Regionalliga Nordost
Regionalliga Nordost: Zusammenfassung 19. Spieltag
Hertha II – Jena 2:3 / Chemie – GFC 2:3 / FSV – FCE 2:2 / HFC – FCM II 3:1 / Erfurt – Dynamo 1:0 / CFC – FSV 63 3:3 / VSG – Lok 2:3 / SVB – ZFC 2:3
Die Sonntagspartien in der Übersicht: Der FC Carl Zeiss Jena gewann bei Hertha BSC II nach Rückstand noch mit 3:2. Nach Berliner Treffern von Ogbaidze und einem Eigentor Talabadis brachte Schau Jena zurück ins Spiel, ehe Telib ebenfalls ins eigene Tor traf. In der Nachspielzeit entschied Burmeister die Partie per Abstauber zugunsten der Thüringer. - Der Greifswalder FC gewann bei der BSG Chemie Leipzig mit 3:2, geriet nach klarer Führung aber noch ins Wanken. Nach Toren von Benyamina, einem Eigentor Griebschs und Wagners Distanzschuss lag der GFC früh 3:0 vorn, ließ Chemie jedoch spät zurückkommen. Hoffmann und Ratifo verkürzten, für den Ausgleich reichte es den Leutzschern trotz starker Schlussphase nicht mehr. - Der FSV Zwickau kam gegen den FC Eilenburg nicht über ein 2:2 hinaus und verpasste einen weiteren Heimsieg. Nach Treffern von Dobruna und Sezer glich Eilenburg durch Mattmüller und in der Nachspielzeit durch Aguilar aus. Der Punktgewinn der Gäste war angesichts ihres couragierten Auftritts verdient. - Der Hallesche FC gewann das Sachsen-Anhalt-Duell gegen den 1. FC Magdeburg II nach Rückstand mit 3:1. Nachdem Fakhro früh einen Elfmeter verschoss und Kruth die Gäste lange im Spiel hielt, glich Joker Wosz aus, ehe Baro spät die Führung erzielte. In einer hektischen Nachspielzeit machte Kulke per Elfmeter endgültig alles klar.
Sonnabend-Nachmittag spielten: Der FC Rot-Weiß Erfurt gewann zum Jahresabschluss mit 1:0 gegen den BFC Dynamo und geht mit 37 Punkten in die Winterpause. In einer lange zähen Partie entschied Stanislav Fehler nach einer Hereingabe von Ben-Luca Moritz in der 52. Minute. Der BFC hatte mehr Ballbesitz, blieb im letzten Drittel aber zu harmlos, während Erfurt nach der Pause früher störte und den Vorsprung gemeinsam verteidigte. - Der Chemnitzer FC erkämpfte nach einem 0:3-Pausenrückstand noch ein 3:3 gegen den FSV Luckenwalde. Die Gäste trafen vor der Pause hocheffizient durch Schneider (FE) sowie nach einem Distanzschuss und einer Ecke, ehe der CFC nach Dreifachwechsel und mit Antreiber Tobias Müller deutlich zulegte. Bozic und Baumgart verkürzten, bevor Tobias Müller in der Nachspielzeit zum umjubelten Ausgleich einschob.
Die Begegnungen vom Freitagabend: Der 1. FC Lok Leipzig gewann zum Jahresabschluss mit 3:2 bei der VSG Altglienicke und baute seinen Vorsprung an der Tabellenspitze weiter aus. Nach Führungen durch Abderrahmane und Ziane glich Altglienicke dank eines Doppelpacks von Jonas Nietfeld zweimal aus. In der Schlussphase entschied der eingewechselte Adetula die Partie nach einem Abwehrfehler der Gastgeber. - Der ZFC Meuselwitz gewann beim SV Babelsberg 03 mit 3:2 und feierte einen wichtigen Auswärtssieg zum Jahresabschluss. Nach einer starken zweiten Halbzeit und der Führung durch Wurr glich Babelsberg zwar noch aus, blieb defensiv jedoch anfällig. Joker Luis Fischer entschied die Partie mit einem Hackentor kurz nach seiner Einwechslung.
Späte Ekstase: Burmeister schießt Jena zum Sieg
Hertha BSC II – FC Carl Zeiss Jena 2:3 (1:0)
Der FC Carl Zeiss Jena hat im letzten Spiel des Kalenderjahres Moral, Geduld und ein gutes Stück Fortune bewiesen. Bei Hertha BSC II drehten die Thüringer eine lange Zeit verfahrene Partie in der Nachspielzeit noch zu einem 3:2-Erfolg. Zwei Eigentore, ein Berliner Chancenwucher und ein später Lucky Punch von Burmeister sorgten für ein Spiel, das zunächst wenig versprach – und dann umso spektakulärer endete.
Jena begann dominant, ließ den Ball laufen und presste früh, fand gegen kompakt verteidigende Berliner aber kaum Lösungen im letzten Drittel. Hertha setzte auf Umschaltmomente, blieb zunächst harmlos – und schlug dann aus dem Nichts zu. Nach einer unübersichtlichen Szene im Strafraum bekam Ogbaidze den Ball vor die Füße und jagte ihn sehenswert in den Winkel (30.). Der Treffer stellte den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf und verlieh den Gastgebern spürbaren Auftrieb. Jena verlor an Klarheit, die Berliner kamen nun häufiger in die Nähe des gegnerischen Strafraums, ohne allerdings zwingend zu werden.
