Regionalliga Nordost
Regionalliga Nordost: Zusammenfassung 23. Spieltag
ZFC FSV 4:0 / Lok – FCE 3:0 / FCC – Chemie 2:1 / HFC – GFC 2:0 / FCM II – Erfurt 2:3
Die Sonntagsspiele (22.02.26): Der ZFC Meuselwitz hat den FSV Zwickau mit 4:0 bezwungen und damit seine schwache Heimbilanz eindrucksvoll aufgebessert. Nach zwei Treffern vor der Pause überstand der ZFC eine Druckphase der Gäste und entschied die Partie in der Schlussphase endgültig. Zwickau blieb trotz mehrerer guter Möglichkeiten ohne Torerfolg und zahlte für seine mangelnde Effizienz einen hohen Preis. - Lok Leipzig hat sich mit einem 3:0-Heimsieg gegen den FC Eilenburg für die Niederlage in Chemnitz rehabilitiert. Nach torloser erster Hälfte entschieden zwei Standardtreffer von Siebeck binnen zehn Minuten die Partie. Maderer machte den verdienten Erfolg perfekt, während Eilenburg offensiv zu harmlos blieb.
Am Sonnabend (21.02.26) spielten: Der FC Carl Zeiss Jena schlägt die BSG Chemie Leipzig mit 2:1 vor 7.096 Zuschauern. Nach Burmeisters Führung und Lihseks Ausgleich köpft Oduah den entscheidenden Treffer (71.). Trotz Gelb-Rot gegen Hehne verteidigt Jena den Vorsprung in Unterzahl souverän. - Der Hallesche FC setzt sich vor 5.200 Zuschauern mit 2:0 gegen den Greifswalder FC durch. Nach torloser erster Hälfte bricht Stierlin per Kopf den Bann (57.), Joker Hartmann entscheidet die Partie mit einem Distanzschuss (86.). Halle bleibt damit im siebten Spiel in Folge ungeschlagen.
Die Partie am Freitagabend (20.02.26): Der 1. FC Magdeburg II ging durch Widmann in Führung, kassierte jedoch binnen drei Minuten zwei Treffer von Hajrulla. Caciel erhöhte nach der Pause auf 3:1 für Erfurt, ehe Bytyqi in der Nachspielzeit per Elfmeter verkürzte. Der FC Rot-Weiß Erfurt feierte damit seinen ersten Sieg im Jahr 2026.
Glaserkuppe bebt: Klarer Heimsieg für den ZFC
ZFC Meuselwitz – FSV Zwickau 4:0 (2:0)
Mit einer Leistung, die in dieser Deutlichkeit kaum zu erwarten war, hat der ZFC Meuselwitz seine bislang so dürftige Heimbilanz aufpoliert und den favorisierten FSV Zwickau vor 1.013 Zuschauern auf der Glaserkuppe klar bezwungen. Nach ausgeglichener Anfangsphase nutzten die Zipsendorfer ihre Chancen konsequent, überstanden eine Drangphase der Gäste und schlugen in der Schlussphase noch zweimal erbarmungslos zu.
Dabei deutete zunächst wenig auf einen derart einseitigen Ausgang hin. Zwickau, das das Hinspiel 2:0 gewonnen hatte, begann engagiert, suchte früh über Dobruna die Tiefe und kam zu ersten Standards (2., 9.). Meuselwitz hielt mit schnellen Gegenstößen dagegen, Hansch prüfte Hiemann bereits in der 5. Minute. Das Spiel entwickelte Tempo, blieb aber in der ersten halben Stunde weitgehend ausgeglichen. Sezer verfehlte den Kasten aus der Drehung nur um Zentimeter (30.), auf der Gegenseite brachte Eckardt einen Eckball gefährlich in den Strafraum (12.).
