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Futsal-Liga: Hohenstein-Ernstthal kann den Sekt kaltstellen

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Die Futsaler des VfL 05 Hohenstein-Ernstthal von Trainer Petr Schatalin können nach ihrem 7:3 (4:2)-Auswärtssieg beim Vorjahres-Vize FC Liria Berlin vor 120 Zuschauern in der Sporthalle der Grundschule Melli-Beese die Meisterfeier am 17. Februar in eigener Halle schon einmal planen. Lediglich ein Punkt fehlt dem Titelverteidiger noch zur sechsten NOFV-Futsal-Meisterschaft in Folge. Allein das Torverhältnis von 83 Treffern in der Differenz spricht jetzt schon für den VfL gegenüber den 1894ern. Dieser theoretisch eine fehlende Zähler könnte am vorletzten Spieltag im Heimspiel am 17. Februar gegen den Vierten FK Srbija endgültig festgemacht werden. Schon im Hinspiel vor vier Wochen gab es beim FK einen 7:2-Auswärtserfolg.

Beide Teams konnten in Bestbesetzung antreten, darunter zahlreiche ehemalige und aktuelle Futsal-Nationalspieler auf beiden Seiten, was neben der tollen Zuschauerkulisse von 120 und einem würdigen Rahmen für ein echtes NOFV-Futsal-Liga-Spitzenspiel sprach.

Die Begegnung unter Leitung der Referees Jens Polzenhagen und Martin Hagemeister (dritter Schiedsrichter Tobias Starost) begann recht intensiv. Schon nach fünf Minuten hatten Liria und der VfL 05 jeweils zwei Fouls ihrem Konto. Nach den ersten 20 Minuten waren es vier auf jeder Seite. Cendrim Jashari und Gabriel Francisco De Oliveira Costa brachten die Gäste dann mit einem Doppelschlag nach fünf Minuten mit 2:0 in Führung. Die erste Auszeit, von Liria genommen, sollte sich mit dem Anschlusstreffer durch Aljbert Hiseni noch in der gleichen Minute (9.) auszahlen. Spannend ging es in diesem Top-Spiel der NOFV-Futsal-Liga weiter. Das 3:1 für den VfL durch das 31. Saisontor von Michal Salak (13.) beantworteten die Berliner in der gleichen Minute durch Murat Tas zum erneuten Anschluss. Weiter ging es mit den jeweils vierten Fouls beider Teams, ehe der Tabellenerste nach 18 Minuten seine Auszeit nahm. Auch diese machte sich bezahlt. Salak erhöhte auf 4:2 in der 19. Minute. VfL-Manager Heiko Fröhlich schwärmte nach den ersten 20 Minuten im Live-Ticker: Ein „TOP-Spiel von zwei Mannschaften auf Augenhöhe, dennoch sind wir mit dem 2:4-Halbzeitstand verdient mit zwei Toren in Front!“ Und NOFV-Spielbeobachter Manuel Ziebarth sprach von “einem schnellen Spiel mit Vorteil für Hohenstein.“

Der zweite Spielabschnitt begann mit zwei gefährlichen Distanzschüssen von Liria, die nur knapp das VfL-Tor verfehlten. Für den nächsten Treffer sorgte jedoch auf der anderen Seite Futsal-Nationalspieler Christopher Wittig (24.). Lirias Ex-Futsal-Nationalspieler Lennart Hartmann verkürzte drei Minuten später auf 3:5. Doch schon im Gegenzug erwiesen sich Marko Hudacek und mit Sandro Jurado Garcia, einem weiteren aktuellen deutschen Futsal-Nationalspieler, als Spannungs-Killer dieses auf hohem Niveau stehenden Futsal-Liga-Spiels, mit den VfL-Treffern sechs und sieben. Das 3:7-Endergebnis stand bereits nach 29 Minuten fest. Lirias-Auszeit nach 34 Minuten, die einzige gelbe Karte im Spiel für den Doppeltorschützen Salak (37.) sowie die 3:2-Fouls nach der Pause sind nur noch von statistischer Bedeutung in einem Spiel, in dem sich „zwei der besten zehn Deutschen Teams“ gegenüberstanden, so noch einmal Fröhlich.

