erlangen. Jena, das mit einer Serie von drei Siegen in die Partie ging, zeigte sich von Beginn an aggressiv im Pressing und setzte die Gäste aus Chemnitz unter Druck. Doch auch der CFC, der mit einigen personellen Änderungen antrat, versteckte sich keineswegs und kam bereits in den Anfangsminuten zu ersten Offensivaktionen. Besonders Ephraim Eshele, der für den verletzten Dejan Bozic in die Startelf rückte, zeigte sich engagiert, blieb jedoch im Abschluss glücklos.
Die erste nennenswerte Torchance hatte Jena in der 7. Minute, als Butzen nach einem schnellen Vorstoß über rechts zum Abschluss kam. Zickert, der an diesem Abend eine zentrale Rolle in der Chemnitzer Abwehr einnahm, klärte jedoch in höchster Not. Die Gastgeber intensivierten daraufhin ihre Offensivbemühungen und zwangen den CFC zunehmend in die Defensive. Dabei war es vor allem die Dynamik von Cemal Sezer und die Präsenz von Erik Weinhauer, die die Abwehr der Gäste vor Herausforderungen stellten.
In der 22. Minute kam Chemnitz zur bis dahin besten Gelegenheit des Spiels: Nach einem Ballverlust von Butzen nutzte Mergel die Situation blitzschnell und fand Lihsek, dessen präzise Flanke Eshele im Zentrum erreichte. Der 2,04 Meter große Stürmer, der in Jena ausgebildet wurde, setzte seinen Kopfball jedoch knapp über das Tor von Liesegang. Es war ein erstes Zeichen dafür, dass der CFC trotz des schwierigen Saisonstarts in der Lage ist, die defensivstarken Jenaer zu fordern.
Die Thüringer ließen sich jedoch nicht aus dem Konzept bringen und antworteten prompt: In der 31. Minute fiel das einzige Tor des Spiels. Joel Richter profitierte dabei von einem verunglückten Klärungsversuch von Felix Müller und zog aus 18 Metern direkt ab. Sein Schuss landete unhaltbar im rechten unteren Eck, Torhüter Adamczyk war zwar noch mit den Fingerspitzen am Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Jena führte verdient mit 1:0 und setzte die Gäste weiter unter Druck.
Chemnitz zeigte sich von dem Rückstand nicht beeindruckt und drängte auf den Ausgleich, doch die Defensive der Gastgeber stand sicher. Vor allem Torhüter Liesegang erwies sich mehrfach als sicherer Rückhalt und entschärfte einige gefährliche Aktionen. Besonders in der 34. Minute zeigte der Jenaer Schlussmann seine Klasse, als er einen Schuss von Eshele nach einem schnellen Konter stark parierte.
Die zweite Halbzeit begann wie die erste endete: Chemnitz erhöhte den Druck, während Jena sich auf Kontergelegenheiten konzentrierte. In der 47. Minute hatte Gipson nach einem feinen Zuspiel von Sezer das 2:0 auf dem Fuß, doch sein Lupfer über den herauseilenden Adamczyk wurde im letzten Moment von einem zurückeilenden Chemnitzer Abwehrspieler geklärt. In der Folgezeit entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem beide Mannschaften um jeden Ball kämpften.
Die größte Chance der zweiten Halbzeit hatte Chemnitz in der 70. Minute, als der eingewechselte Luis Fischer aus rund 20 Metern abzog. Sein Schuss wurde jedoch von Liesegang mit einer spektakulären Parade über die Latte gelenkt. Es war eine der Schlüsselszenen des Spiels, die den Unterschied ausmachte und Jena auf die Siegerstraße brachte.
In der Schlussphase versuchten die Gäste alles, um den Ausgleich zu erzwingen. Doch Jena verteidigte leidenschaftlich und ließ kaum noch klare Torchancen zu. Selbst als Chemnitz in den letzten Minuten noch einmal alles nach vorne warf und auch Adamczyk bei Standardsituationen mit aufrückte, blieb die Defensive der Gastgeber stabil. Die Jenaer Fans, die ihre Mannschaft lautstark unterstützten, begannen bereits in den letzten Minuten, den vierten Saisonsieg zu feiern.
Mit dem Schlusspfiff war der Jubel im Abbe-Sportfeld groß: Jena bleibt nach dem 1:0 weiterhin ohne Punktverlust und festigt die Tabellenführung. Für Chemnitz hingegen bedeutet die Niederlage einen Rückschlag im Kampf um die oberen Tabellenplätze. Die Mannschaft von Trainer Christian Tiffert wird sich nun darauf konzentrieren müssen, in den kommenden Partien wieder zu punkten, um den Anschluss an die Spitze nicht zu verlieren.
Jena kann sich nach diesem Sieg nun auf das kommende Derby gegen den FC Rot-Weiß Erfurt freuen, das bereits heiß erwartet wird. Mit vier Siegen aus vier Spielen gehen die Thüringer als klarer Favorit in dieses prestigeträchtige Duell, während Chemnitz in den nächsten Wochen dringend nach Konstanz suchen muss, um die eigene Ambition als Aufstiegskandidat zu untermauern.
