Regionalliga Nordost
Regionalliga Nordost: Zusammenfassung 3. Spieltag
Hauchdünn: CFC gewinnt gegen Chemie
3. Spieltag der Regionalliga Nordost: Im Nachholspiel am Mittwochabend (13.08.25) besiegte der Chemnitzer FC die BSG Chemie Leipzig mit 1:0. Bereits am vergangenen Wochenende setzten sich Halle und Erfurt nach drei Spieltagen ungeschlagen an die Spitze. Lok Leipzig bleibt dran, Jena verliert spät in Altglienicke. Luckenwalde und Dynamo siegen auswärts, Zwickau holt ersten Saisonsieg.
An der Tabellenspitze thront nach wie vor der Hallesche FC. Die Mannschaft von Robert Schröder ließ beim 5:1 gegen Hertha 03 Zehlendorf keine Zweifel an ihrer Ambition, mit druckvollem Offensivspiel und Doppeltorschütze Stierlin. Punktgleich folgt Rot-Weiß Erfurt, das beim 3:2 gegen Greifswald nach 3:0-Führung und doppelter Unterzahl eine Abwehrschlacht überstand und seine weiße Weste verteidigte.
Lok Leipzig (7 Punkte) bleibt ungeschlagen, musste sich beim 1:0 gegen Meuselwitz jedoch bis zum Schluss gegen den Ausgleich wehren. Dahinter reiht sich ein Quartett mit je sechs Punkten ein: Carl Zeiss Jena kassierte beim 1:2 in Altglienicke den entscheidenden Gegentreffer in der 94. Minute und verlor damit nicht nur das Spiel, sondern auch Tabellenplätze. Die VSG hingegen bestätigte mit dem Sieg ihre Heimstärke – und bleibt für Jena ein Angstgegner.
Ebenfalls bei sechs Zählern stehen Luckenwalde und der BFC Dynamo. Der FSV gewann in Magdeburg II dank eines Doppelschlags um die Halbzeit, Dynamo setzte sich im Berliner Derby bei Aufsteiger Preussen mit 2:1 durch, profitierte dabei von einer starken Anfangsphase.
Zwickau feierte beim 2:0 in Babelsberg den ersten Dreier der Saison, wobei Hiemann im Tor und die Effizienz vor dem gegnerischen Kasten entscheidend waren. Hertha BSC II schob sich mit einem spektakulären 5:2 gegen Eilenburg ins Mittelfeld, Gouram avancierte mit zwei Treffern zum Matchwinner.
Im Tabellenkeller warten Babelsberg (1 Punkt), Chemie Leipzig (0 Punkte) und Schlusslicht Hertha Zehlendorf (0 Punkte, 1:9 Tore) weiter auf den ersten Saisonsieg. Chemie verlor trotz einer deutlichen Leistungssteigerung gegenüber den vorherigen Partien noch das Nachholspiel in Chemnitz mit 0:1.
Die Tabelle verdichtet sich hinter dem Führungsduo – zwischen Rang 3 und Rang 10 liegen nur vier Punkte. Früh in der Saison zeichnet sich ab, dass neben Halle und Erfurt mehrere Teams um die Spitzenplätze mitreden wollen, während der Abstiegskampf bereits begonnen hat.
Die ausführlichen Berichte:
Joker Marx entscheidet Derby spät
Chemnitzer FC – BSG Chemie Leipzig 1:0 (0:0)
Der Chemnitzer FC hat das stimmungsvolle Sachsen-Derby gegen die BSG Chemie Leipzig vor 8.143 Zuschauern im Stadion an der Gellertstraße mit 1:0 gewonnen und damit den zweiten Saisonsieg eingefahren. In einer intensiven, lange Zeit ausgeglichenen Partie sorgte Joker Jonas Marx in der 86. Minute für die Entscheidung.
Beide Teams waren vor Anpfiff unter Druck: Chemnitz wollte nach dem Dämpfer in Luckenwalde zurück in die Spur, Chemie hingegen den drohenden Fehlstart mit der dritten Niederlage verhindern. Die Gäste aus Leutzsch begannen mutig, setzten früh im Pressing an und erarbeiteten sich erste Halbchancen. Seidel und Langner fehlte jedoch die Präzision im Abschluss, während CFC-Keeper Adamczyk sicher stand.
