Regionalliga Nordost
Regionalliga Nordost: Zusammenfassung 22. Spieltag
CFC - Lok 3:0
Noch immer keine witterungsbedingte Entspannung auf den Fußballplätzen der Regionalliga Nordost: Einzig im Chemnitz konnte die Partie des 22. Spieltages angepfiffen werden, zu Gast war der Spitzenreiter der Liga, der 1. FC Lok Leipzig. Um die Austragung des Jubiläumsspiels sicherzustellen, wurde in Chemnitz die seit 2022 inaktive Rasenheizung kurzfristig wieder in Betrieb genommen. Das Spiel stand im Zeichen des 60-jährigen Vereinsjubiläums des Chemnitzer FC.
Der Chemnitzer FC besiegte den Tabellenführer 1. FC Lok Leipzig vor 10.249 Zuschauern mit 3:0. Nach torloser erster Hälfte sorgten Müller, Bozic per Elfmeter und Joker Mergel für klare Verhältnisse. Während Chemnitz im zweiten Durchgang dominierte, offenbarte Lok ungewohnte Schwächen im Zentrum und in der Defensive.
CFC überrollt den Spitzenreiter nach der Pause
Chemnitzer FC – 1. FC Lok Leipzig 3:0 (0:0)
Der Rahmen hätte würdiger kaum sein können: 10.249 Zuschauer, Jubiläumstrikots, zwei eindrucksvolle Choreografien – und ein Traditionsduell, das seinem Anlass erst nach der Pause gerecht wurde. Der Chemnitzer FC bezwang den Tabellenführer nach torloser erster Hälfte mit 3:0 und legte dabei eine zweite Halbzeit hin, die in Klarheit und Konsequenz Maßstäbe setzte.
Die Partie begann verhalten. Chemnitz stand zunächst tiefer, überließ Lok Ball und Raum. Die Gäste suchten über Öztürk und Adetula früh die Halbräume, doch zwingend wurde es selten. Die erste Großchance gehörte dennoch den Himmelblauen: Nach einer Ecke von Stockinger köpfte Kapitän Müller wuchtig aufs lange Eck, doch Abderrahmane rettete auf der Linie (16.). Kurz darauf hatte Maier die Leipziger Führung auf dem Fuß, Bochmann warf sich im letzten Moment in den Schuss (18.).
Mit zunehmender Spielzeit gewann der CFC an Zugriff. Alberico fand auf links immer wieder Räume, Grimaldi kurbelte über rechts an. Zweimal hätte Müller per Kopf treffen müssen (16./34.), einmal semmelte Alberico frei drüber (43.). Lok blieb im Umschaltspiel gefährlich, doch Adamczyk parierte sicher gegen Adetula (22.) und klärte mutig vor Kang (39.). Das 0:0 zur Pause war schmeichelhaft für den Spitzenreiter, der im Spielaufbau ungewohnt fahrig wirkte.
Nach Wiederbeginn schaltete Chemnitz spürbar einen Gang höher. Bozic prüfte Naumann mit einem Drehschuss, der hauchzart am Pfosten vorbeistrich (46.), Stockinger zwang den Lok-Keeper wenig später zu einer anspruchsvollen Faustabwehr (49.). Die Gäste setzten mit einem Distanzschuss von Ziane ein Lebenszeichen (58.), doch die Partie kippte endgültig in der 62. Minute.
Ein Ballverlust im Leipziger Zentrum öffnete Müller die Bahn. Der Kapitän zog aus 22 Metern mit links ab – Naumann bekam die Hand noch an den Ball, konnte das 1:0 aber nicht verhindern. Es war die logische Konsequenz einer Phase, in der Chemnitz das Mittelfeld dominierte und Lok zu Fehlern zwang.
Fünf Minuten später folgte der nächste Wirkungstreffer. Nach Steckpass von Stockinger ging Alberico im Strafraum zu Boden, von Piechowski hatte zu ungestüm eingegriffen. Bozic übernahm Verantwortung, verzögerte, schickte Naumann in die falsche Ecke und erhöhte souverän auf 2:0 (67.). Lok wirkte nun angeschlagen, die sonst stabile Viererkette verlor an Ordnung.
Zwar klatschte eine verunglückte Hereingabe Adetulas an den Außenpfosten (69.), doch insgesamt fehlte dem Spitzenreiter Präzision und Tempo. Chemnitz hingegen spielte mit breiter Brust. Grimaldi bereitete vor, Alberico versuchte es artistisch per Fallrückzieher (69.), ehe die Entscheidung auf kuriose Weise fiel: Der eingewechselte Mergel setzte Naumann unter Druck, stibitzte ihm den Ball und traf im Fallen ins leere Tor zum 3:0 (77.).
Die Schlussphase geriet zur Demonstration. Lok fand keine Mittel mehr gegen die kompakte CFC-Defensive um Gebuhr und Bochmann. Adamczyk parierte in der Nachspielzeit noch einmal stark gegen Mergel (90.+2), während Abderrahmane kurz zuvor eine unverhoffte Gelegenheit liegen ließ (90.+1).
So blieb es beim hochverdienten Heimsieg. Der Chemnitzer FC bestätigte den positiven Jahresauftakt und demonstrierte, dass er im Kampf um die oberen Plätze wieder ein gewichtiges Wort mitreden kann. Lok Leipzig hingegen erlebte nach der Winterpause eine ernüchternde Landung – und wird die eigene Fehleranfälligkeit im Zentrum kritisch hinterfragen müssen.
Zuschauer: 10249
Spielstätte: eins-Stadion – An der Gellertstraße, Chemnitz
Schiedsrichter: Lukas Pilz – Johannes Schipke, Laurenz Werner
Tore:
1:0 (62.) Müller, 2:0 (68.) Bozic (Strafstoß), 3:0 (77.) Mergel
Mannschaftsaufstellungen:
Chemnitzer FC:
Adamczyk – Gebuhr, Walther (90.+1), Bochmann, Stockinger (85. Damer), Alberico (90.+1 Hempel), Grimaldi, Eppendorfer (76. Mergel), Baumgart, Bozic (85. Marx), Müller (90.+1 Biven)
1. FC Lokomotive Leipzig:
Naumann – Wilton, Abderrahmane, Adetula, Ziane, Maier (76. Verkamp), Grözinger (80. Rühlemann), Von Piechowski, Kang (69. Maderer), Öztürk (80. Kabashi), Dombrowa (76. Zimmer)
Besondere Vorkommnisse:
Gelbe Karten: Eppendorfer (Chemnitzer FC) – Abderrahmane, Maier, Von Piechowski (1. FC Lokomotive Leipzig)
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Text: Holger Elias
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