Herren

NOFV-Oberliga Nord/Süd: Zusammenfassung 26. Spieltag

Nord: Lichtenberg 47 stolpert, Spektakel in Neustrelitz

Ein turbulenter 26. Spieltag der NOFV-Oberliga Nord: In Neustrelitz lieferten sich die Teams ein wahres Torfestival mit acht Treffern, während Spitzenreiter BFC Preussen in letzter Minute Punkte liegen ließ. Titelanwärter SV Lichtenberg 47 stolperte auswärts und verlor an Boden, während im Tabellenkeller Grün-Weiß Ahrensfelde mit einem Last-Minute-Sieg neue Hoffnung schöpfte. In der Summe fielen an diesem Wochenende 32 Tore (4,0 im Schnitt pro Spiel), zwei davon per Elfmeter und es gab einen Platzverweis sowie zahlreiche Verwarnungen. Der Kampf um die Meisterschaft bleibt nach diesem ereignisreichen Spieltag offen und auch im Tabellenkeller ist noch lange nichts entschieden.

Tennis Borussia Berlin – FSV Optik Rathenow 3:0 (3:0)

Vor 417 Zuschauern im Mommsenstadion dominierte Tennis Borussia das Geschehen von Beginn an. John Dethlefs eröffnete den Torreigen früh mit dem 1:0 in der 20. Minute, als er eine Hereingabe eiskalt verwertete. Kurz darauf erhöhte Ebrima Jobe per Foulelfmeter auf 2:0 (31.) und stellte die Weichen endgültig auf Sieg. Nur zwei Minuten später schraubte Tarik Hadziavdić das Ergebnis mit einem platzierten Schuss auf 3:0 (33.) in die Höhe. Rathenow fand keine Antwort mehr und schwächte sich im zweiten Durchgang zusätzlich: Hachim Abal Mhadjy sah in der 67. Minute die Rote Karte, nachdem er im Mittelfeld hart eingestiegen war. TeBe verwaltete den komfortablen Vorsprung souverän und feierte einen nie gefährdeten Heimsieg. Die Gäste aus Rathenow mussten neben der deutlichen Niederlage auch drei Gelbe Karten (u.a. für Shpetim Xhaka) hinnehmen, während die Berliner mit stehenden Ovationen ihrer Fans vom Platz gingen.

FC Anker Wismar – SG Dynamo Schwerin 1:2 (0:1)

In Wismar erkämpfte sich Dynamo Schwerin vor 444 Zuschauern einen wichtigen Auswärtssieg. Kurz vor der Pause brach Bohdan Kostik mit dem 0:1 den Bann für die Gäste (42.). Als Sarwar Osse unmittelbar nach Wiederanpfiff in der 49. Minute auf 0:2 stellte, sah Schwerin schon wie der sichere Sieger aus. Die Partie wurde jedoch hitzig: Insgesamt zückte der Schiedsrichter sechs Gelbe Karten – darunter vier gegen Dynamo Schwerin – in einer Phase, in der Wismar alles nach vorn warf. In der 56. Minute keimte noch einmal Hoffnung beim Heimteam auf, als Niklas Tille per Handelfmeter auf 1:2 verkürzte. Wismar drängte in der Schlussphase auf den Ausgleich, doch Schwerin verteidigte leidenschaftlich und rettete den knappen Vorsprung über die Zeit. Trotz der Schlussoffensive und einer intensiven Partie mit vielen Zweikämpfen blieb es beim Auswärtssieg für die Gäste, die dank großer Einsatzbereitschaft die drei Punkte mitnahmen.