Die Gastgeber brauchten gut 20 Minuten, um ins Spiel zu finden. Nach einer Trinkpause verschafften sich die Himmelblauen mehr Spielkontrolle und näherten sich dem Tor von Böggemann an. Alberico hämmerte nach starker Vorarbeit von Bozic den Ball volley an die Latte (31.), Pistol und Damer verpassten aus aussichtsreicher Position. Chemie blieb bei Kontern gefährlich, doch die Defensive um Müller und Bochmann klärte resolut. Mit einem leistungsgerechten 0:0 ging es in die Pause.
Der zweite Durchgang begann mit einem offenen Schlagabtausch. Chemnitz prüfte Böggemann durch Bozic (52.), auf der Gegenseite vergab Griebsch nach Hereingabe von Seidel die bis dahin beste Chance der Gäste (50.). Die eingewechselten Grimaldi und Ratifo brachten spürbar Schwung in die Offensivreihen. Ratifo hatte in der 76. Minute die große Möglichkeit zur Führung für Chemie, doch Pistol blockte in höchster Not.
Die Entscheidung fiel spät: In der 86. Minute wurde Marx nach starkem Zuspiel freigespielt, setzte sich robust gegen Enke durch, umkurvte Keeper Böggemann und schob aus sieben Metern ins leere Tor ein. Das Stadion explodierte, Chemnitz war auf Siegkurs. In der Schlussphase warfen die Gäste alles nach vorn, kamen aber trotz wütender Angriffe nicht mehr gefährlich zum Abschluss. Die beste Gelegenheit hatte erneut Marx per Kopf, Nadjombe rettete jedoch für die Leipziger (90.+3).
Chemnitz verteidigte den knappen Vorsprung leidenschaftlich und brachte die drei Punkte über die Zeit. Damit klettert der CFC in der Tabelle auf Rang sieben. Chemie Leipzig bleibt hingegen auch nach dem dritten Spieltag punkt- und torlos und steht vor einem richtungsweisenden Heimspiel, um den Fehlstart noch zu korrigieren.
Traumtor beschert Lok knappen Heimsieg
1. FC Lok Leipzig – ZFC Meuselwitz 1:0 (1:0)
Der 1. FC Lok Leipzig hat auch sein zweites Heimspiel der noch jungen Regionalliga-Saison gewonnen. Beim knappen, aber verdienten 1:0-Erfolg gegen den ZFC Meuselwitz reichte den Probstheidaern ein Geniestreich von Kevin Adetula in der 26. Minute, um die drei Punkte im Bruno-Plache-Stadion zu behalten. Vor 5.003 Zuschauern zeigten die Hausherren eine reife Vorstellung, ohne die Partie vorzeitig zu entscheiden, und mussten in der Schlussphase noch einmal um den Sieg zittern.
Beide Teams starteten verhalten, suchten zunächst Sicherheit im Passspiel. Lok-Trainer Jochen Seitz hatte mit Siebeck und Adetula zwei frische Kräfte in die Startelf beordert, während Gäste-Coach Georg-Martin Leopold auf eine kompakte Grundordnung setzte. Die erste nennenswerte Gelegenheit gehörte dem ZFC: Hansch zog in der 14. Minute aus 14 Metern gefühlvoll ab, Lok-Keeper Naumann war jedoch zur Stelle und lenkte zur Ecke.
Lok übernahm danach zunehmend die Kontrolle, vor allem über die linke Seite mit Grözinger und Adetula. Ein erster Warnschuss von Siebeck wurde noch geblockt, dann folgte der Auftritt des Tages: Adetula narrte seinen Gegenspieler Schmökel mit einer Körpertäuschung, zog nach innen und schlenzte den Ball aus 16 Metern unhaltbar ins rechte Eck – 1:0 (26.). Der Offensivmann krönte damit seinen ersten Startelfeinsatz für die Blau-Gelben.
Die Führung gab Lok spürbar Sicherheit. Maderer und Ziane verpassten es jedoch, den Vorsprung auszubauen, während Meuselwitz durch Kaymaz und Pfeil zwei Halbchancen zum Ausgleich hatte. Kurz vor der Pause blockte Wilton im letzten Moment einen Schuss von Wurr, Naumann entschärfte die folgende Ecke sicher.
