Regionalliga Nordost
Regionalliga Nordost: Zusammenfassung 17. Spieltag
GFC – Hertha 03 1:1 / Hertha II – SVB 0:2 / Chemie - FSV 1:2 / Preussen – VSG 1:1 / Erfurt - Jena 3:1 / HFC – FCE 3:0 / CFC – Dynamo 1:1 / FSV 63 – ZFC 2:2 / FCM II – Lok 1:5
Die Sonntagspartien: Greifswald dominierte große Teile der Partie, vergab jedoch zahlreiche gute Chancen und musste sich nach Benyaminas Führung mit einem 1:1 zufriedengeben. Zehlendorf nutzte eine der wenigen Offensivaktionen konsequent und stabilisierte sich defensiv nach dem Ausgleich. In der Schlussphase drängte der GFC vergeblich auf den Sieg, scheiterte aber wiederholt an Keeper Dedidis und der eigenen Genauigkeit. - Babelsberg gewinnt bei Hertha BSC II mit 2:0, weil die Gäste in einer lange ausgeglichenen Partie in der Schlussphase zielstrebiger wurden. Unterschiedsspieler Queißer traf in der 80. und 86. Minute und bestrafte zwei Momente der Unordnung in Herthas Defensive. Die Berliner Reserve blieb offensiv zu harmlos und musste sich nach ordentlicher Defensivleistung doch geschlagen geben.
Am Samstag gab es folgende Ergebnisse: Chemie Leipzig zeigte gegen den favorisierten FSV Zwickau eine engagierte Vorstellung und glich den Rückstand durch einen frechen Panenka von Ratifo aus. In der stärksten Phase der Leutzscher verhinderten Hiemann und die FSV-Defensive mehrfach den möglichen Führungstreffer. In der Nachspielzeit entschied ein Dropkick von Eixler die intensive Partie zugunsten der Gäste. - Preussen und Altgliencke trennen sich nach intensivem Duell 1:1. Adekunle brachte den Aufsteiger in Führung, Nietfeld glich per Kopf aus. Insgesamt entsprach das Remis dem Kräfteverhältnis eines kampfbetonten Stadtduells auf schwierigem Geläuf.
Die Freitagabend-Begegnungen (28.11.25): Rot-Weiß Erfurt gewinnt das Thüringenderby gegen Carl Zeiss Jena mit 3:1 und überzeugt mit gnadenloser Effizienz in den Schlüsselmomenten. Fehler und Ugondu stellen noch vor der Pause die Weichen, Hajrulla erhöht kurz nach dem Seitenwechsel, ehe Hoppe per Freistoß für Ergebniskosmetik sorgt. Jena investiert nach der Pause viel, findet aber zu spät Durchschlagskraft gegen ein clever verteidigendes RWE. - Halle feiert zum Ende der Hinrunde einen verdienten 3:0-Heimsieg über Eilenburg. Nach starker Anfangsphase beider Teams setzte sich der HFC mit wachsender Kontrolle und klarerer Struktur durch. Ein spätes Doppelpack entschied eine Partie, die lange offen blieb. - Chemnitz und BFC Dynamo trennen sich nach intensivem Kampf 1:1. Der BFC führte lange, verpasste aber mehrfach die Vorentscheidung. Der CFC wurde zunehmend stärker und glich kurz vor Schluss per Elfmeter aus. - Luckenwalde und Meuselwitz trennen sich nach packender Schlussphase 2:2. Der FSV dominierte, verpasste aber den entscheidenden Knockout. Trübenbach traf doppelt und sicherte dem ZFC in Unterzahl einen überraschenden Punkt.
Der Spieltag-Auftakt vom Mittwoch (26.11.25): Lok Leipzig gewinnt beim 1. FC Magdeburg II souverän mit 5:1 und sichert sich vorzeitig die Herbstmeisterschaft. Die Gäste überzeugen durch kompromisslose Effizienz und eiskaltes Umschaltspiel. Magdeburg bleibt trotz mutiger Offensive zu fehleranfällig und chancenlos gegen den Spitzenreiter.
Zehlendorf erkämpft Punkt im Küstenwind
Greifswalder FC – Hertha Zehlendorf 1:1 (1:1)
Der Greifswalder FC hat gegen Hertha 03 Zehlendorf einen möglichen Heimsieg verpasst. Trotz dominanter Phasen, klarerer Struktur und eines deutlichen Plus an Abschlüssen reichte es am Ende nur zu einem 1:1. Beide Treffer fielen im ersten Durchgang, danach rannten die Gastgeber vergeblich an.
Greifswald übernahm früh die Kontrolle, verlagerte geschickt über Vogt und Montcheu und suchte immer wieder den Zielspieler Benyamina. Zwar hatte Zehlendorf durch Jones (6.) die erste Torannäherung, doch mit zunehmender Spieldauer diktierte der GFC das Geschehen. Die Führung war folgerichtig: Nach einer druckvollen Phase fand Eglseder mit einem Schnittstellenpass Benyamina, der sich im Strafraum behauptete und trocken ins lange Eck vollendete (32.).
Doch die Freude währte nur kurz. Zehlendorf nutzte eine Unachtsamkeit in Greifswalds Rückraum und kam durch Schulz zum Ausgleich (40.) – ein satter Abschluss nach abgewehrter Flanke, für den die Gastgeber in dieser Szene keine Zugriff bekamen. Es war einer der seltenen Momente, in denen Hertha 03 seine offensiven Anlagen zeigen konnte.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Greifswald das Tempo spürbar. Hüther, Wagner und Atilgan rückten höher nach, Lämmel band die Berliner Innenverteidigung, während Benyamina gleich mehrfach an Dedidis scheiterte (55., 89.). Auch Eglseder vergab per Kopf (61.), Ndualu fand aus halbrechter Position ebenfalls seinen Meister im Torhüter (83.).
Zehlendorf blieb defensiv stabil und verteidigte das Zentrum zunehmend kompakter, setzte nur punktuell über Hebisch und später Hoppe kleine Nadelstiche. Die Gäste verlegten sich vollständig auf Konter und mussten mehrere brenzlige Situationen überstehen – insbesondere nach Standards, bei denen Greifswald immer wieder gefährlich wurde.