Die Führung der Hausherren fiel in eine Phase, in der sich beide Mannschaften neutralisierten. Trübenbach setzte sich über links durch, Pfeil legte in den Fünfmeterraum zurück – Hansch reagierte am schnellsten und drückte den Ball zum 1:0 über die Linie (36.). Zwickau antwortete mit einem Abseitstor durch Sezer (22.) und einem Distanzschuss von Breitenbücher (35.), doch es fehlte die Präzision. Kurz vor der Pause schlug Meuselwitz erneut zu: Geburtstagskind René Eckardt brachte eine Ecke scharf nach innen, Stiller köpfte aus fünf Metern zum 2:0 ein (45.+2). Zwei Standards, zwei Wirkungstreffer – effizienter konnte man eine ausgeglichene erste Hälfte kaum beenden.
Nach dem Seitenwechsel stemmten sich die „Schwäne“ gegen die drohende Niederlage. Prasse kam für Breitenbücher (46.), wenig später vergab Dobruna aus kurzer Distanz gegen den stark reagierenden Sedlak, Sezer setzte den Nachschuss deutlich vorbei (53.). Auch Putze (63.) und Somnitz (69.) näherten sich an, doch entweder fehlte die Genauigkeit oder Sedlak war zur Stelle. Die Gäste erhöhten den Druck, doch ihre Abschlüsse blieben zu unpräzise – symptomatisch für einen Nachmittag, an dem Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis standen.
Meuselwitz verteidigte diszipliniert, verschob kompakt und lauerte auf Umschaltmomente. In der 86. Minute folgte die Entscheidung: Nach einem Freistoß an der Strafraumgrenze zirkelte Trübenbach den Ball an der Mauer vorbei ins linke untere Eck – 3:0. Die Partie war entschieden, Zwickau sichtlich konsterniert. In der Nachspielzeit setzte Hansch mit einem wuchtigen Abschluss den Schlusspunkt (90.+1) und schnürte seinen Doppelpack.
Auffällig war die Kaltschnäuzigkeit der Hausherren: Während Zwickau mehrere gute Gelegenheiten ungenutzt ließ, verwertete der ZFC seine klaren Möglichkeiten nahezu konsequent. Sedlak im Tor der Thüringer strahlte zudem Ruhe aus und entschärfte die wenigen wirklich zwingenden Abschlüsse. Die Gäste investierten viel, fanden aber gegen die kompakte ZFC-Defensive kaum Lösungen im letzten Drittel.
Für Meuselwitz, das zuvor erst einen Heimsieg verbucht hatte, ist dieser Erfolg ein Signal. Trainer Georg-Martin Leopold durfte sich über eine reife Vorstellung seiner Mannschaft freuen, die nach verhaltenem Beginn mit zunehmender Spielzeit an Sicherheit gewann. Zwickau hingegen muss sich fragen lassen, warum aus einer ordentlichen ersten Stunde kein Kapital geschlagen wurde. Trainer Rico Schmitt sah eine Mannschaft, die sich bemühte, aber im entscheidenden Moment die Zielstrebigkeit vermissen ließ.
Am Ende stand ein deutlicher 4:0-Erfolg, der in dieser Höhe vielleicht etwas zu klar erscheint, den Unterschied in Effizienz und Konsequenz jedoch treffend widerspiegelt. Auf der Glaserkuppe wurde aus der Heimschwäche für einen Nachmittag Heimstärke.
Zuschauer: 1013
Spielstätte: Hauptplatz bluechip Arena, Meuselwitz
Schiedsrichter: Tim Gerstenberg – Marcel Riemer, Andy Stolz
Tore:
1:0 (36.) Hansch, 2:0 (45.+1) Stiller, 3:0 (86.) Trübenbach, 4:0 (90.) Hansch
Mannschaftsaufstellungen:
ZFC Meuselwitz:
Sedlak – Rehder, Stiller (90.+1 Jeck), Trübenbach (89. Bürger), Pfeil (90.+1 Raithel), Nitschke, Wurr, Pauling (81. Fischer), Hansch (90.+1 Balde), Eckardt, Schmökel
FSV Zwickau:
Hiemann – Dobruna (68. Möbius), Somnitz, Breitenbücher (46. Prasse), Dittrich (68. Sengersdorf), Eixler, Sezer, Jacobi (77. Martens), Fobassam, Putze (77. Zimmermann), Ziemer
Besondere Vorkommnisse:
Gelbe Karten: Stiller, Trübenbach (Meuselwitz) – Sezer, Dittrich, Putze, Fobassam (Zwickau)
Siebeck als Türöffner, Maderer als Vollstrecker
1. FC Lok Leipzig – FC Eilenburg 3:0 (0:0)
Der Tabellenführer hat die passende Antwort auf den Dämpfer von Chemnitz geliefert. Gegen den abstiegsbedrohten FC Eilenburg tat sich der 1. FC Lok Leipzig eine Halbzeit lang schwer, ehe Alexander Siebeck mit einem Doppelschlag die Weichen stellte und Stefan Maderer den Deckel draufmachte. Vor heimischem Publikum gewann der Spitzenreiter letztlich souverän mit 3:0 – und baute den Vorsprung vorerst wieder auf fünf Punkte aus.
