Regionalliga Nordost

Regionalliga Nordost: Zusammenfassung 33. Spieltag

Zwickau – Chemie 1:1 / HFC – Hertha03 4:1 / VSG – Erfurt 0:1 / Viktoria – GFC 1:1 / Lok - Plauen 2:0 / Jena – ZFC 0:1 / SVB – FSV63 1:2 / Hertha II – BFC 1:2 / FCE – CFC 2:2

Der Abschluss des 33. Spieltages am Sonntag (11.05.25): Zwickau und Chemie Leipzig trennten sich vor 9.651 Fans mit 1:1. Mäder traf früh für die Gäste, Zimmermann glich aus, ehe er in der 69. Minute Gelb-Rot sah. Trotz Überzahl und späten Chancen verpasste Chemie den vorzeitigen Klassenerhalt. - Der Hallesche FC setzte sich im Heimspiel gegen Hertha 03 Zehlendorf souverän mit 4:1 durch. Doppelpacks von Polat und Nietfeld sorgten früh für klare Verhältnisse, doch der Gegentreffer in der Nachspielzeit kostete wertvolle Tore im Aufstiegskampf. Durch Lok Leipzigs Parallel-Erfolg schwindet Halles Hoffnung auf den Meistertitel. - Der FC Rot-Weiß Erfurt sicherte sich einen knappen 1:0-Auswärtssieg bei der VSG Altglienicke. Trotz einer Gelb-Roten Karte für Aboagye verteidigten die Thüringer ihre Führung, die Moritz kurz vor der Halbzeit per Kopf erzielte. Altglienicke drängte auf den Ausgleich, scheiterte jedoch mehrfach am starken Erfurter Torhüter Otto. - Viktoria Berlin und der Greifswalder FC trennten sich in einer intensiven Begegnung mit 1:1. Ndualu brachte die Gäste in Führung, Scacun glich per Elfmeter aus. In der Schlussphase vergab Benyamina die große Chance auf den Sieg, als sein Kopfball nur den Pfosten traf.

Am Samstag (10.05.25) trafen aufeinander: Der 1. FC Lok Leipzig gewann gegen den bereits abgestiegenen VFC Plauen mit 2:0 und verteidigte damit die Tabellenführung in der Regionalliga Nordost. Ein Eigentor von Eric Träger brachte die Hausherren nach einer Stunde auf Kurs, ehe Siebeck per Drehschuss erhöhte. Plauen hielt tapfer dagegen, war offensiv aber zu harmlos. - Der ZFC Meuselwitz gewann das »kleine« Thüringenderby beim FC Carl Zeiss Jena mit 1:0 dank eines abgefälschten Kopfballs von Eckardt. Jena dominierte weite Strecken, blieb jedoch trotz zahlreicher Standards und Ballbesitz weitgehend harmlos. In der Schlussphase protestierten die Heimfans durch einen stillen Auszug aus dem Stadion. - Im Brandenburger Derby der Regionalliga Nordost unterlag der SV Babelsberg 03 dem FSV 63 Luckenwalde mit 1:2. Trotz früher Führung durch Lang konnten die Gastgeber den Vorsprung nicht halten. Luckenwalde drehte das Spiel durch Tore von Schleinitz und Gollnack und sicherte sich wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Die Begegnungen am Freitag (09.05.25): Im Berliner Hauptstadtduell setzte sich der BFC Dynamo mit 2:1 bei Hertha BSC II durch. Die Gäste gingen früh durch Meyer in Führung, ehe Rölke vor der Pause ausglich. Ein verwandelter Foulelfmeter von Dadashov in der 56. Minute entschied die intensive Begegnung zugunsten der Hohenschönhausener. - Eilenburg verpasst gegen den favorisierten Chemnitzer FC trotz zweimaliger Führung einen überlebenswichtigen Heimsieg. Baumann hatte den FCE nach dem Ausgleich von Seo erneut in Front gebracht, ehe Seidel kurz vor Schluss den Ausgleich erzielte. Der Punkt hilft Chemnitz in der Serie – Eilenburg hingegen bleibt tief im Abstiegssumpf.

