Herren
NOFV-Oberliga Nord/Süd: Zusammenfassung 30. Spieltag
NORD: Preussen gewinnt seltenes Kopf-an-Kopf-Rennen
Der finale Spieltag der NOFV-Oberliga Nord 2024/25 schrieb ein Drehbuch voller Kontraste: Während BFC Preussen mit einem Last-Minute-Tor den Titelgewinn sicherte, endete das Fußballjahr für Rostocker FC mit einer historischen Niederlage. Auch im Tabellenkeller wurden letzte Hoffnungen zerschlagen.
Mit dem Titelgewinn des BFC Preussen, dem knappen Scheitern von Lichtenberg 47 und dem historischen Null-Punkte-Abstieg des Rostocker FC endet eine Oberliga-Saison voller Spannung, Klasse und Tragik. Besonders bemerkenswert: Gleich drei Teams (Preussen, Lichtenberg, Mahlsdorf) beendeten die Saison mit 66 oder mehr Punkten – ein seltenes Kopf-an-Kopf-Rennen. Im Tabellenkeller blieb die finale Entscheidung abhängig vom Ausgang der übergeordneten Ligen. Klar ist seit Sonntagnachmittag: Nach dem Scheitern der Lok in Havelse müssen die Oberliga-Plätze 14 bis 16 absteigen, in der Nordstaffel erwischt es somit Staaken, Ahrensfelde und den Rostocker FC, die den beschwerlichen Gang in die Landesligen antreten müssen.
BFC Preussen – Eintracht Mahlsdorf 1:0 (0:0)
Im direkten Titelduell vor 2.025 Zuschauern im Preussen-Stadion triumphierte der BFC Preussen mit einem dramatischen 1:0-Sieg gegen Verfolger Mahlsdorf. Die Partie war lange von taktischer Disziplin und gegenseitigem Respekt geprägt, ehe Lenny Stein in der fünften Minute der Nachspielzeit zum viel umjubelten Siegtreffer einnetzte. Mit nun 67 Punkten sicherte sich der BFC die Meisterschaft knapp vor Lichtenberg 47 – ein krönender Abschluss einer Saison mit nur drei Niederlagen und einem Torverhältnis von 77:22.
SV Tasmania Berlin – SV Lichtenberg 47 2:5 (1:2)
Die Gäste aus Lichtenberg verabschiedeten sich mit einer offensiven Glanzleistung aus der Saison, verpassten jedoch trotz des Kantersiegs den Titel um einen Punkt. Nach einem Rückstand (31. Labbouz) drehte Willi Noack mit einem Doppelpack (37., 56.) die Partie. Millgramm (44.), Ceesay (73.) und Krüger (77.) machten den Deckel drauf. Tasmania hielt durch Amamoo (62.) noch einmal kurz dagegen, blieb aber chancenlos. Lichtenberg beendet die Saison mit 66 Punkten und 88:28 Toren – eine Bilanz, die nur knapp nicht zum Titel reicht.
Tennis Borussia – Rostocker FC 8:0 (6:0)
Ein wahres Debakel erlebte der bereits abgestiegene Rostocker FC im Mommsenstadion: 8:0 lautete das Endresultat nach einem regelrechten Sturmlauf der Veilchen. Chadi Ramadan (5., 73.), Oschmann (10., 33.), Biyikli (12.), Grobstich (18.), Sey (25.) und Dethlefs (50.) schossen den chancenlosen RFC regelrecht aus dem Stadion. Die Berliner verabschieden sich auf Rang 9 mit 74 erzielten Treffern, während der RFC mit 0 Punkten, 10 Toren und 183 Gegentreffern historisch schlecht abstieg.
FC Anker Wismar – Sparta Lichtenberg 2:1 (0:0)
Im Duell zweier Mittelfeldteams erkämpfte sich Wismar einen versöhnlichen Saisonabschluss. Zwar brachte Berkin Tonk die Gäste nach 66 Minuten in Führung, doch Joker Marco Bode (69.) und ein spätes Eigentor von Florian Bäker (89.) drehten die Partie zugunsten der Hausherren. Wismar rettete sich damit auf Platz 12, während Sparta mit 48 Punkten auf Rang 6 abschließt.
Berliner AK – SC Staaken 2:0 (0:0)
Lange Zeit tat sich der BAK schwer, ehe Olgherto Balliu in der 86. Minute die Heimelf erlöste. Baran Derin erhöhte nur drei Minuten später auf 2:0 (89.). Damit beenden die Athletiker die Saison auf Rang 8 mit 44 Punkten. Staaken verbleibt trotz der 19 Saisonniederlagen mit 29 Punkten auf Relegationsrang 14 – abhängig vom Aufstieg Lok Leipzigs in die 3. Liga droht der Abstieg.
Hansa Rostock II – TSG Neustrelitz 0:1 (0:0)
Eine späte Niederlage musste Hansa Rostocks U23 hinnehmen. Nach einer ereignisarmen ersten Hälfte traf Manuel Härtel in der 80. Minute für die Gäste, die sich mit 45 Punkten und Rang 7 achtbar aus der Saison verabschieden. Rostock II bleibt trotz offensiver Stärke (96 Tore) Vierter – zu wenig für einen ernsthaften Titelangriff.
Grün-Weiß Ahrensfelde – Optik Rathenow 2:2 (0:1)
In einem nervenaufreibenden Kellerduell trennten sich beide Teams mit einem 2:2-Unentschieden. Rogero Mantatu traf doppelt für Optik (14., 86.), während Schulte (50.) und Eirich (88.) für die Hausherren egalisierten. Ahrensfelde steigt als Tabellenfünfzehnter mit 22 Punkten ab, Rathenow rettet sich mit 30 Punkten auf Rang 13.