Berliner AK 07 – SV Lichtenberg 47 3:2 (1:0)

Im Poststadion zu Berlin sorgte der Berliner AK für eine Überraschung und fügte dem Tabellenzweiten SV Lichtenberg 47 eine bittere Niederlage zu. Fodelcio Gomes Pereira stellte seine Torgefährlichkeit eindrucksvoll unter Beweis: In der 36. Minute erzielte er das 1:0 für den BAK. Zwar gelang Sebastian Reiniger kurz nach der Pause der 1:1-Ausgleich für Lichtenberg (56.), doch die Gastgeber blieben unbeeindruckt. Keliano Tavares schoss den BAK in der 78. Minute mit 2:1 erneut in Front, ehe Pereira mit seinem zweiten Treffer (84.) auf 3:1 erhöhte und die Heimfans jubeln ließ. Lichtenberg warf in einer dramatischen Schlussphase alles nach vorne. In der sechsten Minute der Nachspielzeit verkürzte Linus Jurschik tatsächlich noch auf 3:2 (90.+6), doch dieser späte Anschluss kam zu spät. Mit großem Kampf brachte der BAK den Sieg über die Zeit. Lichtenberg 47 verpasste es damit, im Titelrennen Boden gutzumachen, während der BAK einen emotionalen Heimerfolg feierte. Die Partie war geprägt von temporeichen Offensivaktionen beider Teams; am Ende stand jedoch der Außenseiter aus Berlin triumphierend da.

SV Grün-Weiß Ahrensfelde – SV Tasmania Berlin 2:1 (0:0)

Im Duell der Abstiegszone bewies Ahrensfelde Nervenstärke und sicherte sich dank eines Last-Minute-Tores drei enorm wichtige Zähler. Nach einer torlosen ersten Halbzeit vor heimischer Kulisse ging der Gastgeber kurz nach Wiederanpfiff durch Lucas Gurklys mit 1:0 in Führung (49.). Tasmania Berlin zeigte jedoch Moral: Routinier Daniel Kaiser köpfte in der 70. Minute zum 1:1-Ausgleich ein. In einer kampfbetonten Schlussphase – Ahrensfelde kassierte insgesamt drei Gelbe Karten im Kampf um jeden Ball – wogte das Spiel hin und her. Als sich beide Seiten bereits auf ein Unentschieden einzustellen schienen, schlug die Stunde von Nick Graupner: In der 90.+3 Minute vollendete er einen Konter eiskalt zum 2:1 für Grün-Weiß Ahrensfelde. Der späte Siegtreffer ließ das Stadion in Jubel ausbrechen. Ahrensfelde belohnte sich für einen leidenschaftlichen Auftritt und hält im Abstiegskampf wieder Anschluss, während Tasmania konsterniert vom Feld ging. Die Berliner vergaben im zweiten Durchgang einige Chancen und standen am Ende mit leeren Händen da, weil Ahrensfelde in letzter Sekunde den Lucky Punch setzte.

BFC Preussen – TuS Makkabi Berlin 1:1 (1:0)

Der Tabellenführer BFC Preussen musste im heimischen Preussenstadion einen späten Dämpfer hinnehmen. Die Gastgeber starteten souverän: Patrick Breitkreuz verwandelte bereits in der 8. Minute einen Strafstoß sicher zum 1:0. In der Folge kontrollierte Preussen das Geschehen und ließ Makkabi kaum Raum – doch verpasste es, aus seiner Überlegenheit mehr Tore zu schlagen. So blieb die Partie bis zum Schluss offen. Makkabi stemmte sich gegen die drohende Niederlage und warf in den letzten Minuten alles nach vorn. In der zweiten Minute der Nachspielzeit wurden die Gäste tatsächlich belohnt: Dominik Kanyi traf zum vielumjubelten 1:1-Ausgleich (90.+2) und schockte damit die Hausherren. Dieses späte Gegentor war ein Wirkungstreffer für Preussen, das zuvor defensiv kaum etwas zugelassen hatte. Der Spitzenreiter musste sich mit einem Remis begnügen, wodurch das Titelrennen wieder an Spannung gewinnt. Makkabi entführte dank großer Moral und Kampfgeist einen Punkt beim Favoriten. Trotz der Enttäuschung behält Preussen die Tabellenführung, haderte jedoch nach Abpfiff mit der mangelnden Chancenverwertung und dem verschenkten Sieg.

