Herren
NOFV-Oberliga Nord: Zusammenfassung 26. Spieltag
TSG Neustrelitz erkämpft sich 2:0-Auswärtssieg: Manuel Härtel als Matchwinner +++ Kein Sieger im Duell der Mitte: Wismar und TeBe trennen sich 1:1 +++ Schwerins spätes Glück: Eigentor rettet Punkt gegen Staaken +++ Kampfgeist gegen Favoritenrolle: 2:2-Unentschieden in Rathenow +++ Sparta setzt mit einem 3:1 die Siegesserie fort, Eintracht 1949 kämpft um Anschluss +++ Hertha 03 lässt Federn: TuS Makkabi erkämpft sich 1:1-Unentschieden beim Tabellenführer +++ Rostocker Galavorstellung: Klarer 4:0-Sieg in Fürstenwalde +++ In den Spielen der Saison 23/24 fielen in der NOFV-Oberliga Nord bislang 684 Tore, das entspricht einem Schnitt von 3,8 Treffern je Begegnung +++ Bester Torschütze ist weiter Lenny Stein (FC Hertha 03 Zehlendorf) mit 20 Toren, ihm folgen Sebastian Reiniger (SV Lichtenberg 47) mit 18 und Tom Nattermann (Tennis Borussia Berlin) mit 17 Treffern.
SV Tasmania Berlin – TSG Neustrelitz 0:2 (0:0)
Im Berliner Stadtteil Neukölln sicherte sich die TSG Neustrelitz am Freitagabend einen wichtigen 2:0-Auswärtssieg beim SV Tasmania Berlin. Nach einem ausgeglichenen ersten Durchgang ohne Tore, in dem beide Teams eher verhalten agierten, änderte sich das Spielgeschehen nach der Halbzeitpause grundlegend.
Die taktischen Wechsel von TSG-Trainer Thomas Franke, die Einwechslungen von Javier Alejandro Jimenez Paris und Manuel Härtel, erwiesen sich als spielentscheidend. Insbesondere Härtel zeigte eine herausragende Leistung und brachte mit einem Doppelpack im zweiten Durchgang den Sieg nach Hause. Seine Tore in der 57. und in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit (93. Minute) demonstrierten nicht nur individuelle Klasse, sondern auch das gesteigerte Angriffsbemühen der Gäste.
Trotz des Heimvorteils gelang es Tasmania Berlin nicht, auf die taktischen Änderungen der Neustrelitzer zu reagieren. Mit dieser Niederlage – der zweiten in Folge – verbleibt Tasmania auf dem fünften Platz der Tabelle, während Neustrelitz durch diesen Sieg auf den achten Rang klettert. Die Spannungen im Team von Tasmania-Coach Onur Yesilli sind spürbar, da sich die Mannschaft weiterhin in einer schwierigen Phase befindet.
FC Anker Wismar – Tennis Borussia Berlin 1:1 (1:0)
In einem ausgeglichenen Duell der NOFV-Oberliga Nord trennten sich am Samstag der FC Anker Wismar und Tennis Borussia Berlin mit einem 1:1-Unentschieden. Das Match verlief ohne klaren Favoriten, ein Zustand, der sich auch im Endergebnis widerspiegelte.
Die Partie begann vielversprechend für den FC Anker Wismar, als Lucas Meyer bereits in der zwölften Minute das Führungstor erzielte. Mit dieser knappen Führung gingen die Gastgeber in die Halbzeitpause. Um neuen Schwung in das Spiel zu bringen, vollzog Borussen-Trainer Umberto Sacchi zur zweiten Halbzeit einen doppelten Spielerwechsel. Dies zahlte sich aus, denn Björn Heydemann gelang in der 63. Minute der Ausgleichstreffer, was die Partie wieder offen gestaltete.
Obwohl beide Teams in der Folge auf den Siegtreffer drängten, blieben weitere Tore aus. Die Trainer reagierten mit weiteren Wechseln, jedoch ohne den gewünschten Effekt. Am Ende blieb es bei dem gerechten Unentschieden, das beide Mannschaften in ihren jeweiligen Tabellenpositionen verharren lässt. FC Anker Wismar bleibt auf Platz neun, während Tennis Borussia Berlin den sechsten Rang belegt. Beide Teams haben in den letzten Spielen gemischte Ergebnisse gezeigt und müssen in den kommenden Partien konstantere Leistungen erbringen, um ihre Saisonziele zu erreichen.
