Regionalliga Nordost
Regionalliga Nordost: Nachholspiele
Chemie – Preussen 2:2 / FCE – ZFC 5:1
Nachholspiel vom 22. Spieltag (18.03.26): Die BSG Chemie Leipzig hat im Nachholspiel gegen den BFC Preussen nach einer schwachen ersten Halbzeit noch ein 2:2 erkämpft. Kühn und Ramadan brachten die Gäste zweimal in Führung, Lisinski und Joker Seidemann glichen für die Leipziger jeweils aus. Während Chemie nach der Pause deutlich zulegte, bleibt das Remis im Abstiegskampf dennoch nur ein begrenzter Gewinn.
Nachholspiel vom 22. Spieltag (17.03.26): Der FC Eilenburg hat im Nachholspiel der Regionalliga Nordost einen eminent wichtigen 5:1-Heimsieg gegen den ZFC Meuselwitz gefeiert. Nach dem zwischenzeitlichen 1:1 entschieden Griebsch und Mattmüller die Partie noch vor der Pause vor, ehe Niemitz und Kretzer nach dem Seitenwechsel endgültig alles klarmachten. Mit dem überzeugenden Erfolg sendet der FCE ein starkes Signal im Kampf um den Klassenerhalt.
---------- 22. SPIELTAG DER REGIONALLIGA NORDOST ----------
Leutzsch zwischen Lähmung und Aufbäumen
BSG Chemie Leipzig – BFC Preussen 2:2 (0:1)
Die BSG Chemie Leipzig hat im Nachholspiel gegen den BFC Preussen einen weiteren Dämpfer im Abstiegskampf nur mit Mühe abgewendet. Vor 4.999 Zuschauern in Leutzsch kamen die Sachsen nach einer über weite Strecken erschreckend schwachen ersten Halbzeit und zwei Rückständen immerhin noch zu einem 2:2, das den Gastgebern zwar moralisch half, tabellarisch aber nur begrenzt weiterhilft. Weil Chemie vor der Pause offensiv nahezu nicht stattfand, nach dem Seitenwechsel jedoch mit mehr Wucht, Personalwechseln und größerer Entschlossenheit auftrat, entsprach das Remis am Ende dem Spielverlauf.
Die erste Hälfte geriet aus Leipziger Sicht zu einer jener Vorstellungen, die den Ernst der Lage schonungslos offenlegten. Viel Kampf, viele zweite Bälle, viele lange Zuspiele – aber kaum Struktur, kaum Präzision, kaum Torgefahr. Chemie wirkte im Aufbau fahrig, in den Verbindungen zwischen Mittelfeld und Angriff brüchig und im letzten Drittel fast komplett ideenlos. Der BFC Preussen machte daraus zwar ebenfalls kein fußballerisches Glanzstück, war aber die reifere, sauberere und in den entscheidenden Räumen wachere Mannschaft. Schon früh setzten die Berliner mit Frank den ersten harmlosen Warnschuss (7.), wenig später sorgten mehrere Standardsituationen zumindest für latente Gefahr. Stein köpfte einen Aufsetzer ohne Druck direkt auf Bergmann (16.), Fontain schloss abgefälscht neben den Pfosten ab (18.), und insgesamt hatte Preussen das Spiel in der Hand, ohne wirklich dominant zu wirken.
Gerade das machte den Auftritt der Hausherren so unerquicklich. Chemie fand kaum einmal einen klaren Weg in den Strafraum, musste jeden Ballgewinn sofort wieder hergeben und lebte in dieser Phase fast ausschließlich von der Atmosphäre auf den Rängen. Offensivaktionen blieben Mangelware. Ein Eckball nach einer Hereingabe von Ratifo und ein Abschluss von Akono, der Albers nicht vor Probleme stellte (31.), waren bereits als kleine Lichtblicke zu verbuchen. Viel mehr kam nicht. Dass Bell kurz vor der Pause nach Hackenvorlage von Langner aus acht Metern rechts vorbeischoss (45.), unterstrich, wie selten sich überhaupt einmal eine nennenswerte Gelegenheit bot.
So fiel die Berliner Führung folgerichtig, auch wenn sie aus Sicht der Leipziger besonders ärgerlich zustande kam. Nach einem Einwurf von rechts verlängerte Stein per Kopf, im Zentrum entwischte Kühn und nickte aus vier Metern zum 0:1 ein (44.). Es war ein Treffer, der sinnbildlich für Chemies erste Halbzeit stand: zu passiv, zu unsortiert, zu spät in den direkten Duellen. Die Pausenführung der Gäste war deshalb nicht spektakulär, aber völlig verdient.
