Regionalliga Nordost
Regionalliga Nordost: Zusammenfassung 26. Spieltag
Lok – Hertha II 4:0 / VSG – SVB 1:1 / Preussen – HFC 1:3 / CFC – Erfurt 0:4 / FSV 63 – GFC 1:1 / FCE – FCM II 0:1 / Jena – ZFC 1:2 / FSV – Hertha 03 1:0 / Dynamo – Chemie 2:0
Die Partien vom Sonntag (15.03.26): Der 1. FC Lok Leipzig besiegte Hertha BSC II deutlich mit 4:0. Siebeck (2), Maderer und Adetula trafen für den Tabellenführer der Regionalliga Nordost. Nach der Niederlage gegen Jena zeigte Lok damit eine klare Reaktion und festigte seine Spitzenposition. - Altglienicke und Babelsberg trennten sich 1:1. Bürger brachte die Gäste früh in Führung (19.). Sylla glich kurz vor Schluss für die VSG aus (82.).
Die Begegnungen vom Sonnabend (14.03.26): Der Hallesche FC gewann beim BFC Preussen trotz eines 0:1-Pausenrückstands noch mit 3:1 und feierte damit den siebten Sieg in Serie. Frank hatte die Berliner nach einer Ecke verdient in Führung gebracht, ehe Hauptmann, Joker Ehrlich und Kulke per Elfmeter die Partie drehten. Preussen hielt lange stark dagegen, belohnte sich für eine intensive Leistung nach der Pause aber nicht mehr. - Der FC Rot-Weiß Erfurt gewann beim Chemnitzer FC deutlich mit 4:0 und entschied die Partie bereits vor der Pause. Hajrulla, Falcao, Claxton und Ugondu trafen in einer torreichen ersten Halbzeit für die Gäste. Chemnitz kam zwar zu Chancen, scheiterte jedoch mehrfach – und musste eine deutliche Heimniederlage hinnehmen. - Der FSV 63 Luckenwalde und der Greifswalder FC trennten sich 1:1. Bokake brachte die Gäste früh in Führung (20.), ehe der eingewechselte Lucas Will in der Schlussphase ausglich (82.). Luckenwalde verdiente sich den Punkt mit einer deutlich engagierteren zweiten Halbzeit. - Der 1. FC Magdeburg II gewann beim FC Eilenburg mit 1:0 und war über weite Strecken die dominierende Mannschaft. Dzogovic erzielte nach einer Ecke in der 78. Minute den entscheidenden Treffer. Eilenburg verteidigte lange leidenschaftlich, blieb offensiv jedoch zu harmlos.
Die Freitagabend-Spiele (13.03.26) auf einem Blick: Der FC Carl Zeiss Jena unterlag im Thüringenderby dem ZFC Meuselwitz trotz vieler Chancen mit 1:2. Hessel brachte den FCC per Handelfmeter in Führung (56.), Hansch glich ebenfalls vom Punkt aus (67.). In der Schlussminute traf Fischer mit einem wuchtigen Distanzschuss zum überraschenden Auswärtssieg der Gäste. - Der FSV Zwickau besiegte Hertha 03 Zehlendorf am Freitagabend vor 4035 Zuschauern mit 1:0. Den entscheidenden Treffer erzielte Dobruna bereits in der 13. Minute nach einer Ecke von Eixler. Trotz engagierter Berliner blieb es beim knappen Erfolg der Westsachsen. - Der BFC Dynamo gewann das Kellerduell der Regionalliga Nordost gegen die BSG Chemie Leipzig mit 2:0. Fritzsche brachte die Berliner kurz vor der Pause in Führung (43.), Mattmüller erhöhte nach einer Ecke per Kopf (55.). Chemie hatte mehrere Chancen zum Anschluss, scheiterte jedoch mehrfach an Torhüter Ortegel.
26. Spieltag: Audio-Zusammenfassung
---------- 26. SPIELTAG DER REGIONALLIGA NORDOST ----------
Lok antwortet auf Jena-Pleite mit Kantersieg
1. FC Lok Leipzig – Hertha BSC II 4:0 (1:0)
Der 1. FC Lok Leipzig hat nach der Niederlage im Spitzenspiel gegen Carl Zeiss Jena die passende Antwort gegeben. Vor heimischer Kulisse in Probstheida setzte sich der Tabellenführer der Regionalliga Nordost klar mit 4:0 gegen Hertha BSC II durch. Siebeck (36., 81.), Maderer (51.) und Adetula (63.) sorgten für einen souveränen Heimerfolg, mit dem Lok seine Position an der Tabellenspitze eindrucksvoll festigte.
Die Gastgeber starteten energisch in die Partie und suchten früh den Weg über die Außenbahnen. Bereits in der Anfangsminute setzte Arcalean mit einem schnellen Vorstoß ein erstes Zeichen, seine Hereingabe fand jedoch noch keinen Abnehmer. Auch in der Folge blieb Lok das aktivere Team, während sich Hertha zunächst darauf konzentrierte, kompakt zu verteidigen und das Spiel zu beruhigen.
Die erste klare Möglichkeit gehörte dennoch den Leipzigern. Nach einem Abpraller kam Dombrowa aus rund 16 Metern zum Abschluss, doch Hertha-Keeper Heide reagierte stark und verhinderte den Rückstand (13.). Wenig später setzte Adetula einen gefährlichen Versuch aus halblinker Position ab, Heide war jedoch erneut zur Stelle.
Mit zunehmender Spieldauer erhöhte Lok den Druck. Immer wieder versuchten die Hausherren, über schnelle Kombinationen in den Strafraum vorzustoßen. Nach einer Ecke kam Maderer zum Kopfball, setzte die Kugel jedoch über das Tor (25.). Die Berliner konnten sich nur selten befreien und mussten immer wieder lange Verteidigungsphasen überstehen.
Kurz vor der Pause fiel schließlich die verdiente Führung für den Spitzenreiter. Ausgangspunkt war ein schneller Gegenangriff: Torhüter Naumann fing eine Hereingabe ab und leitete mit einem weiten Abwurf sofort den Konter ein. Arcalean trieb den Ball nach vorne, ehe Kabashi im Strafraum Maderer bediente. Der Stürmer ließ klatschen, sodass Siebeck aus zentraler Position zum Abschluss kam und überlegt zum 1:0 einschob (36.).
Nach dem Seitenwechsel blieb Lok die dominierende Mannschaft – und erhöhte früh. Zunächst verhinderte Naumann auf der Gegenseite mit einer starken Parade den möglichen Ausgleich, doch im direkten Gegenzug schlugen die Leipziger zu: Adetula schickte Maderer mit einem präzisen Pass in die Tiefe. Der Angreifer behauptete sich im Laufduell und schob den Ball souverän in die lange Ecke zum 2:0 (51.).