Die Schlussphase gehörte ausschließlich dem GFC: Harz brachte zusätzlich Dynamik, doch die Präzision fehlte. Ndualu scheiterte erneut, Vogt verzog aus der Distanz (90.). Die letzte Ecke der Gäste verpuffte – dann war Schluss.
Unter dem Strich verschenkte Greifswald zwei Punkte, weil Effizienz und letzte Konsequenz fehlten. Zehlendorf verdiente sich den Zähler durch große Defensivarbeit und eine konzentrierte Leistung nach dem Ausgleich.
Zuschauer: 573
Spielstätte: Stadion, Greifswald (Hansestadt)
Schiedsrichter: Tim Gerstenberg – Marcel Riemer, Andy Stolz
Tore:
1:0 (32.) Benyamina, 1:1 (40.) Schulz
Mannschaftsaufstellungen:
Greifswalder FC:
Jakubov – Kaizer, Hüther, Richardson (86. Günay), Lämmel (71. Harz), Vogt, Montcheu (77. Ndualu), Wagner, Eglseder, Benyamina, Atilgan (86. Bokake Bolufe)
FC Hertha 03 Zehlendorf:
Dedidis – Smailovic (47. G), Wilton (35. G), Wicht, Burda, May, Hasenberg (64. Doll), Hebisch (83. Abe), Schulz, Jones (64. Reimann / 31. G), Quiala
Besondere Vorkommnisse:
Gelbe Karten: – (Greifswalder FC) – Smailovic, Wilton, Jones (FC Hertha 03 Zehlendorf)
Babelsberg siegt spät bei Hertha BSC II
Hertha BSC II – SV Babelsberg 03 0:2 (0:0)
Lange sah es im Amateurstadion nach einer zähen Nullnummer aus, doch am Ende nahm Babelsberg 03 verdient die drei Punkte mit. Die Gäste wirkten strukturierter, geduldiger im Ballbesitz und besaßen in der Schlussphase den Unterschiedspieler: Linus Queißer, der mit einem Doppelpack binnen sechs Minuten die Partie entschied. Hertha II verteidigte 80 Minuten aufmerksam, fand offensiv aber kaum Zugang und blieb letztlich ohne zwingende Torchance.
Beide Mannschaften begannen vorsichtig. Hertha suchte zu Beginn über Ben-Hatira und Telib kurze vertikale Lösungen, fand aber gegen Babelsbergs kompakt gestaffelte Mittelfeldreihe kaum Räume. Die Gäste wiederum hielten das Tempo niedrig, ließen den Ball laufen und versuchten, über Büch und Kastenhofer die zentrale Kontrolle zu etablieren. Vieles spielte sich zwischen den Strafräumen ab; klare Abschlüsse blieben Mangelware. Stein verlebte im Babelsberger Tor eine ruhige erste Halbzeit, während Heide auf der Gegenseite ebenfalls kaum geprüft wurde.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Babelsberg schrittweise die Intensität. Durch konsequenteres Gegenpressing gelang es dem SVB zunehmend, Herthas Aufbau zu stören und zweite Bälle zu sichern. Covic zog die Abwehr mehrmals auseinander, während Büch und Bürger die Zwischenräume besetzten – doch bis zur 75. Minute fehlte dem Spiel die letzte Präzision im Abschluss. Hertha dagegen blieb in der Offensive nahezu wirkungslos, die wenigen Konteransätze verpufften schnell.
In der 80. Minute kippte die Partie endgültig: Nach einer flachen Kombination über die linke Seite nutzte Queißer ein unübersichtliches Verhalten der Berliner Hintermannschaft und traf aus kurzer Distanz zum 0:1. Sechs Minuten später setzte er den entscheidenden Schlag. Wieder stand er nach schnellem Umschalten goldrichtig, verwertete einen Abpraller kompromisslos und schnürte damit den Doppelpack (86.).
Hertha konnte in der Schlussphase keine Antwort mehr geben, Babelsberg brachte das Ergebnis abgeklärt über die Zeit. Aufgrund der klareren Struktur, der höheren Ballsicherheit und der zwingenderen Aktionen im letzten Drittel war der Auswärtssieg absolut verdient.
Zuschauer: 676
Spielstätte: Stadion auf dem Wurfplatz, Berlin
Schiedsrichter: Miriam Schwermer – Johannes Schipke, Laurenz Werner
Tore:
0:1 (76.) Queißer, 0:2 (86.) Queißer
Mannschaftsaufstellungen:
Hertha BSC II:
Heide – Pekarik (85. Aslanidis / 14. G), Bruns (87. G), Ogbaidze, Richter (80. Trus), Gouram, Ben-Hatira, Strasner, Matiebel, Ajvazi (19. Rölke / 49), Telib
SV Babelsberg 03:
Stein – Silic (65. Queißer), Werbelow (65. Schmidt), Müller, Covic, Didoss (90. Perovic), Zeiger, Bürger (90. Lessel), Büch, Postelt (78. Lang), Kastenhofer
Besondere Vorkommnisse:
Gelbe Karten: Pekarik, Bruns (Hertha BSC II) – Queißer (SV Babelsberg 03)
Panenka reicht nicht: FSV stiehlt Sieg in letzter Minute
BSG Chemie Leipzig – FSV Zwickau 1:2 (0:0)
Die BSG Chemie Leipzig hat im heimischen Alfred-Kunze-Sportpark einen greifbaren Punkt gegen den favorisierten FSV Zwickau aus der Hand gegeben. In einer intensiven, teils hochklassigen Begegnung, die bis in die Nachspielzeit auf Messers Schneide stand, sorgte ein Dropkick von Eixler in der 90.+3 Minute für die endgültige Entscheidung zugunsten der Gäste. Die Leutzscher, kämpferisch und phasenweise ebenbürtig, verpassten es, ihre stärkste Phase nach dem Ausgleichstreffer zum eigenen Vorteil zu nutzen.