Ratifos Blitztor sichert Chemie drei Punkte
BSG Chemie Leipzig – BFC Dynamo 1:0 (1:0)
In einem umkämpften Regionalligaspiel setzte sich die BSG Chemie Leipzig im heimischen Alfred-Kunze-Sportpark mit 1:0 gegen den BFC Dynamo durch. Das goldene Tor fiel bereits in der dritten Minute durch Stanley Ratifo. Trotz einer intensiven Partie gelang es den Gästen aus Berlin nicht, die gut organisierte Leipziger Defensive zu überwinden. Die BSG bleibt damit auch im vierten Saisonspiel ungeschlagen, während Dynamo erneut ohne Punktgewinn bleibt.
Das Spiel begann mit einem Paukenschlag: Bereits in der dritten Minute zappelte der Ball im Netz der Gäste. Nach einer Ecke von der linken Seite konnte Dynamo den Ball zunächst nicht entscheidend klären. Über Umwege landete der Ball bei Ratifo, der sich nicht zweimal bitten ließ und aus kurzer Distanz einschob. Die frühe Führung spielte den Gastgebern in die Karten, die sich fortan darauf konzentrierten, die Räume im Mittelfeld eng zu machen und Dynamo nur wenig Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten.
Chemie zeigte sich in der ersten Halbzeit spielfreudig und nutzte den Rückenwind des Führungstreffers, um das Tempo hochzuhalten. Besonders Kaymaz und Bunge sorgten immer wieder für Gefahr. Kaymaz hätte in der 30. Minute beinahe das Tor des Abends erzielt, als er eine Flanke elegant mit der Brust annahm und per Fallrückzieher abschloss. Der Ball strich nur knapp über das Tor, doch diese Szene unterstrich das Selbstbewusstsein, mit dem Chemie agierte.
Dynamo fand in der ersten Halbzeit kaum Mittel gegen die kompakte Leipziger Defensive. Zwar versuchten die Gäste, vor allem über die Flügel Akzente zu setzen, doch die Flanken fanden selten einen Abnehmer im Strafraum. Eine der wenigen Chancen hatte Dadashov in der 38. Minute, als er nach einer Hereingabe von links im Sechzehner zum Abschluss kam, den Ball jedoch deutlich neben das Tor setzte. Es blieb ein zähes Ringen um jeden Ball, doch Leipzig hatte die Partie weitestgehend unter Kontrolle.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit nahm die Intensität weiter zu. BFC-Trainer Andreas Heraf reagierte auf die schwache erste Hälfte und brachte mit Wüstenhagen und Breitfeld zwei frische Kräfte, die dem Spiel der Berliner mehr Dynamik verleihen sollten. Doch auch diese Umstellungen brachten zunächst wenig Durchschlagskraft in das Angriffsspiel des BFC. Immer wieder versandeten die Angriffe in der gut gestaffelten Defensive der Hausherren.
Die beste Gelegenheit der zweiten Halbzeit hatte erneut Leipzig: In der 55. Minute brachte Ratifo mit einem Distanzschuss BFC-Keeper Bätge zum Fliegen, doch dieser parierte den Ball mit einer starken Reaktion. Dynamo kam zwar in der Folgezeit zu mehr Ballbesitz, konnte diesen aber nicht in zwingende Chancen ummünzen. Die Leipziger Defensive, angeführt von Kohn und Reithmeir, stand sicher und ließ kaum etwas zu.
Mit zunehmender Spieldauer verflachte die Partie. Leipzig zog sich weiter zurück und konzentrierte sich auf das Verwalten der knappen Führung. Dynamo hingegen versuchte, das Tempo zu erhöhen, blieb aber immer wieder in den Abwehrreihen der Gastgeber hängen. Der eingewechselte Dedidis brachte in der Schlussphase noch einmal frischen Wind in den Berliner Angriff, doch auch er konnte keine entscheidenden Akzente setzen.
In der 88. Minute dann der nächste Rückschlag für Dynamo: Knezevic, der bereits in der ersten Halbzeit mit Gelb verwarnt wurde, flog nach einem rüden Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz. Damit waren die letzten Hoffnungen der Berliner auf den Ausgleich endgültig dahin. Chemie spielte die letzten Minuten souverän herunter und sicherte sich somit den knappen, aber verdienten Sieg.
Mit diesem Erfolg steht die BSG Chemie Leipzig nun bei acht Punkten und bleibt in der Spitzengruppe der Regionalliga Nordost. Für den BFC Dynamo hingegen bedeutet die Niederlage einen weiteren Rückschlag im Kampf um die oberen Tabellenplätze. Trainer Heraf wird in den kommenden Wochen weiter an der Durchschlagskraft seiner Offensive arbeiten müssen, während Chemie-Coach Miroslav Jagatic mit der defensiven Stabilität seiner Mannschaft zufrieden sein dürfte.
