FC Carl Zeiss Jena steigt in die 3. Liga auf

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Fünf Jahre nach dem Abstieg ist der FC Carl Zeiss Jena zurück in der eingleisigen 3. Liga. Die Mannschaft von Trainer und Ex-Profi Mark Zimmermann, die sich souverän die Meisterschaft in der Regionalliga Nordost gesichert hatte, verlor zwar das Aufstiegsrundenrückspiel gegen den West-Titelträger FC Viktoria Köln 0:1 (0:0), steigt aber dank des 3:2-Auswärtserfolges aus dem Hinspiel in Köln in die dritthöchste deutsche Spielklasse auf.

Vor 13.800 Zuschauern im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld, darunter auch Ex-Nationalspieler, Vize-Weltmeister und Vereinsidol Bernd Schneider, markierte Viktoria-Stürmer Fatih Candan (81.) den einzigen Treffer der Partie, der den Gästen wegen der aus dem Europapokal bekannten Auswärtstorregelung aber nicht zur erhofften Wende reichte.

Bereits zum vierten Mal in fünf Jahren schaffte der Staffelsieger aus der Regionalliga Nordost damit den Aufstieg. Zuvor hatten sich auch schon RB Leipzig (2013), der 1. FC Magdeburg (2015) und der FSV Zwickau (2016) jeweils durchgesetzt. Nur die TSG Neustrelitz (2014) verpasste den Sprung in die 3. Liga.

Präsident Klaus Berka: „Ein großer Tag“

„Das ist ein großer Tag für den FC Carl Zeiss Jena. Vielen Dank an Trainer Mark Zimmermann und sein Team“, sagt FCC-Präsident Klaus Berka: „Unser Verein gehört einfach in den Profifußball.“

Angreifer Timmy Thiele, im Hinspiel zweimaliger Torschütze, jubelte: „Wahnsinn, was hier abgeht. Jetzt sind wir endlich da, wo wir von Beginn an hinwollten.“

Ex-Profi René Klingbeil, der seine Karriere mit 36 Jahren beenden wird, lobte: „Alle sind wie um ihr Leben gerannt und haben sich diesen Erfolg verdient.“

Timmy Thiele gab „grünes Licht“ für Einsatz

FCC-Trainer Zimmermann konnte dieselbe Startformation aufbieten wie beim 3:2 im Hinspiel. Auch Torjäger Timmy Thiele, der sich eine schmerzhafte Mittelfußverletzung zugezogen hatte, gab rechtzeitig „grünes Licht“ für seinen Einsatz.

Bei der Viktoria nahm Trainer Marco Antwerpen im Vergleich zum ersten Aufeinandertreffen gleich vier Änderungen vor. Während Kapitän Mike Wunderlich nach seiner Roten Karte nicht eingesetzt werden durfte, verzichtete Antwerpen auch auf Torhüter Philipp Kühn sowie Abwehrspieler Edwin Schwarz und Angreifer David Jansen. Zwischen den Pfosten stand Alexander Monath, in die Innenverteidigung rückte der Bundesliga erfahrene Markus Brzenska (früher unter anderem Borussia Dortmund), musste allerdings kurz vor der Pause wegen einer Wadenverletzung ausgewechselt und durch Marco Fiore ersetzt werden. In der Offensive sollten Fatih Candan und Marcel Gottschling für Schwung sorgen.

Felix Backszat hat Führung für Viktoria auf dem Fuß

Zur ersten hochkarätigen Tormöglichkeit kamen die Gäste aus dem Rheinland, die von Beginn an mehr Ballbesitz hatten. Nach einem Eckball nahm der auffällige Timm Golley den Ball mit einem Seitfallzieher volley, den Abpraller schoss Felix Backszat nur ganz knapp über das Tor. Auf der Gegenseite überlief Timmy Thiele den herauseilenden Viktoria-Schlussmann Monath, seine Flanke vor das verlassene Gehäuse fand aber keinen Abnehmer.

Viel Glück hatten die Gastgeber nach einem verunglückten Abwehrversuch von Linksverteidiger Guillaume Cros. Gottschling kam an der Strafraumkante an die Kugel, scheiterte jedoch mit einem wuchtigen Schuss an der Latte.

Die bis dahin beste Chance der Hausherren hatte Sören Eismann, der mit einem Flugkopfball an Monath scheiterte. Nur wenig später tauchte Thiele frei vor dem Kölner Kasten auf, traf den Ball aber nicht richtig.

Nach Candans Treffer beginnt das große Zittern

Auch in der zweiten Halbzeit bemühten sich die Kölner um den Führungstreffer, kamen aber zunächst nur selten zu hochkarätigen Tormöglichkeiten. Auch die Einwechslung der zusätzlichen Angreifer David Jansen und Andrejs Ciganiks brachte nicht sofort den erhofften Erfolg. Jena verteidigte mit Leidenschaft das torlose Remis, konnte aber selbst zu selten für Entlastung sorgen.

In der Schlussphase begann aber nach dem Rückstand durch Candan (81.), der seinen früheren Kölner Mitspieler und jetzigen FCC-Torhüter Raphael Koczor tunnelte, das große Zittern für die Thüringer. Ein weiterer Gegentreffer hätte schließlich der Viktoria doch noch den ersten Drittliga-Aufstieg beschert. Als Schiedsrichter Robert Schröder (Hannover) die Partie nach einer fünfminütigen Nachspielzeit beendete, kannte der Jubel in Jena keine Grenzen mehr. mspw

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