SG Dynamo Schwerin – SC Staaken 1:1 (0:1)
Im Duell der NOFV-Oberliga Nord trennten sich die SG Dynamo Schwerin und der SC Staaken am vergangenen Samstag mit einem 1:1-Unentschieden, was die Erwartungen eines ausgeglichenen Spiels erfüllte.
Der SC Staaken ging durch einen gekonnten Treffer von Efraim Koku Gakpeto in der 27. Minute in Führung. Trotz der knappen Führung zur Halbzeit war klar, dass das Spiel jederzeit kippen konnte. Um dem entgegenzuwirken, brachte Jano Klempkow von Dynamo Schwerin frische Kräfte auf das Feld, indem er Andrey Minchev für Sebastian Drews direkt nach der Pause einwechselte und später im Spiel noch weitere taktische Wechsel vornahm, um den Angriffsdruck zu erhöhen.
Diese Strategie schien in der 85. Minute Früchte zu tragen, als der Staakener Kevin Flemming das Leder unglücklich ins eigene Netz beförderte, was das Spiel letztendlich entschied. Das Ergebnis war ein Punktgewinn für beide Seiten, der zeigt, wie eng die Teams beieinander liegen und wie ein einzelner Moment das Blatt wenden kann. Schwerin muss sich dennoch kritisch mit seiner Defensivleistung auseinandersetzen, da das Team im Schnitt mehr als zwei Gegentore pro Spiel kassiert, was die Notwendigkeit für eine straffere Abwehrstrategie aufzeigt.
Die SG Dynamo Schwerin bleibt trotz des Unentschiedens auf dem 13. Platz der Tabelle, während SC Staaken auf dem elften Platz rangiert, was die Bedeutung jedes einzelnen Punktes in der Liga unterstreicht.
FSV Optik Rathenow – BSV Eintracht Mahlsdorf 2:2 (2:2)
Im Nordderby der NOFV-Oberliga trennten sich der FSV Optik Rathenow und die BSV Eintracht Mahlsdorf mit einem spannungsgeladenen 2:2-Unentschieden. Trotz der Favoritenrolle gelang es den Gästen aus Mahlsdorf nicht, den Kampfgeist der Rathenower zu brechen, die vor heimischer Kulisse eine frühe Führung erzielten und sich letztlich einen verdienten Punkt sicherten.
Der Spielbeginn war von einer energiegeladenen Offensive der Gastgeber geprägt, die innerhalb der ersten zehn Minuten durch Tore von Jerome Leroy und Marouan Zghal mit 2:0 in Führung gingen. Die BSV Eintracht Mahlsdorf, die im Hinspiel noch mit 2:0 siegreich war, fand sich unerwartet in der Defensive wieder. Angeführt von Nils Stettin, der den Anschlusstreffer in der 20. Minute markierte und Kevin Stephan, der nur sechs Minuten später per Elfmeter ausglich, kämpfte sich Mahlsdorf jedoch zurück ins Spiel.
Nach der Halbzeit verflachte die Begegnung etwas und trotz mehrerer Wechsel auf beiden Seiten gelang es keinem Team, den entscheidenden Treffer zu erzielen. Die zweite Spielhälfte war geprägt von strategischen Manövern und weniger von den emotionalen Höhepunkten der ersten Hälfte. Beide Mannschaften hatten ihre Momente, konnten aber die gegnerische Verteidigung nicht mehr überwinden, was letztendlich zu einer gerechten Punkteteilung führte.
In der Tabelle bleibt Mahlsdorf mit 40 Punkten auf dem vierten Platz, während Rathenow nach einer Serie von neun ungeschlagenen Spielen den zehnten Platz festigt. Beide Teams zeigten, dass sie in der Lage sind, unter Druck zu bestehen und Punkte zu sammeln, was für die weitere Saison vielversprechend erscheint.
RSV Eintracht 1949 – SV Sparta Lichtenberg 1:3 (1:1)
Der SV Sparta Lichtenberg landete einen beeindruckenden 3:1-Auswärtssieg beim RSV Eintracht 1949. Die Partie begann ausgeglichen, mit Chancen auf beiden Seiten, bis Etienne Nikol in der 32. Minute den Torreigen für die Gäste eröffnete. Kurz vor der Halbzeitpause gelang Benjamin Nwatu der Ausgleich für Eintracht.