Die ausführlichen Spielberichte:

Chemie Leipzig verpasst Sieg in Überzahl

FSV Zwickau – BSG Chemie Leipzig 1:1 (1:1)

Vor einer prächtigen Kulisse von 9.651 Zuschauerinnen und Zuschauern trennten sich der FSV Zwickau und die BSG Chemie Leipzig am vorletzten Spieltag der Regionalliga Nordost mit einem leistungsgerechten 1:1-Unentschieden. In einer von Intensität, Kampfgeist und Emotionen geprägten Begegnung erzielte Janik Mäder früh die Führung für die Gäste, ehe Zimmermann postwendend für die Hausherren ausglich. Die späte Gelb-Rote Karte gegen Zwickau veränderte zwar das Kräfteverhältnis, Chemie versäumte es jedoch, aus der numerischen Überzahl entscheidendes Kapital zu schlagen.

Die Partie begann mit hohem Tempo und einer demonstrativen Spielfreude auf beiden Seiten. Während sich die Heimfans in rot-weißer Choreografie auf das letzte Heimspiel ihres Kapitäns Mike Könnecke einstimmten, legte der FSV auf dem Rasen sofort los. Bereits in den ersten fünf Minuten verzeichneten die „Schwäne“ drei Großchancen, scheiterten jedoch an der eigenen Abschlussschwäche und einem reaktionsstarken Benjamin Bellot im Chemie-Tor. Und wie so oft im Fußball schlug Effizienz die Überlegenheit: Ein Konter über Bunge mündete in einen präzisen Pass auf Mäder, der mit links aus 14 Metern flach einschoss – 0:1 für Leipzig (6.).

Zwickau schüttelte sich nur kurz und fand schnell eine Antwort. Eine Flanke von Kuffour fand im Zentrum Zimmermann, der aus kurzer Distanz per Kopf den Ausgleich erzielte (13.). Der Mittelstürmer, Inbegriff der Zwickauer Offensivbemühungen in dieser Spielzeit, hatte in der Folge weitere Gelegenheiten, blieb jedoch glücklos. Kurz vor der Pause sorgte ein Zusammenprall zwischen Zimmermann und dem Leipziger Verteidiger Kohn für bange Momente, der benommen liegen blieb und zur Halbzeit ausgewechselt werden musste.

Nach dem Seitenwechsel setzte der FSV zunächst die Akzente, blieb im letzten Drittel jedoch zu harmlos. Chemie stabilisierte sich zunehmend und übernahm nach dem Platzverweis gegen Zwickaus Doppeltorschützen Zimmermann (69., wiederholtes Foulspiel) zunehmend die Kontrolle. Die Leipziger suchten entschlossen den Weg nach vorne, doch Kaymaz (89.) und Dittrich (90.) vergaben aus aussichtsreichen Positionen. In der Nachspielzeit touchierte ein Fernschuss von Kaymaz noch das Außennetz – die letzte Möglichkeit auf einen Lucky Punch blieb ungenutzt.

Besonders emotional wurde es in der 80. Minute, als Mike Könnecke unter stehenden Ovationen und mit feuchten Augen sein letztes Heimspiel im FSV-Trikot verließ. Der 36-Jährige hatte neun Jahre lang das Spiel des FSV mitgeprägt und wurde mit einem symbolischen Spalier von Team und Staff verabschiedet – ein würdiger Moment in einem ansonsten umkämpften, sportlich offenen Spiel.

Der Jubel der Chemiker nach der Führung durch Mäder. Foto: BSG Chemie Leipzig / Christian Donner

Aufstieg nur noch »rechnerisches Konstrukt«

Hallescher FC – Hertha 03 Zehlendorf 4:1 (3:0)

Der Hallesche FC hat seine Pflichtaufgabe gegen Hertha 03 Zehlendorf mit einem überzeugenden 4:1-Sieg erfüllt – und dennoch einen empfindlichen Dämpfer im Aufstiegsrennen hinnehmen müssen. In einer über weite Strecken einseitigen Partie präsentierten sich die Saalestädter insbesondere in der ersten Halbzeit spielerisch und physisch dominant, zeigten sich im vorderen Drittel effizient und defensiv griffig. Doppeltorschütze Niklas Nietfeld und der ehemalige Zehlendorfer Serhat Polat waren die entscheidenden Akteure, doch der Gegentreffer in der Nachspielzeit sowie der gleichzeitig hohe Sieg von Lok Leipzig trübten die Feierlaune beträchtlich.

