Regionalliga Nordost

Regionalliga Nordost: Zusammenfassung 31. Spieltag

FSV – SCB 2:1 / FCE – Hertha 03 4:3 / FSV 63 – Jena 0:1 / VSG – CFC 0:2 / Erfurt - Plauen 1:1 / Hertha II – ZFC 4:1 / Viktoria – BFC 1:1 / Lok – GFC 0:0 / HFC – Chemie 3:1

Die Partien vom Sonntag (27.04.25): In einem dramatischen Regionalliga-Duell besiegte der FSV Zwickau den SV Babelsberg 03 mit 2:1. Nach dem frühen Führungstreffer von Dobruna und dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Lang traf der eingewechselte Klein in der Nachspielzeit entscheidend. Mit dem Sieg festigt Zwickau seine Ambitionen im oberen Tabellendrittel. - In einer turbulenten Partie der Regionalliga Nordost siegte der FC Eilenburg nach dreimaligem Rückstand in letzter Sekunde mit 4:3 gegen Hertha 03 Zehlendorf. Niemetz erzielte in der vierten Minute der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer, nachdem beide Teams jeweils eine Platzverweisphase überstehen mussten. Eilenburg wahrt damit seine Chancen im Abstiegskampf, während Zehlendorf eine bittere Niederlage hinnehmen muss. - Carl Zeiss Jena gewann beim FSV 63 Luckenwalde knapp mit 1:0. Das entscheidende Tor erzielte Hessel nach einer Balleroberung in der 62. Minute. Luckenwalde verpasste trotz beherztem Auftritt den wichtigen Punktgewinn im Abstiegskampf. - Der Chemnitzer FC gewann verdient mit 2:0 bei der VSG Altglienicke. Bereits in der ersten Halbzeit stellten Reutter und Bozic mit zwei präzise abgeschlossenen Angriffen die Weichen auf Sieg. Altglienicke fand offensiv kaum Mittel, während Chemnitz die Partie nach der Pause routiniert kontrollierte.

Am Samstag (26.04.25) gab es diese Ergebnisse: Rot-Weiß Erfurt dominierte gegen den VFC Plauen über weite Strecken, ließ jedoch zahlreiche Chancen ungenutzt. In der Nachspielzeit führte ein unglückliches Eigentor von Moritz zum überraschenden 1:1-Endstand. Plauen sicherte sich durch großen Kampf einen Punkt, der den drohenden Abstieg aber nur minimal verzögert. - Hertha BSC II setzte sich im Duell der Tabellennachbarn klar mit 4:1 gegen den ersatzgeschwächten ZFC Meuselwitz durch. Die Berliner dominierten die Begegnung nach Belieben und stellten bereits zur Pause die Weichen auf Sieg. Meuselwitz blieb trotz großem Einsatz chancenlos und konnte nur noch Ergebniskosmetik betreiben. - Im Berliner Stadtduell zwischen Viktoria Berlin und dem BFC Dynamo trennten sich die Kontrahenten 1:1. Nach einer frühen Führung und zwei Platzverweisen rettete Viktoria trotz doppelter Unterzahl einen wichtigen Punkt. Der BFC verpasste es, seine Überlegenheit in der Schlussphase in einen Sieg umzumünzen.

Die Begegnungen vom Freitag (25.04.25): Lok Leipzig verpasste beim 0:0 gegen den Greifswalder FC den vorentscheidenden Schritt zur Meisterschaft in der Regionalliga Nordost. Trotz drückender Überlegenheit in der zweiten Halbzeit und hochkarätiger Chancen gelang der Seitz-Elf kein Treffer. Greifswald überzeugte durch leidenschaftliche Verteidigung und einen überragenden Keeper Jakubov. - Der Hallesche FC feiert gegen Chemie Leipzig einen verdienten 3:1-Heimsieg und bleibt damit im Aufstiegsrennen der Regionalliga Nordost. Halle traf früh durch Eshele und Kulke und entschied die Partie nach der Pause durch Nietfelds Kopfball. Chemie war nur in der ersten Halbzeit gefährlich, zeigte sich nach dem 0:3 aber verunsichert und verlor Oke in der Nachspielzeit mit Gelb-Rot.

Hier die ausführlichen Spielberichte:

FSV jubelt in letzter Sekunde: Klein sticht spät

FSV Zwickau – SV Babelsberg 03 2:1 (1:0)

In einer an Spannung kaum zu überbietenden Begegnung setzte sich der FSV Zwickau am Sonntagnachmittag mit 2:1 gegen den SV Babelsberg 03 durch und festigte damit seine Position im oberen Tabellendrittel der Regionalliga Nordost. Nach einer frühen Führung durch Dobruna und einem zwischenzeitlichen Ausgleich der Gäste war es letztlich Joker Klein, der in der dritten Minute der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer markierte und damit einen glücklichen, aber keinesfalls unverdienten Heimsieg für die Westsachsen sicherstellte.

Die Partie begann furios: Keine zwei Minuten waren gespielt, als Herrmann einen flachen Rückpass an den Strafraumrand legte, den Dobruna ohne zu zögern verwertete. Mit einem trockenen Schuss ins untere Eck ließ er Babelsbergs Schlussmann Stein keine Abwehrchance und brachte die Hausherren früh in Führung. Beflügelt vom frühen Treffer drängte Zwickau in den Anfangsminuten auf das zweite Tor – und hatte in der sechsten Minute durch Zimmermann eine riesige Gelegenheit, als dieser nach einem groben Fehlgriff von Stein nur knapp am leeren Gehäuse vorbeischoss.

Doch Babelsberg ließ sich von der Anfangseuphorie der Gastgeber nicht nachhaltig beeindrucken. Mit zunehmender Spieldauer übernahm der SVB die Spielkontrolle, agierte ballsicher und kombinierte sich über Silic und Maciejewski immer wieder gefällig in Richtung Zwickauer Strafraum. Gefährliche Abschlüsse blieben jedoch Mangelware, zu häufig verzettelte sich der Gast in umständlichen Angriffsbemühungen oder fand im gut postierten Defensivverbund der Schwäne seinen Meister. Gleichwohl musste Torhüter Hiemann mehrfach aufmerksam reagieren, um gegen Frahn, Bolyki und Wegener Schlimmeres zu verhindern.