In der zweiten Halbzeit zeigte Sparta Lichtenberg, warum sie zu den Top-Teams der Liga zählen. Trainer Dragan Kostic's Entscheidung, früh in der zweiten Hälfte mehrere Wechsel vorzunehmen, erwies sich als entscheidend. Die frischen Kräfte brachten neuen Schwung und Süleyman Emre Durmus erzielte in der 81. Minute das Führungstor. Mohamed Saloun Toure besiegelte den Sieg in der 90. Minute und stärkte Spartas Position an der Spitze der Tabelle. Während Lichtenberg seine Offensivkraft unter Beweis stellte, muss Eintracht 1949 sich ernsthafte Gedanken um seine Abwehr machen, die bereits 59 Gegentore in dieser Saison hinnehmen musste.
Dieser Sieg unterstreicht Spartas Ambitionen und formt einen wichtigen Meilenstein auf ihrem Weg in der laufenden Saison, während die Eintracht hartnäckig weiter um den Klassenerhalt kämpft.
FC Hertha 03 – TuS Makkabi 1:1 (1:0)
In einem spannungsgeladenen Aufeinandertreffen der NOFV-Oberliga Nord erreichte der TuS Makkabi beim FC Hertha 03 ein 1:1-Unentschieden. Dieses Ergebnis könnte auf den ersten Blick als gleichwertig erscheinen, jedoch fühlte sich Makkabi aufgrund der Umstände und der eigenen Leistung moralisch als Sieger.
Der FC Hertha 03, der als Tabellenführer und Favorit in das Spiel ging, konnte die frühe Führung durch George Didoss nicht zum Sieg nutzen. Didoss traf in der 28. Minute per Elfmeter, nachdem der TUS Makkabi zuvor durch eine starke Defensive überzeugte und die Angriffswellen des Gastgebers erfolgreich abwehrte. Die erste Halbzeit endete mit einem knappen Vorsprung für Hertha, was die Spannung für die zweite Hälfte hochhielt.
Der TUS Makkabi startete mit einer Veränderung in den zweiten Durchgang, indem Brian Petnga für Emmanuel Sternberg eingewechselt wurde, und konnte durch Tim Häußler in der 59. Minute den Ausgleichstreffer erzielen. Dieses Tor verlieh Makkabi zusätzlichen Schwung, während Hertha bemüht war, die Kontrolle zurückzugewinnen. Beide Teams führten in der Schlussphase weitere Wechsel durch, um frische Kräfte zu mobilisieren und vielleicht doch noch den Siegtreffer zu erzielen, doch es blieb beim Unentschieden.
Dieses Ergebnis spiegelt die Stärke und die Entschlossenheit beider Teams wider. Für den FC Hertha 03 war es eine verpasste Chance, die Führung in der Tabelle weiter auszubauen, während der TUS Makkabi stolz auf einen wichtigen Punkt gegen den Ligaprimus sein konnte. Trotz des vermeintlichen Rückschlags für Hertha bleiben sie nach 24 Spieltagen mit nur einer Niederlage weiterhin auf Titelkurs.
FSV Union Fürstenwalde – Rostocker FC 0:4 (0:3)
Im Duell der Tabellennachbarn zwischen dem FSV Union Fürstenwalde und dem Rostocker FC kam es zu einem überraschend einseitigen Aufeinandertreffen: Der Rostocker FC dominierte auswärts und sicherte sich einen klaren 4:0-Erfolg. Die Gäste zeigten sich von Beginn an aggressiv und zielstrebig, was durch das frühe Tor von Tom Weiß in der 8. Minute unterstrichen wurde. Samuel Scharf erhöhte das Tempo weiter und erzielte mit einem Doppelpack innerhalb von fünf Minuten (22. und 27.) eine komfortable Führung für die Rostocker.
Trotz mehrerer Wechsel und taktischer Umstellungen gelang es dem FSV Union Fürstenwalde nicht, den Spielfluss des Rostocker FC zu stören oder effektiv eigene Akzente zu setzen. Die Gastgeber schienen über weite Strecken des Spiels überfordert und konnten keine nennenswerte Gegenwehr leisten. Kevin Akogo besiegelte in der 68. Minute mit dem vierten Tor die Niederlage der Fürstenwalder, die damit ihre elf Spiele andauernde Sieglosigkeit fortsetzten.
Während der Rostocker FC mit diesem Ergebnis seine Position in der Tabelle leicht verbessern konnte und Hoffnung auf eine Trendwende schöpft, bleibt die Situation für Fürstenwalde prekär. Mit nur zwei Siegen und zwei Unentschieden aus 25 Spielen und einer fortwährend schwachen Offensivleistung bleiben die Herausforderungen für den Klassenerhalt immens.
Text: Holger Elias
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