Schon die Anfangsminuten zeigten, wohin die Reise an diesem sommerlich-heißen Nachmittag im Leuna-Chemie-Stadion gehen würde. Die Mannschaft von Marc Zimmermann übernahm mit dem Anpfiff die Spielkontrolle, ließ Ball und Gegner laufen, und drängte Zehlendorf früh in die Defensive. Bereits in der 6. Minute setzte Nietfeld mit einem wuchtigen Kopfball ein erstes Ausrufezeichen und als Inaler wenige Minuten später im Strafraum gelegt wurde, zeigte Schiedsrichter Sirko Müke auf den Punkt. Nietfeld verwandelte sicher (19.), holte wenig später aus 20 Metern zum Doppelschlag aus (23.) – ein abgefälschter Versuch, der unhaltbar neben dem Pfosten einschlug. Halle spielte nun befreit auf, attackierte hoch, verlagerte geschickt und wurde vor der Pause erneut belohnt: Polat – ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub – setzte sich im Strafraum kraftvoll durch und schloss im Liegen zum 3:0 ab (43.).

Zehlendorf – anfangs bemüht, aber fehleranfällig im Aufbau – konnte sich in dieser Phase kaum aus dem Würgegriff der Hallenser befreien. Und als Polat nach dem Seitenwechsel mit einem technisch brillanten Abschluss aus halbrechter Position auf 4:0 erhöhte (54.), drohte den Gästen ein Debakel. Es blieb jedoch bei einer kurzen Hoffnung: Nietfeld ließ in der 57. Minute freistehend das mögliche 5:0 liegen, auch Akono und Friedrich vergaben weitere aussichtsreiche Möglichkeiten. Ein Kopfball von Stierlin landete am Pfosten, Amankona im Zehlendorfer Tor hielt mehrfach stark.

Die Berliner, nach der Gelb-Roten Karte für Enke ab der 59. Minute in Unterzahl, gaben sich dennoch nicht auf. Baro belohnte den späten Einsatz seiner Mannschaft mit einem sicher verwandelten Foulelfmeter (90.), was bei den auf die Tordifferenz schielenden Hallensern für Missmut sorgte. Der emotionale Moment am Ende einer dominanten Vorstellung war ein bitterer Reminder: Trotz des überzeugenden Sieges liegt der HFC vor dem letzten Spieltag nun drei Punkte und sieben Tore hinter Tabellenführer Lok Leipzig. Der Traum vom direkten Wiederaufstieg in die 3. Liga lebt – aber nur noch als rechnerisches Konstrukt.

 

VSG unterliegt knapp: Otto hält Erfurts Sieg fest

VSG Altglienicke – FC Rot-Weiß Erfurt 0:1 (0:1)

In einem intensiven Duell setzte sich der FC Rot-Weiß Erfurt mit einem knappen 1:0-Auswärtssieg gegen die VSG Altglienicke durch. Trotz einer Gelb-Roten Karte für Aboagye in der 60. Minute verteidigten die Thüringer ihre Führung, die durch einen Kopfballtreffer von Moritz kurz vor der Halbzeit erzielt wurde. Die Gastgeber aus Berlin drängten in der zweiten Hälfte auf den Ausgleich, scheiterten jedoch mehrfach am überragenden Erfurter Torhüter Otto.

Die Partie begann mit einem hohen Tempo, wobei beide Mannschaften frühzeitig versuchten, das Spielgeschehen zu kontrollieren. Altglienicke zeigte sich in den Anfangsminuten offensiv präsent, doch Erfurt fand zunehmend besser in die Begegnung. In der 44. Minute nutzte Moritz eine Standardsituation und köpfte nach einem Freistoß zur 1:0-Führung für die Gäste ein.

Nach dem Seitenwechsel intensivierte Altglienicke den Druck und kam zu mehreren vielversprechenden Chancen. Ein Kopfball von Türpitz landete in der 78. Minute an der Latte, und in der Schlussphase scheiterte Sanogo knapp per Kopf. Erfurts Torhüter Otto zeigte mehrfach herausragende Paraden und hielt seine Mannschaft im Spiel.