Beide Mannschaften gingen von Beginn an hohes Tempo, suchten früh die Tiefe und erzeugten eine Begegnung mit stetigen Umschaltmomenten. Zwickau setzte zunächst die klareren Akzente: Bereits nach fünf Minuten hämmerte Dobruna aus dem Getümmel an Latte und Torwart Horenburg, kurze Zeit später tauchte Eixler mit einem Distanzversuch knapp neben dem Kasten auf. Chemie brauchte dagegen, um die eigene Statik zu finden, rieb sich in der Anfangsphase im Mittelfeldpressing und den robusten Zwickauer Abläufen auf. Erst nach Hoffmanns Solo in Minute 22, den Hiemann glänzend parierte, fanden die Gastgeber ihren Rhythmus.
Bis zur Pause entwickelte sich ein offener Schlagabtausch: Ratifo scheiterte aus vier Metern per Kopf am überragenden Reflex des FSV-Keepers, auf der Gegenseite verhinderte Lihsek auf der Linie den Einschlag eines Kopfballs von Fobassam. Beim vermeintlichen Leipziger Führungstreffer kurz vor dem Pausenpfiff stand indes die Abseitsfahne im Weg – Millimeterentscheidung. Dass es torlos blieb, grenzte angesichts der hohen Schlagzahl an Abschlüssen an ein Kuriosum.
Zehn Minuten nach Wiederbeginn fiel der erste Treffer: Ein missglückter Abschlag Horenburgs leitete den Leipziger Rückschlag ein. Startsev fing den Ball ab, leitete sofort auf Eixler weiter, der mustergültig für Sezer vorbereitete – der Angreifer vollendete wuchtig per Kopf und brachte die Schwäne in Führung. Chemie brauchte wenige Minuten, um sich zu erholen, antwortete dann aber mit viel Mut und besserer Staffelung im letzten Drittel.
Die Schlüsselszene folgte in der 69. Minute: Ein langer Ball auf Ratifo, Senkbeil brachte den Leipziger im Strafraum regelwidrig zu Fall. Der Stürmer trat selbst an – und verwandelte in Panenka-Manier mit feiner Frechheit zum 1:1. Mit dem Ausgleich kippte die Partie endgültig: Leipzig presste nun höher, belagerte phasenweise den FSV-Strafraum, verpasste aber gleich mehrfach die mögliche Führung. Drei Eckbälle in Serie sorgten für Gefahr, Hoffmann und Mäder näherten sich dem Tor an, doch Zwickau überstand diese Phase unbeschadet.
In der Schlussphase verlegten sich die Gäste fast ausschließlich auf Konter und Standards – und sollten damit Erfolg haben. Als die Nachspielzeit bereits angebrochen war und beide Trainer mit den letzten Wechseln auf Verwaltung des Ergebnisses setzten, nutzte Zwickau eine späte Ecke zur Entscheidung. Martins Hereingabe rutschte durch bis an den zweiten Pfosten, wo Eixler im Rückraum lauerte. Der Offensivmann nahm den Ball technisch anspruchsvoll per Dropkick und setzte ihn unhaltbar unter die Latte – der viel zitierte Lucky Punch, der eine bis dahin ausgeglichene Begegnung endgültig entschied.
Chemie blieb keine Zeit mehr zur Antwort. Die Zwickauer sicherten mit dem späten Coup drei wichtige Punkte im oberen Tabellensegment, während die BSG trotz couragierter Leistung und guter Phasen ohne Ertrag bleibt. Für die Leutzscher war es ein Rückschlag in einer Phase, in der jeder Zähler im Abstiegskampf zählt.
Zuschauer: 4999
Spielstätte: Alfred-Kunze-Sportpark Hauptfeld, Leipzig
Schiedsrichter: Franziska Wildfeuer – Chris Rauschenberg, Paul Drößler
Tore:
0:1 (54.) Sezer, 1:1 (71.) Ratifo (Strafstoß), 1:2 (90.+4) Eixler
Mannschaftsaufstellungen:
BSG Chemie Leipzig:
Horenburg – Hollenbach (87. G), Enke, Mäder, Seidel (74. Bunge), Aliji (44. G), Hoffmann, Lihsek, Nadjombe, Ratifo, Weigel (46. Kießling / 44. G)
FSV Zwickau:
Hiemann – Senkbeil (70. G), Dobruna (66. Martens), Somnitz (90.+4 G), Breitenbücher (66. Möbius), Startsev, Eixler, Sezer (83. Pilger / 24. G), Fobassam, Ziemer (84. G), Haubner (83. Albert)
Preussen-Lauf gestoppt: VSG holt Punkt nach Rückstand
BFC Preussen – VSG Altglienicke 1:1 (0:0)
Auf tiefem, stellenweise kaum bespielbarem Geläuf lieferten sich Aufsteiger BFC Preussen und die ambitionierte VSG Altglienicke ein intensives, von vielen Zweikämpfen geprägtes Berliner Stadtduell. Die Hausherren führten nach fast 70 Minuten durch Adekunle, doch Altglienicke belohnte sich spät für seine bessere Spielanlage nach der Pause: Top-Torjäger Nietfeld traf per Kopf und sicherte seiner Mannschaft ein insgesamt gerechtes 1:1. Für Preussen endete damit ein beeindruckender Lauf von drei Siegen am Stück.
Beide Teams brauchten kaum Anlaufzeit. Preussen legte früh Robustheit und vertikales Spiel an den Tag, suchte über die rechte Seite und schnelle Läufe von Adekunle unmittelbar die Tiefe. Bereits in der 13. Minute setzte Stein nach einer Ramadan-Flanke den Ball per Kopf an die Latte – ein erster Höhepunkt, der deutlich machte, wie schwierig das Verteidigen auf dem seifigen Untergrund werden würde. Auf der Gegenseite reagierte Altglienicke strukturiert, sobald Räume entstanden. Ein Distanzschuss von Johannes Manske (31.) und die größte Chance durch Paul-Vincent Manske (36.), der nach starkem Zuspiel frei vor Albers auftauchte, brachten Gefahr. Doch Preussens Keeper entschärfte mit glänzendem Reflex.
Insgesamt war der erste Durchgang geprägt von ständigen Umschaltmomenten, aber ohne präzise Endaktionen. Beide Mannschaften hatten mit dem Platz zu kämpfen, verloren viele zweite Bälle und installierten immer wieder lange Phasen mit hohen Bällen und Zweikämpfen um die ersten Kontakte. Dadurch blieb das Spiel trotz guter Ansätze auf beiden Seiten torlos zur Pause.