Im Nieselregen begann die Partie mit überraschend selbstbewussten Gästen. Eilenburg, als Vorletzter angereist und mit fünf Änderungen in der Startelf, suchte früh den Ballbesitz und setzte das erste Zeichen durch Kretzer (1.). Lok agierte zunächst abwartend, verschob diszipliniert und ließ die Kugel laufen, ohne sofort in die Tiefe zu kommen. Die erste klare Gelegenheit ergab sich nach einem langen Diagonalball auf Dombrowa, dessen Hereingabe Maderer um eine Fußspitze verpasste (24.).
Mit zunehmender Spieldauer kippte das Geschehen jedoch. Grözinger sorgte mit präzisen Standards für Gefahr: Maderer köpfte nach einer Ecke zentral auf das Tor, doch Pieles parierte (29.). Abderrahmane setzte einen weiteren Kopfball knapp über die Latte (36.). Lok schnürte die Gäste nun phasenweise ein, kontrollierte Ball und Räume, allein die Zielstrebigkeit im Abschluss fehlte. Adetula vergab freistehend nach einer schnellen Kombination über Siebeck und Maderer (43.). Zur Pause blieb es beim torlosen Remis – Eilenburg verteidigte leidenschaftlich, profitierte aber auch von der mangelnden Effizienz des Favoriten.
Direkt nach Wiederbeginn erhöhte Lok das Tempo. Öztürk zog aus dem rechten Strafraum flach ab, der Ball strich knapp am Pfosten vorbei (46.). Drei Minuten später war die Geduld belohnt: Grözinger brachte eine Ecke von links zentral vor das Tor, Siebeck stand vollkommen blank und köpfte unbedrängt ins rechte Eck – 1:0 (49.). Ein Standard als Dosenöffner, begünstigt durch eine Zuordnungsproblematik im Eilenburger Defensivverbund.
Eilenburg suchte die unmittelbare Antwort, blieb im letzten Drittel jedoch ideenlos. Stattdessen legte Lok nach. Wieder war es eine Grözinger-Ecke, diesmal von rechts. Maderer verlängerte am ersten Pfosten eher unfreiwillig, Siebeck reagierte am schnellsten und spitzelte den Ball mit hochgestrecktem Bein über die Linie (59.). Der Doppelschlag innerhalb von zehn Minuten entschied die Begegnung faktisch.
Die Gäste gaben sich dennoch nicht auf. Griebsch hatte den Anschluss auf dem Fuß, doch Naumann rettete mit der linken Fußspitze stark (64.). Kurz darauf klärte Lok nach einem Eckball auf der Linie (67.). In dieser Phase zeigte sich, dass Eilenburg phasenweise mutig agierte, aber im Abschluss die nötige Präzision vermissen ließ. Die Statistik spiegelte das wider: Lok brachte deutlich mehr Abschlüsse im Strafraum zustande und erarbeitete sich eine Vielzahl an Standards, während Eilenburg aus seinem Ballbesitz kaum zwingende Aktionen generierte.
Im direkten Gegenzug fiel die Entscheidung im Stile einer Spitzenmannschaft. Adetula hatte auf der linken Seite Raum, trieb den Konter mit Tempo und legte mustergültig in die Mitte. Maderer lief ein und überwand Pieles aus kurzer Distanz zum 3:0 (67.). Spätestens jetzt war der Widerstand der Nordsachsen gebrochen.