Mit dem zweiten Treffer übernahm Lok endgültig die Kontrolle. Die Berliner bemühten sich zwar um offensive Aktionen, fanden jedoch kaum Wege durch die gut organisierte Leipziger Defensive. Stattdessen nutzte der Tabellenführer seine Möglichkeiten konsequent weiter.
In der 63. Minute fiel die Vorentscheidung. Nach einem Freistoß kam Öztürk zunächst per Kopf zum Abschluss, Heide lenkte den Ball noch zur Ecke. Die anschließende Hereingabe landete bei Adetula, der den Ball aus zentraler Position volley und mit großer Wucht zum 3:0 ins Netz jagte.
Die Gastgeber blieben auch danach gefährlich. Siebeck und Maier vergaben zunächst noch gute Gelegenheiten (80.), ehe kurz darauf der vierte Treffer fiel. Nach einer Ecke zog Kang von der Strafraumgrenze ab, Siebeck fälschte den Ball entscheidend ab und stellte auf 4:0 (81.).
In der Schlussphase ließ Lok nichts mehr anbrennen. Hertha versuchte zwar noch, zumindest den Ehrentreffer zu erzielen – unter anderem prüfte Ogbaidze Torhüter Naumann mit einem Distanzschuss (90.). Doch die Leipziger Defensive blieb aufmerksam und brachte den deutlichen Vorsprung souverän über die Zeit.
Am Ende stand ein überzeugender Heimsieg des Tabellenführers, der damit seine Dominanz in der Regionalliga Nordost unterstrich. Nach dem Rückschlag gegen Jena zeigte Lok Leipzig eine konzentrierte und effiziente Vorstellung, während Hertha BSC II über weite Strecken kaum Zugriff auf die Partie fand.
Zuschauer: 4.803
Schiedsrichter:
Tim Gerstenberg - Andy Stolz, Jonas Marx
Tore
1:0 Siebeck (37.), 2:0 Maderer (52.), 3:0 Adetula (64.), 4:0 Siebeck (82.)
Mannschaftsaufstellungen
1. FC Lokomotive Leipzig:
Naumann – Wilton (C), Kabashi (67. Maier), Maderer (67. Ziane), Adetula (78. Kang), Siebeck, Arcalean, Čevis (22. Öztürk), Grözinger, von Piechowski (67. Kusic), Dombrowa
Hertha BSC II:
Heide – Pekarik (67. Koldzic), Berner, Bruns (67. Weiland), Ogbaidze, Richter (64. Trus), Ben-Hatira (C) (84. Bellomo), Decker, Hoffmann, Telib, Rölke (84. Capoano)
Gelbe Karten:
Kabashi (34.) – Lok / Rölke (4.), Hoffmann (45.+1), Bruns (62.), Koldzic (77.), Decker (86.) – Hertha BSC II
---------- 26. SPIELTAG DER REGIONALLIGA NORDOST ----------
Sylla rettet Altglienicke spät einen Punkt
VSG Altglienicke – SV Babelsberg 03 1:1 (0:1)
Die VSG Altglienicke hat sich im Heimspiel gegen den SV Babelsberg 03 spät einen Punkt gesichert. Bürger brachte die Gäste bereits in der 19. Minute in Führung. Babelsberg verteidigte den Vorsprung lange diszipliniert, ehe Sylla in der Schlussphase zum 1:1 ausglich (82.). In einer insgesamt ausgeglichenen Partie blieb es damit bei einer leistungsgerechten Punkteteilung.
Schiedsrichter:
Florian Strübing - Marvin Tennes, Willem Smakman
Tore:
0:1 Postelt (18.), 1:1 Sylla (81.)
Mannschaftsaufstellungen
VSG Altglienicke Berlin:
Zwick – Zografakis (66. Wagner), Kizildemir (46. Schickersinsky), Nietfeld, Roßbach (76. Qenaj), Kapp, Tezel, Türpitz, Rieder, Weik (82. Kardam), Ibrahimi (46. Sylla)
SV Babelsberg 03:
Babke – Silic, Lang, Wegener, Werbelow (66. Ogbidi), Schätzle, Müller (46. Yilmaz), Lessel, Bürger, Büch, Postelt (86. Schulz)
Gelbe Karten:
Weik (30.), Schickersinsky (59.) – Altglienicke / Silic (68.) (Babelsberg)
---------- 26. SPIELTAG DER REGIONALLIGA NORDOST ----------
Joker stechen: Halle dreht Rückstand in Berlin
BFC Preussen – Hallescher FC 1:3 (1:0)
Der Hallesche FC hat seine beeindruckende Serie auch im Berliner Preussenstadion fortgesetzt, musste dafür aber deutlich tiefer graben als es das Endergebnis vermuten lässt. Beim 3:1-Erfolg gegen den BFC Preussen drehte die Mannschaft von Robert Schröder nach einer schwachen ersten Halbzeit die Partie noch, obwohl die Gastgeber lange Zeit das griffigere, wachere und auf dem holprigen Geläuf auch zweikampfstärkere Team waren. Frank hatte Preussen nach einer Ecke verdient in Führung gebracht (33.), doch Hauptmann (60.), der zur Pause gekommene Ehrlich (68.) und Kulke per Strafstoß in der Nachspielzeit (90.+4) kippten das Spiel zugunsten des Favoriten, der damit den siebten Sieg in Serie einfuhr und auf Rang zwei sprang.
Dabei hatte der HFC zunächst durchaus den entschlosseneren Antritt. Halle presste früh, suchte sofort Zugriff und ließ erkennen, warum die Euphorie der vergangenen Wochen nicht bloß ein Stimmungsphänomen, sondern Ergebnis stabiler Abläufe ist. Schon nach acht Minuten bot sich den Gästen die bis dahin beste Gelegenheit: Nach einer Ecke lauerte Halili am zweiten Pfosten, wurde beim möglichen Abschluss aber ausgerechnet vom eigenen Mitspieler Stierlin irritiert. Kurz darauf blockte Preussen einen Versuch von Löhmannsröben von der Strafraumkante (6.), während auf der Gegenseite Breitkreuz mit dem ersten gefährlichen Abschluss Müller prüfte (4.).
Mit zunehmender Spielzeit veränderte sich die Statik der Begegnung jedoch spürbar. Der BFC Preussen kam auf dem unebenen Platz besser zurecht, arbeitete sich in die Partie hinein und stellte Halle mit seiner Direktheit vor wachsende Probleme. Fontein zog eine Ecke gefährlich direkt auf das Tor, Müller musste den Ball gerade noch über die Latte lenken (9.). Nach einem Freistoß aus halbrechter Position köpfte Frank wenig später an die Latte (19.) – ein unüberhörbares Warnsignal für einen HFC, der zwar mehr Ballbesitz verbuchte, daraus aber kaum Durchschlagskraft entwickelte. Das Spiel der Gäste wirkte in dieser Phase fahrig, der Rhythmus fehlte, präzise zweite Bälle landeten zu oft bei Preussen.