Nach Wiederbeginn erhöhte Altgliencke spürbar den Druck. Die VSG schob die Flügel offensiver, rückte höher in die Zwischenräume und zwang Preussen wiederholt zu Rückwärtsbewegungen. Nietfeld prüfte Albers in der 55. Minute mit einem strammen Abschluss aus kurzer Distanz, kurz darauf scheiterte Roßbach nach einem freistehenden Abschluss an der Preussen-Abwehr (63.). Die Gäste drängten nun, wirkten zielstrebiger und hatten durch die verbesserten Verbindungen zwischen Tezel und Rieder klare Spielanteile.
Gerade in dieser Phase fiel jedoch das Tor auf der anderen Seite. Nach einer flachen Verlagerung in die Tiefe setzte Frank im richtigen Moment energisch nach, fand Adekunle im Strafraum, der die Hereingabe aus kurzer Distanz überlegt zur 1:0-Führung verwertete (67.). Ein Treffer, der den bis dahin eher reaktiven Preussen plötzlich Stabilität und neues Momentum verlieh.
Doch die VSG hatte die passende Antwort. Die Gäste ließen sich vom Rückstand nicht aus dem Konzept bringen, hielten die Angriffswucht hoch und erspielten sich über schnelle Vertikalangriffe erneut klare Abschlüsse. Saliger verzog zunächst aus guter Position (76.), ehe Schickersinsky über links entscheidend durchbrach und eine maßgenaue Flanke an den Fünfmeterraum schlug. Nietfeld stieg am höchsten und köpfte wuchtig zum 1:1 ein (78.) – sein 13. Saisontor, typisch für seine Strafraumpräsenz und das Timing im Kopfballspiel.
Die Schlussphase wurde wilder. Beide Mannschaften witterten die Chance auf den Sieg. Altglienicke blieb in den Umschaltmomenten gefährlicher, Tezel (85.) und Schickersinsky (92.) verpassten mit zwei klaren Gelegenheiten den möglichen Dreier für die VSG. Preussen dagegen setzte auf wenige, aber gut herausgespielte Nadelstiche, fand jedoch nicht mehr die Präzision des ersten Durchgangs. Die Gelben Karten gegen Albers (76.) und Stein (74.) waren Ausdruck der zunehmenden Härte in einer Partie, die physisch anspruchsvoll blieb.
Am Ende stand ein leistungsgerechtes Remis, das Preussen nach seinen jüngsten Erfolgen zwar bremste, aber die Stabilität des Aufsteigers erneut bestätigte. Altgliencke dagegen zeigte nach schwerfälligem Beginn großen Aufwand und verdiente sich den Punkt durch ein starkes zweites Durchgang.
Zuschauer: 145
Spielstätte: Preussen-Stadion, Berlin
Schiedsrichter: Christoph Dallmann – Hannes Ventzke, Michael Bernowitz
Tore: 1:0 (69.) Adekunle, 1:1 (77.) Nietfeld
Mannschaftsaufstellungen:
BFC Preussen: Albers (76. Gelb) – Kireski (90.+1 Gelb), Brandt, Fontein, Dikarev, Ramadan, Adekunle (69. Tor, 88. Mensah), Breitkreuz (C), Frank (65. Gelb), Brehmer, Stein (75. Gelb)
VSG Altglienicke Berlin: Klatte – P.-V. Manske (66. Sylla, 53. Gelb), J. Manske (69. Schickersinsky), Nietfeld (77. Tor), Roßbach, Kapp, Tezel (69. Qenaj), Saliger (88. Kebe), Türpitz (C, 36. Gelb), Rieder, Friedrich
Otto & Co. bringen den Steigerwald zum Kochen
FC Rot-Weiß Erfurt – FC Carl Zeiss Jena 3:1 (2:0)
Im heißen Thüringenderby hat Rot-Weiß Erfurt ein Ausrufezeichen gesetzt. Gegen den favorisierten FC Carl Zeiss Jena siegten die Blumenstädter vor 15.040 Zuschauern mit 3:1 und kombinierten dabei Kampf, Effizienz und taktische Disziplin. Ein Geistesblitz von Fehler, ein eiskalt ausgespielter Konter und ein zielstrebiger Auftritt nach der Pause reichten, um Jenas Aufholjagd zu bremsen und die Stimmung im Steigerwaldstadion schlagartig zu drehen. Der sehenswerte Freistoß von Hoppe änderte daran nichts mehr.
Die Partie begann mit hohem Puls, aber überschaubarer Chancenqualität – ein typisches Derby. Viel Intensität, viele Zweikämpfe, wenig Struktur, garniert von zwei kurzen Pyro-Unterbrechungen, die den Rhythmus zusätzlich zerrissen. Jena suchte über Lankford und Talabidi früh Tiefe, brachte durch Standards erste Gefahr in den Strafraum, blieb aus dem Spiel heraus aber harmlos. Lankfords Freistoß auf den zweiten Pfosten (21.) und ein zu hoch angesetzter Abschluss von Hessel bildeten die dünne Offensivbilanz der Gäste, während Erfurt zunächst auf defensive Stabilität und Nadelstiche lauerte.
Mit zunehmender Spieldauer fand RWE die Balance. Ugondu band Bälle im Zehnerraum, Hajrulla ging konsequent in die Tiefe, Fehler lauerte auf Umschaltmomente. Nach einer halben Stunde kippte das Spiel: Fehler eroberte im Zwischenlinienraum aggressiv den Ball, ließ Reddemann und Hessel stehen, umkurvte den herausstürzenden Liesegang und schob überlegt zum 1:0 ein (32.). Ein Solo, das perfekt zur aufgeheizten Derby-Atmosphäre passte und Jenas ohnehin brüchige Statik entlarvte.
Nur drei Minuten später setzte Erfurt den nächsten Nadelstich. Jena stand weit aufgerückt, RWE konterte mustergültig: Hajrulla tauchte frei vor Liesegang auf, legte quer, und Ugondu chippte den Ball aus kurzer Distanz über den Keeper hinweg ins Tor (35.). Zwei Aktionen, zwei Tore – RWE nutzte die Räume mit chirurgischer Präzision, während Jena zwar bemüht blieb, aber vorne keine Lösungen fand und hinten viel zu offen agierte. Kurz vor der Pause rettete Otto noch vor Butzen, ansonsten blieb der FCC „glücklos und ehrlich gesagt komplett harmlos“ in der Offensive – wie es der Eindruck der ersten 45 Minuten nahelegte.