Mit Kaltschnäuzigkeit zum ersten Dreier
FC Eilenburg - FSV 63 Luckenwalde 2:0 (2:0)
Der FC Eilenburg hat am Mittwochabend im heimischen Illburg-Stadion endlich den ersten Sieg der laufenden Regionalliga-Saison eingefahren. Mit einem 2:0 gegen den FSV 63 Luckenwalde, das zur Halbzeit bereits feststand, sicherte sich die Mannschaft von Trainer Sascha Prüfer die so dringend benötigten drei Punkte. Die Gäste aus Luckenwalde, die eine beachtliche kämpferische Leistung zeigten, mussten sich trotz mehrfacher Chancen und aufopferungsvoller Moral geschlagen geben. Der spielentscheidende Unterschied: Die Kaltschnäuzigkeit der Eilenburger im Abschluss und die Effizienz, mit der sie ihre wenigen Gelegenheiten nutzten.
Die Partie begann mit einem klassischen Abtasten beider Teams, wobei sich schnell abzeichnete, dass Luckenwalde versuchte, die Kontrolle über das Spielgeschehen zu übernehmen. Die Gäste, die in der bisherigen Saison zwar ungeschlagen geblieben waren, jedoch auch keinen Sieg verbuchen konnten, traten selbstbewusst auf und setzten Eilenburg früh unter Druck. Bereits nach zwölf Minuten hatte Gollnack die erste Doppelchance für Luckenwalde, scheiterte jedoch zweimal an Eilenburgs Keeper Plath, der seine Mannschaft in der Anfangsphase mit einigen guten Paraden im Spiel hielt.
Eilenburg fand nur schwer ins Spiel und musste sich den aggressiven und zielstrebigen Angriffen der Gäste erwehren. In dieser Phase konnte sich die Mannschaft von Sascha Prüfer kaum aus der eigenen Hälfte befreien und verzeichnete in den ersten zwanzig Minuten kaum nennenswerte Offensivaktionen. Doch dann, aus dem sprichwörtlichen Nichts, schlug Eilenburg eiskalt zu: In der 25. Minute vollendete Benjamin Luis eine blitzsaubere Kombination, die aus einem schnellen Konter resultierte. Der präzise Pass aus dem Mittelfeld fand Luis in zentraler Position, und der Angreifer blieb vor dem herausstürmenden Palmowski eiskalt. Mit seinem platzierten Schuss ins rechte untere Eck brachte er seine Farben in Führung und setzte damit den ersten Nadelstich gegen die bis dato dominierenden Gäste.
Luckenwalde zeigte sich von dem Gegentreffer unbeeindruckt und drängte weiter auf den Ausgleich. Doch die Eilenburger Defensive, gut organisiert und mit hoher Einsatzbereitschaft, ließ sich nicht überlisten. Immer wieder scheiterten die Gäste an der kompakten Abwehr oder an Plath, der sich als sicherer Rückhalt erwies. Das Spiel nahm weiter an Intensität zu, als in der 34. Minute der nächste Rückschlag für die Gäste folgte: Nach einem Foul an Vogel entschied Schiedsrichterin Miriam Schwermer auf Elfmeter für Eilenburg. Dos Santos übernahm die Verantwortung und verlud Palmowski mit einem platzierten Schuss in die linke untere Ecke – 2:0 für Eilenburg.
Kurz darauf wurde die Situation für Luckenwalde noch prekärer: Arne Gollnack, bis dahin einer der Aktivposten seines Teams, sah in der 44. Minute die Gelb-Rote Karte, nachdem er Baumann bei einem Zweikampf ungeschickt auf den Fuß getreten hatte. In Unterzahl mussten die Gäste die restliche Spielzeit bestreiten, was ihre ohnehin schon schwierige Aufgabe, das Spiel zu drehen, weiter erschwerte.
Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete: mit einem aggressiven Luckenwalde, das trotz Unterzahl versuchte, das Blatt zu wenden. Immer wieder rannten sie an, doch Eilenburg stellte sich dem Ansturm mit allen Mitteln entgegen. Ein ums andere Mal war es Plath, der mit seinen Paraden den Anschluss verhinderte. In der 52. Minute musste Palmowski im Tor der Gäste eine Glanzparade zeigen, als Möbius nach einem Freistoß gefährlich per Kopf zum Abschluss kam. Doch das 3:0 wollte trotz einiger aussichtsreicher Möglichkeiten auf beiden Seiten nicht fallen.
Im weiteren Verlauf verlegte sich Eilenburg immer mehr aufs Kontern, während Luckenwalde verzweifelt nach einer Lücke in der gegnerischen Abwehr suchte. Eilenburg hätte in der 69. Minute den Sack endgültig zumachen können, als Luis nach einem gewonnenen Zweikampf von Borck den Ball bekam und es mit einem Schuss aus der Mitteldistanz versuchte. Palmowski war bereits geschlagen, doch das Spielgerät segelte knapp am rechten Pfosten vorbei.
Je näher das Ende der Partie rückte, desto hektischer wurde das Spiel. In der Schlussphase war es vor allem das Abwehrbollwerk der Gastgeber, das im Mittelpunkt stand. Luckenwalde drängte weiterhin auf den Anschlusstreffer, konnte jedoch keinen Weg durch die dicht gestaffelte Eilenburger Defensive finden. Als in der 89. Minute Schröder nach einem starken Solo nur die Latte traf, war das Glück endgültig auf Seiten der Eilenburger.