Die Führung der Berliner war deshalb folgerichtig. Nach einer Ecke stieg Frank energisch hoch und köpfte zum 1:0 ein (33.). Es war die Belohnung für eine Phase, in der die Gastgeber galliger wirkten und dem Favoriten den Schneid abkauften. Halle blieb bis zur Pause vieles schuldig. Landgrafs Distanzversuch wurde zur harmlosen Bogenlampe (42.), Löhmannsröben scheiterte aus der Ferne am nächsten Block (44.). Der HFC fand kaum Tiefe, kaum Tempo und kaum Lösungen gegen einen Gegner, der eng staffelte, robust agierte und die Begegnung in jene Zonen zog, in denen Schönheit wenig zählte.
Schröder reagierte folgerichtig zur Halbzeit und brachte Ehrlich für Hartmann. Der Wechsel verlieh dem Hallenser Spiel sofort mehr Schärfe, auch wenn zunächst noch vieles Stückwerk blieb. Preussen verteidigte weiter aufmerksam, während die Gäste selbst einfache Pässe ungenau spielten. Ein Trikotzupfer an Ehrlich kurz vor dem Strafraum blieb ohne Pfiff (54.), doch Halle gewann nun an Präsenz. Der Ausgleich fiel schließlich nach einer Standardsituation, bei der der zweite Ball entscheidend wurde: Löhmannsröbens Freistoß wurde zunächst abgeblockt, doch Hauptmann reagierte im Rückraum am schnellsten und jagte den Ball zum 1:1 ins Netz (60.).
Mit diesem Treffer kippte die Dynamik der Partie. Halle hatte nun jene innere Selbstverständlichkeit, die Spitzenmannschaften in schwierigen Spielen tragen kann, selbst wenn die Leistung über weite Strecken alles andere als glänzend ist. Wosz verpasste mit einem guten Kopfball noch die Führung, weil Albers stark parierte (63.), ehe der zweite Joker zustach. Nach einer Phase, in der der HFC über mehr Präsenz und klarere Strafraumszenen kam, landete der Ball bei Ehrlich, der im Sechzehner Ruhe bewahrte und links unten zum 2:1 einschob (68.).
Preussen war damit freilich nicht geschlagen. Die Berliner hielten die Partie offen, warfen in der Schlussphase alles nach vorn und kamen zu ihren Möglichkeiten. Stein köpfte vorbei (78.), Adekunles Abschluss wurde in höchster Not geblockt (79.), und nach einer Ecke sorgte Maric im Rückraum noch einmal für einen Moment kollektiven Luftholens, als sein Versuch knapp über das Tor strich (90.+2). Auch defensiv blieb der HFC anfällig, nicht zuletzt weil der Vorsprung eher verwaltet als wirklich kontrolliert wurde. Dass Müller nach einem Zusammenprall liegen blieb (84.), passte in eine Schlussphase, in der Halle zwar Erfahrung, aber nicht durchgehend Souveränität ausstrahlte.
Die Entscheidung fiel erst tief in der Nachspielzeit. Nachdem Häusl zunächst mit einem missglückten Rückpass Glück hatte, dass Damelang die Kugel nicht an Albers vorbeispitzeln konnte (90.), zog der eingewechselte Hallenser wenig später im Strafraum an Brandt vorbei und wurde von diesem zu Fall gebracht. Schiedsrichter Riedel zeigte ohne Zögern auf den Punkt. Kulke trat an und verwandelte sicher unten links zum 3:1-Endstand (90.+4).
So stand unter dem Strich ein Ergebnis, das die Kräfteverhältnisse nur bedingt abbildete. Preussen lieferte vor allem in der ersten Halbzeit eine mutige, intensive und taktisch disziplinierte Vorstellung, belohnte sich aber nach dem Wechsel nicht mit dem möglichen zweiten Tor. Halle wiederum spielte keineswegs auf dem Niveau der Vorwochen, hatte in den entscheidenden Momenten jedoch mehr Qualität, mehr Wucht von der Bank und jene Effizienz, die derzeit den Unterschied ausmacht. Genau darin lag an diesem Nachmittag der Kern des Erfolgs.
Zuschauer: 854
Spielstätte: Preussen-Stadion NR1, Berlin
Schiedsrichter: Luis Riedel – Lars Albert, John Bartsch
Tore:
1:0 (33.) Frank, 1:1 (60.) Hauptmann, 1:2 (68.) Ehrlich, 1:3 (90.+4) Kulke
Mannschaftsaufstellungen
BFC Preussen:
Albers, Kireski (80. Butkovic), Brandt, Fontein, Kühn, Dikarev (75. Adekunle), Häusl, Breitkreuz (75. Maric), Frank, Stein, Meyer
Hallescher FC:
Müller, Zaruba, Halili, Löhmannsröben, Fakhro (78. Becker), Hartmann (46. Ehrlich), Stierlin, Wosz (64. Damelang), Hauptmann (87. Kastull), Schmedemann, Landgraf (78. Kulke)
Besondere Vorkommnisse
Gelbe Karten:
Meyer (28.), Brandt (79.), Häusl (72.) – BFC Preussen / Landgraf (29.) – Hallescher FC
---------- 26. SPIELTAG DER REGIONALLIGA NORDOST ----------
Erfurt überrollt Chemnitz schon vor der Pause
Chemnitzer FC – FC Rot-Weiß Erfurt 0:4 (0:4)
Der FC Rot-Weiß Erfurt hat im Verfolgerduell der Regionalliga Nordost ein eindrucksvolles Ausrufezeichen gesetzt. Beim Chemnitzer FC gewannen die Thüringer vor 6.342 Zuschauern deutlich mit 4:0 – und entschieden die Partie bereits in einer spektakulären ersten Halbzeit. Hajrulla (2.), Falcao (15.), Claxton (41.) und Ugondu (45.+3) sorgten für einen Kantersieg.
Die Begegnung begann für die Himmelblauen denkbar schlecht. Kaum war die Partie angepfiffen, nutzte Erfurt die erste Standardsituation eiskalt. Nach einem Freistoß aus rund 35 Metern brachte Wolf den Ball in den Strafraum, wo Hajrulla mit dem Fuß verlängerte und die Kugel über CFC-Keeper Adamczyk hinweg zum frühen 0:1 ins Netz setzte (2.).
Der schnelle Rückstand brachte die Chemnitzer zunächst aus dem Rhythmus. Zwar versuchte der CFC, über aggressive Ballgewinne und Standardsituationen zurück ins Spiel zu finden, doch die Gäste blieben bei ruhenden Bällen brandgefährlich. In der 15. Minute folgte bereits der nächste Wirkungstreffer: Nach einem Freistoß verlängerte Moritz per Kopf auf Falcao, der aus kurzer Distanz per Aufsetzer zum 0:2 traf.