In der Schlussphase verwaltete Lok das Ergebnis mit der nötigen Souveränität. Öztürk zwang Pieles mit einem sehenswerten Schlenzer noch zu einer Flugeinlage (72.), der eingewechselte Verkamp verpasste nach starker Einzelaktion das 4:0 (87.). Trainer Jochen Seitz nutzte die Gelegenheit, um Kusic zu seinem Debüt zu verhelfen und Kräfte zu schonen. Eilenburg fehlten in der letzten Viertelstunde die Mittel, um noch einmal Druck zu entfachen.
So stand am Ende ein verdienter Heimsieg, der allerdings erst nach dem Seitenwechsel klare Konturen annahm. Lok dominierte über weite Strecken Ball und Gegner, erhöhte nach der Pause die Effizienz bei Standards und nutzte Umschaltmomente konsequent. Eilenburg verteidigte lange diszipliniert, blieb offensiv jedoch zu harmlos, um den Favoriten ernsthaft zu gefährden.
Für den Spitzenreiter ist der Erfolg mehr als nur Pflichtprogramm. Er dokumentiert Reife im Umgang mit Widerständen und unterstreicht, dass Lok in der Lage ist, Geduld in Durchschlagskraft zu verwandeln. Eilenburg hingegen muss im Abstiegskampf vor allem an Kreativität und Durchsetzungsvermögen im letzten Drittel arbeiten.
Zuschauer: 4748
Spielstätte: Bruno-Plache-Stadion Hauptfeld, Leipzig
Schiedsrichter: Eugen Ostrin – Chris Rauschenberg, Patrick Kluge
Tore:
1:0 (49.) Siebeck, 2:0 (59.) Siebeck, 3:0 (68.) Maderer
Mannschaftsaufstellungen:
1. FC Lokomotive Leipzig:
Naumann – Wilton, Abderrahmane (75. Kabashi), Maderer (75. Ziane), Adetula (71. Verkamp), Siebeck, Čevis (71. Maier), Grözinger, Von Piechowski (82. Kusic), Öztürk, Dombrowa
FC Eilenburg:
Pieles – Griebsch, Zaruba (15. G), Jarosch, Baumann (70. Poser), Kretzer, Niemitz (59. Kallenbach), Aguilar Alvarez (87. Schädlich), Pestel (59. Mauer), Henkel (70. Mattmüller), Schlicht
Besondere Vorkommnisse:
Gelbe Karten: – (Lok Leipzig) – Zaruba, Baumann (Eilenburg)
Bergmann pariert, Burmeister trifft, Oduah entscheidet
FC Carl Zeiss Jena – BSG Chemie Leipzig 2:1 (1:0)
Es war ein Nachmittag zwischen Emotion, Effizienz und Eskalation: Vor 7.096 Zuschauern rang der FC Carl Zeiss Jena die BSG Chemie Leipzig mit 2:1 nieder und behauptete damit seine Rolle als erster Verfolger von Lok. Burmeister (44.) und Oduah (71.) trafen für die Thüringer, Lihsek (55.) glich zwischenzeitlich aus. In der Schlussphase musste Jena nach Gelb-Rot gegen Hehne (84.) in Unterzahl zittern – hielt dem Leipziger Druck jedoch stand.
Die Vorzeichen waren klar: Der Zweite empfing den Sechzehnten, Jena mit starker Heimbilanz, Chemie im Umbruch unter Debütant Alexander Schmidt. Doch von Beginn an war zu spüren, dass sich die Gäste nicht verstecken wollten. Seidemann prüfte die Aufmerksamkeit der Defensive, Lihsek versuchte es aus der Distanz – die Partie nahm früh Tempo auf.
Jena suchte die spielerische Lösung, tat sich gegen das kompakte 3-4-3 der Leipziger aber zunächst schwer. Erst nach gut 20 Minuten fand die Mannschaft von Volkan Uluc in höhere Zonen. Wähling zwang Bergmann per Volley zur Faustabwehr (23.), Oduah köpfte nach einer unübersichtlichen Szene an die Latte (34.) – Chemie wankte, fiel aber noch nicht. Kurz vor der Pause überschlugen sich dann die Ereignisse.