Rostocker FC – Sparta Lichtenberg 0:2 (0:0)

Schlusslicht Rostocker FC 1895 lieferte dem favorisierten SV Sparta Lichtenberg lange einen engagierten Kampf, stand am Ende aber erneut ohne Punkte da. Vor geringer Kulisse am Damerower Weg in Rostock hielt der abgeschlagene Tabellenletzte die Partie bis zur Pause torlos und verteidigte leidenschaftlich. Erst in der 71. Minute durchbrach Sparta den Abwehrblock der Hanseaten: Daniel Hänsch erzielte mit einem platzierten Schuss das erlösende 0:1. Nur sechs Minuten später erhöhte Gani Gashi auf 0:2 (77.) und sorgte damit für die Entscheidung. Rostock konnte trotz tapferer Gegenwehr offensiv kaum Akzente setzen und bleibt nach dieser 26. Saisonniederlage weiterhin ohne Punktgewinn. Sparta Lichtenberg hingegen fuhr einen Pflichtsieg ein und festigte seine Position im Tabellenmittelfeld. Die Berliner agierten geduldig und nutzten ihre Chancen in der zweiten Hälfte konsequent, während Rostocker FC erneut Lehrgeld zahlte. Ohne Treffer und ohne Zählbares endete ein weiterer bitterer Nachmittag für das tapfere, aber überforderte Rostocker Team.

TSG Neustrelitz – SC Staaken 4:4 (3:2)

Was für ein Fußball-Spektakel in Neustrelitz! In einer dramatischen Achterbahnfahrt trennten sich die TSG Neustrelitz und der SC Staaken mit 4:4. Die Zuschauer im Parkstadion sahen ein Spiel, das an Spannung und Toren kaum zu überbieten war. Neustrelitz erwischte einen Traumstart: Kapitän Tom Kliefoth traf bereits in der 7. Minute zum 1:0. Doch Staaken antwortete prompt – und wie: Nino Lessel (17.) und Ferris Freiwald (23.) drehten die Partie innerhalb weniger Minuten auf 1:2. Die Freude der Gäste währte nicht lange, denn die TSG zeigte großartigen Offensivgeist. Justus Guth glich in der 28. Minute zum 2:2 aus, ehe erneut Kliefoth zuschlug und Neustrelitz mit seinem zweiten Tor in der 34. Minute 3:2 in Führung brachte. Nach dieser turbulenten ersten Hälfte ging es genauso wild weiter. Staakens Ferris Freiwald schnürte in der 59. Minute seinen Doppelpack zum 3:3-Ausgleich – alles war wieder offen. In der 81. Minute dann die nächste Wendung: Nach einem Foul im Strafraum verwandelte David Koschnik eiskalt einen Elfmeter zum 3:4 für Staaken. Doch dieses verrückte Spiel hatte noch ein Kapitel parat. In der 89. Minute erzielte der eingewechselte Kevin Akogo tatsächlich das 4:4 für Neustrelitz und ließ die heimischen Fans jubeln. Mit diesem späten Treffer rettete die TSG wenigstens einen Punkt in einem Match, das keinem Sieger gerecht geworden wäre. Beide Mannschaften lieferten sich einen offenen Schlagabtausch mit ständig wechselnder Führung, unbändigem Offensivdrang und acht schönen Toren. Am Ende stand ein gerechtes Remis, das als torreichstes Spiel des Tages in Erinnerung bleibt und allen Beteiligten alles abverlangte.