Zur Pause reagierte Volkan Uluc drastisch: Vierfache Wechsel, System- und Personalumbau. Hehne, Oduah, Schau und Burmeister brachten frische Beine und neue Impulse – und der FCC kam tatsächlich mit einem anderen Gesicht aus der Kabine. Hehne hatte direkt die beste Jenaer Chance bis dahin, sein Abschluss zwang Otto zur Parade. Doch der nächste Nackenschlag folgte schnell: Nach einem Ballverlust im Mittelfeld schaltete Erfurt wieder blitzschnell, Ugondu schickte Hajrulla steil, der aus spitzem Winkel kompromisslos zum 3:0 abschloss (51.). Liesegang war zwar dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern.
Dass Jena dennoch im Spiel blieb, lag vor allem an Hoppe. Der zur Pause eingewechselte Offensivmann setzte mit einem perfekten Freistoß aus gut 20 Metern ein Ausrufezeichen – der Ball schlug unhaltbar neben dem Pfosten ein (55.). Der Anschluss gab den Gästen Rückenwind, Erfurt zog sich etwas tiefer zurück und setzte auf Konter. Burmeister, Butzen und Eshele suchten vermehrt die Halbräume, Jena gewann nun mehr zweite Bälle und verschob RWE phasenweise weit in die eigene Hälfte.
In dieser Druckphase wurde die Partie wild. Das Spiel war von vielen Unterbrechungen geprägt, Hajrulla musste mit Krämpfen behandelt werden, später blieb auch Ugondu länger liegen. Jena blieb am Drücker, ohne sich allerdings klare Chancen im Minutentakt zu erspielen. Standards und Halbfeldflanken waren das probateste Mittel, doch Awoudja – stark als überraschender Kapitän im Zentrum – und der eingewechselte Fuakala räumten konsequent ab. Ein Missverständnis zwischen Fuakala und Otto in der Schlussphase hätte das Derby allerdings fast noch einmal auf den Kopf gestellt, doch Erfurts Keeper bügelte den Fehler im letzten Moment aus (85.).
In der langen Nachspielzeit warf Jena alles nach vorn, doch Moritz’ Grätsche gegen eine Hoppe-Hereingabe (90.+7) stand symbolisch für den entschlossenen Widerstand der Gastgeber. RWE verteidigte das Ergebnis mit überlegter Härte und viel Leidenschaft über die Ziellinie – und feierte nach zuletzt schwankenden Auftritten eine sportlich wie emotional enorm wichtige Derby-Genugtuung.
Zuschauer: 15040
Spielstätte: Steigerwaldstadion, Erfurt
Schiedsrichter: Richard Hempel – Philipp Jacob, Tim Haubenschild
Tore: 1:0 (32.) Fehler, 2:0 (35.) Ugondu, 3:0 (50.) Hajrulla, 3:1 (55.) Hoppe
Mannschaftsaufstellungen:
FC Rot-Weiß Erfurt: Otto – Moritz, Ikene (42. Fuakala), Awoudja (C, 12. Gelb), Caciel (90. Dehl, 79. Gelb), Hajrulla (50. Tor, 69. Uzun, 90.+7 Rot), Wolf (69. Durakov), Fehler (32. Tor, 90. Mashigo), Ugondu (35. Tor), Boboy, Adesida
FC Carl Zeiss Jena: Liesegang – Reddemann (85. Gelb), Lankford (46. Hehne, 40. Gelb), Prokopenko (46. Oduah), Eshele, Talabidi, Weihrauch (73. Kratzenberg), Fritz, Schau (46. Hoppe, 55. Tor, 45.+4 Gelb), Butzen (C, 22. Gelb), Hessel (46. Burmeister, 9. Gelb)
Reife Leistung: Halle setzt sich dank klarer Struktur durch
Hallescher FC – FC Eilenburg 3:0 (1:0)
Der Hallesche FC hat seine Hinrunde mit einem souveränen 3:0-Heimsieg gegen den FC Eilenburg abgeschlossen. Was über weite Strecken wie ein zähes Ringen aussah, entwickelte sich in den entscheidenden Phasen zu einem Spiel der Effizienz. Der HFC wirkte strukturierter, geduldiger und im letzten Drittel entschlossener, während Eilenburg zwar mutig startete, im Verlauf aber zunehmend an Durchschlagskraft verlor. Am Ende stand ein Erfolg, der vor allem auf Stabilität und kontrolliertes Tempo beruhte.
Beide Teams suchten früh den direkten Weg nach vorn, die Partie begann ohne jede Abtastphase. Halle fand über die rechte Seite um den agilen Hauptmann rasch Zug in die Angriffe. Bereits in der 2. Minute prüfte Damelang FCE-Keeper Pieles, der stark parierte. Auch Hauptmann (6.) fand seinen Meister im Schlussmann, der Eilenburg zunächst im Spiel hielt. Doch auch die Gäste meldeten ihre Ambitionen an: Aguilar, Poser und später Mauer setzten Nadelstiche, bewegten Halle mehrfach an die Strafraumkante zurück und sorgten dafür, dass der HFC defensiv gefordert blieb.
Mit fortschreitender Spieldauer übernahm Halle die Initiative. Die Gastgeber erarbeiteten sich eine wachsende Präsenz im Zentrum, gewannen die zweiten Bälle und hielten Eilenburg öfter in der eigenen Hälfte fest. Doch die Genauigkeit fehlte zunächst: Polat (24.) blieb in der Mauer hängen, Damelang verzog aus 18 Metern (43.), und auch mehrere Flanken fanden keinen Abnehmer. Die Gäste wackelten, fielen aber nicht – bis in der 45. Minute die präzise Hereingabe von Löhmannsröben den Bann brach. Polat stieg am Fünfer am höchsten und köpfte zum 1:0 ein.
Direkt vor der Pause wäre beinahe sogar der Spielverlauf gekippt: Mauer setzte einen Abschluss aus zentraler Position hauchdünn vorbei. Es war die beste Gelegenheit des FCE, das bis dahin keineswegs wie ein klarer Außenseiter wirkte.