Alexander Schmidt reagierte konsequent und brachte mit Lisinski, Wendt und Seidel zum Wiederanpfiff gleich drei frische Kräfte. Diese Eingriffe veränderten die Statik der Begegnung sofort. Chemie gewann an Tempo, an Präsenz auf den Außenbahnen und vor allem an Mut. Bereits nach 47 Minuten hatte Mäder nach einer Wendt-Eingabe die große Chance zum Ausgleich, setzte seinen Schuss aus elf Metern aber links vorbei. Doch der Druck der Hausherren blieb bestehen – und diesmal mit Ertrag. Wendt brachte den Ball scharf von links in die Mitte, wo Lisinski aus sechs Metern sehenswert ins rechte Eck köpfte und damit den Leutzscher Hoffnungsschimmer entzündete (53.).
Plötzlich war Chemie im Spiel. Nicht weil die Gastgeber nun filigranen Fußball zelebrierten, sondern weil sie mit größerer Intensität in die Zweikämpfe gingen, zweite Bälle einsammelten und die Partie endlich dorthin zwangen, wo sie in einem Abstiegskampfspiel oft entschieden wird: in die Zone des Willens. Lisinski belebte die linke Seite, Wendt verlieh dem Offensivspiel mehr Zug, und auch im Zentrum arbeiteten die Leipziger nun bissiger gegen den Ball. Die Partie blieb zwar zerfahren, phasenweise sogar unerquicklich, aber Chemie hatte nun wenigstens Oberwasser. Ratifo und Albers rasselten bei einem hohen Ball im Fünfer aneinander (55.), Hoffmann verpasste eine scharfe Lisinski-Eingabe in zentraler Position nur knapp (68.).
Allerdings offenbarte Chemie weiterhin jene Brüchigkeit, die ein Team in dieser Lage so verwundbar macht. Während die Gastgeber um Kontrolle rangen, blieb Preussen mit wenigen, aber zielgerichteten Momenten gefährlich. Kühn verzog aus 14 Metern knapp (68.), Frank entwischte nach einer Unsicherheit in der Leipziger Hintermannschaft, legte sich den Ball dann aber zu weit vor (60.). Die Warnungen waren deutlich – und sie wurden nicht ernst genug genommen. Nach 74 Minuten verteidigte Chemie unzureichend, Ramadan kam aus zwölf Metern zum Abschluss und schob flach ins linke Eck zum 1:2 ein. Leutzsch drohte in diesem Moment ein bitterer Abend, weil die Berliner aus einem insgesamt überschaubaren Offensivaufwand erneut Kapital schlugen.
Doch diesmal brachen die Gastgeber nicht weg. Vielmehr stemmten sie sich mit den ihnen verbliebenen Mitteln gegen die drohende Niederlage – und fanden über einen weiteren Joker zurück. Seidemann, erst kurz zuvor eingewechselt, zog in der 79. Minute aus rund 15 Metern mit einer verunglückten Eingabe oder einem gewollten Schlenzer ab; Albers verschätzte sich dabei gravierend, der Ball senkte sich ins lange Eck zum 2:2. Der Treffer war glücklich in seiner Entstehung, aber Ausdruck der Leipziger Beharrlichkeit nach der Pause.
In der hektischen Schlussphase entwickelte sich kein geordneter Fußball mehr, sondern ein zähes Ringen um den einen entscheidenden Moment. Chemie warf weite Bälle in Richtung Strafraum, holte noch einen Eckball heraus, fand aber keinen klaren Abschluss mehr. Preussen blieb ebenfalls Stückwerk, brachte eine Ecke in der Nachspielzeit nicht gefährlich zu Ende und musste sich letztlich mit dem Punkt begnügen. So blieb unter dem Strich ein Remis, das für beide Seiten erklärbar ist: Preussen war in Halbzeit eins die bessere Mannschaft, Chemie nach der Pause die engagiertere.
Für die Leipziger ist das 2:2 allerdings nur ein halber Trost. Die Reaktion nach dem Seitenwechsel verdient Anerkennung, die erste Halbzeit jedoch war für ein Team im Abstiegskampf viel zu blass, zu mutlos und zu fehleranfällig. Immerhin verhinderte Seidemann, dass aus einem schwachen Abend ein noch schwererer Schlag geworden wäre.