Hansa Rostock II – BSV Eintracht Mahlsdorf 3:3 (2:2)

Auch in Rostock gab es ein wahres Torfestival. Die U21 von Hansa Rostock und Eintracht Mahlsdorf trennten sich in einer hochklassigen Partie 3:3 unentschieden. Bereits in der Anfangsphase fielen Schlag auf Schlag die Treffer: Randy Dei markierte in der 6. Minute das 1:0 für Rostock II, doch Christoph Zorn glich nur neun Minuten später zum 1:1 aus (15.). Die Rostocker spielten offensivfreudig und gingen durch Julian Hähnel erneut in Führung – 2:1 in der 35. Minute. Mahlsdorf zeigte jedoch die Qualitäten eines Spitzenteams und schlug noch vor der Pause zurück: Routinier Rico Gladrow versenkte in der 41. Minute einen direkten Freistoß zum 2:2-Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie intensiv. Tristan Wagner brachte Hansa II mit seinem Tor zum 3:2 (53.) zum dritten Mal an diesem Tag in Front. Doch Mahlsdorf bewies Moral und kam abermals zurück: In der Schlussphase erzielte Devis Meißner den 3:3-Ausgleich (85.) – der Joker stach und sicherte den Gästen einen wichtigen Punkt. Diese turbulente Begegnung hätte beinahe einen Sieger gefunden, doch letztlich teilten sich beide Teams leistungsgerecht die Punkte. Hansa Rostock II unterstrich mit ihrer jungen Mannschaft und nun 79 Saisontreffern ihre Offensivstärke, während Mahlsdorf trotz des späten Ausgleichs etwas unzufrieden wirkte – hatte man doch die Chance verpasst, näher an Preussen heranzurücken. Nichtsdestotrotz bot das Spiel hochklassigen Oberliga-Fußball mit sechs Toren und zahlreichen weiteren Chancen auf beiden Seiten, was den neutralen Zuschauern beste Unterhaltung bescherte.

SÜD: Last-Minute-Wahnsinn und vorzeitiger Meisterjubel

Am 26. Spieltag der NOFV-Oberliga Süd gab es sowohl dramatische Wendungen in letzter Minute als auch eine vorzeitige Entscheidung im Titelrennen. Der 1. FC Magdeburg II sicherte sich mit einem Auswärtssieg praktisch die Meisterschaft, während Einheit Rudolstadt in einem sieben-Tore-Krimi in der Nachspielzeit triumphierte. Auch in den übrigen Partien fielen entscheidende Tore spät und beeinflussten den Abstiegskampf und die Platzierungen im Tabellenendspurt.

Im Tabellenkeller ist weiterhin Spannung garantiert. Ludwigsfelde ist abgeschlagen und wird die Liga verlassen, doch der Kampf um den rettenden viertletzten Platz tobt zwischen Rudolstadt, Zorbau und Gera. Teams aus dem gesicherten Mittelfeld wie Sandersdorf oder Grimma haben hingegen Planungssicherheit für die nächste Saison.

Die folgenden Spielberichte fassen die Höhepunkte eines emotionsgeladenen Spieltags zusammen:

FC Einheit Wernigerode – Ludwigsfelder FC 4:1 (1:1)

Vor 165 Zuschauern in Wernigerode zeigte der bereits als Absteiger feststehende Ludwigsfelder FC eine couragierte Leistung, musste sich jedoch der Effizienz von Einheit Wernigerode geschlagen geben. Niclas Treu brachte die Harzer in Führung, als er in der 28. Minute einen Foulelfmeter, den er selbst herausgeholt hatte, souverän zum 1:0 verwandelte. Die ersatzgeschwächten Gäste – nur zwölf Spieler standen Trainer Rezart Cami zur Verfügung – belohnten ihren Einsatz noch vor der Pause: Ramon Hofmann erzielte in der 36. Minute das 1:1, ein zu diesem Zeitpunkt verdienter Ausgleich.

Nach dem Seitenwechsel blieb Ludwigsfelde zunächst ebenbürtig, doch individuelle Fehler brachten sie auf die Verliererstraße. In der 68. Minute verursachte die LFC-Defensive einen weiteren Strafstoß, den Kevin Hildach zum 2:1 für Wernigerode nutzte. Damit war der Widerstand der Gäste gebrochen. Die Hausherren nutzten die sich bietenden Räume: Danny Wagner erhöhte in der 83. Minute auf 3:1, bevor Niclas Treu mit seinem zweiten Treffer (85.) den 4:1-Endstand herstellte. Trotz der deutlichen Niederlage zollte Camis Mannschaft Respekt – sie hatte über weite Strecken gut mitgehalten, war aber vom effektiv auftretenden Tabellenzehnten letztlich deutlich geschlagen. Wernigerode festigt mit dem Sieg das Tabellenmittelfeld, während Ludwigsfelde nach der 21. Saisonniederlage weiter abgeschlagen am Tabellenende bleibt.