Trotz des klaren Rückstands entwickelte sich in der Folge eine unterhaltsame Phase mit Chancen auf beiden Seiten. Chemnitz drängte nun energischer nach vorne und hatte mehrfach den Anschluss auf dem Fuß – allerdings ohne Erfolg. Tobias Müller traf nach einem Freistoß aus dem Halbfeld zwar ins Netz, doch der Treffer wurde wegen Abseits aberkannt (9.). Wenig später wiederholte sich das Szenario: Nach einer Hereingabe köpfte Müller erneut ein, doch erneut ging die Fahne hoch (23.).
Der CFC blieb engagiert und kam auch aus dem Spiel heraus zu Möglichkeiten. Marx setzte einen Abschluss aus kurzer Distanz an den Pfosten (39.), während zuvor ein Versuch von Müller aus der zweiten Reihe sichere Beute für Erfurts Schlussmann Otto geworden war.
Doch während die Gastgeber ihre Chancen nicht nutzten, zeigte sich Erfurt vor dem Tor konsequent. Nach einem Freistoß von der linken Seite zog Falcao den Ball gefährlich auf den langen Pfosten, wo der kurz zuvor eingewechselte Claxton völlig frei stand und aus wenigen Metern zum 0:3 einschob (41.).
Kurz vor dem Halbzeitpfiff folgte der nächste Nackenschlag für den CFC. Die Thüringer kombinierten sich noch einmal schnell nach vorne, Wolf spielte einen präzisen Pass in den Strafraum auf Ugondu, der aus sieben Metern ruhig blieb und den Ball zum 0:4 ins lange Eck setzte (45.+3).
Damit war die Partie praktisch entschieden. Zwar versuchten die Chemnitzer nach dem Seitenwechsel, zumindest ein Zeichen zu setzen, doch echte Torgefahr entstand nur selten. Ein vermeintlicher Treffer von Alberico wurde unmittelbar nach Wiederbeginn wegen Abseits aberkannt (46.).
Im weiteren Verlauf verlor das Spiel deutlich an Tempo. Chemnitz bemühte sich zwar um Schadensbegrenzung, doch im Offensivspiel fehlten Präzision und Durchschlagskraft. Eppendorfer versuchte es aus der Distanz (59.), während mehrere Standardsituationen ohne Ertrag blieben.
Erfurt dagegen verwaltete die komfortable Führung souverän. Die Gäste ließen den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen und setzten gelegentlich Nadelstiche. Ein Distanzschuss von Caciel strich knapp am Tor vorbei (65.), ansonsten kontrollierten die Thüringer das Geschehen ohne größere Probleme.
Die Himmelblauen fanden auch in der Schlussphase keine Mittel mehr gegen die kompakte Defensive der Gäste. Marx brachte einen Kopfball zwar noch einmal aufs Tor, doch Otto griff sicher zu (89.). Auf der Gegenseite hätte ein Chemnitzer Eigentor nach einer Ecke beinahe für das fünfte Erfurter Tor gesorgt, doch Adamczyk rettete mit einer starken Parade.
So blieb es beim deutlichen 4:0-Auswärtserfolg, der vor allem auf einer beeindruckend effizienten ersten Halbzeit basierte. Während Erfurt seine Chancen konsequent nutzte und in den entscheidenden Momenten kaltschnäuzig blieb, offenbarte der Chemnitzer FC vor allem in der Defensive große Probleme und ließ zugleich mehrere Möglichkeiten ungenutzt.
Zuschauer: 6342
Spielstätte: eins-Stadion – An der Gellertstraße, Chemnitz
Schiedsrichter: Christoph Beblik – Kai Kaltwaßer, Julius Hanft
Tore:
0:1 (3.) Hajrulla, 0:2 (15.) Falcao, 0:3 (41.) Claxton, 0:4 (45.+3) Ugondu
Mannschaftsaufstellungen
Chemnitzer FC:
Adamczyk, Gebuhr, Bochmann (46. Müller), Stockinger (46. Damer), Mergel (65. Biven), Alberico (79. Philipp), Marx, Eppendorfer (65. Hempel), Ekui, Baumgart, Müller
FC Rot-Weiß Erfurt:
Otto, Moritz, Schwarz (27. Claxton), Awoudja (81. Fuakala), Caciel, Hajrulla, Wolf, Ugondu (81. Chentoufi), Santana Soares, Boboy (46. Durakov), Falcao (61. Assibey-Mensah)
Besondere Vorkommnisse
Gelbe Karten:
Gebuhr (20.), Bochmann (14.), Alberico (23.), Baumgart (54.), Müller (81.) – Chemnitzer FC / Boboy (42.), Santana Soares (49.), Claxton (27.) – FC Rot-Weiß Erfurt
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Greifswald verpasst Auswärtssieg in der Schlussphase
FSV 63 Luckenwalde – Greifswalder FC 1:1 (0:1)
Der FSV 63 Luckenwalde hat im Heimspiel gegen den Greifswalder FC spät noch einen Punkt gerettet. Vor heimischer Kulisse glichen die Gastgeber einen frühen Rückstand aus und kamen durch den eingewechselten Lucas Will in der Schlussphase zum 1:1-Ausgleich. Zuvor hatte Bokake die Gäste aus Vorpommern in Führung gebracht.
Die Partie begann ausgeglichen, beide Teams tasteten sich zunächst vorsichtig ab. Luckenwalde versuchte über längere Ballbesitzphasen Struktur ins Spiel zu bringen, während Greifswald immer wieder mit schnellen Umschaltmomenten für Gefahr sorgte. Der erste entscheidende Angriff gehörte schließlich den Gästen. Nach gut zwanzig Minuten nutzte Bokake eine sich bietende Gelegenheit konsequent und brachte den Greifswalder FC mit 1:0 in Führung (20.).
Der Treffer verlieh den Gästen zunächst Sicherheit. Greifswald verteidigte kompakt und ließ den FSV nur selten in gefährliche Zonen kommen. Luckenwalde hatte zwar mehr Ballbesitz, doch im letzten Drittel fehlten Präzision und Tempo. Statt klarer Chancen prägten Zweikämpfe und viele Unterbrechungen das Geschehen. Die Gastgeber mussten zudem mehrere Verwarnungen hinnehmen, unter anderem für Pollasch und Schneider, wodurch der Spielfluss zusätzlich litt.
Nach dem Seitenwechsel reagierte FSV-Trainer Michael Braune und brachte gleich mehrere frische Kräfte. Mit Jannene, Gollnack und Maciejewski kam neue Dynamik ins Spiel der Hausherren, die nun deutlich druckvoller auftraten. Greifswald zog sich dagegen zunehmend zurück und konzentrierte sich auf eine kompakte Defensivarbeit.