Die Gelb-Rote Karte für Aboagye in der 60. Minute zwang Erfurt, defensiv kompakter zu agieren. Trotz der Unterzahl verteidigten die Gäste diszipliniert und setzten gelegentlich gefährliche Konter, wie in der 82. Minute, als Caciel frei vor dem Tor an Mayer scheiterte.

Mit diesem Sieg festigt Rot-Weiß Erfurt seine Position in der oberen Tabellenhälfte der Regionalliga Nordost, während Altglienicke trotz engagierter Leistung ohne Punkte bleibt.

 

Ndualu trifft, Benyamina scheitert am Pfosten

Scacun (Viktoria) leitete mit seinem Strafstoß-Tor die Wende im Spielverlauf ein. Foto: Kerstin Kellner

FC Viktoria Berlin – Greifswalder FC 1:1 (0:1)

In einem intensiv geführten Duell zweier ambitionierter Mannschaften trennten sich der FC Viktoria Berlin und der Greifswalder FC mit einem leistungsgerechten 1:1-Unentschieden. Die Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern gingen durch Ndualu früh in Führung und präsentierten sich zunächst effektiver im Umschaltspiel. Viktoria hingegen steigerte sich nach dem Seitenwechsel deutlich und kam durch einen sicher verwandelten Foulelfmeter von Scacun verdient zum Ausgleich.

Die Partie begann bei frühsommerlichen Bedingungen im Berliner Stadion Lichterfelde vor stimmungsvoller Kulisse, unter anderem mit lautstarkem Anhang aus Greifswald. Die Anfangsviertelstunde war geprägt von gegenseitigem Abtasten und fehlervermeidender Spielweise beider Teams, ehe die Gäste in der 20. Minute eiskalt zuschlugen: Nach einem schnellen Vorstoß über die rechte Seite und einem präzisen Zuspiel in den Rückraum verwandelte Rudolf Ndualu mit seinem sechsten Saisontor zur 0:1-Führung für den GFC. Viktoria tat sich in der Folge schwer, gegen die kompakte Ordnung der Gäste gefährlich zu werden. Zwar erarbeiteten sich die Gastgeber ihre erste Ecke nach einer halben Stunde, echte Durchschlagskraft blieb aber Mangelware.

Auch nach der Pause setzte zunächst Greifswald die Akzente. Osman Atilgan verpasste mit einem aussichtsreichen Abschluss die Vorentscheidung, während Torhüter Jakubov auf der Gegenseite mit mehreren starken Paraden glänzen musste, um die knappe Führung zu verteidigen. In der 58. Minute entschied Schiedsrichter Max Kluge nach einem Foulspiel im Strafraum auf Elfmeter für Viktoria. Oleg Scacun übernahm die Verantwortung und verwandelte souverän zum 1:1 – sein fünftes Saisontor. Der Treffer markierte eine Wende im Spielverlauf: Die Berliner agierten nun mutiger, während Greifswald zunehmend auf Konter setzte.

In der 83. Minute hatte Soufian Benyamina die große Gelegenheit zur erneuten Führung für die Gäste, scheiterte jedoch mit einem wuchtigen Kopfball am rechten Innenpfosten. Kurz darauf sah er die Gelbe Karte – eine Szene, die sinnbildlich für den intensiven, aber meist fairen Charakter der Partie stand. Die Schlussphase blieb offen, beide Teams suchten mit kontrolliertem Risiko den Siegtreffer, ohne dabei die Grundordnung aufzugeben. Am Ende blieb es bei einem Remis, das angesichts der Spielanteile und Torchancen als gerecht einzustufen ist.

Für Viktoria Berlin bedeutet der Punktgewinn ein weiteres Indiz für die Stabilisierung ihrer Leistungen im Saisonendspurt, während Greifswald im Kampf um die oberen Tabellenränge zwar zwei Zähler liegen ließ, aber auswärts erneut seine Widerstandsfähigkeit unter Beweis stellte.

 

Eigentor ebnet Weg: Lok schlägt tapferes Plauen

1. FC Lok Leipzig – VFC Plauen 2:0 (0:0)

Der 1. FC Lok Leipzig hat im Aufstiegsrennen der Regionalliga Nordost einen Pflichtsieg eingefahren. Gegen den bereits abgestiegenen VFC Plauen benötigte der Tabellenführer jedoch eine Stunde Geduld, ehe ein Eigentor von Eric Träger den Bann brach. Sechs Minuten später sorgte Siebeck für die Vorentscheidung. Mit dem 2:0-Arbeitssieg vor 7.341 Zuschauern behaupteten die Blau-Gelben ihre Tabellenführung – ungeachtet eines über weite Strecken zähen und mühsam errungenen Erfolgs gegen tiefstehende Gäste aus dem Vogtland.