Zur Pause reagierte Hertha-Coach mit zwei Wechseln – und profitierte früh von einem kapitalen Missverständnis im Jenaer Abwehrzentrum. Ben-Hatira schlug einen hohen Ball in die Spitze, Talabidi klärte per Kopf, jedoch am eigenen Keeper vorbei ins Netz (51.). Hertha führte 2:0, ohne selbst zwingend überlegen gewesen zu sein. Jena tat sich weiter schwer, offenbarte im Spiel nach vorne zu wenig Durchschlagskraft, und hatte in der 62. Minute sogar Glück, dass Lankford nach einem Patzer von Goller die Riesenchance auf den Anschluss vergab, weil er den Querpass suchte statt selbst abzuschließen.
Die Partie schien in Richtung der Berliner zu kippen. Rölke hatte wenig später die Entscheidung auf dem Fuß, scheiterte aber aus kurzer Distanz an einer starken Parade von Härting (83.). Diese Szene sollte sich rächen. Denn Jena blieb dran, wechselte offensiver und bekam mit zunehmender Spielzeit mehr Zugriff. In der 80. Minute nutzten die Gäste den ersten echten Berliner Fehler konsequent: Goller stürmte bei einer Hereingabe übermotiviert aus dem Tor, Schau kam vor ihm per Kopf an den Ball und verkürzte auf 1:2.
Plötzlich war das Momentum komplett auf Seiten der Thüringer. Hertha wirkte verunsichert, verteidigte Standards unsauber – und wurde erneut vom Pech verfolgt. Eine scharfe Hereingabe von Burmeister lenkte Telib unglücklich ins eigene Tor (89.). Der Ausgleich war hergestellt, doch Jena wollte mehr. In der Nachspielzeit setzte sich Teuber über rechts durch, Goller konnte den ersten Abschluss nur abklatschen – und Burmeister schaltete am schnellsten, um den Abstauber zum 3:2 zu verwerten (90.+4).
Hertha fand keine Antwort mehr auf diesen späten Doppelschlag. Jena feierte einen hart erarbeiteten Auswärtssieg, der den Anschluss an die Tabellenspitze wahrt, während die Berliner nach einer scheinbar komfortablen Führung mit leeren Händen zurückblieben.
Zuschauer: 842
Spielstätte: Stadion auf dem Wurfplatz, Berlin
Schiedsrichter: Florian Strübing – Marvin Tennes, Ole Donner
Tore:
1:0 (31.) Ogbaidze, 2:0 (51.) Talabidi (Eigentor), 2:1 (79.) Schau, 2:2 (90.) Telib (Eigentor), 2:3 (90.+4) Burmeister
Mannschaftsaufstellungen:
Hertha BSC II:
Goller – Berner (74. G), Ogbaidze, Gouram (46. Pekarik), Ben-Hatira, Strasner (90.+2 G), Mamuzah Lum, Dudziak (75. Richter), Klemens (67. Bruns), Hoffmann (46. Rölke), Telib
FC Carl Zeiss Jena:
Härting – Reddemann (90.+5 G), Hehne, Lankford (72. Munser), Talabidi (72. Kratzenberg), Hoppe (84. Krämer), Weihrauch (58. Werner), Fritz (72. Teuber / 47. G), Schau, Butzen, Burmeister
Früher Knock-out, spätes Zittern: GFC siegt in Leutzsch
BSG Chemie Leipzig – Greifswalder FC 2:3 (0:3)
Der Greifswalder FC hat bei der BSG Chemie Leipzig einen sicher geglaubten Auswärtssieg beinahe noch verspielt, brachte die drei Punkte am Ende aber ins Ziel. Nach einer furiosen Anfangsphase führten die Gäste früh mit 3:0, ließen anschließend jedoch Konsequenz und Spannung vermissen. Chemie nutzte das späte Nachlassen, kam mit großer Moral noch auf 2:3 heran, für den Punkt reichte es trotz einer hitzigen Schlussphase jedoch nicht mehr.
Die Vorzeichen waren speziell: Erstmals stand bei den Leutzschern Interimstrainer Christian Sobottka an der Seitenlinie, die Fans verabschiedeten Adrian Alipour mit einem Banner. Auf dem Platz allerdings verschlief Chemie den Beginn komplett. Greifswald agierte entschlossen, zielstrebig – und nutzte die eklatanten Lücken im Leipziger Defensivverbund gnadenlos aus. Nach einer Ecke traf Torjäger Benyamina zunächst den Pfosten, setzte aber energisch nach und drückte den Abpraller über die Linie (6.). Nur drei Minuten später folgte der nächste Nackenschlag: Ein weiter Einwurf segelte in den Strafraum, Griebsch gewann das Kopfballduell – und bugsierte den Ball unglücklich ins eigene Tor (9.).
Chemie wirkte verunsichert, fand weder Ordnung noch Zugriff, während Greifswald weiter angriffslustig blieb. Harz verpasste freistehend das 2:0 (8.), ehe Wagner den Leipziger Albtraum vollendete: Der Innenverteidiger durfte aus gut 22 Metern unbehelligt Maß nehmen und traf präzise ins linke Eck (17.). Nach nicht einmal 20 Minuten stand es 0:3 – und Greifswald hatte das Spiel im Griff. Dass der Rückstand zur Pause nicht höher ausfiel, lag weniger an stabilisierter Chemie-Defensive als an der nachlassenden Konsequenz der Gäste, die mehrere Angriffe schlampig ausspielten. Chemie kam lediglich zu vereinzelten Annäherungen, etwa durch einen Kopfball Lihseks (28.), blieb insgesamt aber ideenlos im Aufbau.
Sobottka reagierte zur Pause und brachte Timpelan, Chemie agierte fortan mutiger und aggressiver. Greifswald blieb zunächst gefährlich, Farr zwang Horenburg gleich nach Wiederbeginn zu einer Parade (47.), doch das Spiel kippte allmählich. Die Gastgeber investierten mehr, gingen höher ins Pressing und fanden nun häufiger den Weg in den Strafraum. Aliji scheiterte aus kurzer Distanz an Jakubov (75.), wenig später klatschte Timpelans Abschluss an die Latte – es war der Auftakt zu einer späten Leipziger Drangphase.