Luckenwalde suchte nun häufiger den Weg über die Außenbahnen, fand jedoch zunächst weiterhin keine Lücke im gut organisierten Abwehrverbund der Gäste. Erst die Einwechslung von Lucas Will in der 60. Minute sollte sich später als entscheidender Impuls erweisen.
Mit zunehmender Spielzeit erhöhte der FSV den Druck spürbar. Greifswald verteidigte zwar diszipliniert, musste aber immer mehr Räume preisgeben. In der Schlussphase wurden die Bemühungen der Gastgeber schließlich belohnt. Nach einer Offensivaktion landete der Ball bei Will, der aus kurzer Distanz zum verdienten Ausgleich einschob (82.).
In den letzten Minuten versuchten beide Mannschaften noch einmal, den entscheidenden Treffer zu erzielen. Greifswald brachte mit Ndualu einen frischen Offensivspieler, doch eine klare Torchance ergab sich nicht mehr. Luckenwalde blieb zwar bemüht, konnte die Partie aber nicht mehr drehen.
So blieb es am Ende beim 1:1, das den Spielverlauf insgesamt widerspiegelt: Greifswald nutzte eine seiner wenigen Chancen früh zur Führung, während Luckenwalde sich für eine engagierte zweite Halbzeit zumindest noch mit einem Punkt belohnte.
Zuschauer: 518
Spielstätte: Werner-Seelenbinder-Stadion, Luckenwalde
Schiedsrichter: Benjamin Strebinger – Johannes Drößler, Paul Bräuer
Tore:
0:1 (19.) Bokake Bolufe, 1:1 (82.) Will
Mannschaftsaufstellungen:
FSV 63 Luckenwalde:
Palmowski, Pollasch, Schleinitz (60. Will), Butendeich, Bachmann (46. Maciejewski), Seidel, Meyer (46. Jannene), Meier (73. Kaus), Schneider, Kühn, König (46. Gollnack)
Greifswalder FC:
Jakubov, Strietzel, Farr, Bokake Bolufe (90. Ndualu), Lämmel, Eder, Vogt (46. Kaizer), Montcheu, Wagner, Benyamina, Atilgan
Besondere Vorkommnisse:
Gelbe Karten: Pollasch, Schneider, Seidel – Luckenwalde / Vogt, Jakubov – Greifswalder FC
---------- 26. SPIELTAG DER REGIONALLIGA NORDOST ----------
Dzogovic köpft Magdeburg zum späten Sieg
FC Eilenburg – 1. FC Magdeburg II 0:1 (0:0)
Die Reserve des 1. FC Magdeburg hat beim abstiegsbedrohten FC Eilenburg einen hochverdienten, wenn auch knappen Auswärtssieg eingefahren. Beim 1:0-Erfolg im Ilburgstadion bestimmte der FCM über weite Strecken das Spielgeschehen, ließ jedoch zahlreiche Gelegenheiten ungenutzt. Erst in der Schlussphase erlöste Dzogovic die Gäste mit einem Kopfballtreffer nach einer Ecke (78.). Die Gastgeber verteidigten lange leidenschaftlich, blieben offensiv aber zu ungefährlich.
Die Anfangsphase gehörte sofort den Gästen aus Sachsen-Anhalt. Magdeburg suchte früh den Weg in die Tiefe und setzte Eilenburg mit hohem Pressing unter Druck. Bereits nach sieben Minuten bot sich die erste große Gelegenheit: Marusic wurde steil geschickt und kam frei zum Abschluss, doch FCE-Schlussmann Pieles reagierte glänzend und verhinderte den frühen Rückstand.
Die Hausherren versuchten zwar immer wieder über schnelle Gegenstöße für Entlastung zu sorgen, doch meist blieb es bei Ansätzen. Ein Versuch von Schlicht aus der Distanz (6.) stellte FCM-Keeper Kruth vor keine Probleme. Auf der anderen Seite nahm der Druck der Gäste kontinuierlich zu. Angriff um Angriff rollte auf das Tor der Muldestädter, wobei besonders Widmann und Baars über die Flügel immer wieder für Gefahr sorgten.
In der 19. Minute hätte die Überlegenheit der Magdeburger beinahe Früchte getragen: Vogler kam nach einem Angriff aus dem Rückraum zum Abschluss, traf jedoch nur die Latte. Auch Krempicki versuchte sich kurz darauf aus der Distanz, setzte seinen Schuss aber knapp neben das Tor (23.).
Eilenburg blieb defensiv jedoch diszipliniert und verteidigte mit großem Einsatz. Fischer blockte einen gefährlichen Freistoßversuch von Marusic (29.), während Griebsch eine scharfe Hereingabe von Widmann im letzten Moment klären konnte (34.). Trotz deutlicher Feldvorteile fehlte den Gästen im letzten Drittel häufig die Konsequenz. Mehrfach suchte der FCM zu komplizierte Lösungen, statt den direkten Abschluss zu wählen.
So ging es torlos in die Pause – ein Ergebnis, das aus Sicht der Gastgeber durchaus schmeichelhaft war. Magdeburg hatte deutlich mehr Ballbesitz und mit dem Lattentreffer die größte Chance der ersten Hälfte, während Eilenburg offensiv kaum in Erscheinung trat.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich der FCE zunächst engagierter. Niemitz tauchte kurz nach Wiederbeginn frei vor dem Tor auf, stand beim Zuspiel jedoch knapp im Abseits (47.). Auch sonst wirkten die Gastgeber nun etwas mutiger, ohne allerdings echte Torgefahr zu entwickeln.
Magdeburg blieb das spielbestimmende Team. Ein Freistoß von Krempicki leitete die nächste gefährliche Szene ein: Dzogovic kam per Kopf zum Abschluss, doch Pieles lenkte den Ball mit einer starken Parade um den Pfosten (51.). Auch danach suchten die Gäste immer wieder den Weg über Standards und Flanken in den Strafraum.
Die Partie verlor in dieser Phase jedoch an Rhythmus. Viele Unterbrechungen und Zweikämpfe verhinderten einen flüssigen Spielfluss. Erst in der Schlussphase nahm die Begegnung wieder Fahrt auf – und diesmal nutzte Magdeburg seine Überlegenheit.
Nach einer Ecke von der rechten Seite stieg Dzogovic im Fünfmeterraum am höchsten und köpfte den Ball zur verdienten Führung ins Netz (78.). Für die Gastgeber bedeutete der Treffer einen bitteren Rückschlag, zumal sie zuvor lange erfolgreich verteidigt hatten.
Eilenburg versuchte danach noch einmal alles. Der eingewechselte Mattmüller hatte nach einer der wenigen gelungenen Kombinationen im Strafraum sogar den Ausgleich auf dem Fuß, brachte den Ball aus kurzer Distanz jedoch nicht aufs Tor (82.).