Von Beginn an übernahm Lok Leipzig die Kontrolle über das Spielgeschehen. Die Elf von Trainer Jochen Seitz setzte Plauen früh unter Druck, schnürte den Gegner phasenweise in dessen eigener Hälfte ein und kam zu zahlreichen Abschlüssen. Allein die Effizienz fehlte: Schon in der 8. Minute rettete Tanriver auf der Linie gegen Siebeck, der kurz darauf erneut an Torhüter Pieles scheiterte. Eichinger und Ziane fanden ebenfalls in Pieles ihren Meister, während ein Freistoß von Klump nur das Lattenkreuz touchierte (21.). Trotz drückender Überlegenheit ging es torlos in die Kabinen – auch, weil Lok Leipzig seine Standardsituationen zunächst ohne Durchschlagskraft ausführte.

Erst nach einer Stunde Spielzeit fiel der längst fällige Treffer – jedoch mit freundlicher Unterstützung der Gäste: Nach einer scharf getretenen Ecke von Verkamp lenkte Lukas Träger die Kugel in der 61. Minute unglücklich ins eigene Netz. Das erlösende 1:0 wirkte wie ein Befreiungsschlag: Nur sechs Minuten später war es Siebeck, der nach einem Aluminiumtreffer von Elsner mit einem präzisen Drehschuss das 2:0 markierte. Der Widerstand des VFC war damit gebrochen – und die Partie entschieden.

In der Schlussphase ließ Lok nichts mehr anbrennen. Die Gastgeber verwalteten den Vorsprung souverän, ohne sich in unnötige Risiken zu begeben. Plauen versuchte es über sporadische Konter – etwa durch Will (56.) und Martynets (44.) – doch letztlich fehlte es den abstiegsgeweihten Vogtländern an Präzision und Tempo, um die Leipziger Defensive ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Lok agierte taktisch diszipliniert und hätte durch Kang (90.) beinahe noch auf 3:0 gestellt.

Mit dem dreifachen Punktgewinn bleibt der 1. FC Lok Leipzig an der Tabellenspitze und geht mit einem Sechs-Punkte-Polster auf Verfolger Halle in den letzten Spieltag. Zwar muss der HFC am Sonntag gegen Zehlendorf nachziehen, doch selbst bei Punktgleichheit spricht die Tordifferenz aktuell klar für die Sachsen. Der VFC Plauen hingegen verabschiedet sich mit einer kämpferisch respektablen Vorstellung endgültig aus der Regionalliga – ein Abstieg, der sich bereits seit Wochen abgezeichnet hatte.

 

Mit einem Standard zum Derby-Triumph

FC Carl Zeiss Jena – ZFC Meuselwitz 0:1 (0:1)

Ein einziger Standard, ein abgefälschter Kopfball und eine defensive Meisterleistung genügten dem ZFC Meuselwitz, um dem FC Carl Zeiss Jena im Thüringenderby vor 7.296 Zuschauern eine schmerzhafte Heimniederlage zuzufügen. Die Gastgeber investierten über weite Strecken mehr, doch fehlende Präzision und offensive Wirkungslosigkeit ließen das Vorhaben des Ausgleichs trotz phasenweiser Dominanz scheitern. Der späte Stimmungsabbruch auf der Südkurve unterstrich das stille Fazit eines Spiels, das für Jena mehr Fragen als Antworten hinterließ.

Die Partie begann unter optimalen äußeren Bedingungen mit einer eindrucksvollen Choreografie der Jenaer Fans, die sich jedoch bereits in der 19. Spielminute atmosphärisch verflüchtigte. Nach einem Eckball war es ausgerechnet der einstige Jenaer René Eckardt, der im Strafraum hochstieg und von einem unglücklichen Jenaer Abwehrbein so abgefälscht wurde, dass der Ball unhaltbar hinter Torwart Dedidis einschlug. Der Treffer erwies sich im Rückblick als einzige zwingende Aktion mit zählbarem Ertrag – und als frühe Vorentscheidung.