Potsdamer Bericht von Willi Rinke:

In einem Nachholspiel vom 10. Spieltag am vergangenen Mittwoch hieß es FC Liria gegen den noch immer punktlosen UFK Potsdam 08. Dabei stand das Spiel für die Potsdamer wieder einmal unter keinem guten Stern. Nach der herben Niederlage mit nur fünf Spielern gegen Vlf 05 Hohenstein-Ernstthal hatte man das Spiel gegen Liria extra aus demselben Grund ein zweites Mal verlegt, um dem Gegner diesmal etwas mehr Paroli bieten zu können. Doch zerschlugen sich diese Pläne am Spieltag komplett, da mit dem Spielertrainer Florian Dornack und dem derzeit treffsichersten Potsdamer Amadeus Brandenburg kurzfristig zwei wichtige Stützen ausfielen.

Mit nur sechs Spielern verlief das Spiel dann auch erwartungsgemäß gegen den Tabellendritten des FC Liria, welche mit fast kompletter Mannschaft angetreten waren. Die Potsdamer versuchten dem Gegner alles entgegenzusetzen und sich nicht nur auf das Verteidigen zu konzentrieren. Zwar hielt man Liria für acht Minuten stand und konnte die vielen Angriffen durch Glück und Geschick abwehren, doch war das 0:0 nur ein Schein der läuferischen, taktischen und vor allem technischen Überlegenheit der Berliner. Spätestens mit dem 1:0 durch Sabit Alimanovic war dann jedoch der Bann gebrochen und die Potsdamer zerfielen nach und nach. Selbst der zwischenzeitliche 1:3 Anschlusstreffer durch Mohammad Taqi Hashemi konnte den 11:1 Halbzeitstand nicht mehr verschönern.

In der Halbzeit hatten sich die Potsdamer dann vorgenommen wieder etwas mehr mitzuspielen, vor allem aber wollten sie sich von einer positiveren Seite als in den ersten 20min präsentieren. Mit einem weiteren Treffer zum 2:11 durch Willi Rinke nahm dieser Plan auch direkt Gestalt an. Doch war diese Hoffnung nur von kurzer Dauer, da der Torreigen ein weiteres Mal durch Sabit Alimanovic zum 2:12 fortgesetzt wurde. Am Ende konnten die Potsdamer mit dem letzten Treffer des Spiels zum 3:21 nicht mal mehr Kosmetik betreiben.

Positiv hervorzuheben ist wieder einmal ein sehr faires Spiel. Gleichzeitig ließen die Spieler des FC Liria in keiner Minute den Respekt gegenüber dem UFK vermissen, was in Anbetracht des Ergebnisses einen sehr angenehmen Charakterzug darstellte.

Statistik – Zuschauer: 7; Verwarnungen: kein; Fouls: 2:4

 

Vorschau

Der 16. Spieltag wird mit den restlichen vier Begegnungen am 3. und 4. Februar 2018 abgeschlossen. Dabei treffen am Samstag um 14 Uhr der  „Tabellen-Keller“ in direkten Vergleichen aufeinander. Der Vorletzte SV Eintracht (6 Punkte) erwartet in der Ebendorfer Sporthalle den Tabellennachbarn HSG Uni Greifswald (7 Punkte). Das punktlose Schlusslicht UfK Potsdam 08 empfängt in der SH „Heinrich-Mann-Allee“ den Siebenten SC Borea Dresden. Die Gäste haben keinen Druck mehr, da sie mit elf Zählern nicht mehr vom UfK 08 abgefangen werden können, und so die Spielklasse als Neuling bereits gesichert haben. Am selben Tag kann „1894“ seine Vizemeisterschaft und erste Teilnahme an der Deutschen-Futsalmeisterschaft perfekt machen, wenn sie um 20 Uhr in der Sporthalle am Steinplatz den Charlottenburger FC Hertha 06 bezwingen. Für die Gäste geht es nur noch um die Plätze vier bis sechs.

Am Sonntag ab 17:30 Uhr könnte Neuling FK Srbija mit einem Heimsieg in der SH der Melli-Beese-Grundschule über den FC RW Neuenhagen den Kampf um Meisterschaftsbronze noch einmal spannend gestalten und bis auf vier Zähler zum FC Liria bei noch zwei ausstehenden Spielen aufschließen.

 

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