Die erste Hälfte war geprägt von intensiven, oft unübersichtlichen Zweikämpfen im Mittelfeld, in denen insbesondere Startsev und Sengersdorf wichtige Akzente in der Defensivarbeit setzten. Babelsberg verlagerte das Spiel zunehmend in die Zwickauer Hälfte, während die Hausherren sich auf gelegentliche Konterversuche verlegten. Ein sehenswerter Steckpass von Dobruna auf Herrmann (53.) blieb jedoch ebenso ohne Ertrag wie ein Freistoß von Herrmann kurz darauf, den Stein sicher entschärfte.

In der Folge entwickelte sich ein zunehmend zerfahrenes Spiel. Beide Mannschaften scheiterten daran, Struktur und Tempo in ihre Aktionen zu bringen. Zwickau stand tief und verteidigte leidenschaftlich, Babelsberg suchte nach Lücken, ohne dabei die nötige Zielstrebigkeit aufzubringen. Selbst bei Standardsituationen fehlte es den Gästen an der letzten Konsequenz, während Zwickau in dieser Phase kaum mehr für Entlastung sorgen konnte.

In der 74. Minute wurde das aufopferungsvolle Anrennen der Potsdamer schließlich belohnt: Nach einem Einwurf auf der linken Seite flankte Büch maßgenau auf den in den Strafraum einlaufenden Lang, der sich gegen seinen Gegenspieler durchsetzte und aus fünf Metern wuchtig einköpfte. Der verdiente Ausgleich stellte die Begegnung auf den Kopf – Zwickau, das sich weitgehend auf die Sicherung der knappen Führung verlassen hatte, wirkte konsterniert.

Babelsberg drängte in der Schlussphase auf den Sieg. Frahn und Büch hatten beste Gelegenheiten, doch entweder scheiterte der SVB an der eigenen Abschlussschwäche oder an einem aufmerksamen Hiemann im Zwickauer Tor. So kam es, wie es im Fußball häufig kommt: In der dritten Minute der Nachspielzeit setzte der eingewechselte Martens nach einem Befreiungsschlag zum Sprint an, flankte in den Strafraum, wo Klein – ebenfalls erst wenige Minuten auf dem Feld – goldrichtig stand und aus kurzer Distanz zum 2:1 vollstreckte.

Die Arena in Eckersbach verwandelte sich in ein Tollhaus, während die Babelsberger konsterniert zusammensanken. Der FSV feierte ausgelassen den späten Sieg, der zugleich einen großen Schritt im Kampf um die oberen Tabellenplätze bedeutet.

 

Last-Minute-Drama im Abstiegskampf

FC Eilenburg – Hertha 03 Zehlendorf 4:3 (1:2)

In einer hochdramatischen und von zahlreichen Wendungen geprägten Begegnung sicherte sich der FC Eilenburg in letzter Sekunde einen immens wichtigen 4:3-Heimerfolg gegen Hertha 03 Zehlendorf. Nach dreimaligem Rückstand, einer Roten Karte und nervenaufreibenden Minuten in Unterzahl bewies die Mannschaft von Trainer Sascha Prüfer bemerkenswerte Moral und hielt mit einem wuchtigen Distanzschuss von Niemetz in der vierten Minute der Nachspielzeit die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben. Hertha Zehlendorf hingegen ließ eine komfortable Ausgangsposition mehrfach fahrlässig verstreichen und steht trotz eines couragierten Auftritts mit leeren Händen da.

Von Beginn an entwickelte sich auf dem sonnendurchfluteten Eilenburger Kunstrasen eine intensive Partie, die dem Etikett »Kellerduell« in puncto Dramatik alle Ehre machte. Bereits in der zweiten Spielminute nutzten die Gäste ihre erste Möglichkeit: Hartl flankte präzise auf Baro, der sich am langen Pfosten energisch durchsetzte und aus kurzer Distanz zur frühen Führung einköpfte. Die Berliner, zuletzt mit einem Achtungserfolg gegen Tabellenführer Lok Leipzig, bewiesen auch im weiteren Verlauf Kaltschnäuzigkeit. Nach einem schnellen Umschaltmoment enteilte Baro erneut der Eilenburger Hintermannschaft und ließ Edelmann im Tor mit einem platzierten Abschluss ins kurze Eck keine Chance (19.).

Trotz des Rückstands ließ sich Eilenburg nicht entmutigen. Die Gastgeber übernahmen zunehmend die Spielkontrolle, schnürten Zehlendorf tief in deren Hälfte ein und kamen zu zahlreichen Abschlüssen. Der Lohn der Bemühungen folgte in der 28. Minute: Nach einem Foul an Aguilar zeigte Schiedsrichter Henry Müller auf den Punkt, und Vogel verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zum Anschlusstreffer. In der Folge entwickelte sich eine Partie, in der Eilenburgs Offensivdrang und Zehlendorfs Konterstärke eine explosive Mischung bildeten.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel zunächst zerfahren. Zehlendorf lauerte auf Umschaltmomente, während Eilenburg bemüht war, über Möbius und Niemetz Struktur in die Angriffe zu bringen. Der erneute Ausgleich resultierte aus einer mustergültigen Kombination: Möbius tankte sich in den Strafraum, legte quer auf Marx, der aus zwölf Metern ins leere Tor einschieben konnte (57.).

Doch die Freude währte nicht lange: Zehlendorf schlug zurück. Ein feiner Pass setzte Baro in Szene, der seinen dritten Treffer des Nachmittags markierte (78.). Wer nun glaubte, die Partie sei entschieden, sah sich getäuscht. Direkt im Gegenzug setzte Niemitz einen Freistoß an die Latte, und Möbius reagierte am schnellsten, drückte den Abpraller über die Linie und stellte den Spielstand wieder auf Gleichstand (79.).