Der FC Carl Zeiss Jena zeigte sich sichtlich bemüht, das Spielgeschehen in die Hand zu nehmen. Phasenweise kombinierten sich die Thüringer gefällig durchs Mittelfeld, verpassten es jedoch regelmäßig, in gefährliche Abschlusspositionen zu gelangen. Ein Kopfball von Hessel (69.), ein flacher Versuch von Weinhauer (72.) sowie eine artistische Drehbewegung desselben Spielers in der Nachspielzeit, die von Meuselwitz-Keeper Sedlak entschärft wurde, markierten die raren Offensivhöhepunkte. Trotz zahlreicher Standardsituationen – insbesondere Ecken in Serie Mitte der zweiten Halbzeit – fehlte es an Struktur und Zielstrebigkeit im letzten Drittel.

Die Gäste aus dem Altenburger Land agierten nach der Führung mit klarer taktischer Linie. Defensiv kompakt, diszipliniert im Verschieben und in den Zweikämpfen griffig, überließen sie den Gastgebern weitgehend den Ballbesitz. Über Konter blieben sie dabei gefährlich: In der 80. und 81. Minute scheiterte der eingewechselte Pauling jeweils am aufmerksamen Dedidis, der einen höheren Rückstand verhinderte. Trainer Georg-Martin Leopold bewies mit der Hereinnahme von Pauling, Raithel und später Schmökel und Rotfuß ein gutes Händchen in der taktischen Stabilisierung der Schlussphase.

Während das Spiel auf dem Rasen in den letzten Minuten nur noch wenig Spannung erzeugte, setzte ein Großteil der Jenaer Anhängerschaft ein deutliches Zeichen: Die Südkurve leerte sich demonstrativ – ein stummer Protest gegen die uninspirierte Vorstellung ihrer Mannschaft. Jenas Trainer Volkan Uluc dürfte insbesondere die Harmlosigkeit in Tornähe und das phasenweise eindimensionale Flügelspiel kritisch analysieren müssen.

Mit diesem Erfolg schiebt sich der ZFC Meuselwitz auf Rang 9 der Tabelle vor und bewies zum wiederholten Male, dass er unter Leopold zur Konstanz gefunden hat. Der FC Carl Zeiss Jena hingegen verharrt im Niemandsland des Klassements und verpasste es, die positive Dynamik aus dem überzeugenden 4:1-Sieg gegen Babelsberg unter der Woche zu konservieren. Der Auftritt gegen Meuselwitz offenbarte erneut die eklatante Abhängigkeit von gelungenen Einzelaktionen – und die fehlende Kreativität im strukturierten Offensivspiel.

 

Klassenkampfmodus: Entscheidung vertagt

SV Babelsberg 03 – FSV 63 Luckenwalde 1:2 (1:1)

Im vorletzten Saisonspiel der Regionalliga Nordost unterlag der SV Babelsberg 03 im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion dem FSV 63 Luckenwalde mit 1:2. Die Filmstädter verpassten damit die Chance, den Klassenerhalt vorzeitig zu sichern.

Babelsberg begann engagiert und ging bereits in der 16. Minute durch Innenverteidiger Lang in Führung, der eine Ecke von Kapitän Pollasch per Kopf verwandelte. Trotz des frühen Treffers fehlte den Gastgebern in der Folge die Durchschlagskraft. Trainer Ronny Ermel kritisierte nach dem Spiel die mangelnde Leidenschaft und den fehlenden Biss seiner Mannschaft.

Die Gäste aus Luckenwalde ließen sich vom Rückstand nicht beeindrucken und kamen kurz vor der Pause zum verdienten Ausgleich. Schleinitz traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit einem flachen Schuss aus 18 Metern zum 1:1. Nach dem Seitenwechsel blieb der FSV das aktivere Team, während Babelsberg kaum Mittel fand, um gefährlich zu werden.

In der 63. Minute brachte Trainer Michael Braune den Stürmer Gollnack ins Spiel, der in der 76. Minute nach einem schnellen Angriff über die linke Seite zum 2:1 für Luckenwalde traf. Babelsberg versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, blieb jedoch ideenlos. In der 85. Minute wurde Daniel Frahn unter Applaus der 2.625 Zuschauer ausgewechselt und verabschiedet.

