Regionalliga Nordost

Regionalliga Nordost: Zusammenfassung 23. Spieltag

CFC überrollt ZFC 4:0 / Lok bespielt Hertha II 4:1

Szenenfoto aus dem Leipziger Ortsderby. Foto: BSG Chemie Leipzig / Christian Donner

So richtig gute Stimmung will im momentanen Regionalliga-Alltag nicht aufkommen: Auch vor Beginn des 23. Spieltages hagelte es sieben Absagen. Die Platzanlagen sind aufgrund der lang anhaltenden Fröste noch nicht bespielbar, einzig bei Lok Leipzig und in Chemnitz standen die Zeichen auf grün.

Am Sonntag feierte der Chemnitzer FC einen hochverdienten 4:0-Sieg gegen den ZFC Meuselwitz. Nach einem ausgeglichenem Beginn sicherten Bozic (2), T. Müller und Fischer für den klaren Erfolg. Tags zuvor hatte Lok Leipzig die Hoffnungen der Konkurrenz auf eine Überraschung der Hertha-Bubis beim Tabellenführer verhagelt: Wegen der besseren Möglichkeiten behielt der Gastgeber die Punkte verdient in Leipzig und siegte 4:1. Siebeck, Kang, Ziane und Abderrahmane (Elfmeter) waren für Lok erfolgreich, zwischenzeitlich keimte durch Yildirim mit dem Anschlusstreffer etwas Hoffnung für die Berliner auf.

Hier die ausführlichen Spielberichte:

In Torlaune: CFC überrollt ZFC mit 4:0

Chemnitzer FC – ZFC Meuselwitz 4:0 (2:0)

Mit einer eiskalten Chancenverwertung und über weite Strecken dominanter Spielweise feierte der Chemnitzer FC einen hochverdienten 4:0-Sieg gegen den ZFC Meuselwitz. Während die Gäste in der Anfangsphase noch auf Augenhöhe agierten und mehrfach in Führung hätten gehen können, unterstrich der CFC eindrucksvoll seine Offensivqualitäten. Bozic, T. Müller, erneut Bozic und Fischer sorgten für die deutliche Entscheidung an der Gellertstraße. Meuselwitz mühte sich zwar über die gesamte Spielzeit, scheiterte aber immer wieder an der Chemnitzer Defensive oder am eigenen Unvermögen. Die Zipsendorfer müssen sich nach dieser Lehrstunde dringend hinterfragen, während die Sachsen mit Rückenwind auf die nächsten Aufgaben blicken können.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Bereits in den ersten fünf Minuten hatte der ZFC Meuselwitz zwei glasklare Torchancen. Hansch köpfte zunächst an die Latte (7.), wenig später wurde sein Schuss im Strafraum in letzter Sekunde geblockt. Chemnitz zeigte sich von diesem Sturmlauf jedoch unbeeindruckt und agierte abgezockt. Eine Einzelaktion von Karimani hebelte die Meuselwitzer Abwehr aus, Bozic blieb eiskalt und tunnelte ZFC-Keeper Sedlak zur Führung (7.).

Während Meuselwitz den Schock noch zu verarbeiten suchte, nahm die Duda-Elf das Heft des Handelns in die Hand. Baumgart scheiterte mit einem Distanzschuss knapp, Reutters Versuch touchierte die Latte (16.). In der 28. Minute fiel dann die logische Konsequenz: Ein zu kurz abgewehrter Ball landete bei Kapitän T. Müller, der mit einem trockenen Abschluss das 2:0 markierte. Der ZFC blieb bemüht, doch die mangelnde Konsequenz im letzten Drittel ließ die Gäste weiter ins Leere laufen. So blieb es zur Pause bei einer komfortablen Chemnitzer Führung.

Die zweite Hälfte begann, wie die erste geendet hatte: mit einem kaltschnäuzigen CFC. Keine drei Minuten nach Wiederanpfiff war es erneut Bozic, der nach Vorarbeit von Seo das 3:0 besorgte (48.). Die Gäste bemühten sich zwar um eine Reaktion, doch Adamczyk im Chemnitzer Tor zeigte sich bei den wenigen gefährlichen Aktionen zur Stelle. Haubner hatte die größte Möglichkeit für Meuselwitz, scheiterte jedoch im Duell gegen den CFC-Keeper (49.).

Im weiteren Verlauf flachte die Begegnung ab. Chemnitz kontrollierte das Spielgeschehen, ließ Ball und Gegner laufen und wartete auf den nächsten Fehler der Gäste. Ein solcher unterlief der ZFC-Defensive in der 78. Minute: Ein Konter über Rücker wurde perfekt ins Zentrum gespielt, Fischer musste nur noch per Kopf vollenden. Damit war die Messe endgültig gelesen.