Nach einem Foul Fantozzis an Oduah zeigte der Referee auf den Punkt (43.). Reddemann trat an, doch Bergmann parierte stark halbhoch links – ein Wirkungstreffer für die Gäste, sollte man meinen. Doch Jena reagierte mit Reife: Nur eine Minute später landete ein abgewehrter Einwurf bei Burmeister, der aus rund 19 Metern trocken ins linke Eck abschloss (44.). Der Führungstreffer war die Konsequenz aus deutlich mehr Strafraumszenen – und ein psychologischer Nadelstich nach dem vergebenen Elfmeter.
Chemie kam mit neuem Mut aus der Kabine. Hoffmann und Enke belebten das Spiel, Ratifo prüfte Liesegang (51.). Der Ausgleich fiel nach einem Standard: Seidel legte eine Ecke an die Strafraumkante, Lihsek zog direkt ab, Wähling fälschte unhaltbar ab (55.). Ein Treffer, der der Leipziger Moral sichtlich Auftrieb verlieh.
In dieser Phase wackelte Jena, produzierte Fehlpässe und verlor die klare Struktur im Aufbau. Doch mit zunehmender Spielzeit fand der Favorit zurück zur Ordnung. Suljic brachte Stabilität im Zentrum, die Flügel wurden wieder gezielter eingebunden. In der 71. Minute schließlich die Antwort: Nach einer Ecke setzte sich Oduah im Fünfmeterraum robust gegen Mäder durch und köpfte aus kurzer Distanz ein. Eine Szene, die in höheren Ligen womöglich eine VAR-Diskussion ausgelöst hätte – hier zählte nur der Treffer.
Jena war nun wieder Herr der Lage, erspielte sich weitere Ansätze, ohne jedoch die Entscheidung frühzeitig zu erzwingen. Stattdessen wurde es turbulent: Hehne sah in der 84. Minute nach einem taktischen Foul Gelb, foulte unmittelbar darauf erneut – und musste mit Gelb-Rot vom Platz. Binnen Sekunden kippte die numerische Balance, Chemie witterte seine Chance.
Die Leipziger warfen in der Schlussphase alles nach vorn. Fantozzi zielte mit einem Schlenzer knapp drüber (90.+1), zuvor hatte Liesegang einen Versuch aus dem Halbfeld sicher aufgenommen. Jena verteidigte leidenschaftlich, schob kompakt und ließ trotz Unterzahl kaum klare Abschlüsse zu. Vier Minuten Nachspielzeit wurden zum Geduldsspiel – dann war der Heimsieg besiegelt.
In der Summe unterstrich Jena seine Offensivqualität mit einer Vielzahl an Abschlüssen und zwei Treffern aus dem Spiel heraus, während Chemie vor allem über Standards und Umschaltmomente Gefahr erzeugte. Der gehaltene Elfmeter Bergmanns hielt die Gäste lange im Rennen, doch die höhere Durchschlagskraft im Strafraum gab letztlich den Ausschlag.
Für Jena bedeutet der Erfolg eine Festigung der Verfolgerrolle. Chemie hingegen zeigte unter Schmidt durchaus Struktur und Widerstandskraft – doch im Abstiegskampf zählen am Ende Punkte, nicht Ansätze.