Zuschauer: 4999
Spielstätte: Alfred-Kunze-Sportpark Hauptfeld, Leipzig
Schiedsrichter: Matthias Lämmchen – Paul Baudis, Jason Poser
Tore: 0:1 (44.) Kühn; 1:1 (53.) Lisinski; 1:2 (74.) Ramadan; 2:2 (79.) Seidemann
Mannschaftsaufstellungen:
BSG Chemie Leipzig: Bergmann, Hollenbach, Enke, Mäder (75. Seidemann), Langner (46. Seidel), Sanin, Lihsek, Ratifo, Bell (46. Wendt), Akono (64. Hoffmann), Fantozzi (46. Lisinski)
BFC Preussen: Albers, Kireski, Fontein, Maric, Kühn (78. Hoch), Butkovic (74. Adekunle), Ramadan (89. Schröder), Häusl, Frank, Stein, Meyer
Besondere Vorkommnisse: Gelbe Karten: Sanin - Chemie; Maric, Häusl, Stein - Preussen
---------- 22. SPIELTAG DER REGIONALLIGA NORDOST ----------
Eilenburg nutzt Meuselwitz als Steigbügel im Abstiegskampf
FC Eilenburg – ZFC Meuselwitz 5:1 (3:1)
Der FC Eilenburg hat im Nachholspiel gegen den ZFC Meuselwitz ein Ausrufezeichen im Tabellenkeller gesetzt und sich mit einem auch in der Höhe verdienten 5:1-Erfolg drei eminent wichtige Punkte gesichert. Zwar war die Begegnung in ihrer Anfangsphase und auch rund um den zwischenzeitlichen Ausgleich der Gäste keineswegs so eindeutig, wie es das Endergebnis nahelegt, doch die Mannschaft von der Mulde zeigte sich in den entscheidenden Momenten deutlich konsequenter, zielstrebiger und im Umschaltspiel von bemerkenswerter Schärfe. Vor allem Niemitz mit seinem Doppelpack sowie ein in vielen Szenen hellwacher, bissiger Eilenburger Verbund prägten einen Abend, an dem Meuselwitz nach ordentlicher erster halber Stunde zunehmend den Zugriff verlor.
Die Partie begann zunächst mit viel Betrieb, aber wenig Struktur. Beide Teams suchten den Weg nach vorn, leisteten sich im Aufbau jedoch zahlreiche Ungenauigkeiten, sodass das Geschehen anfangs oft zwischen den Strafräumen pendelte. Eilenburg setzte den ersten Abschluss, als Baumann geblockt wurde und Mattmüller den Abpraller klar links vorbeisetzte (9.). Auf der Gegenseite deutete Meuselwitz über Bürgers Hereingabe und einen Kopfball von Pfeil an, dass die Gäste über die Flügel zu Lösungen kommen wollten (13.). Doch mitten in diese Phase hinein schlug der FCE mit der ersten klar ausgespielten Umschaltszene zu: Kretzer schickte Niemitz, der Wurr im Laufduell abschüttelte, Sedlak umkurvte und den Ball sehenswert unter die Latte hob – 1:0 nach 15 Minuten.
Die Antwort der Gäste ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Meuselwitz wirkte nach dem Rückstand gefestigter, gewann mehr zweite Bälle und setzte sich zusehends in der gegnerischen Hälfte fest. Fischer prüfte Pieles aus spitzem Winkel (17.), ehe der Ausgleich nach einem Standard fiel: Nach einer Ecke kam Balde zum Abschluss, sein Versuch wurde vor der Linie geblockt, doch Stiller reagierte im Gewühl am schnellsten und traf aus der Drehung zum 1:1 (19.). In dieser Phase hatte der ZFC mehr Kontrolle, kombinierte sauberer und zwang Eilenburg immer wieder in tiefe Defensivzonen. Ein starker Angriff über mehrere Stationen hätte Balde beinahe in aussichtsreiche Abschlussposition gebracht, doch Zaruba rettete im letzten Moment mit dem Fuß (28.).