Nach dem Seitenwechsel drängte Lok zunächst auf das zweite Tor. Siebeck scheiterte aus kurzer Distanz an Sedlak (52.), kurz darauf prüfte Adetula den Gäste-Keeper erneut (56.). Auch Ziane verpasste per Kopf nur knapp (57.). Meuselwitz brauchte bis zur 63. Minute für seine beste Gelegenheit: Pfeil setzte sich stark durch, überraschte Naumann mit einem Schuss aus spitzem Winkel, der Ball strich knapp am Pfosten vorbei.
In der Schlussphase stellte der ZFC um, brachte mit Balde, Oke, Fischer und Stiller frische Kräfte. Lok blieb feldüberlegen, doch Maderer vergab in der 86. Minute die Vorentscheidung, als er frei vor Sedlak den Ball deutlich am Tor vorbeisetzte. So blieb es spannend: In der Nachspielzeit warfen die Gäste alles nach vorn, sogar Torhüter Sedlak stürmte bei einem Freistoß mit in den Strafraum. Doch Naumann faustete den Ball resolut weg und sicherte seinem Team den zweiten Saisonsieg.
Lok geht damit mit Rückenwind in die Pokalwoche, in der der FC Schalke 04 in Leipzig gastiert. Meuselwitz zeigte eine disziplinierte Defensivleistung, verpasste jedoch die wenigen sich bietenden Chancen auf einen Punktgewinn.
Hitzige Schlussphase: RWE bleibt makellos
FC Rot-Weiß Erfurt – Greifswalder FC 3:2 (2:0)
Der FC Rot-Weiß Erfurt hat seine weiße Weste in der Regionalliga Nordost auch am dritten Spieltag verteidigt, musste beim 3:2 (2:0) gegen den Greifswalder FC jedoch eine wahre Nervenprobe bestehen. Nach souveränem Beginn und einer komfortablen Führung geriet die Mannschaft von Fabian Gerber in einer hitzigen zweiten Halbzeit, in der gleich drei Platzverweise verteilt wurden, noch einmal ins Wanken.
Die Thüringer starteten furios: Bereits in der 4. Minute vollendete Ugondu einen mustergültigen Angriff über Wolf und Caciel zum 1:0. Erfurt blieb tonangebend, gewann im Mittelfeld die Mehrzahl der Zweikämpfe und setzte immer wieder gefährliche Nadelstiche. Nach einer halben Stunde belohnte sich das Heimteam erneut: Ein von der Mauer abgeblockter Freistoß landete vor den Füßen von Moritz, der überlegt zum 2:0 einschob (32.). Greifswald kam offensiv kaum zur Entfaltung, Keeper Otto verlebte bis dahin einen ruhigen Nachmittag.
Nach dem Seitenwechsel schien die Partie früh entschieden: Kaizer blockte im Strafraum ein Zuspiel von Aboagye mit der Hand, den fälligen Elfmeter verwandelte Awoudja sicher zum 3:0 (49.). Doch nur vier Minuten später meldeten sich die Gäste zurück – Atilgan vollendete artistisch eine Flanke zum 3:1 (53.).
Dann begann die hitzige Phase: In der 56. Minute musste Aboagye nach einem Nachtreten gegen Richardson mit Rot vom Feld. Greifswald witterte seine Chance, erhöhte den Druck und verkürzte erneut durch Atilgan, der eine Hereingabe von Farr einköpfte (65.). Kaum war der Jubel verklungen, schwächte sich Erfurt weiter: Wolf sah nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot (66.). Die Gastgeber standen nun nur noch zu neunt auf dem Platz.
Greifswald übernahm komplett die Initiative, ließ jedoch die nötige Präzision im Abschluss vermissen. Vierling setzte einen Distanzschuss deutlich vorbei (59.), Pfeils Versuch aus kurzer Distanz rollte knapp ins Toraus (63.). In dieser Drangphase wurde die Partie zunehmend zerfahren, Hektik und Nickligkeiten bestimmten das Bild. Auch auf der Gäste-Bank stieg die Temperatur – Co-Trainer Weiler sah in der 67. Minute Rot.