Der verdiente Lohn folgte nach einer Ecke: Hoffmann stand goldrichtig und traf aus Nahdistanz zum 1:3 (77.). Greifswald verlor nun an Kontrolle, wechselte defensiver und lauerte auf Konter. Einer davon hätte die Entscheidung bringen müssen, doch Ndualu scheiterte an Horenburg (88.). Stattdessen wurde es noch einmal richtig eng: Hoffmann arbeitete im Strafraum den Ball gegen zwei Gegenspieler frei, Ratifo spritzte dazwischen und traf aus acht Metern zum 2:3 (90.). Das Stadion kochte, Chemie warf alles nach vorn, doch Greifswald rettete den knappen Vorsprung über die Zeit.
So blieb den Leutzschern trotz eines starken Finishs nur die Anerkennung für Moral und Wille, während der Greifswalder FC zwar wackelte, aber einen Auswärtssieg mit in die Winterpause nahm – dank einer überragenden Anfangsphase und ausreichender Effizienz, als es darauf ankam.
Zuschauer: 4999
Spielstätte: Alfred-Kunze-Sportpark Hauptfeld, Leipzig
Schiedsrichter: Johannes Drößler – Reinhard Meusel, Leon Maximilian Metz
Tore:
0:1 (6.) Benyamina, 0:2 (9.) Griebsch (Eigentor), 0:3 (17.) Wagner, 1:3 (76.) Hoffmann, 2:3 (90.) Ratifo
Mannschaftsaufstellungen:
BSG Chemie Leipzig:
Horenburg – Hollenbach, Mäder (90. G), Aliji (78. G), Griebsch, Hoffmann, Sanin, Lihsek, Nadjombe, Ratifo (90.+2 G), Kießling (46. Timpelan)
Greifswalder FC:
Jakubov – Tomety-Hemazro (77. Montcheu), Farr, Richardson II (77. Günay), Lämmel, Vogt, Wagner, Eglseder, Harz (66. Bokake Bolufe), Benyamina (90. G), Atilgan (66. Ndualu)
Später Nackenschlag: Zwickau verpasst Heimsieg gegen FCE
FSV Zwickau – FC Eilenburg 2:2 (1:1)
Der FSV Zwickau hat seine starke Heimserie nicht vergolden können. Gegen den FC Eilenburg reichte es für die Westsachsen nur zu einem 2:2, weil Aguilar mit der letzten Aktion der Partie einen verdienten Punkt für die Gäste sicherte. Eilenburg bestätigte damit seine aufsteigende Form im Abstiegskampf und trat beim formstarken Favoriten über weite Strecken auf Augenhöhe auf.
Zwickau begann druckvoll, setzte früh auf Standards und lange Einwürfe über Dittrich. Die erste Großchance gehörte dennoch den Gästen: Kosak kam nach Flanke von Niemitz aus kurzer Distanz zum Abschluss, doch Hiemann reagierte stark (20.). Auf der Gegenseite traf Haubner nach schnellem Umschalten nur die Lattenoberkante (9.). Der Führungstreffer fiel schließlich mit reichlich Zufall: Nach einem weiten Einwurf versuchten die Eilenburger zu klären, der Ball prallte Dobruna an und trudelte ins Netz (23.).
Der FCE ließ sich davon nicht beeindrucken, blieb mutig im Spielaufbau und suchte immer wieder den Weg in den Strafraum. Zwickau verpasste es, aus seiner leichten Feldüberlegenheit mehr Kapital zu schlagen, während Eilenburg konsequent nachsetzte. Kurz vor der Pause belohnte sich der Aufsteiger: Mattmüller spielte einen Doppelpass mit Kosak und schob in der Nachspielzeit zum verdienten Ausgleich ein (45.+3).
Nach dem Seitenwechsel intensivierte Zwickau den Druck, fand aber gegen die gut organisierte Eilenburger Defensive nur selten Lücken. Startsev, Eixler und Sezer suchten aus der Distanz ihr Glück, ohne Pieles ernsthaft zu prüfen. Eilenburg blieb gefährlich, Schlicht scheiterte nach einer Ecke aus kurzer Distanz, Dobruna klärte spektakulär auf der Linie, der Ball küsste noch die Unterkante der Latte (57.). Wenig später zwang Kosak Hiemann mit einem wuchtigen Schuss zur Parade (49.).
Die Partie blieb offen. Zwickau erhöhte das Tempo, Eilenburg hielt mit hohem läuferischem Aufwand dagegen. Die erneute Führung der Hausherren resultierte aus einem umstrittenen Moment: Eixler ging im Strafraum nach einer Berührung mit Weiß zu Boden, der Schiedsrichter entschied sofort auf Elfmeter. Sezer übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher zum 2:1 (77.). In der Folge schien Zwickau auf der Siegerstraße, verpasste aber die Entscheidung. Sezer schlenzte knapp vorbei (85.), Eixler verzog aus aussichtsreicher Position (83.).
Eilenburg gab sich nicht geschlagen, drängte in der Schlussphase auf den erneuten Ausgleich und profitierte von Zwickauer Nachlässigkeiten. Nach einem Foul von Fobassam gab es in der Nachspielzeit noch einmal Freistoß aus halbrechter Position. Aguilar trat an und zirkelte den Ball sehenswert ins Dreiangel – 2:2 (90.+4). Unmittelbar danach war Schluss.
Während Zwickau einen bitteren Punktverlust hinnehmen musste, durfte Eilenburg einen wichtigen Zähler bejubeln. Das Remis war angesichts der Spielanteile und Chancenverteilung leistungsgerecht und unterstrich, dass der FCE im Abstiegskampf an Stabilität gewonnen hat.