Gerade weil die Gäste nun reifer und strukturierter wirkten, kam die erneute Eilenburger Führung überraschend – und sie hatte eine fast kuriose Note. Griebsch zog aus gut 25 Metern links vor dem Strafraum ab, wobei offenblieb, ob es ein Torschuss oder doch eher eine verunglückte Flanke sein sollte. Entscheidend war allein die Flugkurve: Der Ball senkte sich hinter Sedlak ins lange Eck zum 2:1 (35.). Dieser Treffer verschob die Statik des Spiels. Eilenburg gewann wieder Zutrauen, verteidigte aggressiver und fand erneut die Tiefe. Kurz vor der Pause folgte dann der womöglich entscheidende Wirkungstreffer: Tom Fischer eroberte den Ball, steckte mustergültig auf Mattmüller durch, der noch ein paar Meter ging und flach ins linke Eck zum 3:1 vollendete (43.). Zwar musste Pieles kurz darauf bei einem Freistoß von Bürger, der an der Fünfmeterlinie tückisch aufsetzte, noch einmal mit Glück über die Latte lenken (45.+1), doch der Zwei-Tore-Vorsprung verlieh dem Eilenburger Spiel eine neue Robustheit.
Nach dem Seitenwechsel versuchte Meuselwitz, den Druck sofort wieder zu erhöhen. Eckardt zielte nach einem Standard nur knapp neben das rechte Kreuzeck (48.), Hanschs geblockter Versuch senkte sich aufs Tornetz (50.), und insgesamt schoben die Gäste ihr Spiel nun weiter nach vorn. Doch genau in dieser Phase demonstrierte Eilenburg, weshalb dieser Abend so deutlich an die Gastgeber ging: Der FCE blieb geduldig, lauerte auf Räume und schlug erneut eiskalt zu. Nach einem Konter passte Griebsch von links flach vor das Tor, wo Niemitz nur noch den Fuß hinhalten musste – 4:1 (53.). Statt einer möglichen Aufholjagd war das Spiel damit praktisch entschieden.
Was danach folgte, war ein zunehmend souveräner Vortrag der Hausherren gegen einen Gegner, der zwar personell nachjustierte, aber keinen nachhaltigen Zugriff mehr bekam. Eilenburg blieb laufstark, bissig und im Pressing aufmerksam, während Meuselwitz vor allem in den Rückwärtsbewegungen große Lücken offenbarte. Pfeil scheiterte noch einmal aus spitzem Winkel an Pieles (62.), dann setzte der FCE den Schlusspunkt: Der eingewechselte Henkel legte von rechts klug zurück auf Kretzer, der den Ball im Zentrum mit einem sehenswerten Schlenzer zum 5:1 im Tor unterbrachte (65.). Spätestens jetzt war der Widerstand des ZFC gebrochen.
Die Schlussphase verlief entsprechend einseitig. Eilenburg hatte alles im Griff, verwaltete die Partie keineswegs nur, sondern blieb auf zusätzliche Treffer aus. Beinahe wäre sogar noch das 6:1 gefallen, doch Schmökel lenkte eine scharfe Eingabe der Gastgeber an den linken Pfosten (78.). Meuselwitz wirkte da bereits wie eine Mannschaft, die sich mit ihrem Schicksal an diesem Abend abgefunden hatte. Eilenburg hingegen marschierte weiter, ohne den Faden zu verlieren, und durfte nach dem pünktlichen Schlusspfiff einen der wichtigsten Siege der bisherigen Saison feiern.
Vor 212 Zuschauern gelang dem FCE damit nicht nur ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf, sondern auch ein in seiner Art bemerkenswert reifer Auftritt: effizient in den Strafräumen, wach im Umschalten und mental stabil nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich. Der ZFC hingegen zeigte zwar phasenweise ansprechende Ansätze, verlor nach dem 1:2 jedoch die defensive Ordnung und fand nach der Pause keine Mittel mehr, das Spiel noch einmal zu kippen.
Zuschauer: 212
Spielstätte: Ilburgstadion - Platz 1, Eilenburg
Schiedsrichter: Marcel Riemer – Andy Stolz, Daniel Läser
Tore: 1:0 (15.) Niemitz; 1:1 (19.) Stiller; 2:1 (35.) Griebsch; 3:1 (43.) Mattmüller; 4:1 (53.) Niemitz; 5:1 (66.) Kretzer
Mannschaftsaufstellungen:
FC Eilenburg: Pieles, Griebsch, Zaruba, Baumann (69. Schädlich), Fischer, Kretzer (75. Jarosch), Mattmüller (58. Henkel), Niemitz, Aguilar Alvarez, Pestel (69. Kosak), Weiß
ZFC Meuselwitz: Sedlak, Stiller, Bürger (65. Seidemann), Pfeil, Nitschke, Wurr (65. Teßmer), Balde (65. Jeck), Hansch (80. Rehder), Fischer (80. Burghold), Eckardt, Schmökel
Besondere Vorkommnisse:
Gelbe Karten: Fischer, Pestel (FC Eilenburg)
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Redaktion: Holger Elias (NOFV)
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