Die Schlussphase geriet zur Abwehrschlacht. Gerber brachte frische Kräfte wie Adesida, Dehl und in der Nachspielzeit Uzun, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Otto parierte mehrere hohe Hereingaben sicher, während Konterchancen durch Dehl und Adesida ungenutzt blieben. In der 97. Minute schwächten sich auch die Gäste – Kapitän Vierling wurde nach einem taktischen Foul bei einem Erfurter Konter mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen.
Selbst in neunminütiger Nachspielzeit verteidigte Erfurt den knappen Vorsprung mit Leidenschaft. Ein beinahe folgenschweres Missverständnis in der 100. Minute, als Ikene der Ball im Strafraum unglücklich an die Hüfte sprang und knapp am eigenen Tor vorbeikullerte, sorgte noch einmal für kollektives Aufatmen.
Am Ende stand ein hart erkämpfter Sieg, der nach einer Stunde wie ein Selbstläufer aussah, sich aber zu einem Geduldsspiel im Abwehrkampf entwickelte. Erfurt bleibt damit auch im siebten Regionalliga-Duell gegen Greifswald ungeschlagen, muss jedoch für die kommenden Wochen personell improvisieren.
Schröder siegt deutlich gegen Ex-Klub
Hallescher FC – F.C. Hertha 03 Zehlendorf 5:1 (2:0)
Mit einer eindrucksvollen Vorstellung hat der Hallesche FC im dritten Saisonspiel die Tabellenführung der Regionalliga Nordost übernommen. Gegen chancenlose Gäste aus Zehlendorf feierte das Team von Robert Schröder einen 5:1-Kantersieg, bei dem Doppeltorschütze Jonas Stierlin den Grundstein legte. Für Schröder war es ein besonderes Duell – der 37-Jährige traf auf seinen Ex-Verein, den er einst in die Regionalliga geführt hatte.
Vor 6.000 Zuschauern im Leuna-Chemie-Stadion übernahmen die Gastgeber sofort das Kommando. Damelang, Fakhro und Polat setzten die Berliner Defensive früh unter Druck. Die erste zwingende Möglichkeit bot sich nach zwölf Minuten, als Fakhro per Kopf an Keeper Dedidis scheiterte. Drei Minuten später war der Bann gebrochen: Nach einer unübersichtlichen Strafraumszene drückte Stierlin den Ball aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie (15.). Halle blieb drückend überlegen, Zehlendorf konnte sich nur selten befreien.
Kurz vor der Pause legte der HFC nach. Nach zwei aufeinanderfolgenden Ecken stieg Stierlin am höchsten und köpfte zu seinem zweiten Treffer ein (43.). Mit der 2:0-Führung im Rücken ging es in die Kabinen – ein Zwischenstand, der dem Spielverlauf vollauf entsprach.
Nach Wiederanpfiff drängte Halle auf die Vorentscheidung. Damelang wurde in der 59. Minute im Strafraum zu Fall gebracht, Schiedsrichter Wartmann entschied auf Elfmeter. Fakhro verwandelte sicher zum 3:0 (60.). Die Gastgeber schalteten nun etwas zurück, was Zehlendorf prompt nutzte: Keskin tauchte frei vor Müller auf und überlupfte den HFC-Keeper zum 3:1 (69.) – das erste Gegentor der Hallenser in dieser Saison.
Die Antwort ließ jedoch keine zwei Minuten auf sich warten. Ein grober Abwehrfehler der Gäste leitete das 4:1 ein: Lorenz, frisch eingewechselt, musste aus fünf Metern nur noch einschieben (71.). Spätestens jetzt war der Widerstand der Berliner gebrochen. Halle kontrollierte das Geschehen nach Belieben und ließ Ball und Gegner laufen. Den Schlusspunkt setzte Damelang in der 87. Minute, als er von rechts ins lange Eck traf – ob gewollt oder als verunglückte Flanke, spielte keine Rolle mehr.
Neben der makellosen Punktausbeute beeindruckte vor allem die offensive Variabilität des HFC. Schröders Elf kombinierte zielstrebig, variierte das Tempo und zeigte auch bei Standards ihre Gefährlichkeit. Zehlendorf hingegen wartet nach drei Spieltagen weiter auf den ersten Punkt und muss sich insbesondere in der Defensive deutlich steigern, um nicht früh den Anschluss zu verlieren.