Nach dem Wechsel schärfte Halle die Struktur, während Eilenburg vermehrt in Abwehrarbeit gedrängt wurde. Die Hallenser suchten druckvoll das 2:0, rückten in Wellen nach und hielten den Gegner mit hohem Pressing weit vom eigenen Strafraum fern. Mehrere Hereingaben und Rückraumaktionen sorgten für Gefahr, ehe ein Standard die Führung ausbaute: Löhmannsröben verwertete eine unübersichtliche Szene im Strafraum zum 2:0 (60.) – ein Treffer, der dem HFC klare Stabilität verlieh.
Eilenburg versuchte es mit frischen Kräften im Angriff, doch Halle blieb bissig, zweikampfstark und ließ kaum Umschaltmomente zu. Die Gäste hatten nun nicht mehr die Präzision der ersten halben Stunde, verloren viele Duelle im Mittelfeld und fanden gegen die kompakte HFC-Ordnung kaum Räume. Halle hingegen blieb geduldig, verlegte sich zunehmend aufs Verwalten – aber ohne Passivität. In der Verlängerung sorgte Baro im Nachsetzen (90.+5) für die Entscheidung zum 3:0.
Die Partie zeigte zwei Mannschaften, die unbedingt ein versöhnliches Hinrundenende suchten – doch am Ende war es die klarere Linie, die den Ausschlag gab. Halle nutzte seine Schlüsselmomente, agierte im letzten Drittel wuchtiger und verteidigte abgeklärt. Eilenburgs ordentliche Anfangsphase reichte nicht, um dem Spiel eine eigene Richtung zu geben.
Zuschauer: 4832
Spielstätte: LEUNA-CHEMIE-STADION, Halle (Saale)
Schiedsrichter: Benjamin Strebinger – Marko Wartmann, Nils Schröter
Tore: 1:0 (45.) Polat, 2:0 (60.) Löhmannsröben, 3:0 (90.+4) Baro
Mannschaftsaufstellungen:
Hallescher FC: Müller – Halili, Löhmannsröben (60. Tor, 87. Kastull), Fakhro (61. Baro, 83. Gelb, 90.+4 Tor), Polat (45. Tor, 77. Kulke), Stierlin, Hauptmann, Schmedemann (90.+1 Gelb), Landgraf (C), Damelang (87. Ehrlich), Elezi (77. Langhammer)
FC Eilenburg: Pieles – Kosak (71. Henkel), Fischer (22. Gelb), Kretzer (90.+3 Gelb), Mattmüller (71. Kallenbach), Niemitz, Aguilar, Poser (46. Schädlich), Weiß (C), Schlicht (59. Ampadu Wiafe, 56. Gelb), Mauer (79. Pestel)
BFC verpasst Entscheidung, CFC schlägt spät zurück
Chemnitzer FC – BFC Dynamo 1:1 (0:1)
In einer taktisch umkämpften, phasenweise hektischen Begegnung teilten sich Chemnitzer FC und BFC Dynamo am 17. Spieltag die Punkte. Der BFC führte lange durch Reinckes Treffer kurz vor der Pause, verpasste es aber, in mehreren Konterphasen nachzulegen. Chemnitz steigerte sich im Laufe der Partie deutlich, drängte mit wachsender Intensität und fand in der Schlussphase die passende Antwort: Bozic verwandelte einen Elfmeter sicher und belohnte die Gastgeber für einen leidenschaftlichen Auftritt nach dem Seitenwechsel.
Der CFC begann nach dem 0:4-Dämpfer in Zwickau mit sichtbarem Willen, die Spielkontrolle früh zu übernehmen. In der Anfangsphase gelang das über klare Ballpassagen und aggressives Gegenpressing, während der BFC sich zunächst abwartend zeigte. Doch aus dieser Phase der Geduld heraus entfalteten die Berliner zunehmend Präsenz. Reincke und Fritzsche setzten mit ihren ersten Abschlüssen (14., 17.) die Akzente, weil der BFC über rechts einige Male dosiert hinter die Chemnitzer letzte Linie kam.
Chemnitz brauchte bis Mitte der ersten Halbzeit, um echte Durchschlagskraft zu entwickeln. Dann jedoch wurden die Gastgeber zwingender: Pistol zwang Ortegel aus der Distanz zur Parade (33.), Marx und Stockinger näherten sich über Standards an. In dieser kurzen Phase der CFC-Überlegenheit fiel fast folgerichtig dennoch das Tor auf der Gegenseite – weil der BFC den Moment gnadenlos nutzte. Liebelt schaltete nach eigenem Ballgewinn rechts mit nach vorn, flankte flach ins Zentrum, und Reincke setzte sich im Abschluss entschlossen durch (44.). Effizienz gegen Anlaufzeit, so lautete die Pausenbilanz.
Nach dem Wechsel präsentierte sich der CFC klar strukturierter, zielstrebiger und deutlich risikobereiter. Mehrfach erarbeitete sich Chemnitz gefährliche Kopfballgelegenheiten: Marx (50.), Eppendorfer (47.) und später Bozic kamen jeweils zum Abschluss, während der BFC in dieser Phase defensiv stärker gefordert wurde. Gleichzeitig boten sich den Berliner Angreifern Räume für Konter. Fritzsche traf nach unübersichtlicher Szene nur den Pfosten (51.), Reincke und Windsheimer scheiterten mehrmals aus aussichtsreichen Positionen.
Das Tempo blieb hoch, die Duelle wurden ruppiger, und beide Trainer reagierten mit Wechseln – Schröder offensiv, BFC-Coach Demir taktisch stabilisierend. Chemnitz blieb jedoch druckvoll, verlagerte immer wieder auf die Außen und brachte den BFC zunehmend in die gefährliche Zone rund um den Strafraum. Nach Freistößen und Flanken fehlten oft nur Zentimeter; Stockinger besaß die größte Gelegenheit, scheiterte aber aus kurzer Distanz (83.).
Zum entscheidenden Moment kam es schließlich in der 85. Minute: Grimaldi setzte im Strafraum energisch nach und wurde von einem Berliner Verteidiger klar gefoult. Bozic verwandelte den folgenden Strafstoß nervenstark zum 1:1. Die Schlussoffensive der Gastgeber blieb jedoch folgenlos, weil Ortegel bei einem Distanzschuss von Damer stark reagierte (87.) und der BFC die letzte Angriffswelle abräumte.