Zuschauer: 7096
Spielstätte: Ernst-Abbe-Sportfeld, Jena
Schiedsrichter: Kai Kaltwaßer – Pascal Wien, Julius Hanft
Tore:
1:0 (44.) Burmeister, 1:1 (55.) Lihsek, 2:1 (71.) Oduah
Mannschaftsaufstellungen:
FC Carl Zeiss Jena:
Liesegang – Reddemann, Hehne (84. GR), Oduah (84. Krämer), Talabidi, Weihrauch, Schau (67. Suljic), Butzen, Burmeister (77. Lankford), Hessel (49. G), Wähling (77. Prokopenko)
BSG Chemie Leipzig:
Bergmann – Hoops (46. Enke), Hollenbach, Seidel (79. Lisinski), Aliji, Seidemann (46. Hoffmann), Lihsek, Ratifo (61. Mäder), Bell, Akono (69. Bunge), Fantozzi
Besondere Vorkommnisse:
Gelbe Karten: Schau, Hessel, Hehne (Jena; Hehne Gelb-Rot) – Hoffmann, Lisinski (Chemie)
Geduld zahlt sich aus: Halle knackt Greifswald spät
Hallescher FC – Greifswalder FC 2:0 (0:0)
Der Bann brauchte Geduld, Präzision – und einen Moment der Klarheit. Vor 5.200 Zuschauern im Leuna-Chemie-Stadion rang der Hallesche FC den Greifswalder FC mit 2:0 nieder. Nach einer druckvollen, aber torlosen ersten Hälfte erlöste Stierlin (57.) die Hausherren per Kopf, ehe Joker Hartmann (86.) mit einem platzierten Distanzschuss den verdienten Heimsieg besiegelte. Die Mannschaft von Robert Schröder blieb damit im siebten Punktspiel in Serie ungeschlagen.
Von Beginn an übernahm Halle das Kommando. Bereits in der 5. Minute zwang Landgraf Greifswalds Keeper Flemming mit einem wuchtigen Versuch von der Strafraumkante zu einer Parade. Die Gastgeber suchten über Kulke und Hauptmann immer wieder die Flügel, setzten auf frühe Hereingaben und zweite Bälle. In der 17. Minute forderte der HFC Elfmeter, als ein Greifswalder eine Flanke von Kulke im Strafraum wohl an die Hand bekam – Schiedsrichter Rauschenberg ließ weiterspielen. Es passte ins Bild einer ersten Halbzeit, in der Halle optisch überlegen war, im letzten Drittel jedoch zu häufig an Präzision vermissen ließ.
Greifswald, unter dem neuen Trainer Björn Lipfert erstmals auswärts gefordert, agierte tief und lauerte auf Umschaltmomente. Die beste Gelegenheit der Gäste resultierte aus einem Solo Richardsons (35.), dessen Abschluss knapp über Müllers Gehäuse strich. Ansonsten blieb der Tabellenletzte – mit zahlreichen Stockfehlern im Aufbau – defensiv gebunden. Halle kam bis zur Pause auf ein klares Chancenplus, doch weder Fakhro (27.) noch Landgraf (11.) oder Löhmannsröben (19.) fanden die nötige Zielgenauigkeit.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte der HFC die Schlagzahl. Damelang ersetzte Wosz, Elezi kam für Kulke – und das Offensivspiel gewann an Dynamik. Bereits in der 51. Minute klärte Greifswald einen scharfen Kopfball Fakhros, kurz darauf musste Flemming nach einer gefährlichen Ecke eingreifen (55.). Zwei Minuten später war er machtlos: Nach feiner Vorarbeit – die Hereingabe kam mit Schnitt in den Fünfmeterraum – stieg Stierlin am höchsten und köpfte wuchtig ins rechte Eck. Das 1:0 war die logische Konsequenz einer zunehmend einseitigen Begegnung.
Halle blieb am Drücker, ließ Ball und Gegner laufen und zwang Greifswald zu permanenter Defensivarbeit. Die Gäste reagierten mit personellen Korrekturen, doch ihre Offensivbemühungen verpufften meist in der kompakten Viererkette um Halili und Schmedemann. Ein Kopfball Zarubas nach Elezi-Flanke (80.) strich noch vorbei, ehe Hartmann in der 86. Minute endgültig für klare Verhältnisse sorgte: Der eingewechselte Offensivmann nahm sich aus rund 18 Metern ein Herz und schlenzte den Ball präzise ins rechte untere Eck – ein Treffer, der die Überlegenheit der Gastgeber auch im Resultat widerspiegelte.