Die Schlussphase geriet zu einem wahren Nervenkrieg. In der 86. Minute leistete sich der eingewechselte Shoshi einen folgenschweren Ausraster, als er nach einem Foul von Kastrati die Nerven verlor und sich zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ. Die Konsequenz: Rote Karte für den Eilenburger. Kurz darauf dezimierte sich auch Zehlendorf, als Enke nach einem Foul an Niemetz Gelb-Rot sah (88.).

In der vierminütigen Nachspielzeit bäumte sich Eilenburg trotz numerischer Unterzahl noch einmal auf. Ein Freistoß aus zentraler Position wurde zunächst geblockt, doch die Gastgeber blieben dran. Als Zehlendorf einen Ball nur unzureichend klären konnte, fasste sich Niemetz aus rund 25 Metern ein Herz und jagte den Ball unhaltbar für Amankona in die Maschen (90.+4.). Jubelstürme auf der einen, Fassungslosigkeit auf der anderen Seite – der späte Treffer ließ das Stadion an der Mulde erbeben.

Dieser Triumph katapultiert Eilenburg im Abstiegskampf wieder auf Tuchfühlung zu den Nichtabstiegsrängen. Zehlendorf hingegen verpasste es, mit einem Sieg eine Vorentscheidung im eigenen Überlebenskampf zu erzwingen. Stattdessen dürfte die Art und Weise der Niederlage psychologische Spuren hinterlassen.

Beim Torschützenfest hatte auch der Zehlendorfer Torhüter kaum eine Verschnaufpause. Foto: Kerstin Kellner

Ein Treffer reicht: Jena gewinnt Abnutzungskampf

FSV 63 Luckenwalde – FC Carl Zeiss Jena 0:1 (0:0)

In einem von Taktik, intensiven Zweikämpfen und mangelhafter Chancenverwertung geprägten Duell behielt der FC Carl Zeiss Jena beim FSV 63 Luckenwalde mit 1:0 die Oberhand. Das Tor des Tages erzielte Hessel nach einer Balleroberung in Tornähe Mitte der zweiten Hälfte – eine Einzelaktion, die letztlich eine Partie entschied, die über weite Strecken von zähem Ringen im Mittelfeld geprägt war. Während Jena durch diesen Pflichtsieg den Anschluss an die Tabellenspitze wahrt, verpasste Luckenwalde trotz couragierten Auftritts die Chance, sich im Abstiegskampf Luft zu verschaffen.

Vor 1.207 Zuschauern im Werner-Seelenbinder-Stadion entwickelte sich von Beginn an eine Begegnung, die von Vorsicht und gegenseitigem Respekt geprägt war. Luckenwalde setzte zunächst auf hohe Intensität und presste die Gäste früh in deren Hälfte. Jena agierte abwartend, überließ den Gastgebern die ersten Ballbesitzphasen, um mit schnellem Umschaltspiel Nadelstiche zu setzen.

Erste zaghafte Annäherungen an die Tore blieben jedoch harmlos. Jannene verzog nach einem Freistoß in der Anfangsphase knapp, auf der Gegenseite scheiterte Weinhauer an Palmowski (24.), ehe Schleinitz für Luckenwalde eine der besten Gelegenheiten ausließ, als er aus zehn Metern an Liesegang scheiterte (31.). Trotz einzelner Hochkaräter blieb der erste Durchgang geprägt von intensiven Duellen im Zentrum, während die Strafräume selten bespielt wurden.

Die defensive Grundordnung beider Teams ließ wenig Raum für strukturierte Offensivaktionen. Zwar kombinierten sich die Gastgeber phasenweise gefällig über Neumann und Jacobi auf den Flügeln durch, doch fehlte es im entscheidenden Moment an Präzision und Kaltschnäuzigkeit.

Mit Wiederbeginn übernahm Jena sukzessive die Kontrolle über das Spielgeschehen. Der Trainer, der verletzungsbedingt auf mehrere Stammkräfte verzichten musste, hatte seine Mannschaft offenbar auf höhere Ballzirkulation und mutigere Vorstöße eingeschworen. Abu El Haija und Butzen schalteten sich verstärkt in die Offensive ein, doch zunächst verpufften die Aktionen ohne Wirkung.

Die Partie blieb eng und umkämpft, mit der latenten Gefahr für Jena, dass Luckenwalde seinerseits durch Konter oder Standardsituationen gefährlich werden könnte. Eine umstrittene Szene ereignete sich in der 56. Minute, als ein Handspiel von Wendt im eigenen Strafraum von den Hausherren vehement als strafstoßwürdig reklamiert wurde, Schiedsrichter Albert jedoch auf Weiterspielen entschied.

Schlüsselmoment der Partie war schließlich die 62. Minute: Nach einer Balleroberung nahe der Strafraumgrenze legte Seidemann klug quer auf den freistehenden Hessel, der mit einer eleganten Finte einen Luckenwalder Verteidiger ins Leere rutschen ließ und den Ball platziert im rechten unteren Eck versenkte. Es war ein Treffer, der die defensive Sorgfalt der Gäste belohnte und gleichzeitig den Druck auf Luckenwalde massiv erhöhte.

In der Folge stemmte sich Luckenwalde mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage. Trainer Michael Braune brachte mit Gollnack, Kolenda und später Merke, Schröder sowie Bruns frische Offensivkräfte, um das Angriffsspiel zu beleben. Besonders Gollnack sorgte auf dem rechten Flügel für neue Impulse, setzte sich mehrfach dynamisch durch, doch im letzten Drittel fehlte es Luckenwalde an der nötigen Präzision.

Die beste Gelegenheit zum Ausgleich vergab Gollnack in der 77. Minute, als sein Schuss aus spitzem Winkel lediglich das Außennetz streifte. Auch in der hektischen Schlussphase, in der Luckenwalde beinahe ausschließlich auf hohe Hereingaben setzte, hielt die defensive Linie der Gäste um Abu El Haija und Wendt, der kurz zuvor durch Schoima ersetzt worden war, souverän stand.