Durch die Niederlage bleibt Babelsberg mit 34 Punkten auf Rang 13 und ist rechnerisch noch nicht gesichert. Luckenwalde hingegen schöpft neue Hoffnung im Abstiegskampf und liegt nun mit 31 Punkten auf dem 15. Platz. Am letzten Spieltag kommt es somit zu einem dramatischen Fernduell um den Klassenerhalt.

 

Dadashov vom Punkt – BFC sichert sich Derbysieg

Hertha BSC II – BFC Dynamo 1:2 (1:1)

Im Berliner Stadtderby der Regionalliga Nordost bewies der BFC Dynamo am Freitagabend die reifere Spielanlage und größere Zielstrebigkeit im Strafraum. Mit einem 2:1-Auswärtserfolg bei Hertha BSC II entschieden die Gäste aus Hohenschönhausen eine intensive, temporeiche und streckenweise hitzig geführte Partie für sich. Dabei gaben insbesondere die gnadenlose Chancenverwertung und die abgeklärte Strafstoßausführung von Dadashov den Ausschlag zugunsten des Traditionsvereins, der sich mit dem Dreier auf Platz acht der Tabelle vorschieben konnte.

Beide Mannschaften begegneten sich im Mommsenstadion nicht nur geografisch auf Augenhöhe, sondern auch tabellarisch – punktgleich und mit dem BFC lediglich dank besserer Tordifferenz knapp vor den Herthanern platziert. Dass diese Ausgangslage zu einem offenen Schlagabtausch führen würde, war rasch erkennbar. Die Gäste machten von Beginn an Tempo, suchten nach Ballgewinnen sofort den vertikalen Weg und schlugen früh Kapital daraus: Bereits in der sechsten Minute leitete Dadashov einen schnellen Umschaltmoment ein und fand mit präzisem Zuspiel den aufgerückten Ben Meyer. Der Innenverteidiger bewies überraschend große Kaltschnäuzigkeit und schob überlegt an Hertha-Keeper Seibert vorbei zur frühen Führung ein.

Die Hertha-Talente, keineswegs geschockt, suchten ihrerseits nach einer spielerischen Antwort, mussten aber zunächst die Dominanz der Gäste im Zwischenlinienraum und bei Standardsituationen anerkennen. In der 18. Minute entschärfte Seibert einen gefährlich angetragenen Kopfball von Dadashov nach Eckstoß, kurz darauf wurde dem Torjäger der Ball im letzten Moment vom Fuß gespitzelt. Es blieb zunächst beim knappen Rückstand – auch, weil Meyer nach guter Vorarbeit überhastet verzog (28.).

Kurz vor der Pause dann der unerwartete Ausgleich: Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte startete Herthas Offensivakteur Rölke energisch durch, ließ mehrere Verfolger stehen und blieb vor Hainke eiskalt. Der Ausgleich in Minute 45 war zu diesem Zeitpunkt eher Ausdruck individueller Klasse als kollektiver Überlegenheit, verlieh der Partie aber neue Spannung zur Pause.

Der zweite Durchgang begann verhaltener, beide Teams agierten zunächst kontrollierter. Ein Standard entschied schließlich über die erneute Wende im Spiel: Nach einem Eckball kam ein BFC-Akteur im Strafraum zu Fall – Schiedsrichter Allwardt zögerte nicht lange und zeigte auf den Punkt. Dadashov trat an, behielt die Nerven und verwandelte sicher zum 2:1 für den BFC (56.). Es war bereits sein 13. Saisontor – ein weiterer Beleg für seine Konstanz und Kaltschnäuzigkeit.

In der Folge versäumten es die Gastgeber, entschlossen auf den Rückstand zu reagieren. Zwar intensivierten sie in der Schlussphase ihre Angriffsbemühungen, doch echte Durchschlagskraft fehlte. Der BFC Dynamo war dem dritten Tor näher: Meyer rutschte nach einem Konter unglücklich weg (65.), und der eingewechselte Lankford fand in Seibert erneut seinen Meister (77.).