Am Ende steht ein gerechtes Remis. Der BFC überzeugte über weite Strecken mit robustem Zweikampfverhalten, schnellen Umschaltaktionen und der klaren Aktion vor der Pause. Chemnitz dagegen nahm den Kampf an, steigerte sich mit zunehmender Spieldauer, investierte mehr und erspielte sich im zweiten Durchgang eine Reihe guter Chancen. Der Ausgleich war die logische Konsequenz.
Zuschauer: 4237
Spielstätte: eins-Stadion – An der Gellertstraße, Chemnitz
Schiedsrichter: Marvin Tennes – Sirko Müke, Florian Strübing
Tore: 0:1 (43.) Reincke, 1:1 (85., Strafstoß) Bozic
Mannschaftsaufstellungen:
Chemnitzer FC: Adamczyk – Stockinger (83. Mergel), Rücker (51. Damer, 53. Gelb), Pistol, Marx (59. Alberico), Grimaldi, Eppendorfer, Müller, Ekui, Baumgart (83. Biven, 54. Gelb), Bozic (C, 85. Strafstoßtor)
BFC Dynamo: Ortegel – Liebelt, Polte, Mattmüller (74. Gelb), Sadrifar (73. Soares Das Neves), Fritzsche (73. Happi Monthe, 56. Gelb), Breitfeld, Windsheimer (82. Amadou), Gunte (C), Pestic, Reincke (43. Tor, 88. Wrebiakowski, 80. Gelb)
Späte Dramatik: Trübenbach rettet ZFC einen Punkt
FSV 63 Luckenwalde – ZFC Meuselwitz 2:2 (1:1)
Ein wilder Fußballabend im Werner-Seelenbinder-Stadion endete mit einer dramatischen Punkteteilung, die sich für den ZFC Meuselwitz wie ein Sieg anfühlen musste. Luckenwalde dominierte große Teile der Partie, führte zweimal, traf auf einen zunehmend dezimierten Gegner – und musste sich dennoch mit einem 2:2 zufriedengeben. Trübenbach avancierte dabei erneut zur Lebensversicherung der Gäste und sicherte in der Nachspielzeit, diesmal per Strafstoß, das Remis.
Beide Mannschaften begannen mit offenem Visier. Der FSV suchte früh die Wege über die Flügel, kam über Gollnack und Maciejewski mehrfach gefährlich in Strafraumnähe. Seidels Kopfball (7.) und ein geblockter Abschluss nach starker Kombination signalisierten bereits, dass Luckenwalde schnell Zugriff fand. Doch der ZFC setzte Nadelstiche: Erst verpasste Trübenbach am ersten Pfosten (8.), wenig später unterband Eckardt mit hartem Einsatz einen FSV-Konter – eine Szene, die bereits erahnen ließ, wie intensiv die Duelle werden würden.
Nach einer Phase anwachsender Luckenwalder Dominanz, geprägt von drei Ecken in Serie (18.), stellte der FSV seine Überlegenheit erstmals effektiv unter Beweis. Ein abgewehrter Ball landete vor den Füßen von Maciejewski, der aus 18 Metern trocken ins lange Eck vollendete (23.). Die Führung war folgerichtig, denn die Gastgeber hatten das Zentrum nun klar im Griff, gewannen viele zweite Bälle und hielten Meuselwitz in der eigenen Hälfte fest.
Doch der ZFC blieb gefährlich, wenn Umschaltsituationen entstanden. Eckardt ließ in der 20. Minute eine echte Großchance liegen, als er in Überzahl zu zentral abschloss. Erst kurz vor der Pause fand Meuselwitz die passende Antwort: Nach einer Pfeil-Ecke stieg Trübenbach am ersten Pfosten unwiderstehlich hoch und köpfte wuchtig zum 1:1 ein (42.). Der Treffer wirkte wie ein Nadelstich gegen den Rhythmus der Hausherren, die lange das aktivere Team gewesen waren.
Nach dem Seitenwechsel erarbeiteten sich die Thüringer zunächst leichte Vorteile. Trübenbach tauchte früh im Strafraum auf (48.), ehe der ZFC mehrere Minuten Druck entwickelte und Luckenwalde tiefer drückte. Doch mit zunehmender Spieldauer gewann der FSV die Kontrolle zurück. Über aggressives Gegenpressing und schnelle Verlagerungen kamen erneut gute Abschlüsse zustande: Gollnack (61.), König nach glänzendem Außenristpass Maciejewskis (69.) – die Gastgeber näherten sich dem Führungstor.
In einer zunehmend hitzigeren Partie verschärfte der Platzverweis gegen Kapitän Eckardt die Lage für Meuselwitz dramatisch. Sein überhartes Einsteigen im Mittelfeld brachte in der 80. Minute die Gelb-Rote Karte – ein taktischer und psychologischer Tiefschlag. Luckenwalde drückte nun mit voller Kraft, legte das Tempo über die Flügel hoch und verlagerte permanent nach vorn. Der ZFC verteidigte tief, kämpfte um jeden Ball und versuchte, das Remis mit Mann und Maus zu sichern.
Die Schlussphase wurde dann zum emotionalen Höhepunkt: Schröder drang über die linke Seite dynamisch in den Strafraum ein und wurde klar gefoult – den fälligen Elfmeter verwandelte Schneider souverän zum 2:1 (90.). Alles deutete auf einen späten, aber verdienten Luckenwalder Dreier hin.
Doch Meuselwitz gab sich nicht geschlagen. In einer der letzten Aktionen entschied der Schiedsrichter nach einem unübersichtlichen Zweikampf im Strafraum auf Elfmeter für die Gäste. Wieder trat Trübenbach an, wieder blieb er eiskalt (90.+4) – und schockte den FSV ein zweites Mal.
Luckenwalde dominierte weite Phasen, erspielte sich ein klares Chancenplus und scheiterte letztlich an eigener Ineffizienz sowie zwei Momenten fehlender Konsequenz. Meuselwitz dagegen zeigte beeindruckende Moral, profitierte von seiner Effizienz und rettete trotz Unterzahl überraschend einen Punkt.