Für Halle bedeutet dieser Erfolg nicht nur die vorläufige Tabellenführung, sondern auch Selbstvertrauen vor den kommenden Aufgaben. Der Ex-Klub des Trainers dürfte die Heimfahrt nach Berlin hingegen mit reichlich Redebedarf antreten.
SVB wartet weiter auf ersten Saisonsieg
SV Babelsberg 03 – FSV Zwickau 0:2 (0:1)
Mit einer kämpferisch disziplinierten Leistung hat der FSV Zwickau den ersten Sieg der noch jungen Regionalliga-Saison eingefahren. Die Westsachsen gewannen im Karl-Liebknecht-Stadion trotz langer Unterzahl mit 2:0 und bestraften die Abschlussschwäche des SV Babelsberg 03, der unter anderem einen Elfmeter vergab.
Die Partie begann bei hohen Temperaturen mit hohem Tempo. Beide Teams suchten den direkten Weg nach vorn, ehe Zwickau früh den ersten Wirkungstreffer setzte: Nach einem Foul von Weyh an Breitenbücher zeigte Schiedsrichter Christoph Dallmann folgerichtig auf den Punkt. Eixler verwandelte den Strafstoß sicher ins rechte Eck (12.). Die Gäste zogen sich danach kompakt zurück, verteidigten tief und überließen Babelsberg weite Teile des Ballbesitzes.
Die Hausherren taten sich jedoch schwer, klare Chancen zu kreieren. Müller verzog aus spitzem Winkel (45.), zuvor hatte Hiemann gegen den frei durchbrechenden Müller stark pariert (37.). Zwickau lauerte auf Umschaltmomente, blieb aber bis zur Pause ohne weitere zwingende Abschlüsse.
Kurz nach dem Seitenwechsel folgte der nächste Rückschlag für Babelsberg: Nach einer Flanke von Senkbeil verschätzte sich Keeper Babke, Martens reagierte am langen Pfosten am schnellsten und schob zum 0:2 ein (51.). Ermel reagierte mit offensiven Wechseln, brachte unter anderem Georgiadi, doch der Joker sorgte zunächst für einen personellen Gleichstand: Nach wiederholtem Meckern sah der 19-Jährige binnen weniger Minuten Gelb-Rot (68.).
Zuvor hatte Zwickau selbst einen Platzverweis hinnehmen müssen – Startsev musste nach einem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Feld (56.). Die daraus resultierende Überzahl nutzte Babelsberg jedoch nicht. Die beste Gelegenheit vergab Kapitän Schmidt vom Punkt, als er den Ball nach Foul an ihm deutlich über das Tor jagte (74.).
In der Schlussphase warfen die Gastgeber alles nach vorn, doch die kompakt verteidigenden Gäste ließen kaum etwas zu. Immer wieder klärte die FSV-Abwehr resolut, während Keeper Hiemann bei Flanken und Distanzschüssen sicher zupackte. Ein unkontrollierter Abschluss von Lang nach Büch-Flanke (63.) blieb die letzte nennenswerte Annäherung.
Mit Abpfiff stand ein Auswärtssieg, der aus Zwickauer Sicht vor allem auf Disziplin, Effizienz und dem Nutzen der Babelsberger Fehler beruhte. Für den SVB bleibt nach drei Spieltagen der Makel ohne Sieg und das Gefühl, im dritten Drittel zu wenig Durchschlagskraft entwickelt zu haben.
Preussen bleibt im Derby ohne Happy End
BFC Preussen – BFC Dynamo 1:2 (1:2)
Der BFC Dynamo hat das Berliner Stadtduell beim Aufsteiger BFC Preussen mit 2:1 für sich entschieden und damit den zweiten Saisonsieg eingefahren. Grundlage war eine druckvolle erste Halbzeit, in der die Elf von Dennis Kutrieb früh in Führung ging und den Gastgeber binnen weniger Minuten entscheidend distanzierte. Preussen kam zwar noch vor der Pause zum Anschluss, blieb aber in der zweiten Hälfte zu harmlos.