Zuschauer: 4095
Spielstätte: GGZ-Arena, Zwickau
Schiedsrichter: Luis Riedel – Lars Albert, Cedric de Parade
Tore:
1:0 (23.) Dobruna, 1:1 (45.+3) Mattmüller, 2:1 (78.) Sezer (Strafstoß), 2:2 (90.+4) Niemitz
Mannschaftsaufstellungen:
FSV Zwickau:
Hiemann – von Baer (64. Senkbeil), Dobruna (87. Möbius), Somnitz, Martens (64. Breitenbücher), Startsev, Dittrich, Eixler, Sezer (87. Zimmermann), Fobassam (90.+4 G), Haubner (27. Putze)
FC Eilenburg:
Pieles – Kosak, Fischer (79. G), Kretzer (84. Borck), Mattmüller (68. Baumann), Niemitz, Aguilar Alvarez, Pestel (68. Kallenbach), Weiß, Schlicht (86. G), Mauer (84. Zaruba / 70. G)
Kruth hält lange: Halle dreht das Derby und gewinnt 3:1
Hallescher FC – 1. FC Magdeburg II 3:1 (0:1)
Der Hallesche FC hat das kleine Sachsen-Anhalt-Duell gegen den 1. FC Magdeburg II nach Rückstand noch verdient gedreht und sich mit einem 3:1-Sieg in die Winterpause verabschiedet. Der HFC war über weite Strecken die aktivere Mannschaft und erspielte sich das deutlich größere Chancenpaket, scheiterte aber lange am herausragenden Kruth im FCM-Tor und an der eigenen Ungenauigkeit. Erst nach dem Ausgleich durch Joker Wosz kippte die Begegnung endgültig – Baro und ein später Kulke-Elfmeter sorgten für die Entscheidung in einer hitzigen, von vielen Verwarnungen geprägten Schlussphase.
Magdeburgs Zweite startete mutig und dynamisch, spielte früh vertikal und suchte die Eins-gegen-eins-Situationen. Schon nach wenigen Minuten musste HFC-Keeper Sven Müller am kurzen Eck gegen Baars parieren (4.), wenig später folgte der nächste Abschluss der Gäste. Halle brauchte Anlaufzeit, wirkte zunächst zu passiv – und geriet folgerichtig in Rückstand. Baars kam nach einem Angriff über rechts bis zur Grundlinie, seine Flanke segelte in den Fünfmeterraum, wo Marusic einlief und zum 0:1 einköpfte (13.). Der Jubel des Montenegriners fiel provokant aus, was die ohnehin spürbare Derby-Schärfe zusätzlich anheizte.
Der HFC schüttelte sich, gewann mehr zweite Bälle und übernahm zunehmend das Kommando. Es wurde druckvoller – und es wurde chaotischer. Schon in der 21. Minute zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt: Birk soll Elezi im Strafraum gefoult haben. Fakhro nahm sich an seinem Geburtstag den Ball – und scheiterte. Kruth ahnte die Ecke, packte im zweiten Versuch zu und hielt Magdeburg im Spiel (22.). Spätestens da hatte Halle das Momentum, zumal Stierlin nach einer Ecke nur den Pfosten traf (27.) und Elezi aus der Distanz ebenfalls an Kruth nicht vorbeikam (26.). Doch aus dem Chancenplus wurde vor der Pause kein Ertrag, während der FCM II über Konter und Standards immer wieder Entlastung fand. Pfiffe begleiteten den HFC in die Kabine.
Halle reagierte zur zweiten Halbzeit, brachte Wosz für Damelang (46.) – und erhöhte den Druck sofort. Der HFC spielte nun direkter, suchte häufiger die Halbräume, gewann die Zweikämpfe höher und zwang Magdeburg zu längeren Defensivphasen. Kruth musste mehrfach eingreifen, etwa gegen Polat, der wuchtig abschloss (56.). Gleichzeitig blieb der FCM gefährlich: Marusic hatte nach einem Angriff über links das 0:2 auf dem Fuß, schob aber knapp vorbei (57.). Es war die Szene, die Halle endgültig wachrüttelte.
Der Ausgleich lag in der Luft – und fiel schließlich über den rechten Halbraum. Stierlin legte von der Strafraumkante quer, Wosz stand richtig und lenkte den Ball zum 1:1 ins Netz (63.). Das war nicht nur der verdiente Lohn für Halles Dauerdruck, sondern auch der Moment, in dem Magdeburgs junge Elf sichtbar tiefer sank. Halle blieb am Drücker, verpasste aber trotz guter Situationen zunächst den zweiten Treffer: Elezi zielte aus 18 Metern knapp vorbei (65.), später vergab der HFC in einem Drei-gegen-eins-Konter die große Chance, weil Baro sich festlief (70.).
In der Schlussphase nahm die Partie noch einmal Fahrt auf, auch weil sie zunehmend zerfaserte: Fouls, Karten, Behandlungspausen – und dazwischen Halles Suche nach dem letzten Pass. Dann fiel doch noch das 2:1, und es hatte Klasse. Halili spielte einen Traumpass in die Tiefe, Baro entwich der Abwehr und lupfte den Ball eiskalt über Kruth (87.). Magdeburg warf nun alles nach vorn, es gab Rudelbildung nach einem Zusammenprall mit Keeper Müller, kurz darauf sah Halili Gelb-Rot (90.+2). Der FCM drängte, öffnete Räume – und Halle bekam in der Nachspielzeit den Elfmeter zur Entscheidung. Kulke holte ihn gegen Leipertz heraus, trat selbst an und schob mit Hilfe des Innenpfostens zum 3:1 ein (90.+8).