Statistisch unterstrich Halle seine Dominanz mit einem deutlichen Plus an Abschlüssen und zahlreichen Standardsituationen, während Greifswald über weite Strecken kaum zu strukturierten Offensivaktionen fand. Die Nordlichter kamen nur vereinzelt in den Strafraum, während der HFC kontinuierlich Druck erzeugte und sich immer wieder in gute Abschlusspositionen kombinierte.
In der Schlussphase verwaltete Halle das Ergebnis souverän, auch wenn Löhmannsröben in der 90. Minute noch Gelb sah. Der Dreier war hochverdient – nicht nur aufgrund der Spielanteile, sondern wegen der klareren Struktur, der größeren Intensität und der konsequenteren Strafraumbesetzung.
Für den Halleschen FC bedeutet der Erfolg eine Festigung der guten Form im neuen Jahr. Greifswald hingegen steht vor der Aufgabe, unter Lipfert rasch offensive Lösungen zu entwickeln – die defensive Stabilität allein wird im Abstiegskampf kaum reichen.
Zuschauer: 5200
Spielstätte: LEUNA-CHEMIE-STADION, Halle (Saale)
Schiedsrichter: Chris Rauschenberg – Matthias Lämmchen, Eugen Ostrin
Tore:
1:0 (57.) Stierlin, 2:0 (86.) Hartmann
Mannschaftsaufstellungen:
Hallescher FC:
Müller – Zaruba, Halili, Löhmannsröben (89. Kastull), Fakhro (75. Baro), Stierlin, Kulke (60. Elezi), Wosz (46. Damelang), Hauptmann (75. Hartmann), Schmedemann, Landgraf
Greifswalder FC:
Flemming – Tomety-Hemazro (88. Eder), Kaizer, Strietzel, Farr (81. G), Bokake Bolufe (80. Ndualu), Richardson II (65. Harz), Lämmel, Vogt (80. Daedlow), Benyamina, Atilgan (65. Hüther)
Besondere Vorkommnisse:
Gelbe Karten: Löhmannsröben (Hallescher FC) – Tomety-Hemazro, Farr (Greifswalder FC)
Doppelpack als Wendepunkt: Hajrulla sticht
1. FC Magdeburg II – FC Rot-Weiß Erfurt 2:3 (1:2)
Der erste Dreier im Kalenderjahr 2026 ist perfekt – und doch musste der FC Rot-Weiß Erfurt bis zur letzten Aktion zittern. In einer intensiven Freitagabend-Partie setzte sich der Tabellendritte beim 1. FC Magdeburg II mit 3:2 durch. Entscheidender Mann war Romarjo Hajrulla, der mit einem Doppelschlag binnen drei Minuten die Begegnung drehte. Erst ein Foulelfmeter in der siebten Minute der Nachspielzeit brachte die Gastgeber noch einmal heran.
Magdeburg begann mutig und zielstrebig. Wölfels Elf suchte früh die Tiefe, attackierte im Umschalten und fand vor allem über die rechte Seite immer wieder Raum. Bereits in der 4. Minute setzte Mergner Ahl Holmström in Szene, doch Otto parierte aus kurzer Distanz. Noch klarer wurde es zehn Minuten später: Leipertz drehte sich halblinks um die eigene Achse und hämmerte den Ball an die Unterkante der Latte (14.). Erfurt war in dieser Phase zwar bemüht, Ballkontrolle zu entwickeln, ließ defensiv jedoch Abstimmungsprobleme erkennen.
Die Führung für den FCM II fiel folgerichtig. Ein langer Ball von Pohl segelte in den linken Korridor, Widmann nahm ihn technisch stark mit, zog an Moritz vorbei und schloss mit rechts flach ins lange Eck ab (31.). Es war sein erster Regionalliga-Treffer – und Ausdruck der Magdeburger Konsequenz im letzten Drittel.
Doch Erfurt antwortete mit brutaler Effizienz. Nur zwei Minuten nach dem Rückstand flankte Ugondu präzise von links, Hajrulla setzte sich im Luftduell gegen Dzogovic durch und köpfte zum 1:1 ein (33.). Magdeburg wirkte kurz geschockt – und kassierte prompt den nächsten Nackenschlag. Ein langer Ball rutschte durch, Kampa kam einen Tick zu spät heraus, der Ball sprang Hajrulla an den Fuß, der nur noch ins leere Tor einschieben musste (36.). Binnen drei Minuten hatte der Rückkehrer das Spiel gedreht.