Die wenigen Entlastungsangriffe der Thüringer verpufften ebenfalls, sodass das knappe Ergebnis bis zum Schlusspfiff Bestand hatte. Trotz leidenschaftlichen Anrennens fehlte Luckenwalde am Ende die Entschlossenheit und Effizienz im letzten Drittel, um gegen einen clever agierenden Gegner zu punkten.

 

Altglienicke verzweifelt, Chemnitz verwaltet

VSG Altglienicke – Chemnitzer FC 0:2 (0:2)

In einer von Effektivität und Stabilität geprägten Begegnung setzte sich der Chemnitzer FC am Sonntagmittag souverän mit 2:0 bei der VSG Altglienicke durch. Während die Sachsen ihre wenigen Chancen kaltschnäuzig nutzten, offenbarte der Berliner Gastgeber einmal mehr Schwächen in Struktur und Entschlossenheit. Bereits zur Pause war die Partie vorentschieden – und Chemnitz verstand es anschließend meisterhaft, das Geschehen ohne nennenswerte Aufregung zu kontrollieren.

Die Begegnung begann aus Sicht der Gastgeber denkbar ungünstig: Bereits nach drei Minuten vollendete Reutter einen der ersten Konterangriffe der Gäste zur frühen Führung. Altglienicke wirkte trotz anfänglicher Ballbesitzvorteile konsterniert und schaffte es im weiteren Verlauf der ersten Hälfte nicht, Struktur in das eigene Aufbauspiel zu bringen. Vielmehr offenbarte die Defensivreihe um Tezel und Kujovic – der verletzungsbedingt frühzeitig durch Öztürk ersetzt werden musste – wiederkehrende Abstimmungsschwächen, die der CFC konsequent auszunutzen verstand.

In einer Phase, in der sich die Gastgeber gerade anschickten, eigene Akzente zu setzen, schlug Chemnitz erneut zu. Nach einem präzise vorgetragenen Doppelpass im Zentrum zog Bozic aus sechzehn Metern trocken ab und stellte in der 36. Minute auf 2:0. Die Führung zur Halbzeit war folgerichtig: Chemnitz präsentierte sich taktisch diszipliniert, Altglienicke hingegen verlor im letzten Drittel immer wieder den Zugriff.

Nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Bild nur marginal. Zwar bemühte sich die VSG, das Tempo zu forcieren und den Anschluss zu erzwingen, doch echte Durchschlagskraft ließ die Offensive der Berliner weitgehend vermissen. Philipp Türpitz, der sich oft tief fallen ließ, um Impulse zu setzen, blieb dabei genauso blass wie seine Mitspieler Friedrich und Bokake. Letzterer präsentierte sich zwar anfangs als quirliger Aktivposten, agierte aber zunehmend glücklos.

Der Chemnitzer FC verlegte sich spätestens ab der 60. Minute auf eine kontrollierte Defensive, setzte auf Kompaktheit und konterte gelegentlich, ohne die Grundordnung preiszugeben. Die Wechsel – Seidel, Karimani, Eppendorfer sowie in der Schlussphase Malina und Rücker – unterstrichen die Absicht der Gäste, frische Kräfte zur Stabilisierung einzusetzen, anstatt weitere Offensivakzente zu setzen. Lediglich ein Aufreger durch Öztürk, der in der 41. Minute alleine vor Adamczyk auftauchte, hätte dem Spiel eine andere Wendung geben können. Doch der Chemnitzer Schlussmann entschied das Duell mit einem starken Reflex für sich.

Die Schlussviertelstunde geriet zu einer reinen Verwaltungsphase. Altglienicke zeigte sich bemüht, blieb jedoch ideenlos, während Chemnitz den Ballbesitz dosiert und geschickt verteidigte. Der Umstand, dass nur 336 Zuschauer den Weg ins Stadion gefunden hatten, spiegelte sich auch auf dem Platz wider: Die Atmosphäre war spätestens nach der 70. Minute von einem lauen Sommerkick geprägt, der keinerlei dramatische Wende mehr erwarten ließ.

Tezel und Felix Müller sahen jeweils noch den Gelben Karton, doch am Ergebnis änderte sich nichts mehr. Der CFC durfte sich am Ende über einen verdienten Auswärtssieg freuen, der weniger durch berauschenden Fußball als durch Effizienz, Disziplin und taktische Reife zustande kam.

 

Rot-Weiß Erfurt scheitert an sich selbst

FC Rot-Weiß Erfurt – VFC Plauen 1:1 (0:0)

Rot-Weiß Erfurt musste sich trotz drückender Überlegenheit und eines längst überfälligen Führungstreffers am Ende mit einem 1:1-Unentschieden gegen den Abstiegskandidaten VFC Plauen begnügen. In einer Partie, die von Anfang an klare Kräfteverhältnisse offenbarte, brachte Wolf die Thüringer nach dem Seitenwechsel verdient in Front, ehe ein Eigentor von Moritz in der Nachspielzeit die ambitionierten Gastgeber auf den Boden der Tatsachen zurückholte. Plauen, lange Zeit defensiv gebunden und offensiv harmlos, rettete mit Glück und unbändigem Kampf einen Punkt – und verzögerte damit den fast sicheren Abstieg zumindest um Stunden.

Schon die ersten Minuten ließen keinen Zweifel daran, wer im Steigerwaldstadion den Ton angeben würde. Rot-Weiß Erfurt diktierte Ball und Raum, agierte variabel im Aufbau und suchte immer wieder über die Flügel nach Lücken in der tief gestaffelten Defensive der Gäste. Ugondu und Aboagye setzten die ersten Akzente, scheiterten jedoch an einem gut aufgelegten Pieles im Tor der Vogtländer.