Unterm Strich war es ein Arbeitssieg, der in seiner Entstehung typisch für einen HFC-Nachmittag dieser Saison war: viele Chancen, viel Aufwand, lange Frust – und am Ende doch die verdiente Belohnung.
Zuschauer: 6000
Spielstätte: LEUNA-CHEMIE-STADION, Halle (Saale)
Schiedsrichter: Christopher Gaunitz – Jens Klemm, Benjamin Seidl
Tore:
0:1 (14.) Marusic, 1:1 (63.) Wosz, 2:1 (87.) Baro, 3:1 (90.+8) Kulke (Strafstoß)
Mannschaftsaufstellungen:
Hallescher FC:
Müller – Halili (90.+2 G), Fakhro (72. Ehrlich), Polat, Stierlin (72. Becker / 54. G), Hauptmann (81. G), Schmedemann, Baro (90. Kastull), Landgraf (32. G), Damelang (46. Wosz), Elezi (90.+4 Kulke)
1. FC Magdeburg II:
Kruth – Dzogovic (78. Widmann), Birk (46. Kamm / 22. G), Vogler, Millgramm, Trkulja (3. G), Marusic (64. Bytyqi / 35. G), Giesen (82. G), Leipertz, Baars (78. Pohl), Onaiwu (72. Mergner)
Fehlers Treffer reicht der Rumpfelf zum Erfolg
FC Rot-Weiß Erfurt – BFC Dynamo 1:0 (0:0)
Ein Tor, wenige klare Szenen, dafür umso mehr Arbeit: Der FC Rot-Weiß Erfurt hat ein insgesamt ordentliches Jahr mit einem 1:0-Heimsieg gegen den BFC Dynamo beendet und geht mit 37 Punkten in die Winterpause. In einer Partie auf überschaubarem Niveau, geprägt von vielen Fehlpässen und langen Ballbesitzphasen der Berliner ohne echten Raumgewinn, machte am Ende eine einzige saubere Aktion den Unterschied – Stanislav Fehler vollendete nach präziser Vorarbeit von Ben-Luca Moritz (52.). Erfurt, personell stark ausgedünnt, gewann nicht schön, aber verdient, weil es nach der Pause höher störte, die Duelle besser annahm und die wenigen kritischen Momente gemeinsam wegverteidigte.
Die Anfangsphase zeigte schnell, wohin die Reise gehen würde: Der BFC hatte mehr Ball, schob sich das Spielgerät geduldig in der eigenen und mittleren Zone zu, fand gegen tief stehende Thüringer aber kaum in die Tiefe. Erfurt lauerte auf Umschaltmomente über Ugondu, der als Zielspieler immer wieder weite Bälle festmachen sollte. Das klappte zunächst nur sporadisch, zumal auf beiden Seiten die Präzision fehlte. Den ersten Akzent setzte dennoch der BFC: Knezevic prüfte Otto nach einem Ballverlust der Hausherren aus der Distanz, der RWE-Keeper war noch mit den Fingerspitzen dran (9.). Kurz darauf musste Otto erneut bei Putaros Abschluss aus 22 Metern eingreifen und sich strecken (7.) – das waren in Halbzeit eins die wenigen Momente, in denen es kurz nach Gefahr roch.
Erfurt hatte seine beste Szene vor der Pause, als Caciel aus 25 Metern abzog und Ortegel mit Mühe parierte (19.). Insgesamt blieb es jedoch ein müder Kick: Der BFC spielte, Erfurt stellte Räume zu – und beide Teams leisteten sich in der Ballzirkulation auffällig viele technische Ungenauigkeiten. Sinnbildlich dafür: Fehlers Versuch aus rund 40 Metern kurz vor der Pause, mehr Verlegenheitslösung als echte Idee (45.+1). In der Summe ging das torlose Remis zur Halbzeit folgerichtig durch.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich vor allem die Erfurter Haltung gegen den Ball. Die Hausherren rückten früher heraus, störten die Berliner schon im Aufbau und zwangen den BFC zu unruhigeren Aktionen. Und plötzlich hatte das Spiel, das zuvor auf Sparflamme gelaufen war, die entscheidende Szene: Moritz brachte den Ball von rechts scharf in den Strafraum, Fehler stand frei am Elfmeterpunkt und jagte die Kugel aus elf Metern entschlossen ins Netz (52.). Dass sich dieser Treffer „nicht wirklich angedeutet“ hatte, war Teil der Wahrheit – die andere: Erfurt gewann nach der Pause mehr zweite Bälle und kam schneller in die Umschaltmomente, der Führungstreffer war der Lohn eines mutigeren Pressings.
Der BFC versuchte in der Folge, den Druck zu erhöhen, blieb aber erstaunlich zahm in der letzten Zone. Reincke war über links noch am auffälligsten, seine Hereingaben fanden jedoch selten einen Abnehmer. Die beste Berliner Phase blieb eine der Annäherungen: Ein schneller Angriff mündete in eine Ecke, die Awoudja klärte (67.), später erreichte Reinckes Eingabe Fritzsche, der entscheidend am Abschluss gehindert wurde (75.). Erfurt verteidigte nicht immer sattelfest, half sich aber mit Laufarbeit und gegenseitiger Absicherung – passend zum Gesamtbild einer „Rumpfelf“, die den Kampf annahm. Selbst die wenigen eigenen Nadelstiche saßen eher im Ansatz: Ugondu zielte aus 18 Metern knapp vorbei (61.), eine weitere große Möglichkeit erstickte Breitfeld mit einer Rettungsaktion gegen Caciel im Keim (75.).