RSV Eintracht 1949 – VfB Auerbach 1:2 (0:0)

Vor 80 Zuschauern in Stahnsdorf entwickelte sich zwischen dem RSV Eintracht und dem favorisierten VfB Auerbach zunächst ein ausgeglichenes Spiel. Beide Teams neutralisierten sich in der ersten Hälfte weitgehend, es gab nur wenige Strafraumszenen. Folgerichtig ging es mit einem 0:0 in die Kabinen. Nach Wiederanpfiff erhöhte der abstiegsgefährdete Gastgeber deutlich die Schlagzahl und drängte Auerbach zeitweise in die Defensive. Doch trotz Überlegenheit fehlten klare Torchancen – und dann schlug der Tabellenzweite eiskalt zu.

In der 67. Minute fiel das 0:1 aus Sicht der Eintracht durch eine kuriose Szene: Auerbachs Cedric Graf profitierte von einem Missverständnis in der RSV-Abwehr und schoss aus spitzem Winkel ein, wobei der Ball unglücklich abgefälscht wurde. Die Heimelf zeigte jedoch Moral und kam nur acht Minuten später zum verdienten Ausgleich. Felix Kausch traf in der 75. Minute mit einem präzisen 18-Meter-Schuss zum 1:1, was die Hoffnung der Platzherren auf einen Punktgewinn nährte. Doch die Freude währte nur Sekunden: Praktisch im Gegenzug stellte Auerbach den alten Abstand wieder her. Ein abgewehrter Ball sprang VfB-Stürmer Max Roscher vor die Füße, der in der 76. Minute zum 1:2 abstaubte. Dieser Doppelschlag binnen einer Minute entschied die Partie. In der Schlussphase drängte der RSV vergeblich auf den erneuten Ausgleich – die gut organisierte Vogtländer Defensive ließ nichts mehr zu. Auerbach nimmt durch den Arbeitssieg drei wichtige Punkte mit und untermauert seinen Platz in der Spitzengruppe, während Eintracht 1949 trotz guter Leistung weiter „auf ein Erfolgserlebnis sucht“ und im dicht gedrängten Tabellenkeller bleibt.

FC Grimma – FSV Budissa Bautzen 1:4 (1:3)

Der FC Grimma startete vor lediglich 74 Zuschauern hoffnungsvoll, brach gegen den FSV Budissa Bautzen jedoch noch vor der Halbzeit ein. In der 14. Minute gelang Vincent Markus das 1:0 für die Gastgeber, als er eine Unachtsamkeit der Bautzener Hintermannschaft nutzte. Doch die Antwort der erfahrenen Gäste aus der Oberlausitz folgte prompt und dominierend. Julien Hentsch glich nur acht Minuten später zum 1:1 aus (22.) und Bautzen übernahm nun die Kontrolle. Mit schnörkellosem Offensivspiel stellte Budissa die Grimmaer Defensive vor unlösbare Aufgaben: David Röhlik drehte die Partie mit einem Doppelpack noch vor der Pause. Erst traf der Stürmer in der 36. Minute zum 1:2, dann erhöhte er in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auf 1:3, indem er einen Abstimmungsfehler der Heimabwehr ausnutzte.