Die letzten Minuten verbrachten die Gastgeber damit, den Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen und Zeit von der Uhr zu nehmen. Als der Schlusspfiff ertönte, war der Jubel im Illburg-Stadion groß: Mit dem 2:0 sicherte sich der FC Eilenburg den ersten Sieg der Saison und kletterte damit aus dem Tabellenkeller. Die Gäste aus Luckenwalde mussten dagegen trotz einer couragierten Leistung die Heimreise ohne Punkte antreten.
Benyamina entscheidet Duell für Greifswald
SV Babelsberg 03 – Greifswalder FC 1:2 (0:1)
In einer intensiven Regionalligabegegnung setzte sich der Greifswalder FC mit 2:1 gegen den SV Babelsberg 03 durch. Matchwinner war Soufian Benyamina, der mit einem Doppelpack den Gästen aus Norddeutschland die drei Punkte sicherte. Babelsberg kämpfte sich nach einem Rückstand zurück, musste sich aber letztlich in der Schlussphase geschlagen geben.
Das Spiel begann vor 3.000 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion mit hohem Tempo und intensiven Zweikämpfen. Beide Mannschaften suchten von Anfang an den Weg nach vorne, wobei Greifswald zunächst die klareren Aktionen verzeichnete. Besonders im Mittelfeld zeigten die Gäste eine kompakte und gut organisierte Leistung, die Babelsberg Schwierigkeiten bereitete, ins Spiel zu finden.
In der 30. Minute schlug Greifswald dann erstmals zu: Nach einer präzisen Flanke von der rechten Seite, getreten von Philipp Heil, setzte sich Soufian Benyamina im Luftduell durch und köpfte den Ball unhaltbar ins Netz. Torhüter Marvin Bangsow war chancenlos, als der Ball im linken oberen Eck einschlug. Der Führungstreffer gab den Gästen weiter Auftrieb, und sie kontrollierten in der Folge das Geschehen weitestgehend. Babelsberg fand kaum ein Mittel, um die kompakt stehende Defensive der Greifswalder ernsthaft in Gefahr zu bringen.
Nach dem Seitenwechsel kam Babelsberg deutlich aktiver aus der Kabine. Die Gastgeber erhöhten den Druck und suchten nun mit mehr Nachdruck den Ausgleich. Besonders in dieser Phase zeigte sich die spielerische Klasse von Daniel Frahn, der immer wieder seine Mitspieler suchte und Räume schuf. Diese Bemühungen wurden in der 55. Minute belohnt: Nach einer präzisen Ecke von Janis Schulz stieg Innenverteidiger Alexander Wegener am höchsten und nickte den Ball wuchtig ins Tor. Die Fans im Karl-Liebknecht-Stadion jubelten, und das Spiel war wieder offen.
Das Momentum schien nun auf Seiten von Babelsberg zu liegen, doch Greifswald zeigte sich unbeeindruckt und fand schnell wieder in die Partie zurück. Das Spiel wogte nun hin und her, wobei beide Teams Chancen auf die Führung hatten. Besonders der Greifswalder Offensivmann Benyamina war stets gefährlich und sorgte mit seiner Präsenz in der gegnerischen Hälfte für Unruhe. Auf der anderen Seite war es Babelsbergs Kapitän Frahn, der seine Mannschaft immer wieder nach vorne trieb, jedoch im Abschluss zu ungenau blieb.
Die entscheidende Szene ereignete sich in der 89. Minute: Nach einem schnellen Konter über die linke Seite landete der Ball bei Benyamina, der sich geschickt gegen zwei Verteidiger durchsetzte und den Ball mit einem platzierten Schuss ins lange Eck schlenzte. Bangsow konnte nur noch hinterherschauen, als der Ball zum zweiten Mal an diesem Abend in seinem Netz zappelte. Es war ein Treffer, der das Spiel entschied und Greifswald die drei Punkte sicherte.
Babelsberg versuchte in den verbleibenden Minuten noch einmal alles, doch die Gäste verteidigten leidenschaftlich und ließen keine nennenswerten Chancen mehr zu. Mit dem Abpfiff war die Enttäuschung bei den Gastgebern groß, die trotz einer engagierten Leistung am Ende mit leeren Händen dastanden. Greifswald hingegen feierte einen hart erkämpften Auswärtssieg und konnte damit wichtige Punkte im Kampf um die vorderen Tabellenplätze verbuchen.
Lok bleibt ungeschlagen: Siebeck trifft zum Sieg
FC Viktoria Berlin – 1. FC Lok Leipzig 0:1 (0:1)
In einer umkämpften Partie in der Regionalliga Nordost sicherte sich der 1. FC Lok Leipzig mit einem knappen 1:0-Sieg gegen den FC Viktoria Berlin drei wichtige Punkte. Der einzige Treffer des Abends fiel in der 22. Minute durch Alexander Siebeck, der eine Ecke von Djamal Verkamp per Kopf verwertete. Trotz einer intensiven Schlussoffensive der Gastgeber und einer Roten Karte gegen Berlin in der zweiten Halbzeit, hielt Leipzig stand und festigte damit seinen Platz in der oberen Tabellenhälfte.