Vor 1.096 Zuschauern im Preussen-Stadion begannen die Gäste zielstrebiger. Putaro war früh auffällig, schuf Räume und forderte die Preussen-Abwehr. Nach einigen Annäherungen schlug Dynamo in der 18. Minute zu: Shcherbakovski flankte präzise von rechts, Putaro setzte sich im Strafraum durch und köpfte aus kurzer Distanz unhaltbar zum 0:1 ein. Der Treffer gab den Weinroten zusätzlichen Rückenwind – nun bestimmten sie das Tempo und zwangen den Aufsteiger zu langen Bällen.
In der 37. Minute legte Dynamo nach. Nach einem abgewehrten Angriff landete der Ball am Strafraumrand bei Shcherbakovski, der volley Maß nahm und den Ball sehenswert ins lange Eck zum 0:2 beförderte. Doch die Freude währte nur Sekunden: Im direkten Gegenzug nutzte Brehmer eine unaufmerksame Gästeabwehr und verkürzte aus Nahdistanz auf 1:2. Der Anschlusstreffer wirkte wie ein Weckruf für Preussen, die noch vor der Pause zwei gute Möglichkeiten hatten, aber an Keeper Hainke scheiterten.
Im zweiten Durchgang verflachte die Partie zusehends – auch der Hitze geschuldet. Dynamo zog sich etwas zurück, kontrollierte über weite Strecken das Zentrum und ließ die Hausherren anlaufen. Preussen bemühte sich, über die Flügel zum Erfolg zu kommen, doch es fehlte an Präzision im letzten Drittel. Trainer Volbert brachte mit Ramadan, Gouano und Adekunle frische Offensivkräfte, doch bis auf eine Großchance nach einer Ecke (85.), bei der Gouano knapp vorbei köpfte, blieben zwingende Aktionen Mangelware.
Dynamo verpasste es, mit einem dritten Treffer für Ruhe zu sorgen, verwaltete aber die knappe Führung clever. Torhüter Hainke strahlte Ruhe aus, fing Flanken sicher ab und unterband so aufkommende Hoffnungen der Gastgeber. In einer hektischen Schlussphase – inklusive vermeintlichem Preussen-Ausgleich, der wegen Abseits aberkannt wurde – behielt der Favorit die Nerven und brachte den Sieg über die Zeit.
Unter dem Strich gewann Dynamo verdient, weil die Mannschaft in der ersten Halbzeit klar überlegen war und die entscheidenden Szenen konsequent nutzte. Preussen muss sich vorwerfen lassen, in der zweiten Hälfte trotz kämpferischen Auftritts zu wenig Durchschlagskraft entwickelt zu haben.
Doppelschlag schockt Magdeburger U23
1. FC Magdeburg II – FSV 63 Luckenwalde 1:2 (0:1)
Der FSV 63 Luckenwalde hat seinen zweiten Saisonsieg eingefahren und Aufsteiger 1. FC Magdeburg II eine schmerzhafte Heimniederlage zugefügt. In einer Partie mit wechselnden Druckphasen entschieden ein Doppelschlag kurz vor und nach der Pause sowie die reifere Chancenverwertung zugunsten der Gäste. Der Anschluss der Hausherren durch Joker Zajusch kam zu spät.
Vor 325 Zuschauern in der Avnet Arena erwischten die Magdeburger den besseren Start. Mit viel Ballbesitz und frühem Pressing setzten sie den FSV in den ersten Minuten unter Druck. Baars, Nadjombe und Millgramm sorgten für erste Annäherungen, doch Palmowski im Gäste-Tor war hellwach – besonders in der 16. Minute, als er Baars’ Schuss aus spitzem Winkel glänzend parierte. Auf der Gegenseite meldete sich Luckenwalde mit einem Fernschuss von Kaus und einer knappen Direktabnahme von Will, die das Ziel nur um Zentimeter verfehlte.
In der Folge entwickelte sich eine offene Begegnung, in der beide Seiten Lücken suchten. Magdeburg kombinierte gefällig, scheiterte aber mehrfach an der kompromisslosen Gästeabwehr. Die FSV-Elf von Michael Braune setzte auf schnelles Umschalten und brachte ihre Offensivreihe um Gollnack und Will in aussichtsreiche Positionen. Kurz vor der Pause fiel dann der erste Treffer: Will zog aus halblinker Position ab, ein Magdeburger Abwehrbein fälschte entscheidend ab, und der Ball senkte sich als Bogenlampe über Keeper Kampa ins Tor – 0:1 (45.). Beinahe hätte Kaus noch nachgelegt, doch Kampa verhinderte den Doppelschlag.