Magdeburg hätte kurz darauf für die Entscheidung sorgen können, doch ein missglückter Rückpass brachte Pieles zwar kurzzeitig in Bedrängnis, letztlich klärte der Torhüter die Situation aber selbst (83.). In den Schlussminuten warf Eilenburg schließlich alles nach vorne. Selbst Keeper Pieles rückte bei einem Freistoß in der Nachspielzeit mit auf.
Doch der letzte Ball segelte ins Seitenaus – kurz darauf ertönte der Schlusspfiff. Die Gäste aus Magdeburg nahmen damit verdient drei Punkte mit nach Hause, während Eilenburg trotz engagierter Defensivarbeit erneut leer ausging und weiterhin auf den Abstiegsrängen verharrt.
Zuschauer: 257
Spielstätte: Ilburgstadion – Platz 1, Eilenburg
Schiedsrichter: Rasmus Jessen – Florian Lukawski, David Isaias Petzak
Tore:
0:1 (78.) Dzogovic
Mannschaftsaufstellungen:
FC Eilenburg:
Pieles, Griebsch, Zaruba (88. Jarosch), Fischer, Kretzer (88. Kosak), Niemitz, Aguilar Alvarez, Henkel (60. Baumann), Weiß, Schlicht (81. Mattmüller), Mauer (81. Pestel)
1. FC Magdeburg II:
Kruth, Dzogovic, Pohl, Widmann (88. Hink), Kamm (54. Korsch), Mergner (60. Frenzel), Vogler, Krempicki, Trkulja, Marusic (60. Leipertz), Baars (88. Zajusch)
Besondere Vorkommnisse:
Gelbe Karten: Weiß, Mauer, Zaruba – FC Eilenburg / Kamm – 1. FC Magdeburg II
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Späte Wende: Fischer schockt Jena in der Nachspielzeit
FC Carl Zeiss Jena – ZFC Meuselwitz 1:2 (0:0)
Der FC Carl Zeiss Jena hat im Thüringenderby eine schmerzhafte Niederlage kassiert. Trotz einer dominanten ersten Halbzeit und zahlreicher hochkarätiger Chancen unterlag der FCC vor 6607 Zuschauern dem ZFC Meuselwitz mit 1:2. Hessel brachte die Gastgeber per Handelfmeter in Führung (56.), doch Hansch glich ebenfalls vom Punkt aus (67.), ehe Fischer in der Schlussminute mit einem wuchtigen Abschluss den späten Auswärtssieg perfekt machte.
Von Beginn an entwickelte sich eine intensive Partie, in der Jena früh das Kommando übernahm. Bereits nach wenigen Minuten setzte der FCC erste Akzente über die Flügel. Oduah hatte die erste große Gelegenheit: Nach einem Dribbling gegen Wurr tauchte der Stürmer frei vor Sedlak auf, scheiterte jedoch am stark reagierenden Gästekeeper (12.). Diese Szene stand exemplarisch für eine erste Halbzeit, in der die Gastgeber deutlich tonangebend waren.
Meuselwitz setzte zwar immer wieder vereinzelte Konter, etwa über Pauling, doch die klareren Chancen gehörten eindeutig den Hausherren. Lankford hätte die Führung mehrfach erzielen können: Zunächst verzog er aus spitzem Winkel knapp (32.), wenig später setzte er einen Kopfball aus kurzer Distanz über das Tor (42.). Auch Burmeister und Prokopenko fanden wiederholt ihren Meister in Sedlak, der mit mehreren Paraden zum überragenden Akteur der ersten Halbzeit avancierte. Trotz eines regelrechten Chancenfeuerwerks des FCC ging es torlos in die Kabinen – ein Ergebnis, das die Spielanteile kaum widerspiegelte.
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Meuselwitz deutlich mutiger. Trainer Georg-Martin Leopold brachte mit Fischer und Bürger frische Kräfte, wodurch die Gäste offensiv präsenter agierten. Dennoch fiel zunächst der Treffer auf der anderen Seite. Nach einem Handspiel von Wurr entschied Schiedsrichter Paul Drößler auf Strafstoß. Hessel übernahm Verantwortung und verwandelte sicher ins linke untere Eck zur längst fälligen Führung der Jenaer (56.).
Die Partie blieb danach jedoch offen, weil der FCC es versäumte, nachzulegen. Meuselwitz nutzte die zunehmenden Räume und kam nun häufiger zu Abschlüssen. Hansch prüfte zunächst Liesegang aus kurzer Distanz (59.), ehe wenig später erneut der Pfiff des Unparteiischen ertönte. Nach einer Hereingabe von Pauling sprang der Ball Reddemann an den Arm – erneut Strafstoß. Hansch blieb eiskalt und schob zum 1:1 ins rechte Eck ein (67.).
Der Ausgleich veränderte die Statik der Begegnung. Während Jena zuvor das Spiel kontrolliert hatte, verlor der FCC nun zunehmend den Rhythmus. Meuselwitz verteidigte kompakt und setzte immer wieder gefährliche Nadelstiche über die schnellen Flügelspieler. Besonders Pauling sorgte mit seinen dynamischen Vorstößen immer wieder für Unruhe in der Jenaer Defensive.
In der Schlussphase versuchten die Hausherren zwar noch einmal Druck aufzubauen, doch klare Möglichkeiten blieben selten. Ein harmloser Abschluss von Burmeister aus elf Metern (71.) blieb ebenso ohne Wirkung wie mehrere Hereingaben in den dicht besetzten Strafraum der Gäste.
Als vieles bereits auf eine Punkteteilung hindeutete, schlug der ZFC eiskalt zu. Bürger spielte einen präzisen Pass in die Schnittstelle der Jenaer Abwehr auf den eingewechselten Fischer. Der Angreifer nahm den Ball auf und jagte ihn aus rund 14 Metern mit voller Wucht unter die Latte – ein spektakulärer Treffer, der das Ernst-Abbe-Sportfeld in der 90. Minute verstummen ließ.
In der sechsminütigen Nachspielzeit warf Jena noch einmal alles nach vorne, doch Meuselwitz verteidigte leidenschaftlich. Ein letzter Kopfballversuch von Hehne blieb ungefährlich, ehe der Schlusspfiff die Überraschung perfekt machte.
Während der FCC eine Partie verlor, die er vor allem im ersten Durchgang klar dominierte, zeigte sich der ZFC Meuselwitz bemerkenswert effizient. Dank einer stabileren zweiten Halbzeit und des späten Traumtores von Fischer entführten die Gäste drei Punkte aus Jena – ein Derbyerfolg, der im Kampf um die Regionalliga-Platzierungen erhebliches Gewicht haben könnte.