Das Spiel begann vor einer eher spärlichen Kulisse von 632 Zuschauern im Stadion Lichterfelde mit vorsichtigem Abtasten beider Teams. Leipzig, das in dieser Saison bislang ungeschlagen geblieben ist, zeigte von Beginn an eine solide Defensive und versuchte, mit schnellen Vorstößen über die Flügel Akzente zu setzen. Besonders die linke Seite mit Kang und Zimmer erwies sich als aktiv, auch wenn klare Torchancen zunächst Mangelware blieben.
Die erste nennenswerte Gelegenheit der Partie hatte Viktoria Berlin in der 8. Minute, als Mensah nach einem Dribbling aus kurzer Distanz zum Abschluss kam, jedoch am hervorragend reagierenden Leipzig-Keeper Naumann scheiterte. Die Gastgeber agierten in dieser Phase mit hohem Pressing und setzten die Leipziger Abwehr unter Druck, was in der 13. Minute zu einem beinahe fatalen Fehler führte. Ein zu kurz geratener Klärungsversuch von Piplica landete bei Hebisch, der allerdings nicht vollstrecken konnte.
Lok Leipzig kam nach der Anfangsphase besser ins Spiel und wurde zunehmend gefährlicher. In der 18. Minute hatten die Gäste ihre erste Gelegenheit, als Maderer nach einer Ecke per Kopf zum Abschluss kam, aber keine Gefahr für den Berliner Torhüter Horenburg darstellte. Nur vier Minuten später sollte Leipzig dann doch belohnt werden: Pasqual Verkamp trat eine präzise Ecke von der rechten Seite, die Alexander Siebeck per Kopfball aus kurzer Distanz im Tor unterbrachte. Es war ein Tor, das die Effizienz und Gefährlichkeit der Leipziger bei Standards unter Beweis stellte.
Viktoria Berlin reagierte auf den Rückstand mit erhöhtem Druck, konnte aber die gut gestaffelte Abwehr der Gäste nicht überwinden. Kurz vor der Pause hatte Yildirim die beste Chance für die Hausherren, als er in der 23. Minute einen Schuss nur knapp am langen Pfosten vorbeisetzte. Doch die Gäste aus Leipzig verteidigten geschickt und gingen mit der knappen Führung in die Halbzeitpause.
Die zweite Halbzeit begann mit einem offensiven Viktoria Berlin, das bemüht war, den Ausgleich zu erzwingen. Immer wieder war es Mensah, der mit seinen Dribblings die Leipziger Defensive in Bedrängnis brachte. In der 50. Minute gelang es Yildirim, nach einer Hereingabe den Ball aufs Außennetz zu setzen, doch die ganz große Chance zum Ausgleich blieb aus.
Das Spiel kippte jedoch in der 76. Minute endgültig zugunsten der Leipziger: Nach einem rüden Foul von Yildirim an Dombrowa zeigte Schiedsrichter Marvin Tennes dem Berliner Mittelfeldspieler die Rote Karte. Mit einem Mann weniger auf dem Platz wurde es für die Hausherren zunehmend schwieriger, den Druck aufrechtzuerhalten. Leipzig nutzte die Überzahl geschickt aus und kontrollierte fortan das Spielgeschehen.
Viktoria Berlin versuchte in den letzten Minuten alles, um doch noch zum Ausgleich zu kommen. In der 87. Minute hatte Günay Pech, als sein Schuss nur den Pfosten traf. Auch die nachfolgende Drangphase der Berliner, bei der alle verbliebenen Spieler, inklusive Torhüter Horenburg, bei Standardsituationen nach vorne rückten, blieb ohne Erfolg. Leipzig verteidigte leidenschaftlich und ließ keine weiteren Chancen zu.
Mit diesem Erfolg bleibt der 1. FC Lok Leipzig in dieser Saison weiterhin ungeschlagen und kann mit Selbstvertrauen in die kommenden Spiele gehen. Die Mannschaft von Trainer Jochen Seitz zeigte erneut eine starke Defensivleistung und konnte sich auf ihre Effizienz bei Standardsituationen verlassen. Für Viktoria Berlin hingegen bedeutet diese Niederlage einen Rückschlag im Kampf um die oberen Tabellenplätze. Die Berliner müssen nun schnellstmöglich wieder in die Erfolgsspur finden, um den Anschluss an die Spitze nicht zu verlieren.
Polat rettet Zehlendorf mit Doppelpack einen Punkt
ZFC Meuselwitz – Hertha Zehlendorf 2:2 (0:1)
In einem spannungsgeladenen Duell trennten sich der ZFC Meuselwitz und Hertha Zehlendorf 2:2. Während die Berliner durch Polat bereits in der ersten Halbzeit in Führung gingen, kämpften sich die Gastgeber in der zweiten Hälfte zurück und erzielten durch Kießling und Hansch die zwischenzeitliche Führung. Ein ebenfalls von Polat verwandelter Elfmeter brachte den Berlinern jedoch den Ausgleich und sicherte ihnen einen Punkt.
