Regionalliga Nordost

Mit Demut und Vollgas in die Liga

Die Szenen sind noch frisch in Erinnerung. Die 95. Minute im entscheidenden Saisonfinale gegen Eintracht Mahlsdorf: Lenny Stein hämmert den Ball unter die Latte, ein umstrittenes Tor, das Schiedsrichter und Linienrichter dennoch anerkennen. BFC Preussen steigt auf – und Sportchef Pierre Seiffert weiß auch Tage danach, dass es Fußball in seiner reinsten Form war: emotional, umkämpft und letztlich gnadenlos. »Es gibt immer einen, der weint«, fasst er die Dramatik knapp zusammen.

Für Preussen aber bedeutet der glückliche Last-Minute-Treffer vor allem eines: einen Sprung in die Regionalliga Nordost und damit in eine neue sportliche Realität. Während die Oberliga vor allem vom engen Titelkampf gegen Lichtenberg und Mahlsdorf geprägt war, wartet nun eine Herausforderung ganz anderer Dimension.

Seiffert gibt sich realistisch: »Du musst Vollgas geben, um in dieser Liga überhaupt zu bestehen.« Teams wie Chemnitz, Jena, Lok Leipzig oder der BFC Dynamo bewegen sich finanziell und infrastrukturell auf einem völlig anderen Niveau. Gerade deshalb ist es für Seiffert wichtig, dass Preussen seinen eigenen Weg konsequent weitergeht: »Unsere Trainer werden auch gegen diese namhaften Gegner nicht plötzlich die Philosophie ändern. Wir verstecken uns nicht.«

Diese klare spielerische Identität und das Selbstvertrauen der vergangenen beiden Aufstiegsjahre sollen die Grundlage für den Klassenerhalt bilden. Doch Seiffert verschweigt nicht, dass erneut ein Umbruch bevorsteht. Anders als in der Oberliga plant der Verein nun vormittägliche Trainingszeiten, wodurch einige Spieler, die beruflich gebunden sind, nicht mehr mithalten können. Ein schmerzhafter, aber notwendiger Schritt: »Die Regionalliga ist kein Halbzeitjob mehr«, erklärt Seiffert, »das ist fast schon Profifußball.«

Ein weiterer Kernpunkt der neuen Kaderplanung wird die Fitness sein. Hier setzt Seiffert klare Prioritäten und sieht darin eine unverzichtbare Grundlage, um überhaupt konkurrenzfähig zu sein. Dabei betont er die Stärke des Trainerteams, das erneut vor der Aufgabe steht, zahlreiche Neuzugänge zu integrieren. Bis zu 15 neue Spieler könnten wieder kommen – eine Herausforderung, der sich der Klub jedoch bereits zweimal erfolgreich gestellt hat.

Die Zielsetzung für die kommende Saison ist klar formuliert: BFC Preussen soll attraktiven, kämpferischen Fußball bieten, der die Zuschauer begeistert und mitreißt. Ergebnisse seien dabei nicht immer vorhersehbar, doch Seiffert besteht darauf, dass »niemand am Ende behaupten darf, wir hätten nicht alles gegeben.«

Der Aufstieg bringt auch neue Sponsoren, verbesserte Infrastruktur und eine wachsende Fanbase mit sich. »Die Euphorie ist enorm wichtig für den ganzen Verein«, so Seiffert. Er sieht darin auch eine Chance, Preussen langfristig als festen Bestandteil der Regionalliga Nordost zu etablieren.

Mit Respekt vor den großen Namen, aber ohne Angst geht der Verein in die neue Spielzeit. Die Erinnerungen an die dramatischen Momente des Aufstiegs sollen dabei als Motivation dienen, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. »Wir haben es verdient, in der Regionalliga zu sein. Das wollen wir jetzt auch beweisen«, sagt Seiffert entschlossen.

Die Preussen-Fans dürfen gespannt sein: Auf sie wartet eine Saison voller Herausforderungen, aber auch voller Chancen, den Verein in der Regionalliga zu etablieren. Der Verein und seine Anhänger wissen genau, dass das Abenteuer Regionalliga nicht einfacher wird. Aber genau darin liegt auch die große Faszination des Fußballs – und für den BFC Preussen die Chance, über sich hinauszuwachsen.

Text: Holger Elias / Quelle: BFC Preussen

Weitere Informationen erhalten Sie unter https://www.youtube.com/@bfcpreussentv und auf der Club-Website https://bfc-preussen.de

 

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