Zuschauer: 6607
Spielstätte: Ernst-Abbe-Sportfeld, Jena
Schiedsrichter: Paul Drößler – Johannes Drößler, Patrick Kluge
Tore:
1:0 (56.) Hessel, 1:1 (67.) Hansch, 1:2 (89.) Fischer
Mannschaftsaufstellungen:
FC Carl Zeiss Jena:
Liesegang, Reddemann, Lankford, Oduah (73. Hehne), Prokopenko (73. Wähling), Talabidi, Weihrauch (74. Suljic), Fritz, Butzen, Burmeister, Hessel (84. Hoppe)
ZFC Meuselwitz:
Sedlak, Rehder (46. Bürger), Stiller, Pfeil, Nitschke, Wurr, Pauling (78. Seidemann), Balde (46. Fischer), Hansch, Eckardt, Schmökel
Besondere Vorkommnisse:
Gelbe Karten: Lankford, Weihrauch – FCC / Eckardt, Nitschke, Pfeil, Bürger – ZFC
---------- 26. SPIELTAG DER REGIONALLIGA NORDOST ----------
Dobruna sichert Zwickau Arbeitssieg gegen mutige Zehlendorfer
FSV Zwickau – Hertha 03 Zehlendorf 1:0 (1:0)
Ein früher Treffer nach einer Standardsituation entschied eine insgesamt zähe Begegnung: Der FSV Zwickau gewann am Freitagabend vor 4035 Zuschauern mit 1:0 gegen Hertha 03 Zehlendorf. Matchwinner war Dobruna, der bereits in der 13. Minute eine Ecke verwertete. Danach kontrollierten die Westsachsen die Partie phasenweise, ohne sie endgültig zu entscheiden. Die Berliner präsentierten sich trotz Tabellenrang am Ende keineswegs wie ein abgeschlagener Letzter und blieben bis in die Schlussminuten gefährlich.
Schon vor dem Anpfiff sorgten die Zwickauer Fans mit einer Choreografie zu Ehren der Europapokalzeiten des Vereins für stimmungsvolle Kulisse. Auf dem Rasen übernahm der FSV früh die Initiative. Bereits nach sieben Minuten bot sich die erste große Möglichkeit: Nach einer Ecke verpasste zunächst Fobassam am kurzen Pfosten, im Anschluss kam Somnitz im Fünfmeterraum an den Ball, brachte ihn jedoch nicht über die Linie, weil ein Berliner auf der Torlinie klärte.
Die Gastgeber blieben zunächst tonangebend. Eixler versuchte es nach einem Solo aus der Distanz (4.), ehe er kurz darauf erneut aus der zweiten Reihe abzog und eine Ecke herausholte. Diese Standardsituation führte schließlich zur Führung: Eixler brachte den Ball von rechts präzise in den Fünfmeterraum, wo Dobruna im Seitwärtsfallen zum Kopfball kam und die Kugel zum 1:0 über die Linie drückte (13.).
Die frühe Führung verlieh den Hausherren allerdings nur kurzzeitig zusätzliche Sicherheit. Zehlendorf ließ sich vom Rückstand kaum beeindrucken und begann, über längere Ballbesitzphasen Struktur ins eigene Spiel zu bringen. Besonders auffällig war dabei Kapitän Smailovic, der immer wieder den Spielaufbau organisierte und seine Mitspieler nach vorne schob.
Trotz der optischen Spielanteile der Gäste blieben Torchancen zunächst rar. Zwickau verteidigte kompakt und suchte seinerseits immer wieder den schnellen Weg nach vorne. Prasse hatte nach einer guten Drehung aus etwa 15 Metern die nächste Gelegenheit für den FSV, setzte seinen Schuss jedoch knapp über das Tor (21.). Insgesamt verflachte die Partie in dieser Phase zusehends: Viele Angriffsversuche versandeten bereits im Mittelfeld, präzise Abschlüsse blieben auf beiden Seiten die Ausnahme.
Kurz vor der Pause meldete sich Zwickau noch einmal offensiv. Nach einer Flanke von der rechten Seite kam erneut Dobruna zum Kopfball, setzte die Kugel jedoch links am Tor vorbei (41.). So blieb es zur Halbzeit bei der knappen Führung der Gastgeber.
Auch im zweiten Durchgang erwischte der FSV zunächst den besseren Start. Zwei aufeinanderfolgende Ecken kurz nach Wiederbeginn sorgten für Unruhe im Berliner Strafraum, doch Zählbares sprang nicht heraus. Danach verlagerte sich das Spiel zunehmend in die Hälfte der Westsachsen, weil Zehlendorf mutiger nach vorne spielte.
Die erste echte Möglichkeit der Gäste hatte Smailovic, dessen Distanzschuss nur knapp am linken Pfosten vorbeistrich (55.). Wenig später musste Hiemann erstmals ernsthaft eingreifen, als der Berliner Kapitän erneut aus rund 20 Metern abzog und der Zwickauer Schlussmann den Ball über die Latte lenkte (63.).
Der FSV verlegte sich nun zunehmend aufs Verwalten der Führung – ein Ansatz, der die Begegnung offen hielt. Zwickau hätte allerdings für die Entscheidung sorgen können: Nach einem langen Freistoß legte Zimmermann per Kopf auf Eixler ab, doch dessen Direktabnahme aus 14 Metern strich knapp am Ziel vorbei (79.).
So blieb Zehlendorf bis in die Schlussphase hinein im Spiel. Die Berliner suchten immer wieder den Weg über die Außenbahnen und kamen kurz vor dem Ende noch einmal gefährlich vors Tor: Nach einer Flanke von rechts zog Doll aus der Drehung aus etwa 16 Metern ab, setzte den Ball jedoch am rechten Pfosten vorbei (88.).
Die Schlussminuten überstand der FSV ohne größere Probleme. Zwar fehlte dem Spiel der Hausherren über weite Strecken die letzte Konsequenz, doch dank der frühen Führung brachte die Mannschaft von Trainer Rico Schmitt den knappen Vorsprung letztlich über die Zeit. Zehlendorf dagegen zeigte eine engagierte Vorstellung, blieb jedoch einmal mehr ohne zählbaren Ertrag.
Für Zwickau bedeutet der Erfolg den nächsten Schritt in Richtung obere Tabellenhälfte, während die Berliner trotz einer ordentlichen Leistung weiter auf ein Erfolgserlebnis warten müssen.