Die Partie zwischen dem ZFC Meuselwitz und Hertha Zehlendorf startete mit hohem Tempo und intensivem Körpereinsatz auf beiden Seiten. Schon in den ersten Minuten war deutlich zu spüren, dass beide Teams gewillt waren, die drei Punkte zu holen. Meuselwitz, das in der Liga bisher mit defensiven Schwächen zu kämpfen hatte, begann mutig und suchte den frühen Torerfolg. Doch es waren die Gäste aus Zehlendorf, die in der 20. Minute durch einen wunderschönen Freistoßtreffer von Polat in Führung gingen. Der Ball schlug unhaltbar im linken oberen Eck ein, und Meuselwitz-Keeper Fietz konnte nur noch hinterherschauen.
Trotz des Rückstands ließen sich die Hausherren nicht entmutigen und zeigten sich kämpferisch. Besonders Pauling und Hansch sorgten immer wieder für Gefahr im Zehlendorfer Strafraum. Kurz nach der Pause gelang dem ZFC schließlich der verdiente Ausgleich: Nach einer präzise getretenen Ecke von rechts war es Kießling, der sich hochschraubte und den Ball wuchtig per Kopf ins Netz beförderte. Die Meuselwitzer drängten weiter und wurden in der 64. Minute für ihren Einsatz belohnt. Bürger, der eine starke Partie spielte, setzte sich auf der linken Seite durch und legte mustergültig für Hansch auf, der am langen Pfosten lauerte und eiskalt zur 2:1-Führung vollstreckte.
Doch die Führung hielt nicht lange. In der 76. Minute führte ein blitzschneller Konter der Berliner zu einem Elfmeter für die Gäste. Fietz hatte den überragenden Polat im Strafraum zu Fall gebracht, nachdem dieser zuvor eine Meuselwitzer Ecke erfolgreich abgewehrt hatte und dann im Alleingang auf das Tor zustürmte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Polat sicher zum 2:2 und avancierte damit endgültig zum Mann des Abends.
In den letzten Minuten des Spiels nahm die Partie nochmals Fahrt auf, beide Teams suchten den entscheidenden Treffer. Meuselwitz drängte auf den Sieg, doch die Gäste verteidigten mit Leidenschaft und setzten immer wieder gefährliche Konter. In der 89. Minute hatte Schmidt für die Hausherren die große Chance auf den Siegtreffer, doch Wilton klärte in letzter Sekunde. Auch auf der Gegenseite wurde es noch einmal brenzlig, als Stiller mit einem Distanzschuss Fietz zu einer Glanzparade zwang. Trotz aller Bemühungen beider Teams blieb es am Ende beim leistungsgerechten Unentschieden, das jedoch für beide Seiten mehr wie eine verpasste Gelegenheit wirkte.
Zwickau beendet Heimmisere mit klarem Sieg gegen Plauen
FSV Zwickau – VFC Plauen 3:0 (1:0)
In einem emotionsgeladenen Vogtlandderby setzte sich der FSV Zwickau souverän mit 3:0 gegen den VFC Plauen durch. Die Zwickauer zeigten vor 5.480 Zuschauern eine konzentrierte Leistung und ließen den Gästen, die in der ersten Halbzeit noch auf Augenhöhe agierten, letztlich keine Chance. Pilger, Herrmann und Zimmermann sorgten mit ihren Treffern dafür, dass der FSV seinen ersten Heimsieg der Saison feiern konnte und damit ein klares Signal in Richtung Konkurrenz sendet.
Von Beginn an zeigten die Zwickauer, dass sie die fünfmonatige Durststrecke ohne Heimsieg beenden wollten. Die Partie begann mit hohem Tempo, und bereits in der dritten Minute erzielte Felix Pilger die frühe Führung. Nach einer abgewehrten Flanke von Pieles zog Startsev aus der zweiten Reihe ab, doch es war Pilger, der den Ball artistisch ins linke Eck verlängerte und damit Pieles im Plauener Tor keine Chance ließ. Dieser frühe Treffer gab den Gastgebern sichtlich Auftrieb, während die Gäste aus Plauen zunächst Mühe hatten, ins Spiel zu finden.
Erst nach etwa 15 Minuten kam der VFC Plauen besser ins Spiel und begann, sich in der Hälfte des FSV Zwickau festzusetzen. Besonders Martynets und Will sorgten immer wieder für Gefahr, doch die Zwickauer Abwehr, angeführt von Torhüter Hiemann, stand sicher. Eine der besten Chancen der Plauener vergab Tanriver nach einem Freistoß von Martynets, als sein Kopfball nur knapp am rechten Pfosten vorbeistrich (29.). Auch in der 62. Minute hatte Plauen die Gelegenheit zum Ausgleich, als Winter aus 16 Metern abzog und das Lattenkreuz traf. Doch Zwickau überstand diese Phase unbeschadet und zog sich gegen Ende der ersten Hälfte taktisch etwas zurück, um die knappe Führung in die Pause zu bringen.