Vor dem Spiel viel Zuversicht: RWE-Trainer Gerber. Foto: -asDie Hausherren erarbeiteten sich über die gesamte erste Halbzeit ein deutliches Chancenplus. Felßberg und Schwarz versuchten es mit Schüssen aus der zweiten Reihe, während Aboagye aus spitzem Winkel einen vielversprechenden Abschluss knapp am kurzen Pfosten vorbeisetzte. Immer wieder gelang es Erfurt, mit schnellen Kombinationen Überzahlsituationen zu schaffen – allein die letzte Präzision fehlte. So ging es trotz klarer Überlegenheit torlos in die Pause.

Nach Wiederanpfiff intensivierte Erfurt den Druck weiter. In der 52. Minute war der Bann schließlich gebrochen: Nach einer Hereingabe von Awoudja blieb Wolf am Strafraumrand frei und platzierte den Ball flach und unhaltbar für Pieles ins rechte untere Eck. Die verdiente Führung sorgte für zusätzliche Energie bei den Thüringern, die nun auf das zweite Tor drängten.

Nur Minuten später vergab Aboagye frei vor Pieles die Riesenchance zum 2:0. Der Schlussmann der Gäste parierte mit einem starken Reflex und hielt Plauen im Spiel. Auch Moritz und Schwarz ließen weitere Gelegenheiten aus, während Plauen kaum noch nennenswerte Entlastung schaffte. In dieser Phase wirkte der zweite Treffer für Erfurt lediglich wie eine Frage der Zeit.

Mit zunehmender Spieldauer verlegten sich die Gäste vollends auf das Zerstören, agierten fast ausschließlich in der eigenen Hälfte und warfen sich in jeden Ball. Erfurt kombinierte gefällig bis in den Strafraum, ließ aber die letzte Konsequenz vermissen. Selbst Standards brachten in dieser Phase kaum noch Gefahr, da Plauen in höchster Not immer wieder einen Fuß dazwischen bekam.

In der Schlussphase wechselte RWE frisches Personal ein, brachte unter anderem Langner und Jacky, doch die finale Durchschlagskraft blieb aus. Stattdessen zeigte sich das alte Fußballgesetz: Wer seine Chancen nicht nutzt, wird bestraft.

In der ersten Minute der Nachspielzeit dann die kalte Dusche für die Gastgeber: Nach einer Flanke von Hetzsch gelang es Akindele zunächst nicht, den Ball unter Kontrolle zu bringen. Der Klärungsversuch von Moritz misslang jedoch völlig – unglücklich bugsierte der Erfurter den Ball ins eigene Netz. RWE-Schlussmann Otto blieb nur konsterniertes Hinterherschauen, während Plauen auf dem Platz und an der Seitenlinie in kollektive Erleichterung verfiel.

Die letzten verzweifelten Angriffe der Erfurter blieben ohne Wirkung. Mit hängenden Köpfen verließen die Rot-Weißen das Spielfeld, während der VFC Plauen einen Punkt feierte, der jedoch den drohenden Abstieg nur minimal hinauszögert.

 

Hertha BSC II überrollt dezimierten ZFC

Hertha BSC II – ZFC Meuselwitz 4:1 (2:0)

Mit einer energischen und zeitweise überlegenen Vorstellung hat Hertha BSC II das Duell der Tabellennachbarn in der Regionalliga Nordost für sich entschieden. Die hoch veranlagte U23-Auswahl aus der Hauptstadt setzte sich gegen einen personell stark dezimierten ZFC Meuselwitz klar mit 4:1 durch. Bereits zur Pause hatten sich die Thüringer auf die Rolle des Getriebenen einrichten müssen, nach der Pause sorgten weitere Berliner Treffer für eine vorzeitige Entscheidung, ehe Hansch der Ehrentreffer für die Gäste gelang. Für Meuselwitz bleibt trotz der deutlichen Niederlage der Klassenerhalt in Reichweite, während Hertha BSC II seinen Anspruch als spielstarke Ausbildungsmannschaft unterstrich.

Von Beginn an übernahm Hertha BSC II die Initiative. Die Mannschaft von Trainer Ante Čović kontrollierte Tempo und Rhythmus der Partie und nutzte ihre technischen Vorteile konsequent aus. Schon in der Anfangsphase kamen die Gastgeber zu ersten guten Gelegenheiten: Ben-Hatira und Lum setzten die Defensive der Ostthüringer früh unter Druck, während Keeper Fietz sich mehrfach auszeichnen musste.

Meuselwitz hingegen zeigte zwar den Willen, aktiv mitzuspielen, konnte die Berliner jedoch kaum in Verlegenheit bringen. Besonders im Aufbauspiel unterliefen dem ZFC zu viele einfache Ballverluste, die den Gegner zu schnellen Gegenstößen einluden. Die personelle Notlage – mit mehreren U19-Spielern auf der Bank – zeigte ihre Wirkung in der Abstimmung, insbesondere im Rückzugsverhalten der Viererkette.

Nach einer halben Stunde münzte Hertha die Überlegenheit in Zählbares um. In der 33. Minute fasste sich Boris Mamuzah Lum ein Herz und zog aus gut 20 Metern ab – der Aufsetzer schlug unhaltbar für Fietz zum 1:0 ein. Nur drei Minuten später erhöhte Änis Ben-Hatira auf 2:0: Nach einem leichtfertigen Ballverlust der Meuselwitzer im Mittelfeld wurde der Ex-Bundesligaprofi auf der rechten Seite freigespielt, behielt im Strafraum die Nerven und schob platziert ins lange Eck ein (36.).

Diese Doppelschläge wirkten wie ein Nackenschlag für die Gäste, die zwar bis zur Pause noch versuchten, durch schnelles Umschaltspiel Nadelstiche zu setzen, jedoch spätestens am souveränen Goller im Berliner Tor scheiterten.