Nach dem Seitenwechsel verwaltete Bautzen zunächst den Vorsprung geschickt. Grimma bemühte sich um den Anschluss, doch klare Chancen blieben Mangelware. Statt einer Aufholjagd machte erneut Budissa den entscheidenden Treffer: Julien Hentsch schnürte in der 58. Minute mit einem Flachschuss aus halbrechter Position seinen Doppelpack zum 1:4. Damit war die Partie entschieden. Bautzen zeigte sich in dieser Begegnung äußerst effektiv und klettert mit dem Auswärtssieg auf 36 Punkte, was Rang 9 bedeutet. Grimma hingegen rutscht nach der deutlichen Heimniederlage mit weiterhin 31 Punkten ins untere Mittelfeld ab. Die wenigen Zuschauer im Husaren-Sportpark sahen einen verdienten Sieg der Bautzener, die mit ihrer Routine und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor den Unterschied ausmachten.

SV Blau-Weiß Zorbau – VfL Halle 96 1:3 (0:0)

Im Duell zwischen dem Aufsteiger aus Zorbau und dem Traditionsklub aus Halle setzte sich die individuelle Klasse des VfL Halle 96 durch. 74 Zuschauer erlebten zunächst eine von Taktik geprägte erste Halbzeit ohne Tore. Beide Teams neutralisierten sich, sodass beim Stand von 0:0 die Seiten gewechselt wurden. Nach der Pause drückte Halle aufs Tempo und belohnte sich schnell: Nils Morten Bolz avancierte zum Mann des Tages. Zunächst markierte der Angreifer in der 55. Minute per Direktabnahme das 0:1. Zehn Minuten später schlug Bolz erneut zu und erhöhte mit einem Schlenzer ins lange Eck auf 0:2 (66.). Die Gäste aus Halle wirkten nun souverän und bestimmten das Geschehen.

Der bereits abstiegsbedrohte SV Blau-Weiß Zorbau gab sich jedoch nicht auf und schöpfte in der Schlussphase noch einmal Hoffnung. In der 85. Minute verkürzte Jasper Raul Günther auf 1:2, als er nach einem Konter den Hallenser Keeper überwinden konnte. Doch die Antwort des VfL ließ nicht lange auf sich warten: In der Nachspielzeit machte Nils M. Bolz seinen Hattrick perfekt. In 90.+3 Minuten traf er zum 1:3, als er einen Abpraller eiskalt verwertete. Damit war das Spiel entschieden. Halle 96 fuhr dank Bolz’ Dreierpack einen letztlich ungefährdeten Sieg ein und festigt mit nun 48 Punkten den zweiten Platz. Zorbau dagegen steht weiterhin auf dem ersten Abstiegsrang (Platz 14) und muss in den verbleibenden Spielen dringend punkten, um die Klasse zu halten.

Bischofswerdaer FV 08 – VfB Germania Halberstadt 2:1 (1:0)

174 Zuschauer in Bischofswerda sahen einen eng umkämpften Schlagabtausch zwischen dem heimischen BFV 08 und Germania Halberstadt. Die Gastgeber erwischten kurz vor der Pause den perfekten Moment zur Führung: Luis Bürger traf in der 45. Minute per Kopfball zum 1:0. Zuvor hatte Halberstadt zwar mehr Ballbesitz, doch Bischofswerda verteidigte diszipliniert und lauerte auf Standards – eine solche führte zum Führungstreffer durch den 21-jährigen Bürger.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Halberstadt den Druck und kam prompt zum Ausgleich. In der 54. Minute nutzte Paul Grzega einen Abstimmungsfehler in der BFV-Abwehr und schob aus kurzer Distanz zum 1:1 ein. Die Freude der Gäste währte allerdings nur vier Minuten: Bischofswerda schlug quasi postwendend zurück. Wieder war Luis Bürger zur Stelle – in der 58. Minute stellte er mit einem trockenen Flachschuss ins Eck das 2:1 her. Mit seinem zweiten Treffer brachte Bürger die Heimsieg-Tribüne zum Jubeln und Germania erneut ins Hintertreffen. In der verbleibenden halben Stunde stemmten sich die Halberstädter gegen die Niederlage, doch die BFV-Defensive um Routinier Tom Hentschel ließ kaum noch zwingende Aktionen zu. Halberstadt hatte in der 78. Minute noch eine große Chance zum Ausgleich, aber Eintracht-Keeper Maximilian Paul parierte einen Kopfball von Weinhardt auf der Linie. So retteten die „Schiebocker“ den knappen Vorsprung über die Zeit. Mit diesem Heimsieg zieht Bischofswerda (jetzt 43 Punkte) nach Zählern an Halberstadt vorbei und rangiert auf Platz 5 vor den Sachsen-Anhaltern (jeweils 42 Punkte), die den 7. Platz gelegen.