Bis zur Pause stabilisierten sich die Thüringer, ließen den Ball ruhiger zirkulieren und nahmen Tempo aus der Partie. Magdeburg suchte über Standards den Ausgleich, doch Moritz und Schwarz klärten konsequent.
Nach dem Seitenwechsel verlor das Spiel zunächst an Struktur. Beide Teams suchten ihre Linie, klare Abschlüsse blieben Mangelware. Magdeburg hatte mehr Ballbesitz, doch die Erfurter Defensive stand nun enger. Die größte Möglichkeit dieser Phase gehörte den Gästen: Nach einer Ecke stieg Ugondu hoch, setzte seinen Kopfball jedoch knapp vorbei (57.).
In der 71. Minute folgte die spielentscheidende Szene. Erfurt kombinierte sich sehenswert durch das Zentrum – Ugondu, Boboy, Fehler und Hajrulla ließen den Ball mit wenigen Kontakten laufen, ehe Caciel aus 21 Metern Maß nahm und die Kugel präzise ins linke Eck setzte. Der FCM bekam keinen Zugriff, die Passwege waren offen, die Restverteidigung unsortiert – 1:3.
Magdeburg stemmte sich in der Schlussphase gegen die drohende Niederlage. Zajusch scheiterte nach starkem Antritt an Otto (79.), Bytyqi vergab aus drei Metern per Kopf die Großchance zum Anschluss (90.+3). Zudem forderten die Hausherren nach einem geblockten Korsch-Abschluss vergeblich Handspiel (90.+3).
Als bereits fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt waren, wurde es noch einmal turbulent. Dehl traf Hink im Strafraum – Schiedsrichter zeigte auf den Punkt (90.+7). Bytyqi verwandelte sicher ins linke untere Eck (90.+7) und verkürzte auf 2:3. Doch für mehr reichte es nicht mehr.
So blieb es beim insgesamt nicht unverdienten Auswärtssieg der Thüringer, die aus wenigen klaren Momenten maximalen Ertrag zogen. Magdeburg überzeugte phasenweise im Tempo- und Umschaltspiel, ließ jedoch nach der Führung die defensive Balance vermissen und war in den entscheidenden Szenen nicht konsequent genug.
Erfurt festigt damit Rang drei und sammelt Selbstvertrauen nach holprigem Jahresauftakt. Der FCM II hingegen bleibt trotz engagierter Leistung erneut ohne Punkte – und muss sich vorwerfen lassen, gute Ansätze nicht über 90 Minuten stabilisiert zu haben.
Zuschauer: 1325
Spielstätte: Avnet Arena, Magdeburg
Schiedsrichter: Luis Riedel – John Bartsch, Jennifer Steingräber
Tore:
1:0 (30.) Widmann, 1:1 (34.) Hajrulla, 1:2 (35.) Hajrulla, 1:3 (72.) Caciel, 2:3 (90.+8) Bytyqi (Strafstoß)
Mannschaftsaufstellungen:
1. FC Magdeburg II:
Kampa – Dzogovic (64. Zajusch), Pohl, Widmann (75. Hink), Kamm, Ahl Holmström (46. Frenzel), Leipertz (85. Korsch), Mergner, Vogler, Giesen, Baars (75. Bytyqi)
FC Rot-Weiß Erfurt:
Otto – Moritz, Schwarz, Awoudja (90.+2 Fuakala), Caciel, Hajrulla (87. Assibey-Mensah), Fehler (82. Durakov), Ugondu, Boboy (90.+2 Chentoufi), Dehl, Falcao (87. Santana Soares)
Besondere Vorkommnisse:
Gelbe Karten: Dzogovic (Magdeburg II) – Boboy, Assibey-Mensah (FC Rot-Weiß Erfurt)
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Redaktion: Holger Elias (NOFV)
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