In der Schlussphase verwaltete Erfurt den Vorsprung geschickt, hielt den Ball weg vom eigenen Strafraum und gewann Zeit über Standards und ruhige Ballbesitzsequenzen. Ugondu verpasste nach einem Freistoß Fehlers per Kopf das mögliche 2:0 (90.). Der BFC blieb bis in die Nachspielzeit hinein auf der Suche nach dem einen sauberen Angriff, kam aber nicht mehr zu einer echten Ausgleichschance. So reichte Erfurt eine von wenigen klaren Offensivaktionen – und ein großer, kollektiver Kraftakt – für drei Punkte »unter dem Weihnachtsbaum«.
Zuschauer: 5902
Spielstätte: Steigerwaldstadion, Erfurt
Schiedsrichter: Johannes Schipke – Lukas Pilz, Patrick Kluge
Tore:
1:0 (52.) Fehler
Mannschaftsaufstellungen:
FC Rot-Weiß Erfurt:
Otto – Moritz, Fuakala, Awoudja, Caciel, Fehler (90.+2 Schulze), Ugondu, Golubytskij (73. Adesida), Kleiner (82. Chentoufi), Boboy, Dehl
BFC Dynamo:
Ortegel – Liebelt, Polte, Amadou (82. Oellers), Dadashov (64. Ho), Breitfeld, Windsheimer, Putaro (64. Fritzsche), Knezevic (82. Happi Monthe), Pestic, Reincke
Vom Pfeifkonzert zum Punktgewinn: CFC rettet sich zum 3:3
Chemnitzer FC – FSV 63 Luckenwalde 3:3 (0:3)
Ein letztes Heimspiel, das schon zur Pause nach Katerstimmung roch, endete mit einem der seltenen Drehbücher, die den Fußball so unberechenbar machen: Der Chemnitzer FC holte nach einem 0:3-Rückstand noch ein 3:3 gegen den FSV Luckenwalde. Die Gäste wirkten vor der Pause wie die effizientere, reifere Mannschaft, trafen mit nahezu jeder echten Gelegenheit – und schienen im Rückenwind des Pfeifkonzerts im Stadion die Partie bereits im Griff zu haben. Doch nach dem Seitenwechsel veränderte CFC-Trainer Benjamin Duda mit einem Dreifachwechsel die Statik, Tobias Müller wurde zum Antreiber – und Chemnitz riss das Spiel noch einmal an sich.
Dabei begann die Partie für den CFC denkbar unglücklich. In einer zerfahrenen Anfangsphase mit vielen Unterbrechungen – Seidel sah bereits nach drei Minuten Gelb, Damer wenig später ebenfalls – unterlief den Himmelblauen ein folgenreicher Fehler im eigenen Strafraum. Alberico bekam den Ball an die Hand, der Schiedsrichter zeigte sofort auf den Punkt: Schneider verwandelte sicher unten links zum 0:1 (12.). Chemnitz schüttelte sich, reagierte mit Druck und kam fast im Minutentakt zu Annäherungen – und vor allem zu Aluminium. Erst köpfte Bozic nach einer Flanke an den Pfosten (19.), dann hämmerte Mergel halblinks ebenfalls ans Gestänge (24.). Das Spiel kippte in Richtung der Hausherren, die den FSV phasenweise einschnürten, aber die Chancen nicht veredelten.
Luckenwalde überstand diese Drangphase und gewann mit zunehmender Spielzeit an Ruhe. Beide Teams attackierten früh, Ballverluste prägten das Mittelfeld, doch die Gäste wirkten in den entscheidenden Momenten klarer. Kurz vor der Pause folgte der zweite Nackenschlag: Nach einer Ecke klärten die Chemnitzer unzureichend, der Ball landete bei Schneider, der aus rund 20 Metern trocken ins linke untere Eck traf – 0:2 (39.). Chemnitz wankte nun sichtbar, die Ränge wurden ungeduldig. Und es kam noch bitterer: Wieder nach einem Standard, wieder nach einer Ecke, köpfte Pollasch freistehend das 0:3 (45.). »Wir haben die Schnauze voll«, hallte es in die Katakomben – das Pfeifkonzert begleitete die Mannschaft in die Pause.
Duda reagierte konsequent: Bochmann, Stockinger und vor allem Tobias Müller kamen, Chemnitz stellte höher, lief aggressiver an und suchte nun konsequent den Weg in den Strafraum. Der CFC war fortan spielbestimmend, während Luckenwalde tiefer verteidigte und auf Konter lauerte. Bozic hatte zunächst die große Chance, den Anschluss herzustellen, köpfte aber nach einer Ecke aus kurzer Distanz über das Tor (57.). Dennoch: Der Druck wuchs, und schließlich fiel das 1:3. Eine Hereingabe von Tobias Müller wurde per Kopf verlängert, Bozic lauerte am langen Pfosten und schob ein (62.). Plötzlich war Stimmung im Stadion – und das Spiel wieder offen.
Luckenwalde hatte in dieser Phase Räume für den entscheidenden Konter, ließ die Vorentscheidung jedoch liegen. Besonders die Szene in der 72. Minute wog schwer: Hathaway lief frei auf Adamczyk zu, umspielte den Keeper, wurde aber nach außen abgedrängt und brachte den Ball nicht im Tor unter – das mögliche 4:1, das Chemnitz endgültig gebrochen hätte. Stattdessen blieb der CFC im Spiel, suchte weiter den direkten Weg und setzte auf Dynamik über die Flügel. Allerdings dauerte es bis in die Schlussphase, ehe der Druck auch auf der Anzeigetafel sichtbar wurde: Baumgart wurde mit einem Steilpass rechts geschickt und traf aus spitzem Winkel ins lange Eck zum 2:3 (87.).