Dieser folgte unmittelbar nach Wiederanpfiff. Keine 60 Sekunden waren gespielt, da nutzte Gollnack einen schnellen Konter, blieb aus acht Metern eiskalt und stellte auf 0:2 (46.). Die U23 des FCM wirkte geschockt, blieb jedoch offensiv bemüht. Über Vogler und Millgramm drängten die Gastgeber auf den Anschluss, Stalmach setzte einen Direktversuch knapp über das Tor.
Die Einwechslung von Zajusch brachte neuen Schwung. In der 60. Minute vollendete der Angreifer nach Vogler-Vorarbeit aus halblinker Position flach ins lange Eck – 1:2. Magdeburg erhöhte nun die Schlagzahl, während Luckenwalde sich tiefer zurückzog und auf Konter lauerte. Braunes Team verteidigte in der Schlussphase diszipliniert, Palmowski pflückte zahlreiche Hereingaben sicher herunter.
In der Nachspielzeit bot sich den Hausherren dennoch die große Ausgleichschance: Nach einem Freistoß köpfte Stalmach aus kurzer Distanz knapp über die Latte (90.+6). Wenig später war Schluss – der FSV feierte einen effizienten Auswärtssieg, während die junge Magdeburger Elf Lehrgeld in puncto Chancenverwertung zahlte.
Gouram-Doppelpack ebnet Hertha II den Weg
Hertha BSC II – FC Eilenburg 5:2 (1:0)
Mit einem furiosen Zwischenspurt zu Beginn der zweiten Halbzeit hat Hertha BSC II im ersten Heimspiel der Saison den FC Eilenburg klar mit 5:2 besiegt. Die Mannschaft von Rejhan Hasanovic nutzte ihre Chancen eiskalt, entschied die Partie binnen sechs Minuten und brachte den Gästen damit die erste Niederlage der Spielzeit bei. Zwar kam der FCE in der Schlussphase noch einmal heran, doch der letzte Treffer gehörte wieder den Hauptstädtern.
Die Begegnung begann mit mutigen Gästen, die früh anliefen und über Weiß und Kosak erste Offensivakzente setzten. Eine gute Kopfballchance des FCE-Kapitäns nach sechs Minuten blieb jedoch ungenutzt. Hertha brauchte etwas, um in die Partie zu finden, wirkte im Aufbau zunächst verhalten. Mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Blau-Weißen aber mehr Kontrolle, kombinierten sicherer und verlagerten das Spiel immer wieder über die rechte Seite.
In der 23. Minute ließ Rölke die erste Großchance für die Hausherren liegen, als er freistehend über das Tor schoss. Neun Minuten später fiel dann die Führung: Nach schnellem Umschalten flankte Ben-Hatira präzise in die Mitte, wo Ajvazi aus kurzer Distanz zum 1:0 vollendete. Eilenburg wirkte in dieser Phase offensiv gehemmt, die Berliner Defensive um Bruns und Sherwood stand stabil.
Nach der Pause starteten die Sachsen druckvoll. Kosak hatte in der 49. Minute den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber an Hertha-Keeper Mohwinkel. Was dann folgte, war ein Berliner Sturmlauf: Zunächst köpfte Gouram eine Ecke von Ben-Hatira zum 2:0 ein (56.), nur drei Minuten später erhöhte er nach Ballverlust von Fischer im Strafraum auf 3:0. Kaum hatte sich der FCE sortiert, setzte Ben-Hatira über rechts erneut energisch durch, bediente Rölke, der am zweiten Pfosten das 4:0 markierte (62.).
Damit war die Partie im Grunde entschieden, auch wenn Rodewald personell reagierte und frische Kräfte brachte. Eilenburg kam durch Standards wieder ins Spiel: Nach einer Ecke nutzte der eingewechselte Luis seinen Freiraum zum 1:4 (77.), ehe Kapitän Weiß per Handelfmeter in der 89. Minute auf 2:4 stellte. Kurz keimte Hoffnung auf, doch Hertha antwortete in der Nachspielzeit mit einem mustergültigen Konter, den Joker Trus eiskalt zum 5:2-Endstand verwertete.