TuS Makkabi – Dynamo Schwerin 2:2 (1:0)
Im Duell zweier unauffälliger Tabellennachbarn lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Kamdem (43.) brachte Makkabi in Führung, ehe Schilling per Elfmeter (76.) und Kruse (87.) das Spiel drehten. Doch Lukas Stagge (89.) sicherte Makkabi zumindest einen Punkt. Die Berliner beenden die Runde auf Platz 5, Schwerin auf Rang 11.
SÜD: Krönung, Kollaps, kalte Dusche – Zorbau und Ludwigsfelde steigen ab
Am 30. und letzten Spieltag der NOFV-Oberliga Süd 2024/25 sorgte der souveräne Meister 1. FC Magdeburg II für ein eindrucksvolles Ausrufezeichen, während im Tabellenkeller bittere Tränen flossen. Besonders deutlich fiel das Urteil in Zorbau und Ludwigsfelde aus: Beide Teams verabschieden sich mit klaren Niederlagen in die Landesliga. Rudolstadt rettet sich dagegen in letzter Sekunde. Absteiger sind im Süden Wismut Gera, Zorbau und Ludwigsfelde.
FC Grimma – Union Sandersdorf 1:3 (1:2)
Einen klassischen Fehlstart erwischte der FC Grimma, als Pascal Sauer bereits in der 2. Minute für die Gäste traf. Paul Hamella (19.) erhöhte für Sandersdorf, ehe Robin Spreitzer (24.) den zwischenzeitlichen Anschluss für Grimma markierte. In einer weiterhin lebhaften Partie sorgte Maximilian Sommer nach dem Seitenwechsel (50.) für die Entscheidung. Grimma belegt mit 34 Punkten Rang 12, Sandersdorf schiebt sich mit dem Dreier auf Platz 11.
SV Blau-Weiß Zorbau – Eintracht Stahnsdorf 2:8 (0:4)
Ein Klassenunterschied offenbarte sich im Duell der Absteiger gegen die formstarken Brandenburger: Stahnsdorf zerlegte Zorbau vor 82 Zuschauern in seine Einzelteile. Steinborn (5., 54.), Schultze (28.), Matjaz (41.), Jupolli (43.), Hellwig (60.) und Plumpe (61., 76.) trugen sich für die Eintracht in die Torschützenliste ein. Zorbau gelang lediglich Ergebniskosmetik durch Raßmann (53.). Mit 25 Punkten und 79 Gegentoren verabschiedet sich der SV in die Landesliga.
BSG Wismut Gera – VfB Auerbach 3:4 (2:2)
Vor 657 Zuschauern lieferte Gera ein mutiges Spiel, ging durch Bondarenko (3.) und Hoffmann (14.) früh in Führung. Roscher (16.), Hache (47.) und Graf (48.) drehten die Partie für Auerbach, ehe Hoffmann zum zweiten Mal ausglich (67.). In der Schlussminute traf Guzlajevs zum bitteren 3:4-Endstand aus Geraer Sicht. Wismut rutscht bei Variante A auf einen Abstiegsplatz, darf bei Variante B noch auf die Relegation hoffen.
Bischofswerdaer FV – 1. FC Magdeburg II 0:5 (0:3)
Der frisch gebackene Meister aus Sachsen-Anhalt demonstrierte seine Klasse ein letztes Mal eindrucksvoll: Bytyqi (11., 35., 54.) mit einem Dreierpack, Korsch (27.) und Kluge (71., Elfmeter) ließen gegen überforderte Bischofswerdaer keine Zweifel aufkommen. Magdeburg II schließt die Saison mit 75 Punkten und nur einer Niederlage ab.
Einheit Wernigerode – Budissa Bautzen 3:2 (1:0)
Den besseren Start erwischte Einheit durch Hildach (1.). Zwar drehte Bautzen das Spiel durch Zech (46.) und Kloß (56., Elfmeter), doch Romdhane (66.) und Treu (89.) sicherten den Wernigerödern drei versöhnliche Abschlusspunkte. Beide Teams beenden die Saison im Mittelfeld (Wernigerode 10., Bautzen 9.).
SC Freital – VfL Halle 96 3:2 (1:1)
Eine packende Begegnung lieferten sich auch Freital und der Tabellendritte Halle. Hennig (29.) und Jagupov (33., 52.) trafen früh, ehe Böcker (66.) und Herold (83.) den umjubelten Heimsieg sicherten. Freital schließt als starker Sechster ab.
Ludwigsfelder FC – FC Einheit Rudolstadt 1:4 (1:1)
Ein unglückliches Eigentor von Fleddermann (20.) brachte Rudolstadt in Front. Zwar glich Quanz (44.) für den LFC aus, doch in der zweiten Hälfte überrollten Baumann (66.) und Ensenbach (75., 79.) die Hausherren. Rudolstadt rettet sich damit in letzter Sekunde über den Strich, Ludwigsfelde bleibt abgeschlagen Letzter.
VfB Krieschow – Germania Halberstadt 4:2 (4:0)
Bereits zur Pause war die Partie vorentschieden: Pereira (7.), Fuchs (19.), Michalski (30.) und Knechtel (39.) sorgten für eine 4:0-Führung. Halberstadt kam durch Rust (62.) und Klaschka (83.) noch auf 2:4 heran. Krieschow schließt punktgleich mit Halle die Saison auf Platz 2 ab, Germania wird Sechster.
Texte: Holger Elias