SC Freital – VfB 1921 Krieschow 1:0 (0:0)

Im Stadion des Friedens in Freital deutete lange Zeit alles auf eine torlose Punkteteilung hin, ehe der Gastgeber doch noch zuschlug. Vor 158 Zuschauern neutralisierten sich der SC Freital und der ambitionierte VfB Krieschow über weite Strecken. Die Defensivreihen dominierten das Geschehen; Torchancen blieben Mangelware. Schiedsrichter Bela Wiethüchter hatte lediglich je einmal Gelb zu zeigen (45. für Krieschow, 87. für Freital) und unterstrich damit den fairen, aber taktisch geprägten Charakter der Partie.

Erst in der Nachspielzeit fiel die Entscheidung: In der 90.+1 Minute erlöste Felix Hennig die Freitaler mit seinem Treffer zum 1:0. Der Mittelfeldspieler schaltete nach einer zu kurz abgewehrten Flanke am schnellsten und drosch den Ball aus zehn Metern unter die Latte. Dieser späte Siegtreffer löste großen Jubel beim SCF aus. Krieschow war in den Schlussminuten zuvor selbst näher am Torerfolg, doch Andy Heblers Freistoß landete nur am Außennetz. Mit dem Dreier setzt Freital seine gute Rückrunde fort und steht nun mit 40 Punkten auf Rang 8 der Tabelle. Krieschow hingegen liegt auf Platz 4 und hat nun 46 Punkte auf dem Konto. Der späte Knockout in Freital bedeutet für den VfB einen Dämpfer, während die heimstarken Freitaler einmal mehr ihre Moral unter Beweis stellten.

SG Union Sandersdorf – 1. FC Magdeburg II 2:3 (1:1)

Der Tabellenführer lässt nichts anbrennen: Die U23 des 1. FC Magdeburg machte in Sandersdorf einen weiteren Schritt – vermutlich den entscheidenden – Richtung Oberliga-Meisterschaft. Allerdings musste Magdeburgs Reserve für den 3:2-Auswärtssieg vor 245 Zuschauern hart arbeiten. Union Sandersdorf erwischte einen Traumstart: Bereits in der 12. Minute brachte Paul Alois Hamella die Heimelf mit 1:0 in Front, als er eine Unachtsamkeit der Gästeabwehr ausnutzte. Magdeburg II agierte zunächst nervös, kam aber noch vor der Pause zum Ausgleich. Nach einer Druckphase entschied der Schiedsrichter in der 27. Minute auf Handelfmeter für die Gäste, den Jason Ceka sicher zum 1:1 verwandelte.

Im zweiten Durchgang zeigte der Spitzenreiter dann seine ganze Klasse. Sandersdorf hielt defensiv lange dagegen und hatte bei einigen Kontern selbst Möglichkeiten, doch in der Schlussviertelstunde drehte Magdeburg II auf. Zunächst schnürte Jason Ceka mit einem abgefälschten Schuss seinen Doppelpack und stellte in der 79. Minute auf 1:2. Als Tarek Chahed in der 87. Minute mit einem Flachschuss ins Eck auf 1:3 erhöhte, schien die Entscheidung gefallen. Doch Sandersdorf bewies Moral: Unmittelbar nach dem Anstoß verkürzte Joker Moritz Griesbach in der 88. Minute per Abstauber auf 2:3. In einer hektischen Schlussphase warfen die Gastgeber alles nach vorn, konnten den erneuten Ausgleich aber nicht mehr erzielen. Stattdessen schwächte sich Union in der 90. Minute noch selbst: Verteidiger Patrick Pannier sah wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot. Magdeburgs Reserve brachte den knappen Sieg über die Zeit und räumte damit auch die letzten Zweifel an der Meisterschaft aus. Vier Spieltage vor Saisonende liegt der FCM II nun uneinholbar vorne und feierte bereits nach Schlusspfiff ausgelassen den vorzeitigen Titelgewinn (offiziell 63 Punkte, 15 Zähler Vorsprung). Sandersdorf rangiert trotz der engagierten Vorstellung weiterhin mit 31 Punkten im noch gefährdeten unteren Mittelfeld (Platz 12).