Zuschauer: 4035
Spielstätte: GGZ-Arena, Zwickau
Schiedsrichter: Eugen Ostrin – Daniel Bartnitzki, Chris Rauschenberg
Tore:
1:0 (13.) Dobruna
Mannschaftsaufstellungen
FSV Zwickau:
Hiemann, Dobruna (60. Möbius), Somnitz, Breitenbücher (60. Putze), Startsev, Sengersdorf, Eixler, Sezer (75. Zimmermann), Fobassam Nawe, Ziemer (40. Dittrich), Prasse (75. Senkbeil)
FC Hertha 03 Zehlendorf:
Karika, Smailovic, Jones (73. Wicht), May (73. Keller), Hasenberg (80. Wachs), Yamada (64. Yoldas), Schulz, Doll, Abe (46. Günay), Quiala, Schulze
Besondere Vorkommnisse
Gelbe Karten:
Sengersdorf (66.), Prasse (60.), Dittrich (49.) – FSV Zwickau / Yamada (47.) – Hertha 03 Zehlendorf
---------- 26. SPIELTAG DER REGIONALLIGA NORDOST ----------
Effizienter BFC Dynamo entscheidet Kellerduell
BFC Dynamo – BSG Chemie Leipzig 2:0 (1:0)
Der BFC Dynamo hat das wichtige Kellerduell der Regionalliga Nordost für sich entschieden. Vor heimischer Kulisse setzte sich die Mannschaft von Trainer Sven Körner mit 2:0 gegen die BSG Chemie Leipzig durch. Fritzsche brachte die Berliner kurz vor der Pause in Führung (43.), Mattmüller legte nach einem Standard in der zweiten Hälfte nach (55.). Chemie stemmte sich zwar gegen die Niederlage, fand aber vor allem im Angriff zu selten die nötige Durchschlagskraft.
Die Partie begann zunächst verhalten. Beide Teams begegneten sich im Abstiegskampf mit entsprechendem Respekt, klare Torchancen blieben in der Anfangsphase aus. Der BFC kontrollierte zwar häufiger den Ballbesitz, suchte meist mit langen Bällen auf Dadashov den Weg nach vorne. Chemie Leipzig setzte dagegen auf schnelle Umschaltmomente, ohne dabei zunächst gefährlich zu werden.
Die erste Abschlussaktion gehörte den Gästen: Lihsek versuchte es nach acht Minuten aus der Distanz, verfehlte das Tor jedoch deutlich. Auch in der Folge blieb das Spiel lange Stückwerk. Zweikämpfe im Mittelfeld und viele Ungenauigkeiten prägten das Geschehen, weshalb die Begegnung zunächst vor allem taktische Beobachter zufriedenstellte.
Erst nach rund einer halben Stunde nahm die Partie an Fahrt auf. Der BFC kam über die linke Seite zu ersten gefährlichen Aktionen. Zunächst setzte Reincke einen Abschluss unter Bedrängnis neben das Tor (33.), kurz darauf kam Fritzsche nach einer Flanke von Dadashov per Flugkopfball zum Abschluss, verfehlte das Ziel jedoch knapp (39.). Chemie blieb offensiv weiterhin blass und suchte sein Heil meist in Distanzschüssen.
Kurz vor der Pause fiel dann die Führung für die Gastgeber – allerdings auf kuriose Weise. Reincke brachte den Ball von der linken Seite flach in den Strafraum, wo Leipzigs Verteidiger Aliji klären wollte, dabei jedoch Fritzsche anschoss. Von dessen Körper prallte der Ball unglücklich ins Tor – 1:0 für den BFC (43.). Die Berliner hätten wenig später sogar erhöhen können, doch Fritzsche setzte eine weitere gute Gelegenheit aus elf Metern an die Latte (45.+1).
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Chemie das Tempo und versuchte, früher Druck auf den Ballführenden auszuüben. Die Gäste wirkten nun aggressiver im Anlaufen, doch die nächste klare Gelegenheit hatten erneut die Berliner. Der eingewechselte Windsheimer zog aus rund 24 Metern kraftvoll ab, Bergmann lenkte den Ball mit einer starken Parade über das Tor (56.).
Nur wenige Sekunden später fiel der zweite Treffer des Abends. Nach einer Ecke von der rechten Seite setzte sich Mattmüller im Strafraum durch und köpfte aus kurzer Distanz zum 2:0 ein (55.). In dieser Szene sah die Leipziger Defensive nicht gut aus – weder die Zuordnung noch das Stellungsspiel stimmten.
Chemie Leipzig reagierte mit mehreren Wechseln und bemühte sich um mehr offensive Präsenz. Die Gäste kamen nun tatsächlich zu einigen guten Möglichkeiten. Fantozzi zwang BFC-Keeper Ortegel mit einem Abschluss zu einer unorthodoxen Parade (70.), wenig später setzte Lihsek einen Versuch ans Außennetz (71.). Besonders gefährlich wurde es schließlich in der 76. Minute: Nach einer missglückten Klärungsaktion der Berliner kam Bell aus kurzer Distanz zum Abschluss, traf jedoch nur die Latte.
Der BFC zog sich in der Schlussphase zunehmend zurück und konzentrierte sich auf die Defensive. Chemie drängte zwar weiter auf den Anschluss, doch klare Gelegenheiten blieben selten. Ein Kopfball von Seidemann zwang Mattmüller sogar zur Rettungstat auf der Linie (82.).
In der Nachspielzeit bot sich den Gästen noch einmal die große Chance auf den Anschlusstreffer. Nach einem Ballverlust der Berliner lief Seidemann frei auf Ortegel zu, scheiterte jedoch am stark reagierenden Torhüter. Auch der Nachschuss fand keinen Weg ins Netz (90.+2).
So blieb es beim letztlich verdienten Erfolg des BFC Dynamo. Die Berliner präsentierten sich effizienter vor dem Tor und nutzten ihre Möglichkeiten konsequent. Chemie Leipzig zeigte zwar in der zweiten Hälfte mehr Initiative, ließ jedoch die nötige Durchschlagskraft vermissen.
Im engen Tabellenkeller der Regionalliga Nordost verschafft sich der BFC mit diesem Sieg etwas Luft, während die Leipziger weiterhin mitten im Abstiegskampf stecken.
Zuschauer: 2827
Spielstätte: Sportforum Stadion, Berlin
Schiedsrichter: Miriam Schwermer – Johannes Schipke, Max Goroncy
Tore:
1:0 (43.) Fritzsche, 2:0 (55.) Mattmüller
Mannschaftsaufstellungen:
BFC Dynamo:
Ortegel, Liebelt, Polte (46. Windsheimer), Amadou, Mattmüller, Sadrifar, Fritzsche (83. Oellers), Dadashov, Breitfeld, Knezevic (83. Pestic), Reincke (90.+4 Gnodtke)
BSG Chemie Leipzig:
Bergmann, Hoops (59. Fantozzi), Hollenbach, Mäder, Seidel, Aliji (65. Enke), Seidemann, Sanin (56. Akono), Lihsek, Ratifo, Bell
Besondere Vorkommnisse:
Gelbe Karten: Ortegel, Knezevic, Gnodtke – BFC / Bell, Aliji, Ratifo – Chemie Leipzig
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Redaktion: Holger Elias (NOFV)
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