Die Schlussoffensive der kleinen Hertha verpuffte wirkungslos. BFC-Schlussmann Hainke parierte zweimal stark und hielt den knappen Vorsprung fest. Die Gäste belohnten sich für eine konzentrierte Vorstellung mit drei Punkten und schoben sich an Altglienicke vorbei auf den achten Rang. Hertha BSC II bleibt auf Platz zehn und wird sich vor dem letzten Spieltag mit dem enttäuschenden Gefühl arrangieren müssen, im eigenen Stadion ein Prestige-Duell verloren zu haben.

 

Baumanns Traumtor reicht nicht zum Dreier

FC Eilenburg – Chemnitzer FC 2:2 (1:0)

Der FC Eilenburg hat im Abstiegskampf der Regionalliga Nordost einen eminent wichtigen Sieg gegen den favorisierten Chemnitzer FC nur um wenige Minuten verpasst. In einer intensiven und von hoher taktischer Disziplin geprägten Partie führten die Gastgeber zweimal, mussten sich am Ende jedoch mit einem 2:2-Unentschieden begnügen. Während Chemnitz seine Serie auf acht ungeschlagene Spiele ausbaute, bleibt Eilenburg durch den späten Ausgleichstreffer von Seidel im Tabellenkeller gefangen – mit nun 31 Zählern auf Rang 15.

Schon die Anfangsphase offenbarte, dass Eilenburg sich nicht in die Rolle des Außenseiters fügen wollte. Mit aggressivem Pressing und hohem Tempo suchten die Hausherren von Beginn an den direkten Weg in die Spitze. Die frühe Belohnung folgte prompt: Nach einem Ballverlust der Gäste schaltete der FCE blitzschnell um. Baumann hatte das Auge für Marx, der zentral im Strafraum frei zum Abschluss kam und mit seinem Treffer in der 8. Minute für den idealen Start sorgte.

In der Folge versuchte Chemnitz, Ruhe ins eigene Spiel zu bringen und sich über die Außen in gefährliche Räume zu kombinieren. Zwar erarbeiteten sich die Gäste zunehmend mehr Spielanteile und näherten sich dem Tor mehrfach an – etwa durch Eppendorfers Kopfball (31.) oder Damers Pfostenschuss (43.) –, doch an einem gut postierten Eilenburger Defensivverbund und dem souverän agierenden Torwart Edelmann bissen sie sich vorerst die Zähne aus. Eilenburg verteidigte leidenschaftlich und ging verdient mit einer Führung in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel trat der CFC druckvoller auf. Bereits in der 53. Minute gelang Seo der Ausgleich, als er aus 17 Metern zu viel Platz erhielt und die Kugel präzise ins lange Eck setzte. Der zwischenzeitliche Gleichstand brachte jedoch keine Verunsicherung in die Reihen der Gastgeber. Nur neun Minuten später schlug Eilenburg erneut zurück: Der eingewechselte Niemitz bediente Baumann, der nach einem Doppelpass aus halblinker Position sehenswert zum 2:1 einschlenzte (62.).

Die Partie nahm nun an Intensität zu, auch weil der Favorit zunehmend alles nach vorne warf. Die Einwechslungen von Karimani und Seidel verliehen dem Chemnitzer Offensivspiel neue Impulse. Letzterer sollte sich kurz vor dem Ende zum entscheidenden Akteur entwickeln: In der 88. Minute war es Reutter, der von rechts flankte. Im Strafraum nahm Seidel Maß und jagte den Ball mit Wucht unter die Latte – der erneute Ausgleich, der Eilenburgs Hoffnungen auf drei eminent wichtige Punkte zerschlug.

In der dreiminütigen Nachspielzeit stemmten sich die Gastgeber mit aller Macht gegen die Schlussoffensive des CFC, der in der Schlussphase den frischeren Eindruck hinterließ. Doch weitere Treffer fielen nicht. So blieb es bei einem 2:2, das für Eilenburg gefühlt einer Niederlage gleichkommt – hatte man doch gegen einen der formstärksten Gegner der Liga lange Zeit die Oberhand behalten.

Mit nun 31 Punkten verbleibt der FC Eilenburg auf dem vorletzten Nichtabstiegsplatz, muss aber weiterhin um den Ligaverbleib zittern. Am letzten Spieltag wartet das Duell beim bereits abgestiegenen VFC Plauen. Chemnitz hingegen empfängt Viktoria Berlin und wird versuchen, die Saison mit einer zweistelligen Serie ohne Niederlage zu krönen.

Texte: Holger Elias

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