Frauen und Mädchen

Frauen-Regionalliga Nordost: Zwischen Torrausch und spätem Glück, der 7. Spieltag ist erst halb erzählt

© Sebastian Dühring

Ein Spieltag in zwei Akten: In der Frauen-Regionalliga Nordost rollte am Wochenende nur auf drei Plätzen der Ball, die zweite Hälfte folgt erst im November. Doch der erste Teil hatte es in sich. Magdeburg feierte einen Neun-Tore-Nachmittag, Erfurt musste einen Rückstand drehen und Jena II wartete in Berlin 81 Minuten auf den entscheidenden Moment. Drei Partien – und drei völlig unterschiedliche Geschichten.

1.FC Magdeburg – SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf 9:1 (3:0)

Vier Tore von Neele Abraham und neun insgesamt: Der 1. FC Magdeburg machte vor 103 Zuschauern früh deutlich, wohin die Reise gehen sollte. Die Gastgeberinnen pressten hoch, hielten Hohen Neuendorf über weite Strecken in der eigenen Hälfte und gingen bereits durch Neele Abraham (5.) in Führung. Tabea Alsleben (22.) legte nach, ehe Abraham mit ihrem zweiten Treffer (40.) für den 3:0-Pausenstand sorgte.

Wer auf eine ruhigere zweite Hälfte gehofft hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Amy Cienskowski (53.) erhöhte auf 4:0. Hohen Neuendorf antwortete zwar umgehend durch Paula Reutter (54.), doch mehr als dieser kurze Gegenakzent war gegen die Magdeburger Offensive nicht drin.

Abraham machte mit zwei weiteren Treffern (65., 70.) ihren Viererpack perfekt. Danach übernahmen die Teamkolleginnen: Greta Marie Müller (73.), Amy Marie Brathje (82.) und noch einmal Müller (83.) machten den 9:1-Erfolg komplett. Neun Tore, sechs davon nach der Pause – ein ausgesprochen deutlicher Nachmittag im Heinrich-Germer-Stadion. Alle zehn Tore der Partie gibt es ► hier zu sehen:

1.FFV Erfurt – FSV Babelsberg 74 2:1 (1:1)

In Erfurt war dagegen Geduld gefragt – und zunächst hatte der Aufsteiger aus Potsdam Babelsberg die verheißungsvolleren Offensivaktionen. Luisa Preißel prüfte zwar früh die Gästetorhüterin, auf der anderen Seite scheiterte Luana Gehrke am Aluminium. Weitere Babelsberger Abschlüsse und Standards folgten, ehe Lena Cammradt (31.) die Gäste mit 1:0 in Führung brachte.

Dass Erfurt nicht mit einem Rückstand in die Kabine musste, war Kira Hasenbein zu verdanken. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs traf sie zum 1:1 (45.+1) – und setzte später auch den entscheidenden Akzent dieser Partie.

Zunächst blieb das Duell auf Messers Schneide. Lea Schrenk tauchte mehrfach gefährlich vor dem Babelsberger Tor auf, die Gäste blieben ihrerseits über Standards im Spiel. Dann gelang Erfurt in der 72. Minute der entscheidende Angriff: Samira Visargova leitete ein, Schrenk setzte sich durch und brachte den Ball ins Zentrum. Dort musste Hasenbein nur noch einschieben – 2:1.

Babelsberg hatte das letzte Wort beinahe noch verhindert. Aline Helm kam in der Schlussphase zweimal gefährlich zum Abschluss, doch Erfurts Torhüterin war jeweils zur Stelle. Statt eines späten Ausgleichs blieb es beim Erfurter Heimsieg.

Türkiyemspor Berlin 1978 – FC Carl Zeiss Jena II 0:1 (0:0)

81 Minuten ohne Tor – und trotzdem keine ereignislose Partie. Jena II suchte bereits im ersten Durchgang immer wieder den Weg nach vorne, Türkiyemspor hielt dagegen. Sarah Wippig kam für die Berlinerinnen in der 28. Minute zum Abschluss, wenig später war auf der anderen Seite eine gute Parade der Gastgeberinnen nötig, um Jena die Führung zu verwehren.

Mit zunehmender Spielzeit verschob sich das Geschehen. Türkiyemspor wurde mutiger, kam unmittelbar nach der Pause zu Möglichkeiten und sorgte über Standards für Gefahr. Besonders ab der 72. Minute häuften sich die Berliner Offensivaktionen mit mehreren Abschlüssen und Eckbällen.

Doch das Tor fiel auf der anderen Seite. Karla Görlitz (81.) nutzte Jenas entscheidenden Moment und erzielte das 1:0. Türkiyemspor blieben inklusive Nachspielzeit noch einige Minuten für eine Antwort, doch die Gäste ließen sich den knappen Erfolg nicht mehr nehmen. Die Berlinerinnen bleiben nach sieben Begegnungen noch immer ohne ein Tor sowie Punkt.

Fortsetzung folgt im November

Komplettiert wird der 7. Spieltag erst in einigen Wochen. Am Samstag, 14. November, um 13:00 Uhr empfängt der 1. FFC Turbine Potsdam II den FC Hansa Rostock. Am Sonntag, 15. November, um 16:00 Uhr steht das Duell zwischen dem 1. FC Union Berlin II und RB Leipzig II an. Den endgültigen Schlusspunkt setzt am Sonntag, 22. November, um 14:00 Uhr die Begegnung SV Eintracht Leipzig-Süd gegen den Chemnitzer FC.

Bis dahin bleibt auch die Tabelle ein Zwischenstand: Magdeburg steht nach dem Kantersieg bei 16 Punkten und 29:7 Toren, Erfurt folgt mit 14 Zählern. RB Leipzig II hat ebenfalls 16 Punkte, sein siebtes Saisonspiel aber noch vor sich.

Der 7. Spieltag braucht also noch etwas Geduld, bevor sein endgültiges Bild feststeht. Die erste Hälfte hat die Messlatte jedenfalls schon ziemlich hoch gelegt.

 

Alle Ergebnisse und die Tabelle auf einen Blick

Sport Freak

Zurück