In der zweiten Halbzeit setzten die Gäste aus Plauen ihre Bemühungen fort, den Ausgleich zu erzwingen. Doch mit zunehmender Spielzeit schlichen sich immer mehr Fehler ins Spiel des VFC ein. Zwickau hingegen wartete geduldig auf seine Kontergelegenheiten. In der 75. Minute wurde das abwartende Spiel der Zwickauer belohnt: Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte schaltete Albert blitzschnell um und setzte Herrmann in Szene, der von rechts kommend zentral bedient wurde und den Ball sicher im Netz versenkte. Dieser Treffer zum 2:0 war für die Gäste ein schwerer Schlag, von dem sie sich nicht mehr erholen sollten.
Die Schlussphase gehörte dann wieder klar den Zwickauern. Die Gäste aus Plauen hatten sich nach dem zweiten Gegentreffer weitgehend in ihr Schicksal ergeben und konnten kaum noch für Gefahr sorgen. Zwickau hingegen spielte die Partie souverän zu Ende und ließ keine Zweifel mehr aufkommen. In der Nachspielzeit setzte der eingewechselte Zimmermann den Schlusspunkt, als er nach einem Steilpass davon zog, Pieles umkurvte und mit seinem 129. Regionalliga-Treffer den 3:0-Endstand markierte. Die Fans in der GGZ Arena feierten lautstark den ersten Heimsieg seit fünf Monaten und machten deutlich, dass der FSV in dieser Saison wieder angreifen will.
Hertha II eiskalt: Erfurt verpasst späte Aufholjagd
Hertha BSC II – FC Rot-Weiß Erfurt 2:1 (2:0)
Hertha BSC II hat am vierten Spieltag der Regionalliga Nordost im heimischen Stadion auf dem Wurfplatz einen 2:1-Sieg gegen Rot-Weiß Erfurt eingefahren. Entscheidend waren zwei frühe Treffer der Gastgeber, die Erfurt trotz einer starken zweiten Halbzeit nicht mehr ausgleichen konnte. Während Klemens und Ajvazi für Hertha in der Anfangsphase trafen, konnte Ugondu in den Schlussminuten lediglich den Anschlusstreffer erzielen, bevor er in der Nachspielzeit mit Rot vom Platz gestellt wurde. Damit kassiert Erfurt nach einem katastrophalen Start die zweite Niederlage in Folge.
Das Spiel begann mit einem Schockmoment für die Gäste aus Erfurt. Bereits in der dritten Spielminute klingelte es im Kasten von Erfurts Torhüter Otto. Nach einer kurz ausgeführten Ecke und einem abgeblockten Schuss aus der zweiten Reihe, war es Klemens, der den Abpraller aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie drückte. Die Erfurter Defensive war zu diesem Zeitpunkt noch nicht richtig auf dem Platz und wurde wenig später erneut überrumpelt. In der zehnten Minute entwischte Aksakal seinem Gegenspieler Maluze auf der linken Seite, zog in den Strafraum und legte für Ajvazi auf, der mit einem platzierten Schuss das 2:0 erzielte.
Diese zwei schnellen Gegentore veränderten das gesamte Spiel. Rot-Weiß Erfurt fand nur langsam ins Spiel und musste sich zunächst von diesem Doppelschlag erholen. Die Berliner hingegen agierten nun aus einer komfortablen Position heraus, ließen Ball und Gegner laufen und verlegten sich auf schnelles Umschaltspiel.
Erst nach etwa 20 Minuten konnte sich Erfurt langsam stabilisieren und kam besser in die Partie. Die Gäste übernahmen mehr Ballbesitz und setzten die Berliner zunehmend unter Druck. Doch trotz einiger vielversprechender Ansätze blieben klare Torchancen zunächst Mangelware. Immer wieder fehlte es den Thüringern an Präzision im letzten Pass oder am nötigen Abschlussglück. Hertha BSC II stand defensiv kompakt und ließ nur wenig zu.
Die beste Gelegenheit in der ersten Halbzeit hatte Kleiner, der nach einer schönen Kombination über die rechte Seite frei zum Abschluss kam, jedoch an Hertha-Keeper Goller scheiterte (45.). Auch nach der Pause blieb Erfurt das bestimmende Team, doch weiterhin fehlte die nötige Entschlossenheit im Angriff. Die Hereinnahme von Moritz und Ugondu zur zweiten Halbzeit brachte etwas mehr Dynamik ins Spiel der Erfurter, aber auch sie konnten die gut organisierte Berliner Abwehr nicht ernsthaft in Bedrängnis bringen.
In der zweiten Halbzeit verlegte sich Hertha BSC II fast ausschließlich aufs Kontern. In der 60. Minute hatte Ajvazi sogar die große Chance, die Partie endgültig zu entscheiden, doch Erfurts Torhüter Otto machte seinen Fehler aus der Anfangsphase wieder gut und parierte stark. Erfurt, das mit zunehmender Spieldauer immer mehr Risiko ging, drängte auf den Anschlusstreffer. Ugondu sorgte mit seiner Einwechslung für mehr Präsenz im Strafraum der Berliner und war in der 69. Minute nah dran, als sein Schuss nur knapp am rechten Pfosten vorbeiging.