Mit dem Wiederanpfiff intensivierte Hertha BSC II noch einmal seine Offensivbemühungen. Während Meuselwitz sich zunächst bemüht zeigte, den Anschluss zu erzwingen, offenbarten sich zunehmend größere Räume, die Hertha eiskalt nutzte. In der 61. Minute unterlief Fietz ein folgenschwerer Fehler: Einen harmlosen Abschluss von Ben-Hatira ließ der Keeper durch die Hände rutschen – das 3:0 war die Vorentscheidung.

Nur vier Minuten später setzte der eingewechselte Ogbaidze den nächsten Nadelstich. Nach einer sehenswerten Kombination schloss der quirlige Angreifer aus spitzem Winkel ab und ließ Fietz erneut keine Chance (65.). Hertha agierte nun mit beeindruckender Spielfreude, kombinierte schnell und direkt, während Meuselwitz nur noch reagieren konnte.

Trotz des klaren Rückstands zeigte der ZFC Moral. Nach einem kuriosen Lattenknaller, der einem Befreiungsschlag entsprang, war es Florian Hansch, der im Nachsetzen den 1:4-Ehrentreffer für die Gäste markierte (74.). In der Schlussphase schöpfte Meuselwitz durch die Hereinnahme zweier U19-Spieler noch einmal etwas Mut, doch die Partie war längst entschieden.

Hertha BSC II verwaltete den komfortablen Vorsprung souverän und ließ in den letzten Minuten keine weiteren gefährlichen Aktionen des ZFC mehr zu. Auch ein letzter Distanzschuss von Teßmer stellte Goller vor keine ernsthafte Prüfung.

Hertha BSC II präsentierte sich in Spiellaune und dominierte eine personell gebeutelte Meuselwitzer Mannschaft über weite Strecken nach Belieben. Der klare 4:1-Erfolg war Ausdruck der technischen und physischen Überlegenheit der Berliner Nachwuchsauswahl, während der ZFC – trotz ehrbaren Kampfgeists – seine Grenzen an diesem Tag klar aufgezeigt bekam. Für die Thüringer bleibt die Hoffnung, dass die Niederlage im Saisonfinale keine nachhaltigen Spuren hinterlässt.

Szenenfoto aus dem Stadtderby: Wießmeier (BFC) und Eelekwa (Viktoria) in Aktion. Foto: Kerstin Kellner

Viktoria trotzt Dynamo trotz Unterzahl

FC Viktoria Berlin – BFC Dynamo 1:1 (0:0)

Im Berliner Stadtduell zwischen Viktoria Berlin und dem BFC Dynamo endete eine von wechselnder Dramatik geprägte Begegnung mit einem letztlich gerechten 1:1-Unentschieden. Nach einer ereignisarmen ersten Hälfte schienen die Hausherren durch das Führungstor von Elekwa den Grundstein für einen wichtigen Schritt im Abstiegskampf gelegt zu haben. Doch eine Gelb-Rote Karte gegen Jones brachte die Gastgeber früh in Unterzahl, was der BFC in Form des Ausgleichstreffers durch Haider nutzte. In der hektischen Schlussphase, die Viktoria nach einer weiteren Roten Karte sogar in doppelter Unterzahl absolvieren musste, drängte Dynamo zwar vehement auf den Siegtreffer, blieb jedoch ohne Fortune.

Die Partie begann bei kühlen Temperaturen im Stadion Lichterfelde vor 966 Zuschauern mit einem gegenseitigen Abtasten, bei dem beiden Mannschaften die jüngsten Negativerlebnisse unverkennbar anzumerken waren. Während der BFC Dynamo versuchte, über kontrolliertes Ballbesitzspiel Sicherheit zu erlangen, blieb Viktoria Berlin zunächst defensiv geordnet, aber ideenlos in der Vorwärtsbewegung. Die ersten Torschüsse beider Teams – ein harmloser Versuch von Sylla sowie ein flacher Abschluss von Wüstenhagen – waren Ausdruck der allgemeinen Zurückhaltung.

Die Himmelblauen, durch ihre prekäre Tabellenlage unter Zugzwang, suchten phasenweise über Damelang und Scacun nach Offensivimpulsen, fanden jedoch gegen die aufmerksame BFC-Defensive kaum nennenswerte Räume. Die Weichen für ein chancenarmes, von Vorsicht geprägtes Spiel waren früh gestellt – das torlose Remis zur Pause spiegelte das Gezeigte treffend wider.

Mit Wiederbeginn schlug die Partie eine schärfere Tonart an. Beide Mannschaften agierten nun risikobereiter, was die Begegnung sichtbar belebte. Viktoria Berlin nutzte die erste echte Tempoverschärfung eiskalt: Nach einem öffnenden Pass behauptete sich Elekwa robust im Zweikampf und schloss aus halblinker Position trocken zur 1:0-Führung ab (53.). Der Treffer setzte neue Energien frei, jedoch auf beiden Seiten: Während Viktoria emotional überdrehte, bewahrte Dynamo die notwendige Kühle.

Nur acht Minuten nach dem Führungstor kassierte Viktoria einen herben Rückschlag: Jones wurde nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen (61.). Der BFC witterte seine Chance, erhöhte das Tempo und drückte die dezimierten Gastgeber zunehmend tief in deren eigene Hälfte.

Die logische Folge: In der 70. Minute fiel der Ausgleich. Nachdem Karika einen ersten Abschluss von Dadashov noch stark parieren konnte, setzte Haider energisch nach und wuchtete den Nachschuss aus kurzer Distanz unter die Latte – 1:1.

Mit einem Mann mehr auf dem Feld dominierte der BFC Dynamo fortan das Geschehen. Viktoria Berlin musste dem intensiven Spiel nun auch konditionell Tribut zollen. Spätestens ab der 75. Minute entwickelte sich eine regelrechte Belagerung des Viktoria-Strafraums: Erst setzte Liebelt einen Distanzschuss an die Querlatte, dann scheiterte Polte freistehend nur knapp.