Die Gäste aus Thüringen konnten sich glücklich schätzen, dass das Ergebnis nicht noch deutlicher ausfiel. Ein von Seo getretener Elfmeter wurde von Sedlak glänzend pariert (69.), auch weitere Abschlüsse von Baumgart und Damer verfehlten nur knapp das Ziel. Der CFC ließ es in den letzten Minuten ruhiger angehen, während Meuselwitz vergeblich auf den Ehrentreffer hinarbeitete.

Mit diesem überzeugenden 4:0-Erfolg unterstreicht der Chemnitzer FC seine Ambitionen, in der Tabelle weiter nach oben zu klettern. Die Duda-Elf zeigte sich in allen Mannschaftsteilen überlegen, spielte abgeklärt und effizient. Meuselwitz hingegen wird sich vor allem die ersten Minuten dieser Partie vor Augen führen müssen. Die verpassten Chancen und die fehlende defensive Stabilität machten ein besseres Ergebnis unmöglich.

 

Lok mit Effizienz: 4:1 gegen Hertha BSC II

1. FC Lok Leipzig – Hertha BSC II 4:1 (1:0)

Die Lokomotive rollt weiter: Mit einem verdienten 4:1-Erfolg gegen die U23 von Hertha BSC hat der 1. FC Lok Leipzig seine Tabellenführung in der Regionalliga Nordost eindrucksvoll untermauert. In einer intensiven, phasenweise offenen Partie setzten sich die Gastgeber dank konsequenter Chancenverwertung und größerer Cleverness in den entscheidenden Momenten durch. Während die Hertha-Reserve phasenweise mit spielerischer Klasse aufwartete, war Lok vor dem gegnerischen Tor einfach zielstrebiger. Die Leipziger Treffer erzielten Siebeck, Kang, Ziane und Abderrahmane, für die Gäste traf Yildirim zum zwischenzeitlichen Anschluss.

Die Partie begann auf dem schwer bespielbaren Rasen im Bruno-Plache-Stadion mit einer zunächst abwartenden Haltung beider Mannschaften. Hertha BSC II suchte nach spielerischen Lösungen, während Lok Leipzig auf eine robuste Defensivarbeit setzte und aus einer kompakten Ordnung auf Umschaltmomente lauerte. Der erste Treffer ließ nicht lange auf sich warten: Nach einem präzisen Freistoß von Eichinger stieg Siebeck am höchsten und köpfte in der 10. Minute mustergültig zur 1:0-Führung ein. In der Folge entwickelte sich ein Spiel, das von Leipziger Effizienz und Berliner Ballbesitz geprägt war. Während die Gäste immer wieder den ruhigen Aufbau suchten, setzte Lok mit direktem Spiel und körperlicher Präsenz die entscheidenden Nadelstiche.

Nach dem Seitenwechsel intensivierte Hertha die Bemühungen um den Ausgleich, doch Lok erwies sich als clever und wartete auf die richtigen Momente. In der 55. Minute fiel das 2:0: Nach einem abgewehrten Versuch von Eichinger und einem weiteren Nachschuss von Maderer war es schließlich Kang, der aus acht Metern trocken verwandelte. Die vermeintliche Vorentscheidung hielt jedoch nicht lange, denn nur neun Minuten später verkürzte Yildirim für die Berliner mit einem sehenswerten Abschluss aus 15 Metern. Die U23 von Hertha war nun die aktivere Mannschaft und drängte auf den Ausgleich, doch Lok hielt stand – mit etwas Glück, aber vor allem mit konsequenter Defensivarbeit.

Die stärkste Phase der Hertha-Reserve wurde in der 75. Minute jäh unterbrochen. Gerade erst eingewechselt, schaltete sich Ziane in den Angriff ein und verwandelte nach mustergültiger Vorlage von Cevis aus kurzer Distanz zum 3:1. Dieser Treffer nahm den Berlinern endgültig den Wind aus den Segeln. Spätestens in der 84. Minute war die Partie entschieden, als Lok einen Elfmeter zugesprochen bekam. Abderrahmane ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und verwandelte sicher zum 4:1-Endstand.

Während Hertha BSC II phasenweise ein ebenbürtiger Gegner war, machte Lok Leipzig den Unterschied mit Effizienz, körperlicher Präsenz und Routine. Die Hertha-Youngster überzeugten mit ansehnlichem Passspiel, konnten ihre wenigen hochkarätigen Chancen jedoch nicht nutzen. Lok hingegen zeigte sich kaltschnäuzig und kontrollierte die Partie in den Schlüsselmomenten. Mit diesem Erfolg bleibt das Team von Trainer Jochen Seitz souveräner Spitzenreiter der Regionalliga Nordost.

Holger Elias

Sport Freak

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