Nun wackelte Luckenwalde erstmals wirklich. Chemnitz warf alles nach vorn, die Gäste wirkten nicht mehr so sauber im Umschalten, hielten Zeitweise nur noch mit Routine dagegen. In der Nachspielzeit fiel dann der Ausgleich, der sich aus Chemnitzer Sicht wie ein Sieg anfühlte: Bozic nahm eine Eingabe im Strafraum mit der Brust herunter und legte für Tobias Müller ab, der flach durch die Beine von Tittel zum 3:3 traf (90.+2). Danach verteidigte der CFC die letzten Sekunden leidenschaftlich – und rettete einen Punkt, der zur Pause kaum mehr vorstellbar gewesen war.
Zuschauer: 3665
Spielstätte: eins-Stadion – An der Gellertstraße, Chemnitz
Schiedsrichter: Sirko Müke – Valentin Vogel, Michael Bernowitz
Tore:
0:1 (12.) Schneider, 0:2 (39.) Schneider, 0:3 (45.+1) Pollasch, 1:3 (62.) Bozic, 2:3 (87.) Baumgart, 3:3 (90.+2) Müller
Mannschaftsaufstellungen:
Chemnitzer FC:
Adamczyk – Mergel (46. Walther), Alberico (74. Marx), Damer (46. Bochmann), Pistol (46. Müller T.), Grimaldi, Eppendorfer, Müller F. (68. G), Ekui (63. Walther), Baumgart (88. G), Bozic
FSV 63 Luckenwalde:
Tittel – Pollasch, Koplin (66. Meier), Schleinitz, Bachmann (80. Kaus), Seidel (46. Merke), Neumann (74. G), Schneider (66. Meier), Kühn, Maciejewski (90.+6 Dreihardt), Gollnack
Lok Leipzig behauptet die Spitze in Altglienicke
VSG Altglienicke – 1. FC Lok Leipzig 2:3 (1:2)
Zum Jahresabschluss hat der 1. FC Lok Leipzig ein Ausrufezeichen gesetzt. In der nebligen Spree-Arena setzte sich der Tabellenführer und amtierende Meister in einer intensiven, lange chancenarmen Partie mit 3:2 bei der VSG Altglienicke durch. Entscheidend war am Ende die größere Abgeklärtheit der Gäste, die einen Fehler der Berliner eiskalt ausnutzten und ihren Vorsprung auf den Verfolger weiter ausbauten.
Die Partie begann vorsichtig. Beide Teams waren zunächst um Sicherheit bemüht, das Spielgeschehen verlagerte sich überwiegend ins Mittelfeld. Lok versuchte, mit kontrollierten Passstafetten Ruhe in die Begegnung zu bringen, während Altglienicke auf Umschaltsituationen setzte. Die erste klare Szene gehörte den Gastgebern, als Saliger nach einem Konter aus spitzem Winkel an Naumann scheiterte (5.).
Mit dem ersten echten Standard schlug Lok dann zu. Abderrahmane trat in zentraler Position zum Freistoß an und zirkelte den Ball über die Mauer unhaltbar ins Netz (19.). Die Antwort der Berliner folgte prompt: Tezel hatte auf der rechten Seite zu viel Raum, seine Flanke verlängerte Türpitz artistisch auf Jonas Nietfeld, der aus kurzer Distanz zum Ausgleich vollendete (23.).
Die Begegnung blieb intensiv, ohne dass sich viele klare Torchancen ergaben. Nach einer Kopfverletzung von Roßbach, der wenig später ausgewechselt werden musste, übernahm Leipzig zunehmend die Spielkontrolle und belohnte sich kurz vor der Pause. Arcalean flankte von rechts an den Fünfmeterraum, wo Ziane vor Kebe zur Stelle war und per Kopf die erneute Führung erzielte (44.). Fast hätte Lok noch vor dem Seitenwechsel nachgelegt, doch Tezel rettete gegen den bereits umspielten Klatte auf der Linie (45.+3).
Nach dem Wiederanpfiff drängten die Gäste auf die Vorentscheidung. Innerhalb weniger Minuten erspielte sich Lok mehrere Abschlüsse, doch Maderer, Öztürk und Abderrahmane verpassten das dritte Tor. Altglienicke überstand diese Druckphase und arbeitete sich mit zunehmender Spielzeit zurück in die Partie. Nach einem Dreifachwechsel erhöhte die VSG das Tempo – und wurde belohnt: Joker Ibrahimi setzte sich im Strafraum durch und bediente erneut Nietfeld, der per Kopf seinen zweiten Treffer markierte (72.).
Der Ausgleich spiegelte die stärkere Phase der Berliner wider, doch Lok ließ sich nicht beirren. Während Altglienicke auf den Lucky Punch hoffte, warteten die Gäste geduldig auf ihre Chance. Diese kam in der Schlussphase – und sie entstand aus einem groben Abwehrfehler. Tezel wollte per Kopf zu seinem Torhüter zurücklegen, spielte den Ball jedoch direkt in den Lauf des eingewechselten Adetula, der nur noch ins verwaiste Tor einschieben musste (83.).
In den letzten Minuten versuchten die Gastgeber mit langen Bällen noch einmal alles, gefährlich wurde es jedoch nicht mehr. Lok brachte den knappen Vorsprung routiniert über die Zeit und verabschiedete sich mit einem Auswärtssieg in die Winterpause. Altglienicke zeigte Moral und kam zweimal zurück, musste sich am Ende aber der Effizienz des Spitzenreiters beugen, der seinen Vorsprung in der Tabelle weiter ausbaute und das Jahr 2025 mit einem wichtigen Erfolg beschloss.