Zuschauer: 451
Spielstätte: Werner-Seelenbinder-Stadion, Luckenwalde
Schiedsrichter: Pascal Wien – Christoph Beblik, Ahmad Chahrour
Tore: 1:0 (23.) Maciejewski, 1:1 (42.) Trübenbach, 2:1 (90., Strafstoß) Schneider, 2:2 (90.+4, Strafstoß) Trübenbach
Mannschaftsaufstellungen:
FSV 63 Luckenwalde: Palmowski – Pollasch (C, 85. Will), Schleinitz (85. Schröder), Bachmann (85. Kaus), Seidel, Neumann (65. Merke), Schneider (90. Strafstoßtor), Hathaway (65. König), Kühn, Maciejewski (23. Tor), Gollnack
ZFC Meuselwitz: Sedlak – Stiller (85. Halasz), Trübenbach (42., 90.+4 Strafstoßtore, 30. Gelb), Oke, Pfeil, Nitschke, Wurr (70. Gelb), Pauling (65. Kaymaz), Hansch (85. Fischer), Eckardt (C, 60. Gelb/80. Gelb-Rot), Schmökel (90.+2 Rehder)
Lok gnadenlos: Herbstmeisterschaft nach Gala in Magdeburg
1. FC Magdeburg II – 1. FC Lok Leipzig 1:5 (0:2)
Ein rasanter Abend im Magdeburger Stadion endete mit einem klaren Statement des Tabellenführers: Lok Leipzig präsentierte sich abgeklärt, körperlich überlegen und gnadenlos im Ausnutzen gegnerischer Fehler. Magdeburg II, selbst ambitioniert und mit mutigem Offensivdrang, wurde früh aus dem Rhythmus gerissen und fand nach zwei schnellen Nackenschlägen nie dauerhaft in die Partie zurück. Am Ende stand ein 1:5 aus Sicht der Gastgeber – und eine überlegene Vorstellung, die Lok vorzeitig zur Herbstmeisterschaft führte.
Magdeburg begann mit breiter Brust, wollte nach zwei Siegen in Folge den Favoriten fordern. Doch schon die ersten Minuten nahmen dem FCM den Wind aus den Segeln. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld verlängerte Leipertz den Ball unglücklich – Wilton musste in der 5. Minute nur noch einköpfen. Ein Treffer, der die Balance der Begegnung früh verschob. Trotz Magdeburgs hoher Präsenz im letzten Drittel fehlte die defensive Stabilität, die Lok mit präzisem vertikalen Spiel konsequent attackierte.
In der 14. Minute folgte der nächste Rückschlag: Birks Rückpass auf Vogler geriet zu kurz, Maderer roch den Fehler und schob zum 0:2 ein. Der Spitzenreiter nutzte damit seine ersten beiden klaren Möglichkeiten – eine Effizienz, die Magdeburg trotz ansprechender Ballzirkulation selbst nicht erreichte. Onaiwu, El-Zein und Vogler hatten Chancen, doch die Abschlüsse waren zu unpräzise. Lok hingegen blieb griffig, zweikampfstark und verteidigte mit guter Staffelung den eigenen Strafraum.
Kurz vor der Pause hätte Arcalean fast vorentschieden, doch sein Abschluss klatschte an den Pfosten. Trotz Magdeburgs Offensivbemühungen blieb die Leipziger Führung ungefährdet, weil Lok im Mittelfeld mit hohem Laufaufwand und klugen Ballgewinnen die Räume eng machte.
Nach der Pause setzten die Gäste sofort nach. Während Onaiwu Sekunden nach Wiederanpfiff den Pfosten traf, schlug Lok in Minute 48 zurück: Cevis flankte präzise, Maderer ließ passieren, und Adetula vollendete aus dem Rückraum zum 0:3. Magdeburg suchte weiter den Weg nach vorn, wurde aber im Umschalten immer wieder überrannt. Als Arcalean in der 59. Minute nach starker Einzelaktion gegen Zajusch auf 0:4 erhöhte, war die Begegnung praktisch entschieden.
Zwar brachte ein Foulelfmeter von El-Zein (61.) kurz Hoffnung, doch die Gelb-Rote Karte gegen Zajusch eine Minute später zerstörte jeden Ansatz eines Comebacks. Lok blieb strukturiert, kontrollierte Ball und Tempo und setzte in der 79. Minute durch Cevis noch den fünften Treffer – begünstigt durch einen folgenschweren Fehlpass von FCM-Keeper Kruth.
Insgesamt triumphierte Lok dank besserer Organisation, deutlich höherer Effizienz und körperlicher Präsenz. Magdeburg II zeigte Mut und Offensivdrang, wurde jedoch für defensive Instabilität und individuelle Aussetzer hart bestraft. Mit dem klaren Auswärtssieg baut Lok den Vorsprung an der Spitze aus und untermauert eindrucksvoll den Anspruch, den Aufstiegskampf zu dominieren.
Zuschauer: 2114
Spielstätte: Avnet Arena, Magdeburg
Schiedsrichter: Paul Drößler – Marko Wartmann, Paul Baudis
Tore: 0:1 (5.) Wilton, 0:2 (14.) Maderer, 0:3 (48.) Adetula, 0:4 (60.) Arcalean, 1:4 (62., Strafstoß) El-Zein, 1:5 (79.) Čevis
Mannschaftsaufstellungen:
1. FC Magdeburg II: Kruth – Dzogovic (84. Hink), Birk (46. Zajusch, 60. Gelb/64. Gelb-Rot), Mergner (46. Giesen), El-Zein (62. Strafstoßtor, Gelb), Vogler, Millgramm, Trkulja, Leipertz (C, 55. Korsch), Baars (67. Pohl), Onaiwu
1. FC Lokomotive Leipzig: Naumann (62. Gelb) – Wilton (5. Tor), Abderrahmane (C, 63. Maier, 38. Gelb), Maderer (14. Tor, 76. Ziane), Adetula (48. Tor), Siebeck, Arcalean (60. Tor, 76. Kang), Grözinger, Von Piechowski, Öztürk (46. Čevis, 79. Tor), Dombrowa (63. Zimmer)
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Texte: Holger Elias
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