In der Schlussphase warf Rot-Weiß Erfurt noch einmal alles nach vorne. Es dauerte jedoch bis zur 89. Minute, bis der verdiente Anschlusstreffer fiel. Nach einer Flanke aus dem Halbfeld griff Herthas Keeper Goller unsicher zu, sodass Ugondu aus kurzer Distanz abstauben konnte. Dieser Treffer weckte noch einmal die Hoffnung auf ein spätes Unentschieden, doch trotz intensiver Bemühungen und einiger weiterer Hereingaben in den Strafraum der Berliner, blieb es beim 2:1. In der Nachspielzeit wurde Ugondu nach einem harten Einsteigen mit Rot vom Platz gestellt, was den Schlussakkord eines hitzigen Spiels darstellte.
Am Ende steht ein knapper, aber aufgrund der ersten Halbzeit verdienter Sieg für Hertha BSC II. Die Berliner nutzten die Unsicherheiten in der Erfurter Defensive eiskalt aus und legten mit zwei frühen Toren den Grundstein für den Erfolg. Rot-Weiß Erfurt zeigte sich nach den schnellen Gegentoren zwar bemüht und kämpfte sich in die Partie zurück, doch die mangelnde Durchschlagskraft im Angriff und die starke Defensivarbeit der Berliner verhinderten letztlich den Ausgleich. Für Erfurt, das in der Tabelle weiter abrutscht, bleibt die Erkenntnis, dass man sich solche Schwächephasen in der Regionalliga nicht leisten kann.
Halles Joker Wosz sticht: Spätes 1:0 gegen Altglienicke
Hallescher FC – VSG Altglienicke 1:0 (0:0)
Der Hallesche FC hat nach dem dramatischen Pokalaus gegen den FC St. Pauli eine starke Reaktion gezeigt und in der Regionalliga Nordost einen hart erkämpften 1:0-Sieg gegen die VSG Altglienicke eingefahren. Matchwinner des Abends war Joscha Wosz, der in der 90. Minute mit einem sehenswerten Distanzschuss die Entscheidung herbeiführte. Für die Gäste aus Berlin war es eine bittere Niederlage, denn sie hatten das Spiel über weite Strecken offen gestaltet und selbst einige hochkarätige Chancen, die sie jedoch ungenutzt ließen.
In den ersten Minuten übernahm der Hallesche FC die Kontrolle und versuchte, die Gäste aus Altglienicke unter Druck zu setzen. Die ersten Chancen ließen nicht lange auf sich warten. In der 6. Minute kam Akono nach einer Flanke von Landgraf zum Kopfball, verfehlte das Tor jedoch knapp. Auch Altglienicke zeigte sich im Spiel nach vorne durchaus gefährlich, kam jedoch zunächst nicht zu klaren Abschlüssen. Die erste ernsthafte Möglichkeit für die Berliner bot sich in der 42. Minute, als Manske aus 17 Metern abzog und den Pfosten traf. Der HFC hatte Glück, dass der Ball nicht im Netz landete.
Halle wirkte in dieser Phase der Partie zunehmend passiver und ließ den Gästen mehr Raum zur Entfaltung. Vor allem Öztürk machte auf der linken Seite immer wieder Druck, doch die finalen Aktionen der Berliner waren zu unpräzise. Der HFC zeigte in der Defensive zwar eine solide Leistung, konnte offensiv jedoch wenig Akzente setzen. So ging es torlos in die Halbzeitpause.
Auch im zweiten Durchgang bot sich den 5.046 Zuschauern im Leuna-Chemie-Stadion zunächst ein ähnliches Bild. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitgehend im Mittelfeld, und echte Torchancen blieben Mangelware. Halle kam immer wieder über die Flügel, doch die Flanken fanden selten einen Abnehmer. Altglienicke blieb weiterhin gefährlich, verpasste aber die beste Gelegenheit des Spiels in der 70. Minute: Eshele lief nach einem schnellen Konter allein auf HFC-Torwart Müller zu, verzog jedoch aus aussichtsreicher Position.
Die letzten 20 Minuten waren geprägt von vielen Fouls und Unterbrechungen, die den Spielfluss deutlich hemmten. Beide Teams schienen sich bereits mit einem Unentschieden abgefunden zu haben, doch dann kam der Auftritt von Joscha Wosz. In der 90. Minute landete der Ball nach einer Ecke von Löhmannsröben bei Wosz, der aus 18 Metern abzog und den Ball unhaltbar ins Netz setzte. Der Treffer war wie ein Befreiungsschlag für den HFC, der damit einen wichtigen Heimsieg einfuhr.
Der Hallesche FC hat sich mit einem Last-Minute-Sieg gegen die VSG Altglienicke drei wichtige Punkte gesichert. In einem von Taktik und Zweikämpfen geprägten Spiel war es letztlich ein Geistesblitz von Joscha Wosz, der die Entscheidung brachte. Altglienicke kann sich vorwerfen, die eigenen Chancen nicht genutzt zu haben, insbesondere die Großchance durch Eshele.
Texte und Fotos (11): Holger Elias (Öffentlichkeitsarbeit NOFV)