Zuschauer: 865
Spielstätte: Spree-Arena, Fürstenwalde/Spree
Schiedsrichter: Tim Gerstenberg – Marcel Riemer, Max Göldner
Tore:
0:1 (19.) Abderrahmane, 1:1 (23.) Nietfeld, 1:2 (44.) Ziane, 2:2 (73.) Nietfeld, 2:3 (83.) Adetula
Mannschaftsaufstellungen:
VSG Altglienicke Berlin:
Klatte – Nietfeld, Schickersinsky (82. Qenaj), Roßbach (30. Kebe), Kapp, Tezel (75. G), Saliger (62. Kizildemir), Türpitz (62. Ibrahimi), Rieder, Sylla, Friedrich (62. Manske)
1. FC Lokomotive Leipzig:
Naumann – Abderrahmane, Maderer (67. G), Ziane (75. Elsner), Siebeck (2. G), Zimmer, Arcalean (78. Adetula / 45. G), Maier (90. Kabashi / 88. G), Rühlemann, von Piechowski (70. G), Öztürk (75. Kang)
Hacke, Herz und Härte: ZFC entführt späten Sieg aus Babelsberg
SV Babelsberg 03 – ZFC Meuselwitz 2:3 (1:1)
Der ZFC Meuselwitz hat sich mit einem späten und zugleich kunstvollen Treffer einen wichtigen Auswärtssieg zum Jahresabschluss gesichert. Beim 3:2 im Karl-Liebknecht-Stadion zeigten die Thüringer nach der Pause ihre stärkste Phase, während Babelsberg trotz engagierter erster Hälfte erneut für defensive Nachlässigkeiten teuer bezahlte. Entscheidend war am Ende die größere Konsequenz der Gäste, die ihre Chancen zwar lange ungenutzt ließen, in der Schlussphase jedoch eiskalt zuschlugen.
Die Partie begann intensiv und umkämpft. Babelsberg suchte früh die Ballkontrolle, Meuselwitz setzte auf aggressives Anlaufen und schnelle Umschaltmomente. Die erste große Gelegenheit hatte dennoch der ZFC, als Hansch über rechts durchbrach und Pauling in der Mitte nur um Zentimeter verpasste (6.). Auf der Gegenseite näherte sich 03 über Flanken an, blieb zunächst aber ohne Durchschlagskraft.
Mit der ersten klaren Aktion ging Babelsberg in Führung. Müller legte einen hohen Ball technisch anspruchsvoll mit der Hacke auf Didoss ab, der viel Raum vor sich hatte, Sedlak ausspielte und überlegt ins lange Eck einschob (19.). Die Hausherren wirkten nun stabiler, ließen den Ball gut laufen, verpassten es aber, den Druck zu erhöhen. Meuselwitz blieb geduldig – und profitierte von einem folgenschweren Fehler: Didoss verlor im Spielaufbau den Ball, Kaymaz nahm das Geschenk dankend an und schob nach Vorlage Eckardts zum Ausgleich ein (31.).
In der Schlussphase der ersten Hälfte erhöhte Babelsberg nochmals die Schlagzahl, drängte den ZFC tief in dessen Hälfte, blieb jedoch ohne weiteren Ertrag. Meuselwitz verteidigte kompakt und ging mit dem schmeichelhaften Remis in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel. Der ZFC kam mit deutlich mehr Präsenz aus der Kabine und belohnte sich früh. Nach einer kurz ausgeführten Ecke legte Rehder auf Wurr ab, der sich drehte und aus der Bewegung zur Führung traf (47.). Nun spielte fast nur noch Meuselwitz. Oke, Hansch und Baldé vergaben teils hochkarätige Möglichkeiten, sodass der ZFC den Sack nicht frühzeitig zumachte.
Diese Nachlässigkeit rächte sich. Babelsberg, lange unter Druck, schlug aus dem Nichts zurück: Schmidt steckte am Strafraum auf Postelt durch, der aus spitzem Winkel abzog und Sedlak zum 2:2 überwand (70.). Die Partie war wieder offen – allerdings nur kurz. Nur 72 Sekunden nach seiner Einwechslung setzte Fischer den entscheidenden Akzent. Nach einem flüssigen Angriff über Pauling nahm der Joker den Ball mit der Hacke direkt hinter dem Standbein und traf zum 3:2 (76.).
In der Schlussphase drängte Babelsberg auf den erneuten Ausgleich, blieb jedoch zu ungenau. Die beste Gelegenheit vereitelte Wurr mit einer starken Defensivaktion gegen Müller (90.). Auf der Gegenseite verpasste Fischer sogar noch das vierte Tor, ehe Meuselwitz routiniert Zeit von der Uhr nahm und den Auswärtssieg über die Linie brachte.
Während Babelsberg trotz ordentlicher Ansätze erneut an Effizienz und Fehleranfälligkeit scheiterte, bestätigte Meuselwitz seine Auswärtsstärke und verabschiedete sich mit einem wichtigen Erfolg aus dem Jahr 2025.
Zuschauer: 1880
Spielstätte: Karl-Liebknecht-Stadion, Potsdam
Schiedsrichter: Philipp Jacob – Lars Albert, Carl Wundram
Tore:
1:0 (19.) Didoss, 1:1 (31.) Kaymaz, 1:2 (47.) Wurr, 2:2 (70.) Postelt, 2:3 (76.) Fischer
Mannschaftsaufstellungen:
SV Babelsberg 03:
Stein – Lang (62. Dahlke), Schätzle (52. G), Müller, Schmidt (82. Georgiadi / 42. G), Didoss, Zeiger, Bürger (57. Silic), Queißer (57. Werbelow), Postelt, Kastenhofer
ZFC Meuselwitz:
Sedlak – Rehder, Kaymaz (86. G), Oke, Pfeil, Wurr, Pauling (87. Nitschke), Balde (74. Fischer), Hansch, Eckardt, Schmökel
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Texte: Holger Elias
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