Vor 589 Zuschauern boten beide Teams ein unterhaltsames, faires Spiel mit offenem Visier. Die Hauptstädter überzeugten mit einer Mischung aus jugendlicher Unbekümmertheit – etwa durch den 17-jährigen Mamuzah Lum – und abgeklärter Chancenverwertung. Eilenburg musste nach gutem Saisonstart die Grenzen gegen einen effektiven Gegner anerkennen. Hasanovic’ Team setzte ein klares Ausrufezeichen, während Rodewald die defensive Anfälligkeit seiner Mannschaft in den kommenden Wochen dringend angehen muss.
Manske schockt Jena in letzter Minute
VSG Altglienicke – FC Carl Zeiss Jena 2:1 (0:0)
Ein Treffer in der vierten Minute der Nachspielzeit hat Spitzenreiter FC Carl Zeiss Jena die erste Saisonniederlage beschert. In einer taktisch geprägten Partie, die lange Zeit vom gegenseitigen Neutralisieren geprägt war, nutzte die VSG Altglienicke ihre letzte Offensivaktion zum umjubelten 2:1-Heimsieg. Für die Thüringer setzte sich damit eine schwarze Serie fort: Auch im zehnten Duell blieb ihnen ein Sieg gegen die Berliner verwehrt.
Die Begegnung in der Spree-Arena begann unter besonderen Vorzeichen – Altglienicke musste abermals ausweichen und trug das Spiel im Fürstenwalder Exil aus. Rund 300 bis 400 mitgereiste FCC-Fans sorgten dennoch für Heimspielatmosphäre. Auf dem Rasen begegneten sich beide Teams zunächst mit viel Respekt. Die VSG setzte frühe Nadelstiche: Türpitz und Kizildemir prüften die Jenaer Abwehr, während Keeper Liesegang bei einem Kopfball von Nietfeld unsicher wirkte, den Nachschuss aber entschärfte. Jena suchte derweil den kontrollierten Aufbau, blieb aber zu oft in Quer- und Rückpässen hängen.
Die erste nennenswerte Chance für die Gäste bot sich in der 43. Minute, als Fritz nach einem Weihrauch-Freistoß knapp per Kopf verpasste. Bis zur Pause blieb es beim leistungsgerechten 0:0 – ohne spielerische Höhepunkte, aber mit der Aussicht auf eine Steigerung.
Die kam zunächst von Altglienicke: Nur fünf Minuten nach Wiederbeginn leitete ein Angriff aus der eigenen Hälfte den Führungstreffer ein. Die Saalestädter verteidigten zu passiv, Nietfeld nutzte den Raum und vollendete aus kurzer Distanz zum 1:0. Jena wirkte in dieser Phase unsortiert, fing sich jedoch ab der Stunde und übernahm zunehmend die Initiative.
Die Belohnung folgte in der 68. Minute: Eine scharf getretene Ecke von Seidemann verlängerte Nietfeld unglücklich, der Ball prallte an den heraneilenden Kapp und von dort ins eigene Tor – 1:1. Nun drängte der Tabellenführer auf die Wende. Uluc brachte frische Kräfte, die das Tempo hochhielten, doch zwingende Abschlüsse blieben aus.
In der Schlussphase schien alles auf eine Punkteteilung hinauszulaufen. Die VSG verteidigte mit großem Einsatz, setzte aber noch vereinzelte Konter. Als Schiedsrichter Lukawski bereits die siebenminütige Nachspielzeit anzeigte, folgte der entscheidende Moment: Kapp, eben noch Eigentorschütze, schlug eine Flanke aus dem Halbfeld, der eingewechselte Manske verlängerte den Ball per Kopf ins lange Eck – 2:1 (90.+4).
Jena warf in den letzten Sekunden alles nach vorn, doch Altglienicke brachte den Sieg über die Zeit. Für die Gastgeber war es ein Triumph der Effizienz und des langen Atems. Die Thüringer dagegen müssen sich vorwerfen lassen, erst nach dem Rückstand wirklich mutiger geworden zu sein – und erneut gegen diesen Gegner ohne Dreier dazustehen.
Texte: Holger Elias
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