Dramatik und Verzweiflung lagen spürbar in der Berliner Frühlingsluft, als Meisour in der Nachspielzeit durch ein rüdes Foul ebenfalls des Feldes verwiesen wurde (90.+3). In doppelter Überzahl setzte der BFC Dynamo zu einer furiosen Schlussoffensive an. Karika avancierte in dieser Phase zum Turm in der Schlacht: Mit mehreren beherzten Paraden rettete er seinem Team den kostbaren Punkt.

Selbst eine letzte Ecke in der 96. Minute, in deren Folge es zu einem unübersichtlichen Gestochere im Fünfmeterraum kam, brachte nicht den ersehnten Lucky Punch für die Weinrot-Weißen. Nach 96 Minuten intensiver Kampfzeit blieb es bei einer Punkteteilung, die angesichts der Spielanteile nach dem Seitenwechsel für den BFC eher unbefriedigend, für Viktoria jedoch von existenzieller Bedeutung war.

In einer anfangs verkrampften, später zunehmend dramatischen Begegnung gelang es keinem der beiden Berliner Teams, das Momentum nachhaltig auf seine Seite zu ziehen. Viktoria Berlin bewies trotz doppelter Unterzahl moralische Widerstandskraft und verdiente sich den Punkt im Abstiegskampf. Der BFC Dynamo wiederum verpasste es trotz personeller Überlegenheit, seine optische Dominanz in Zählbares umzumünzen – und geht mit gemischten Gefühlen in die finalen Wochen der Saison.

David Haider lässt seinen Treffer von den Dynamos bejubeln. Foto: Kerstin Kellner

Meisterparty vertagt: Lok scheitert im Angriff

1.FC Lok Leipzig – Greifswalder FC 0:0

Im stimmungsvollen Plache-Stadion verpasste der 1. FC Lok Leipzig die große Gelegenheit, sich durch einen Sieg gegen den Greifswalder FC in eine beinahe uneinholbare Ausgangsposition im Meisterschaftsrennen der Regionalliga Nordost zu bringen. Trotz druckvoller Phasen und bester Gelegenheiten, insbesondere in der Schlussviertelstunde, biss sich die Mannschaft von Jochen Seitz an einer kompakten und aufopferungsvoll verteidigenden Greifswalder Elf die Zähne aus. Das torlose Remis unter Flutlicht bedeutete nicht nur einen Rückschlag im Titelkampf, sondern offenbarte auch die Grenzen eines dominanten, jedoch letztlich zu fehlerbehafteten Leipziger Offensivspiels.

Vom Anpfiff weg zeigte Lok Leipzig vor 5.488 Zuschauern die klarere Spielanlage. Mit aggressivem Pressing und schnellem Umschalten zwang das Team um Kapitän Abderrahmane die Gäste früh zu Fehlern. Bereits nach sieben Minuten vergab Maderer aus halbrechter Position die erste verheißungsvolle Gelegenheit. Greifswalds Keeper Jakubov, der im weiteren Verlauf zur prägenden Figur avancieren sollte, blieb in dieser Szene jedoch ungeprüft. In einer intensiven Anfangsphase erarbeitete sich Lok eine Reihe von Eckbällen, doch die nötige Präzision fehlte im finalen Moment.

Greifswald agierte in der Anfangsviertelstunde zurückhaltend, suchte sein Heil vornehmlich in langen Bällen auf die schnellen Außen Ndualu und Atilgan. Ein erstes offensives Lebenszeichen setzten die Norddeutschen in der 23. Minute: Nach feiner Kombination landete der Ball bei Benyamina, der Lok-Torhüter Naumann aus kurzer Distanz zu einer spektakulären Fußabwehr zwang – die bis dahin beste Chance des Spiels.

Mit fortschreitender Spieldauer verflachte die Partie zunehmend. Lok hielt zwar optisch die Oberhand, doch fehlte es an klaren Ideen im letzten Drittel. Der Versuch, über die Flügel mit Ballo und Verkamp für Gefahr zu sorgen, verpuffte meist an der konzentrierten Viererkette des GFC, angeführt vom robusten Eglseder. Beide Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld, wo eine Vielzahl kleiner Fouls und taktischer Unterbrechungen den Spielfluss erheblich hemmten.

Abderrahmane forderte in der 12. Minute vehement einen Strafstoß, nachdem ihn Schmedemann im Strafraum leicht touchierte, doch der erfahrene Schiedsrichter Beblik entschied auf Weiterspielen – eine Szene, die Lok-Coach Seitz erkennbar erboste und dem Spiel eine zusätzliche emotionale Komponente verlieh.

Nach der Pause verstärkte Lok die Schlagzahl. Die Einwechslungen von Eichinger und Adigo in der 73. Minute verliehen dem Angriffsspiel neue Impulse. Eichinger brachte frische Ideen bei Standards, während Adigo über die rechte Außenbahn Tempo entfachte. Dennoch blieb die Präzision Mangelware – insbesondere bei den zahlreichen Eckbällen, die zumeist eine sichere Beute für Greifswalds Abwehr blieben.

Die wohl größte Gelegenheit bot sich in der 87. Minute, als Ziane, gerade erst eingewechselt, nach perfekter Vorarbeit von Siebeck aus wenigen Metern zum Kopfball kam. Jakubov parierte glänzend und lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Latte – ein Sinnbild für Loks unglücklichen Abend. Auch ein wuchtiger Freistoß von Eichinger aus 25 Metern, der knapp am langen Pfosten vorbeirauschte, sollte keinen Treffer bringen.

Je näher der Schlusspfiff rückte, desto tiefer zog sich Greifswald zurück, verteidigte mit leidenschaftlicher Entschlossenheit und schlug die Bälle kompromisslos aus der Gefahrenzone. In der Nachspielzeit hätte Benyamina mit einem Konter sogar beinahe den Spielverlauf auf den Kopf gestellt, doch Wilton grätschte in höchster Not und bewahrte Lok vor dem späten Knockout.

