Frauen und Mädchen

50 Jahre Frauenfußball - Prägende Persönlichkeiten (Teil VII)

© SFV / NOFV

In der Serie "50 Jahre Frauenfußball – Prägende Persönlichkeiten" möchten wir außergewöhnliche Charaktere vorstellen, die den Frauenfußball besonders geprägt haben.

"Was ist denn Frauenfußball?" war seine erste Frage, als Gerhard Breiter 1988 seine hauptamtliche Tätigkeit beim DDR-Fußballverband in Berlin begann. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er keine Ahnung vom Frauenfußball, obwohl er vorher fast 30 Jahre aktiver Fußballer und Trainer war. Im Bereich Organisation des DFV in Berlin, wo er für die Organisation von DDR-Länderspielen tätig war, wurde auch der Aufbau einer Frauen-Nationalmannschaft geplant und vorbereitet.

Gerhard "Gerd" Breiter um 1988 © SFV / NOFV

Er wurde zum Mannschaftsleiter der Frauen-Nationalmannschaft berufen und hatte viele organisatorische Aufgaben rund um diese Mannschaft auf seinem Schreibtisch. Erste Sichtungs- und Trainingslehrgänge an der DFV-Sportschule Leipzig, unter der Leitung der beiden berufenen Trainer Bernd Schröder von Potsdam und Dietmar Männel von Aue wurden vorbereitet und durchgeführt.

G. Breiter mit Schröder, Männel und Steinicke (v.l.) © SFV / NOFV

Gerhard Breiter lernte in diesem Zeitraum viele Sportfreunde kennen, die schon Jahre im Frauenfußball aktiv tätig sind, insbesondere die Trainer und Verantwortlichen der Mannschaften, welche in der Bestenermittlung (so nannte man die Meisterschaft im DDR-Frauenfußball) an der Spitze spielten und somit auch die meisten Spielerinnen für die neu aufzubauende Nationalmannschaft stellten.

G. Breiter (o.r.) © SFV / NOFV

Im Mai 1990 erfolgte das erst Länderspiel in Babelsberg (0:3 gegen die CSSR verloren) und es war gleichzeitig das Letzte. Einen Abschluss für die Frauennationalmannschaft gab es dann noch im Sommer 1990, eine Fahrt zu einem Einladungsturnier nach Frankreich (Perpignan), wo gegen Mannschaften aus Portugal, Spanien und Frankreich gespielt wurde. Mit einem 4. Platz wurde das Kapitel DDR- Frauennationalmannschaft für Ihn beendet.

G. Breiter (o.l.) beim ersten DDR-Länderspiel 1990 © SFV / NOFV

Eine von Breiters letzten Aktionen im DDR-Fußballverband, bevor er im November 1990 aufgelöst wurde, waren die Ehrungen des letzten DDR-Frauenpokalsiegers (in Chemnitz) und des letzten DDR-Meister (in Rostock) gemeinsam mit der Ausschussvorsitzenden Margit Stoppa und damaligen Vizepräsidenten Klaus Petersdorf. Seine Zusammenarbeit mit der späteren Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball Vorsitzenden, Stoppa, sollte sich später fortsetzen.

G. Breiter rechts von Klaus Petersdorf (2.vl.) bei der DDR-Frauenpokalsiegerehrung © SFV / NOFV

Nachdem im November 1990 der NOFV gegründet wurde, arbeitete er weiterhin in der Geschäftsstelle des NOFV im Org.-bereich. Da es noch keine Mädchenauswahlmannschaften der neugegründeten Ost-Landesverbände 1990 gab, stellte er mit Sabine Seidel von Turbine Potsdam eine NOFV-Mädchenauswahl für das Länderpokalturnier in Duisburg zusammen. Erstmalig nahm einer Mädchenmannschaft aus der ehemaligen DDR an diesem Turnier teil.

G. Breiter (o.r.) mit der NOFV-Mädchenauswahl in Duisburg-Wedau © SFV / NOFV

Nachdem Breiter 1993 von Berlin nach Dresden zurückgezogen ist, wurde er in den Vorstand des Sächs. FV kooptiert und übernahm die ehrenamtliche Funktion des Ausschussvorsitzenden Frauen- und Mädchenfußball im Sächsischen Fußballverband. Zum Zeitpunkt dieser Funktionsübernahme gab es in Sachsen ca. 24 Frauenmannschaften. Bis 1998 entstanden ca. 124 Frauen- und Mädchenmannschaften im SFV.

Neben dem Aufbau eines funktionsfähigen Ausschusses Frauen -und Mädchenfußball und Landesspielbetrieb in Sachsen, war auch der Aufbau von Landesauswahlmannschaften für den Dresdner ganz wichtig. 

G. Breiter (o.r.) mit der einer Auswahlmannschaft aus dem Sächsischen Fußball-Verband © SFV / NOFV

1998 beendete Gerhard Breiter seine Tätigkeit im Sächsischen Fußball-Verband und wurde Vizepräsident im Dresdner Fußballverband. Aber auch in dieser Funktion hat er den Frauen - und Mädchenfußball in Dresden unterstützt und mit weiterentwickelt. Ab der Saison 2007/08 übernahm er im Nordostdeutschen Fußballverband die Staffelleiterfunktion der Frauen- Regionalliga Nordost mit viel Leidenschaft bis zum heutigen Tag.

Somit kann Gerhard Breiter auf über 30 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit im Frauen- und Mädchenfußballbereich zurückblicken.

Sportl. Chronik G. Breiter (1957 bis 2020)

Ab 1957 aktiver Fußballer und ab 1975 Übungsleiter/Trainer bei der BSG Robotron Radeberg

1988 – 1993 Hauptamtlicher Mitarbeiter beim DDR-Fußballverband in Berlin (Org.-bereich Länderspiele und Frauenfußball)

1989 - 1990 Mannschaftsleiter der DDR-Frauennationalmannschaft

1990 - 1993 NOFV-Mitarbeiter (Org.-bereich und Frauen - und Mädchenfußball)

1993 – 1999 Vorstandsmitglied im Sächsischen Fußball-Verband (Ausschussvorsitzender Frauen- und Mädchenfußball)

1998 – 2008 Vorstandsmitglied im Stadtverband Fußball Dresden

2010 - 2015 Vizepräsident des Stadtverbandes Fußball Dresden (u.a. Zuständig für den Frauen -und Mädchenbereich)

seit 1993 Mitglied bei Dynamo Dresden

seit 2007 Staffelleiter Frauenregionalliga Nordost im NOFV

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