BSG Wismut Gera – FC Einheit Rudolstadt 3:4 (1:0)

Ein echtes Tor-Spektakel ereignete sich in Gera, gekrönt von einem kaum fassbaren Finale. Die abstiegsbedrohte Einheit Rudolstadt rang die BSG Wismut Gera mit 4:3 nieder – und das unter denkbar dramatischen Umständen. Zunächst sah es vor 423 Zuschauern im Stadion der Freundschaft danach aus, als könnten die favorisierten Gastgeber drei Punkte im Abstiegskampf verbuchen. Gera begann konzentriert und ging kurz vor der Halbzeit verdient in Führung: Califo Balde traf in der 45. Minute mit einem satten Schuss aus 20 Metern zum 1:0.

Nach Wiederbeginn kamen die Rudolstädter wie verwandelt aus der Kabine. Die Mannschaft von Trainer Holger Jähnisch erhöhte das Tempo und drehte binnen zwölf Minuten das Spiel. Zunächst erzielte der unverwüstliche Kapitän Marco Riemer in der 66. Minute per Kopf nach einer Ecke den 1:1-Ausgleich. Nun war Einheit am Drücker: Robin Ensenbach (77.) und Ron Wachs (78.) sorgten mit einem Doppelschlag für eine scheinbar komfortable 3:1-Führung der Gäste. Gera wirkte geschockt, bewies aber Moral und kämpfte sich zurück. Marcel Kießling verkürzte in der 81. Minute auf 2:3, nachdem er einen Abpraller reaktionsschnell über die Linie drückte. Die Partie steuerte auf eine packende Schlussphase zu – und diese übertraf alle Erwartungen. In der zweiten Minute der Nachspielzeit unterlief Rudolstadts Verteidiger Tom Krahnert ein Eigentor zum 3:3: Eine scharfe Hereingabe fälschte Krahnert unglücklich ins eigene Netz ab, womit Gera im allerletzten Moment ausgleichen konnte. Doch das Spiel war immer noch nicht vorbei. Rudolstadt warf trotz dieses Rückschlags noch einmal alles nach vorne – und wurde tatsächlich belohnt. Tom Krahnert machte seinen Fehler wieder gut und köpfte in 90.+6 Minuten nach einem Freistoß zum 4:3-Siegtreffer für Einheit Rudolstadt ein. Unmittelbar danach kannte der Jubel der Einheit-Kicker keine Grenzen; Gera hingegen sank konsterniert zu Boden.

Mit diesem Auswärtssieg in letzter Sekunde sendet Rudolstadt ein Lebenszeichen im Abstiegskampf. Einheit verbessert sich auf 23 Punkte, bleibt aber auf Rang 15 und muss weiter um den Ligaverbleib bangen. Gera steht mit 28 Punkten auf Platz 13 und verpasste die Chance, sich weiter von der Gefahrenzone abzusetzen. Die Emotionen nach Abpfiff spiegelten den Spielverlauf wider: Rudolstadts Spieler feierten ausgelassen den vielleicht entscheidenden Sieg für den Klassenerhalt, während Wismut Gera eine bittere Niederlage verkraften muss. Dieser „Nachspielzeit-Krimi“ wird beiden Teams noch lange in Erinnerung bleiben.

Texte: Holger Elias

Sport Freak

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