Trotz fünfminütiger Nachspielzeit und anhaltender Offensivwellen blieb es beim torlosen Remis, das Greifswald wie einen Sieg feierte. Für Lok bedeutete es derweil nicht nur ein verlorener Abend auf der Anzeigetafel, sondern auch ein emotionaler Dämpfer auf dem angestrebten Weg zur Regionalliga-Meisterschaft.

In der ersten Hälfte spielte Chemie noch gut mit, war zeitweise durchaus gefährlich. Foto: Chemie Leipzig, Christian Donner

HFC entfacht neues Feuer im Aufstiegsrennen

Hallescher FC – BSG Chemie Leipzig 3:1 (2:0)

Mit einer couragierten und über weite Strecken dominanten Vorstellung bezwang der Hallesche FC am Freitagabend die BSG Chemie Leipzig verdient mit 3:1 und hält damit das Aufstiegsrennen in der Regionalliga Nordost offen. Während die Gäste aus Leutzsch vor 10.900 Zuschauern in der mitreißenden Atmosphäre des Leuna-Chemie-Stadions zwar phasenweise gefährlich agierten, aber letztlich an ihrer Ineffizienz und defensiven Unordnung scheiterten, präsentierte sich die Elf von Trainer Sreto Ristic im Kollektiv geschlossen, mental fokussiert und effizient. Tore von Eshele, Kulke und Nietfeld stellten die Weichen früh auf Heimsieg, ehe Mäder in der Nachspielzeit per Strafstoß noch Ergebniskosmetik betrieb.

Schon in den ersten Minuten wurde deutlich, mit welchem Selbstverständnis der HFC in dieses traditionsreiche Aufeinandertreffen ging. Die Hausherren agierten in einem klaren 4-2-3-1, mit hohem Pressing und dynamischer Besetzung der Halbräume. Es dauerte nur bis zur 13. Minute, ehe eine punktgenaue Flanke von Hauptmann den zentral positionierten Eshele fand, der sich gegen Weigel durchsetzte und aus elf Metern zur frühen Führung einköpfte. Der Treffer verlieh Halle zusätzlichen Auftrieb – Chemie Leipzig hingegen wirkte defensiv unsortiert und ideenlos im Spielaufbau.

Acht Minuten später folgte der nächste Nackenschlag: Hartmann verlagerte das Spiel mit einem präzisen Schnittstellenpass auf Kulke, der mit einem klaren Abschluss gegen den herauseilenden Bellot das 2:0 markierte. Es war ein Tor, das exemplarisch für Halles Effektivität stand – aus zwei Angriffen resultierten zwei Tore.

Chemie zeigte sich davon zunächst unbeeindruckt. In der Folge kombinierten sich die Gäste mehrfach vielversprechend ins letzte Drittel, vor allem Asare, Ratifo und Mauer waren bemüht, vertikales Spiel zu initiieren. Doch der Abschluss blieb Mangelware – entweder fehlte die Präzision, oder ein HFC-Verteidiger konnte klären. Weigels Distanzschuss (18.) und Brügmanns verunglückter Volley (37.) waren die auffälligsten Szenen einer Leipziger Mannschaft, die mehr investierte, aber zu inkonsequent agierte.

Der zweite Durchgang begann mit erhöhtem körperlichem Einsatz und sich häufenden Fouls. Löhmannsröben sah bereits in der 46. Minute Gelb, es war seine zehnte der Saison – gleichbedeutend mit einer Sperre für das kommende Spiel. Die intensiven Zweikämpfe unterbrachen den Spielfluss zunehmend, ehe Halle nach einer Standardsituation den berühmten „Deckel draufmachte“: Eine Ecke von rechts fand in der 59. Minute den Schädel von Kapitän Jonas Nietfeld, dessen wuchtiger Kopfstoß unhaltbar für Bellot zum 3:0 einschlug.

Danach flachte die Partie merklich ab. Chemie wirkte entmutigt, Halle verwaltete klug und dosierte sein Engagement. Zahlreiche Wechsel auf beiden Seiten zerrissen zusätzlich den Rhythmus. Chemies Angriffsbemühungen beschränkten sich nun auf sporadische Einzelaktionen, während der HFC auf Konter lauerte.

Ab der 68. Minute wurde das Spiel vom Feld auf die Tribüne getragen: Leuchtraketen aus dem Gästeblock führten zur Spielunterbrechung und auch auf dem Platz nahm die Hektik zu. Die Kartenflut in der Schlussphase – elf Gelbe und eine Gelb-Rote insgesamt – dokumentierte eine Begegnung, die am Ende jegliche Struktur verlor.

In der Nachspielzeit kam es dann noch zu einem späten, letztlich bedeutungslosen Treffer für Chemie. Löhmannsröben traf Mauer im Strafraum, Mäder verwandelte den fälligen Elfmeter in der 90.+2 zum 3:1-Endstand. Dass kurz darauf Oke innerhalb weniger Minuten zwei Gelbe Karten sammelte – erst für einen Schubser, dann für einen Tritt – und mit Gelb-Rot vom Platz flog, passte ins Bild eines Leipziger Teams, das sich nach dem Seitenwechsel zunehmend in Frustration verlor.

Der Hallesche FC nutzte die Gunst der Stunde, präsentierte sich im Derby gegen einen zunächst mutigen, später überforderten Gegner als reiferes, zielgerichteteres Team und verkürzte durch das gleichzeitige Remis von Lok Leipzig gegen Greifswald den Rückstand auf den Spitzenreiter auf fünf Punkte. Chemie Leipzig konnte aus der optischen Überlegenheit in Phasen der ersten Halbzeit kein Kapital schlagen und verlor nach dem dritten Gegentreffer gänzlich den Faden. Die Pyrotechnik-Eskapaden und die Undiszipliniertheiten der Schlussphase warfen zudem ein schiefes Licht auf die grün-weiße Vorstellung. Halle hingegen darf weiter hoffen – nicht zuletzt, weil der Kampfgeist intakt scheint und die Schlüsselfiguren in den entscheidenden Momenten Verantwortung übernehmen.

Texte: Holger Elias

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